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Rudyard Kipling

Seine beiden Dschungelbücher aus den Jahren 1894 und 1895 kennt wohl jeder, und die meisten haben zumindest auch eine Verfilmung davon gesehen.

Mich hat Rudyard Kipling besonders dadurch beeindruckt, indem er unter anderem die Erhebung in den Adelsstand ablehnte und damit selbst die bekannte Hanseatische Ablehnung „alt aussehen“ lässt.

Aber nicht wegen seiner Bücher, wie z.B. sein wohl bekanntester Roman Kim aus dem Jahr 1901, oder seiner bereits erwähnten Zurückhaltung, sondern wegen des folgenden Gedichts aus dem Jahr 1910 blieb mir Kipling bis heute in sehr guter Erinnerung.

If

If you can keep your head when all about you 
Are losing theirs and blaming it on you, 
If you can trust yourself when all men doubt you, 
But make allowance for their doubting too; 
If you can wait and not be tired by waiting, 
Or being lied about, don’t deal in lies, 
Or being hated, don’t give way to hating, 
And yet don’t look too good, nor talk too wise:

If you can dream – and not make dreams your master; 
If you can think – and not make thoughts your aim; 
If you can meet with Triumph and Disaster 
And treat those two impostors just the same; 
If you can bear to hear the truth you’ve spoken 
Twisted by knaves to make a trap for fools, 
Or watch the things you gave your life to, broken, 
And stoop and build ‚em up with worn-out tools:

If you can make one heap of all your winnings 
And risk it on one turn of pitch-and-toss, 
And lose, and start again at your beginnings 
And never breathe a word about your loss; 
If you can force your heart and nerve and sinew 
To serve your turn long after they are gone, 
And so hold on when there is nothing in you 
Except the Will which says to them: ‚Hold on!‘

If you can talk with crowds and keep your virtue, 
‚Or walk with Kings – nor lose the common touch, 
if neither foes nor loving friends can hurt you, 
If all men count with you, but none too much; 
If you can fill the unforgiving minute 
With sixty seconds‘ worth of distance run, 
Yours is the Earth and everything that’s in it, 
And – which is more – you’ll be a Man, my son!

Rezitiert von Tom O’Bedlam

Das Gedicht wurde um 1895 herum wohl in Anlehnung an Leander Starr Jameson verfasst.

Die beiden Zeilen des Gedichts „If you can meet with Triumph and Disaster / and treat those two impostors just the same“ findet man übrigens ganz prominent im All England Lawn Tennis and Croquet Club in London, sowie auch im West Side Tennis Club in New York.

Manche meinen, dass das Gedicht ganz gut die Idee der Bhagavad Gita, eine der zentralen Schriften des Hinduismus wiedergibt. Ich meine, dass das auch ganz gut zu Rudyard Kiplings eigenem Leben passen würde.

Ich möchte dabei aber nicht unerwähnt lassen, dass Albert Schweitzer (Die Weltanschauung der indischen Denker 1935) die Bhagavad Gita sehr kritisch sieht, nämlich als „das meist idealisierte Buch der Weltliteratur.

„Look for the bare necessities, the simple bare necessities. Forget about your worries and your strife.“

Phil Harris als Baloo in The Jungle Book (1967)
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Politik

Krankenwesen

Eigentlich überhaupt nicht mein Thema, außer dass die jüngsten Meldungen über all die vorhandenen Mängel auch den letzten Ignoranten zum Denken anregen. Und meine erste Frage dabei ist auch gleich offensichtlich: was haben all die Gesundheitsminister mit ihren Ministerien die gesamten Jahrzehnte über eigentlich getan? Wohl nur Ringelpiez mit anfassen.

Und wie ich es bereits in anderer Sache erwähnt hatte, lassen sich die Verantwortlichen jetzt für ihre Inkompetenz und Untätigkeit feiern und hauen dabei einen Klopfer nach dem anderen heraus.

Und selbst den Erhalt oder die Beschaffung von notwendigem medizinischen Verbrauchsmaterial kann man vorab regeln, was übrigens zur Mindestanforderung eines zuständigen Ministeriums gehört.

Aber bevor ich in meinen Überlegungen weiter voranschreite, möchte ich an dieser Stelle allen Ärzten, Krankenpflegern und Rettungskräften sowie all den anderen im Krankenwesen Beschäftigten für ihr Engagement danken, welches sie beständig an den Tag legen, obwohl sie seit Jahren mit zu den unterfinanziertesten oder gar unterbezahltesten Beschäftigten in unserem Land zählen.

Auch möchte ich vorher noch kundtun, dass wir im Krankenwesen, oder wie es heute gerne genannt wird Gesundheitssystem, nur eine einzige gesetzliche Krankenkasse benötigen, und damit alleine noch zu entscheiden wäre, ob wir diese gleich auf europäischer Ebene zusammenführen oder doch noch dann aber maximal 27 nationale gesetzliche Krankenkassen unterhalten und finanzieren.

Selbstverständlich sollte es den Menschen weiterhin freigestellt bleiben, dass sie ihre Gesundheit mit privaten Krankenkassen absichern, diese müssen dann aber völlig autark und ohne jegliche staatliche Subventionierung oder gar Rettungsanker operieren, denn den Gewinn zu privatisieren und den Verlust zu vergesellschaften geht einfach nicht!

Nun zu meinen, das Krankenwesen betreffenden, Überlegungen. Auch das Krankenwesen muss föderal von unten nach oben aufgebaut werden, wobei an erste Stelle die Ärzte mit ihren Praxen stehen, danach kommen je nach Bedarf Rettungszentren, Kliniken, dann Krankenhäuser und zuletzt die Zentralkrankenhäuser, die alles anbieten, was die Medizin bieten kann.

Diese Struktur muss sich an der jeweiligen Bevölkerungszahl und dem dortigen Bedarf ausrichten und beständig angepasst werden.

Um auf etwaige nicht vorzusehende Ereignisse, wie z.B. Katastrophen, Epidemien etc. reagieren zu können, muss ab der Ebene Rettungszentren oder Kliniken jede Ebene eine Überkapazität von ca. 5% bis max. 10% vorhalten, für die sie extra aus einem europäischen bzw. nationalen Vorsorgeetat bezahlt wird.

Aus sicherheitspolitischen Erwägungen heraus könnte es sein, dass man zusätzlich noch weitere Kapazitäten vorhält, die zwar dann ebenfalls aus diesem Etat heraus zu finanzieren sind aber alleine aus den obigen Erwägungen heraus innerhalb des Landes aufgebaut werden.

Kern meiner Überlegungen ist aber der folgende, nämlich, dass man im Katastrophenfall nicht das Krankenwesen zu den Kranken bringt, sondern, dass man die Kranken grundsätzlich auf das zuvor aufgebaute Krankenwesen verteilt.

Demzufolge muss neben den Über- und den Vorsorgekapazitäten ein Distributionsapparat vorhanden sein, der Massenanfälle automatisch auf das gesamte Krankenwesen verteilt.

Dieser Verteilungsprozess kann föderal gehandhabt, beständig vonstatten gehen, und muss im Falle von z.B. Pandemien am besten dann gleich europaweit stattfinden.

So können alle vorhandenen Kapazitäten optimal genutzt werden und es werden Situationen wie derzeit in Norditalien oder im Elsass von Anfang an verhindert.

Das ist ganz im Sinne der Kranken, des medizinischen Personals, der staatlichen Stellen und unserer Gesellschaft insgesamt.

Warum es ganz offensichtlich bei den dafür zuständigen Stellen solche Überlegungen weder gab noch heute gibt, bleibt einem diesbezüglichen Laien wie mir unerklärlich.

Ihre Ausreden oder vielleicht sogar Erklärungen können Sie gerne als Kommentar zu diesem Beitrag anfügen.


Bereits am 30. November 1878 merkte William E. Gladstone in einer Rede in Plumstead das Folgende an:

„The disease of an evil conscience is beyond the practice of all the physicians of all the countries in the world.“

William E. Gladstone

Das wirklich Schlimme am Ganzen ist, dass die Verantwortlichen nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben.


Nachtrag:

Man muss die verantwortlichen Minister zur Rechenschaft ziehen!

Jahrelange Untätigkeit, die zudem Tausende Tote kostet, ist eine Straftat. Lesen Sie dazu auch den hier verlinkten Bericht der FAZ.

Verantwortliche Bundesgesundheitsminister seit 2012:

+ Daniel Bahr, FDP (2011 – 2013)
+ Hermann Gröhe, CDU (2013 – 2018)
+ Jens Spahn, CDU (2018 – dato)

Die verantwortlichen „Gesundheitsminister“ in Ihrem Bundesland kennen Sie bestimmt selbst. In Baden-Württemberg sind es:

+ Katrin Altpeter, SPD (2011 – 2016)
+ Manfred Lucha, Bündnis90/Die Grünen (2016 – dato)

Der Verantwortliche für die Stadt Heilbronn ist der Leiter des städtischen Gesundheitsamtes Dr. Klaus-Peter Axmann.

„James Ross Clemens, a cousin of mine, was seriously ill two or three weeks ago in London, but is well now. The report of my illness grew out of his illness; the report of my death was an exaggeration.“

Mark Twain, Nachricht an den Reporter Frank Marshall White (31. Mai 1897)