Morawieckis Vorwurf der Erpressung gegenüber der Europäischen Union ist purer Hohn. Wer EU-Mittel aus Brüssel empfängt, muss sich auch an die damit verbundenen Werte und Prinzipien der Europäischen Union halten. Dazu hat sich Polen beim EU-Beitritt ausdrücklich verpflichtet. Bei stetiger Missachtung und Aushöhlung der Rechtsstaatlichkeit ist das Sperren der Gelder die logische Konsequenz. Kommissionspräsidentin von der Leyen muss jetzt ihren Sanktionsankündigungen Taten folgen lassen und die Rechts- und Wertegemeinschaft entschlossen verteidigen. Polen schadet mit seinem Verhalten seinen eigenen Interessen und riskiert die enormen Vorteile, die es aus der Mitgliedschaft im Binnenmarkt, im Schengen-Raum und letztlich aus der EU insgesamt zieht.