Konzert

Musikvideo zum Wochenstart 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

In Zeiten wie diesen muss man sehr tief in die eigene Musikkiste greifen, um ein wenig Ablenkung zu erhalten. Andreas Lochner erinnert mich schon etwas länger an Jethro Tull und fragt an, wann es denn einmal ein Video dieser Gruppe hier gäbe. Et voilà, hier ist es nun! Und dann aber gleich nach 1971 und zu „Aqualung“, einem Song, welcher der gesamten LP den Namen gab.

Noch selbst mit Mono groß geworden, staunte ich über die ersten Grammophone, wo man noch zwei Tonabnehmer möglichst nahe beieinander auf die Platte setzen musste. Weil das wohl nicht so der Renner war, setzte sich dann wohl Stereo immer mehr durch. Und plötzlich sprach dann alles auch noch von Quadrofonie! Das Album von Jethro Tull dürfte dabei eines der ersten gewesen sein, das man mit dieser Technik bekam. Das Problem dabei, kaum jemand hatte die dazu nötige Stereoanlage.

Vielleicht heute noch etwas besser bekannt und von Andreas Lochner gewünscht, der Song „Locomotive Breath“, welcher sich auf demselben Album befindet.

Zum Schluss dann noch das Lied „Dark Ages“ vom Album „Stormwatch“ aus 1979!

Bevor ich mich nun ganz in Jethro Tull verliere und an der heutigen Welt völlig verzweifele, gönne ich mir jetzt lieber einen Spielabend — selbstverständlich wird dabei Jethro Tull hoch und runter gespielt.

Nachtrag

Zwar verliere ich aktuell ein Spiel nach dem anderen, was mich allerdings weniger schmerzt, denn ich lausche der Musik alter Platten. „Living in the Past“ (1969) ist dabei ein schon etwas älterer Song, welcher sich zudem an Dave Brubecks „Take Five“ aus dem Jahr 1961 orientieren dürfte.

„Darlings are you ready for the long winter’s fall?
…
As the white dot flickers and is gone
…
Where slick tycoons and rich buffoons
Have opened up the seam
Of golden nights and champagne flights
…
As the lights go out
And no-one really cares“

Jethro Tull, DArk Ages (1979)

Spaziergang

10.10.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Spaziergang | © Lars Nissen auf Pixabay

Kuss und Schluss

Das wussten die Blog-Leser sicherlich bereits, man kann den Wahnsinn um uns herum nicht einfach wegbingen, nicht einmal mit Boston Legal. Wenn die Welt um einen herum aus den Fugen gerät, dann helfen auch härtere Drogen nicht weiter, nicht einmal die allgemein akzeptierten Social Media. Und nein, es ist kein „On and Off“ (kleiner Insider) — aus reiner Empathie heraus, habe ich mir diesen Blödsinn immer wieder selber angetan.

Bleiben wir nur einmal bei uns in Deutschland. Mindestens ein ehemaliger SPD-Kanzler unterstützt den Angriffskrieg der Russischen Föderation auf Europa. Während die Unions-Bonzen weiterhin das tun, was sie am besten können, sich selbst bereichern.

Nein, es langt schon, wenn wir nur bei uns hier in Heilbronn bleiben. Die SPD lässt Nazis hochleben, nur weil die ihr Leben nach 1945 durch eine SPD-Mitgliedschaft gerettet haben. Nun gründet auch noch ein ehemaliger SPD-Abgeordneter im Parteibüro einen „Reichen-Club“ namens Paxpontes, um gem. seiner eigenen Bewerbung die Interessen wohlhabender Ausländer in Deutschland zu vertreten.

So viel kann man gar nicht bingen oder gar trinken! Da helfen wahrscheinlich tatsächlich nur noch die Social Media, um sich völlig und für immer aus dieser Welt zu verabschieden.

Was aber auf alle Fälle nicht helfen wird, das ist antidemokratische Parteien zu wählen. Wobei es tatsächlich auch noch demokratische Parteien gäbe, die weiterhin wählbar sind. Dazu müsste man sich aber erst einmal dem richtigen Leben stellen — aber das kann wehtun!

Todesstrafe

Wer sich nicht sicher ist, ob man nicht doch an der Todesstrafe festhalten oder diese gar wieder einführen sollte, der kann sich aktuell etwas näher mit dem Fall von Christa Pike beschäftigen. Bereits 1995 noch als Jugendliche wegen Mordes zum Tode verurteilt, verbrachte sie den größten Teil ihrer Strafe in Einzelhaft und dies in einem Gefängnistrakt, welcher extra für zum Tode Verurteilte gebaut wurde und unterhalten wird. Schon alleine damit dürfte die Kostenfrage als Begründung für eine Todesstrafe wegfallen.

Am 30. September 2026 wollte man die Todesstrafe nun endlich vollstrecken und hat es gleich zweimal so richtig versaut. Als sich die zum Tode Verurteilte weiterhin unter Schmerzen wand und auch nicht sterben wollte, schlug man sie nicht, wie manchmal vor Ort einfach tot, sondern verbrachte sie in ein Krankenhaus. Dort wurde sie wieder ins Leben zurückgeholt und als sie sich halbwegs von der Exekution erholt hatte, wieder zurück in Einzelhaft gebracht.

Nun wartet Christa Pike darauf, ob man sie demnächst noch einmal zu exekutieren versucht oder ob man sie nicht doch noch bis zu ihrem natürlichen Tode in Einzelhaft behält. Für letzteres spricht, dass es keinen weiteren Insassen in diesem Gefängnistrakt gibt und dieser dann nur noch so dastünde, einschließlich des dafür notwendigen Personals.

Es geht hier nicht darum, ob Christa Pike zurecht verurteilt wurde, sondern alleine darum, ob die Todesstrafe an sich eine gute Idee ist, und ganz besonders darum, ob man diese dann wie im Falle von Christa Pike regelrecht zelebrieren sollte. Übrigens, die Republikaner wollen nun die bestehenden Regelungen völlig fallen lassen und sämtliche Hinrichtungen der gesamten Welt im Internet zur Verfügung stellen.

Vermischtes

Die letzten Tage waren durch sehr gute Gespräche geprägt, wobei ein etwas jüngerer Zeitgenosse vorsichtig nachfragte, warum ich meine Rückblicke fünfstellig überschreibe — was bisher sicherlich nicht jedem Leser aufgefallen ist. Er konnte sich keinen Reim daraus machen und dachte eher an einen Fehler.

Nein, dies ist kein „Fehler“, sondern eine von mir ursprünglich spaßig gemeinte Fortführung der dramaqueenmäßigen Auswüchse im Zuge des Y2K-Bugs. Schnell musste ich feststellen, dass es Mitmenschen gibt, die das Ganze auch noch sehr ernst nehmen und dafür eine sehr gute eigene Website aufbauten. Dort verwendeten sie ebenfalls fünfstellige Jahreszahlen. Leider finde ich diese Website nun auf die Schnelle nicht mehr, bin mir aber sicher, dass ich sie bereits von meinem Blog aus verlinkt habe.

Was ich aber gefunden habe, das ist eine Website, die eine sehenswerte „Timeline of the Far Future“ zur Verfügung stellt. Auf alle Fälle aber wird mein Blog spätestens im Zuge meines eigenen Endes ins digitale Nirwana verschwinden; ergo, das mit der Fünfstelligkeit kann nicht wirklich ernst gemeint sein. Es freut mich aber, wenn es den einen oder anderen Leser zum Nachdenken verführt.

Das Käffchen zusammen mit Detlef Stern am Freitagmorgen war wieder einmal sehr entspannend und spannend zugleich — er hat das Wesentliche eigentlich schon gebloggt. Den Freitagabend beschlossen meine bessere Hälfte und ich bei einem gemeinsamen Abend mit Andreas und Walter, wobei ich danach doch noch eine ganze Weile gebingt habe. Spannend dabei war, dass ich zum letzten Mal mit Walter Mitte der 1980er-Jahre zusammen Abend gegessen habe, wobei ich mich plötzlich sowohl an den Ort als auch an das Menü erinnerte — Zeit und Raum sind schon sehr bemerkenswerte und spannende Konstrukte.

Der heutige Morgen begann mit dem europäischen Frühstück, welches sehr gut besucht war. Danach wütete ich noch ein klein wenig im Garten, bevor es heute Abend eine weitere Gesprächsrunde geben wird. Detlef Stern hat voll und ganz damit recht, dass das echte Leben nicht im Internet stattfindet. Wir könnten selbstverständlich darüber diskutieren, ob es überhaupt ein echtes Leben gibt oder gar geben kann. Wer die Existenz eines „echten“ Lebens abstreitet, dem wird es selbstverständlich völlig egal sein, ob er nur im Internet lebt.

Vic Fontaine hingegen wusste zumindest, dass er nicht echt ist — was ihm gegenüber uns allen einen sehr großen Vorteil verschaffte. Denny Crane fand sein ganz eigenes Workaround, nur wenn wir selbst von der Norm abweichen, haben wir eine Chance, um wenigstens ein klein wenig über unser eigenes begrenztes Raum-Zeit-Kontinuum hinauszuschauen.

Was Detlef Stern heute nicht erwähnte ist, dass wir auch über den Unterschied von unendlich und beliebig groß sprachen. Es sei hier der Vollständigkeit halber erwähnt.


Mädchen mit Europaflagge

EUROPA-UNION 5 (5)

Beitragsfoto: Mädchen mit Europaflagge | © Shutterstock

Ohne die Europa-Union Schweiz, welche sich bereits 1934 gründete, ist die Geschichte der EUROPA-UNION Baden-Württemberg nicht denkbar. Aufgrund bestehender gut nachbarschaftlicher Verhältnisse zur Schweiz war es den Menschen im heutigen Baden-Württemberg schon vor und während des Zweiten Weltkrieges bekannt, dass ihre Schweizer Nachbarn über ein föderales Europa und auch eine föderale Welt nachdachten. Zudem wurden deutsche Flüchtlinge Mitglied in der Europa-Union Schweiz.

Und so gründeten sich gleich nach dem Zweiten Weltkrieg, spätestens aber im Zuge der Gespräche in Bern und Hertenstein 1946 auch in den damals drei südwestdeutschen Landesteilen die Landesverbände Württemberg-Baden, Südbaden und Württemberg-Hohenzollern. Diese Landesverbände wurden teilweise aus bereits bestehenden EUROPA-UNIONen gebildet, wobei sich die EUROPA-UNION Württemberg-Baden anfangs in die fünf Bezirksgruppen Stuttgart, Ulm, Karlsruhe, Mannheim und Heilbronn sowie zusätzliche Kreisgruppen weiter untergliederte, die allesamt am 29. April 1947 von der US-amerikanischen Verwaltung die Zulassung als politische Organisation erhielten; deren erster Vorsitzender war Karl Steinhorst.

Vertreter aller drei südwestdeutschen Landesverbände nahmen bereits an den ersten Sitzungen und Versammlungen der am 9. Dezember 1946 in Syke offiziell gegründeten EUROPA-UNION Deutschland teil. Auch sahen sie sich von Anfang an als Teil der am 17. Dezember 1946 in Paris gegründeten Europäischen Union von Föderalisten, wobei sie sich bereits an beiden Kongressen in Montreux vom 17. bis 24. August 1947 beteiligten, noch bevor die EUROPA-UNION Deutschland offiziell Mitglied in der heutigen Union Europäischer Föderalisten wurde.

Geprägt waren die ersten Jahre der drei Landesverbände aber durch die teilweise sehr heftigen Auseinandersetzungen mit weiteren Europa-Verbänden und -gruppen, die im Laufe der Jahre dann mit der EUROPA-UNION fusionierten oder darin aufgingen. Dies führte sehr wahrscheinlich dazu, dass damit gleich von Beginn an und bis heute das Hertensteiner Programm vom 21. September 1946, offizielles Grundsatzprogramm der EUROPA-UNION Deutschland, zumindest teilweise von deren Mitgliedern infrage gestellt wird.

Auf europäische Ebene führte dies u. a. zur Trennung zwischen Welt- und Europäischen Föderalisten und zu einer langjährigen Trennung der Europäischen Föderalisten (1956-1973) selbst.

In Württemberg-Baden fusionierten bereits am 13. Dezember 1947 alle noch vorhanden Europa-Gruppen mit der EUROPA-UNION und wählten Wilhelm Keil zu ihrem ersten gemeinsamen Vorsitzenden. Dessen Nachfolger wurde 1949 Herrmann Veit.

Am 25. April 1952 fusionierten die drei südwestdeutschen Landesteile zum Bundesland Baden-Württemberg, was dazu führte, dass aus den drei EUROPA-UNION Landesverbänden Württemberg-Baden mit 1 300 Mitgliedern, dem Landesverband Südbaden mit 1 500 Mitgliedern und dem Landesverband Württemberg-Hohenzollern mit 200 Mitgliedern die EUROPA-UNION Baden-Württemberg wurde.

Dieter Roser, welcher bereits 1950 Landesvorsitzender der EUROPA-UNION Württemberg-Baden geworden war, wurde mit dem Zusammenschluss zur EUROPA-UNION Baden-Württemberg auch deren erster Landesvorsitzender.

Dieter Roser blieb bis 1975 im Amt, danach kamen Arved Deringer (1976), Eduard Adorno (1976-1980), Annemarie Griesinger (1980-1990), Heinz Eyrich (1990-1996), Erwin Vetter (1996-2001), Rainer Wieland (2001-2013) und Evelyne Gebhard (2013-dato).

Aktuell hat die EUROPA-UNION Baden-Württemberg 2 900 Mitglieder und konnte damit ihre Mitgliederzahl über die vergangenen Jahrzehnte stabil halten.