Das ist eine Herausforderung, werden hier doch zwei Themen vermischt. Mit Blick auf die Moschee kann ich Dir folgen und stimme auch zu.

Aufgestoßen ist mir die schwarz-weiß Polemisierung der ideologischen Debatte im Sinne hier der freiheitliche Kapitalismus und dort der böse freiheitsbedrohende Kommunismus auf der anderen Seite. Keines der genannten Pole hat sich bisher wirklich bewährt. Die Wahrheit liegt, wie so oft in der Mitte der zwei Pole. Der entfesselt Raubtierkapitalismus, der das Individuum auf ein überhöhtes Podest stellt, dass die Gemeinschaft und die Spätfolgen für eben jene vernachlässigt, ist genauso wenig zielführend wie der leninistische Staatskommunismus, der mit seiner Überhöhung des Kollektives ins Gegenteil, einer Diktatur der Parteikader führt. Insofern rührt sich bei mir deutlicher Widerspruch. Nicht weil ich die Meinung grundsätzlich nicht teile, sondern die Komplexität der Realität, das Pendel weder für das eine Extremmodell noch für das andere ausschlagen lässt.

Der Home Oeconomicus der sich vollständig oder zumindest in Teilen rational verhält, existiert nicht. Hat nie existiert und wird auch in Zukunft nicht existieren. Und dies ist gut so. Ein rein rational deckendes Wesen ist unempathisch und ethisch-normativ unverantwortlich. Schon allein deshalb bin ich kein Freund der Grundannahmen eines falsch verstanden neoklassischen Kapitalismus der die Macht des Wettbewerbs und ökonomisch Stärkeren mit “Liberalität” verwechselt und den Markt zum Allheilmittel stilisiert.