Besten Dank für die positiven Anmerkungen zum USA-Text. Es ist äußerst interessant, den amerikanischen Wahlkampf zu beobachten und mit den Abläufen bei uns zu vergleichen. Leider konnte ich die vier republikanischen Debatten im amerikanischen Fernsehen nicht verfolgen, da sie — nach unserer Zeit — mitten in der Nacht gesendet wurden.

Die Auseinandersetzungen in USA werden umso heftiger und „ungehobelter“ werden, je näher der Wahltermin 5.11.2024 rückt. Ein ins Auge springender Unterschied: In Amerika ein höheres politisches Mandat zu erreichen, ist eine Millionen-Sache. Das Amt des Präsidenten kostet einige Milliarden Dollar. Prognosen zum Ausgang sind heute — ein knappes Jahr vor der Wahl — nicht möglich.

In letzter Zeit konnte ich zwei interessante Entwicklungen beobachten: Nach den Aussagen Trumps, dass die Migranten aus Südamerika das „Blut der Nation“ vergiften, gab es in den seriösen Medien eine Faschismus-Diskussion, in deren Verlauf die Trump-Aussagen mit Passagen aus Hitlers „Mein Kampf“ verglichen wurden. Trump verteidigte sich mit der Bemerkung, er habe „Mein Kampf“ nicht gelesen.

Amerikanische Freunde von mir vergleichen die gegenwärtige Entwicklung in USA mit den 1920er und 1930er-Jahren in Europa. Doch ich erhielt auch Botschaften voll des amerikanischen Optimismus: „Vernunft oder etwas Ähnliches könnte siegen und wir könnten die 2024er-Wahlen durchstehen und zusammenkommen, um etwa die Klimakrise oder andere Krisen zu lösen.“ Ich bin wirklich gespannt, ob dies nur Wunschdenken ist oder ob es in nächster Zeit Anzeichen für solchen Optimismus gibt, denn zweifellos wird das Wahlergebnis auch für Europa bedeutsam sein.