Internationale Soldatenfamilie

Katalin Birta interviewte mich im Mai 2020 für einen Artikel der Bundeswehr aktuell, der dann auch am 25. Mai 2010 in der Ausgabe 20 auf Seite 3 erschien.

Internationale Soldatenfamilie

An der EU-Trainingsmission „EUTM Somalia“ in Uganda nehmen auch 13 deutsche Soldaten teil.

Am 1. Mai gab die Europäische Union den Startschuss zu ihrer 14. laufenden Mission: der Trainingsmission für die somalischen Streitkräfte „EUTM Somalia“. Dreizehn deutsche Soldaten werden an diesem Einsatz in Uganda teilnehmen, sechs sind bereits vor Ort. Einer von ihnen ist Oberstleutnant Heinrich Kümmerle vom Kommando Operative Führung Eingreifkräfte (KdoOpFüEingrKr) in Ulm. Der Dienstälteste Deutsche Offizier (DDO) ist als Personalstabsoffizier im Hauptquartier in Kampala stationiert und wird voraussichtlich bis November dort bleiben. aktuell sprach mit ihm über seine ersten Eindrücke und die Arbeit vor Ort.

Welchen Auftrag hat die EU-Mission?

Die nicht exekutive Mission „EUTM Somalia“ soll die somalische Übergangsregierung durch die Ausbildung eigener Sicherheitskräfte in Uganda stärken und die bereits stattfindende ugandische Ausbildung dieser somalischen Sicherheitskräfte mit einer EU-Ausbildungsmission unterstützen.

Und welche Aufgaben haben dabei die deutschen Soldaten?

Zunächst haben wir einen Ausbildungsauftrag – und dafür sind wir in Uganda eingesetzt. Drei der Kameraden sind Teil eines deutsch-ungarischen Ausbildungsteams, das zukünftige somalische Unteroffiziere ausbilden soll. Dazu kommen ab August sieben weitere Soldaten, so dass wir dann komplett sind. Diese werden die im Ausbildungsprogramm vorgesehene Fernmeldeausbildung sicherstellen. Zwei Soldaten haben wir zusätzlich als „Real Life Supporter“ eingesetzt. Diese gewährleisten, dass all unsere Kameraden am Standort in Bihanga eine Unterkunft haben, sich verpflegen und in ihrer knappen Freizeit auf weitere Annehmlichkeiten zurückgreifen können.

Meine Hauptaufgabe als der Personalstabsoffizier von „EUTM Somalia“ ist es, dafür Sorge zu tragen, dass wir stets genügend gut ausgebildete und einsatzbereite Soldaten vor Ort haben, um den Missionsauftrag erfüllen zu können.

Wem sind die deutschen Soldaten vor Ort unterstellt?

Als Angehörige von „EUTM Somalia“ unterstehen wir alle Oberst Ricardo Silvestre Gonzalez Elul, dem spanischen Mission Commander. Die Soldaten in Bihanga unterstehen zusätzlich einem italienischen Oberstleutnant, der für die Ausbildung vor Ort verantwortlich ist.

Welche Zustände fanden Sie beim Eintreffen in Uganda vor?

Das Hauptquartier hat im Nordosten Kampalas in einer kleinen Hotelanlage Quartier bezogen. Das EU Trainingscamp befindet sich innerhalb eines ugandischen Militärlagers in Bihanga. Beide Liegenschaften eignen sich gut zur Auftragserfüllung, wenn auch wegen der Regenzeit bislang noch nicht alle notwendigen Bauarbeiten abgeschlossen sind. Unsere Ausrüstung haben wir entweder mitgebracht oder, wie im Falle der Fahrzeuge, vor Ort gekauft. Die Lebensmittel und weitere Artikel des täglichen Bedarfs erhalten wir von zivilen Firmen.

Die ugandische Bevölkerung hat uns sehr freundlich begrüßt und gerne in ihrer Mitte aufgenommen. Die Arbeit mit unseren ugandischen Partnern verläuft ziemlich reibungsfrei und harmonisch. Eine Herausforderung stellt für uns alle jedoch das Klima im Allgemeinen und das Wetter im Besonderen dar – zurzeit herrscht hier noch Regenzeit. Für ein Lager im Entstehen und seine Bewohner eine sehr interessante Erfahrung und auch für die Soldaten in festen Unterkünften ein Erlebnis.

Wie wurden Sie auf die Mission vorbereitet?

Als Angehöriger des KdoOpFüEingrKr bin ich schwerpunktmäßig am Vorbereiten und Durchführen von Übungen und Einsätzen der EU beteiligt. Damit unterscheidet sich meine Tätigkeit, die ich in Ulm, in anderen Hauptquartieren, auf Übungsplätzen oder im Einsatz erfülle, hauptsächlich nur durch den Standort des Arbeitsplatzes.

Für den Einsatz bei „EUTM Somalia“ erhielt ich die notwendigen Informationen per E-Mail vorab, so dass ich mich umgehend mit meinen Kameraden in Verbindung setzen konnte. Beim Einsatzführungskommando in Potsdam erhielten wir dann eine einwöchige Einweisung. Des Weiteren hatte ich die Gelegenheit, viele meiner Kameraden bereits in Brüssel kennenzulernen.

Hat die Ausbildung der somalischen Soldaten denn schon begonnen?

Zu unserem großen Bedauern leider noch nicht. Derzeit warten wir noch darauf, dass uns unsere ugandischen Kameraden die bereits von ihnen vorausgebildeten und ausgewählten Soldaten zur weiteren Ausbildung übergeben.

Und welche Herausforderungen erwarten Sie dann bei der Ausbildung dieser Soldaten?

Bei der Mehrzahl unserer Ausbilder handelt es sich um sehr erfahrene Soldaten. Auch stellen wir die Ausbildung durch „Ausbildungsteams“ sicher. Deshalb sehen wir keine allzu großen Herausforderungen auf uns zukommen.

Zudem ist sichergestellt, dass in jeder Ausbildungsgruppe ein kenianischer Übersetzer mit dabei ist. Wie auch jedes Ausbildungsteam durch zwei ugandische Ausbilder verstärkt wird, die zuvor bereits in der Grundausbildung der somalischen Soldaten eingebunden waren. Außerdem haben wir selbst einige Ausbilder dabei, die die lokalen Sprachen sprechen. Sollten einige der Somalier gar Analphabeten sein, so haben wir auch dies berücksichtigt und unsere Ausbildungskonzepte darauf abgestimmt. Hauptsächlich wenden aber wir das altbewährte „VENÜ“-Prinzip an: vormachen, erklären, nachmachen, üben.

Mit welchen Nationen sind Sie zusamen im Einsatz und wie funktioniert die Zusammenarbeit?

Insgesamt sind an der Mission 14 EU Nationen beteiligt. Darüber hinaus werden wir von Kenianern, die als Übersetzer eingesetzt sind, und ugandischen Soldaten unterstützt.

Die Zusammenarbeit in unserem „kleinen“ Kontingent läuft hervorragend. Fast wäre man versucht zu sagen, dass wir hier eine „Familie“ sind. Jeder von uns wird gebraucht, aber keiner von uns kann alleine arbeiten. Die Arbeits- wie auch die Freizeitsprache ist Englisch. Denn es kommt so gut wie gar nicht vor, dass Soldaten einer Nation unter sich sind. So wird spätestens im dritten Satz wieder Englisch gesprochen. Für die Briten und Iren unter uns ist das aber ab und zu schon eine kleine Herausforderung.

„This is a military operation. Nothing ever goes according to plan.“

Terence Stamp als Generaloberst Ludwig Beck in Valkyrie (2008)
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Europatag 2010

Seit Inkrafttreten des Lissabonner Vertrages am 1. Dezember 2009, haben wir Bürger der Europäischen Union ein einheitliches Vertragswerk, welches unseren gewählten Volksvertretern, ob im Europäischen Parlament, dem Deutschen Bundestag oder einem der Landesparlamente sitzend, mehr Rechte einräumt, um gemeinsam mit den Volksvertretern der anderen 26 Staaten bereits bestehende politische Strukturen und Regeln zu vertiefen oder auch zu vereinfachen und damit den europäischen Gedanken zum Wohle eines „Europas in Vielfalt geeint“ weiter voranzutreiben. In dieses Vertragswerk setzen wir die Hoffnung, dass die mehr als 500 Millionen in der Europäischen Union lebenden Menschen nicht nur weiterhin friedlich miteinander arbeiten, handeln und auch feiern können, sondern damit auch mittel- bis langfristig vieles für uns Bürger einfacher, überschaubarer und nachvollziehbarer wird. Wir bekennenden Europäer hoffen darüber hinaus, dass die Europäische Union ihre Attraktivität und Leistungsfähigkeit erhalten kann, um es weiteren Staaten europäischer Wesensart zu ermöglichen, unserer Gemeinschaft beizutreten. Auch hoffen wir, dass es uns zukünftig gelingen wird, unserem Europa eine einheitliche Verfassung zu geben, die sich wesentlich an den Werten des bereits 1946 verfassten „Hertensteiner Programmes“, den universellen Menschenrechten und der europäischen Sozialcharta orientiert – und dies zum Wohle Europas, seiner Bürger und der gesamten Welt.

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Die EUROPA-UNION Heilbronn wirbt darüber hinaus u.a. auch mit Informationsständen und -veranstaltungen für unser schönes Europa, organisiert Fahrten zu den europäischen Institutionen und zu den Partnerstädten und -gemeinden des Stadt- und Landkreises Heilbronn. Zusätzlich bieten wir auf unserer neuen Kreisverbandswebseite unter www.kvheilbronn.eu weitere Informationen und Hintergründe rund um Europa und die Europäische Union. Dort können Sie sich auch in Foren mit uns und untereinander austauschen oder einfach nur Ihre persönliche Meinung über unser Europa kundtun. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und Ihr aktives Mitgestalten. Selbstverständlich finden Sie auf unserer Homepage auch Bilder von unseren Veranstaltungen und sämtliche bisher erschienenen Broschüren und Flyer zum Nachlesen.

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„Nationalism is an infantile disease. It is the measles of mankind.“

Albert Einstein, What Life Means to Einstein: An Interview by George Sylvester Viereck (26. Oktober 1929)