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Heilbronn Politik

Rede zum Treffpunkt Europa 2014

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren! 

Es freut mich heute ganz besonders hier erneut dieses Grußwort sprechen zu dürfen, nicht nur weil wir morgen den 25. Treffpunkt Europa feiern, sondern weil wir alle – und dies nur wenige Tage nach der Amtseinführung unseres neuen OB – heute zum Empfang des Oberbürgermeisters am Vorabend des Treffpunkts Europa eingeladen sind.

Damit führen Sie, Herr Oberbürgermeister, eine Tradition fort, die unter Ihren Vorgängern Herrn Dr. Manfred Weinmann begann und unter Herrn Helmut Himmelsbach für die meisten von uns zu einem Highlight des Jahres geworden ist.

Tradition ist es dabei nicht, wie Thomas Morus es treffend formulierte, die Asche zu bewahren, sondern die Flamme weiterzutragen. Und sie Herr Oberbürgermeister haben sich dankenswerter Weise dazu bereit erklärt.

Ich meine mit dieser Flamme aber nicht das olympische Feuer, dies wird zum Entsetzen vieler inzwischen von Diktatoren, Potentaten und Kriegstreibern weitergereicht. Ich meine mit dieser Flamme unsere Europäische Idee, welche in vielen von uns lodert und hoffentlich den Funken Europa weiterträgt, auch über Heilbronn hinaus, und möglichst bei vielen unserer Mitbürger die europäische Begeisterung entflammen lässt.

Aus diesem Grund veranstalten wir seit 25 Jahren den Treffpunkt Europa und aus diesem Grund fordern wir auch ein Europahaus für Heilbronn. Dieses Europahaus soll aber kein weiterer „Infopoint Europa“ und auch kein weiteres „Europe Direkt“ sein, sondern eine europäische Bildungsstätte werden, gerne auch als Gegenpol zur Heilbronner „Experimenta“ – welche bekanntlich die Technologie in den Vordergrund stellt.

Denn Bildung ist Bürgerpflicht! Nur die Bildung – und dies möglichst für alle – kann uns vor der schleichenden Entmenschlichung dieser Welt retten. Und nur die Bildung – nicht Waffen – kann uns vor zukünftigen Kriegen bewahren.

Europa ist Bildung und Bürgerbeteiligung zugleich! Hier bei uns in Heilbronn sind wir weiterhin auf dem richtigen Weg. Und diesen wollen wir auch gemeinsam weitergehen. Morgen beim Treffpunkt Europa, am 25. Mai in den Wahlkabinen und vielleicht in ein paar Jahren auch im „Europahaus Heilbronn“.

Heilbronn im Mai

„You answered without saying anything. That’s politics.“

Arthur Kennedy als Jackson Bentley in Lawrence of Arabia (1962)
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Heilbronn

Heilbronn benötigt eine eigene Universität

Bildung ist mehr als berufliche Aus- und Weiterbildung, die nur dazu dient, dem Markt passende Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Bildung macht aus Menschen mündige Bürger und schafft damit die Grundlage für jede funktionierende Demokratie. Damit ist meines Erachtens Bildung nicht nur Bürgerrecht, sondern vor allem auch Bürgerpflicht!

Eine Großstadt zeichnet sich darin aus, dass sie ihren Bürgern und auch ihrer Region möglichst alles an Infrastruktur bietet, was es überhaupt gibt. Auch deshalb benötigt Heilbronn dringend eine eigene Universität, welche Lehrstühle sowohl in den Natur- als auch in den Sozialwissenschaften beheimatet.

Ohne Frage trägt dies dazu bei, dass Heilbronn insgesamt noch attraktiver wird und vor allem auch dazu, dass Heilbronn Menschen und Firmen ansiedeln kann, die vom Vorhandensein höherer Bildung und sie begleitende Hochtechnologie zwingend abhängig sind.

Ich behaupte, eine eigene Universität ist eine der fundamentalen Notwendigkeiten für die Zukunft jeder Großstadt und ihrer Bürger.

„The worker must work for the glory of his handiwork, not simply for pay; the thinker must think for truth, not for fame.“

W. E. B. Du Bois, The Souls of Black Folk (1994: 54)