18.10.02026
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Moshpit
Man lernt nie aus! Heute laß ich erstaunt darüber, dass es die Sex Pistols noch gibt. Johnny Rottens „Pretty Vacant“ gefiel mir von Anfang an. Aber gleich danach war schon wieder Schluss mit lustig, nur eine LP und eine Majestätsbeleidigung später.
Nun aber schreibt der Spiegel, dass diese Gruppe einen Fan entfernte, weil dieser „Frauen nicht in Ruhe moshen ließ“. Wenn ich der Einzige hier bin, der nicht weiß, um was es dabei geht, dann muss ich doch einmal einen Arzt meines Vertrauens aufsuchen. Und so habe ich mal geguckt, was moshen eigentlich ist. Der Duden meint, dass man dabei zu Punk-, Techno- und Heavy-Metal-Musik auf charakteristische Weise u. a. mit Headbanging tanzt.
Und so wie in Synagogen und Moscheen auch, schafft man wohl nun auch bei Konzerten eigene Räume, wo Frauen und Menschen mit Einschränkungen für sich alleine moshen können. Und solch einen Raum nennt man Moshpit. Und auch die Sex Pistols hatten bei einem Konzert einen solchen Moshpit, wobei der Sänger Frank Carter meinte, dabei einen Mann im Moshpit zu erblicken.
In was für Zeiten leben wir heute eigentlich? Ok, wer heutzutage als Mann zu einem Sex Pistols Konzert geht, ist offensichtlich mindestens ein Vergewaltiger, wenn nicht gar schlimmer. Solch ein schlimmes Subjekt, dass die Veranstalter gezwungen sind, so wie bereits in Synagogen und Moscheen auch, ihre weiblichen Fans vor diesen Wüstlingen zu schützen.
In künftigen Kriegen sieht das Kriegsvölkerrecht bestimmt bald ebenfalls Moshpits vor, spezielle Kriegsschauplätze, wo sich nur Frauen und Menschen mit Einschränkungen gegenseitig massakrieren dürfen.
Emanzipation ginge zumindest meinem Verständnis nach anders. Jeder Mensch müsste sich eigentlich sogar nackig mitten auf den Marktplatz stellen können, ohne dass er sich dabei um seine eigene Unversehrtheit Sorgen machen muss! Schutzzonen egal welcher Art sind ein Armutszeugnis für jede offene Gesellschaft!
Und bei solchen Fans wäre es für die Sex Pistols sicherlich besser gewesen, wenn sie in der Versenkung verschwunden geblieben wären.
Vermischtes
Das Käffchen am Freitag fiel aus, was Detlef Stern in seinem Blog-Beitrag eine eigene Erwähnung wert war. Ab und zu wird auch eine gute Gewohnheit durch das echte Leben gestört.
Vor Kurzem bekam ich eine E-Mail von der CDU, was nicht sehr oft vorkommt. Und dann kannte ich auch noch den Absender. Es kam mir dennoch etwas Spanisch vor, aber die Neugierde hat obsiegt. Bis ich feststellen musste, dass es sich hierbei um einen Betrugsversuch handelt.
Kurz darauf bekam ich noch eine E-Mail von einem beauftragten IT-Fachmann und eine weitere von der betroffenen CDU-Sektion zugeschickt. Zum Schluss gab es dann auch noch ein paar entsprechende Beiträge in den Medien, weil angeblich neben mir auch noch der Bundeskanzler dieselbe E-Mail erhalten haben soll.
Jetzt frage ich mich tatsächlich, ob dies nicht eine neue Art von Werbung ist. So oft war die lokale CDU schon lange nicht mehr in den Medien — und dies auch noch ganz ohne Kebab.
Am Wochenende konnte ich leider nicht am Europa-Kegeln teilnehmen, wurde aber über den Verlauf sowie über das Ergebnis auf dem Laufenden gehalten — der Dank geht an Franz Schirm.
Dafür wurde ich heute noch am späten Abend ein paar Quitten los. Eigentlich wollte ich damit bei einem samstäglichen Brennen meinen eigenen Quittenschnaps produzieren, welches allerdings ausfiel, weil meine Enkelin zu Besuch kam. Hätte die Mutter sicherlich nicht für gut befunden, wenn ich deren Tochter mit zum Brennen nehme.
Bevor ich die neue „Landesregierung“ in Berlin kritisiere, muss ich erst einmal gucken, was diese Politiker aus dieser Stadt so machen. Schlimmer kann es eigentlich kaum noch werden, denn die letzten Jahrzehnte haben sämtliche Verantwortliche dieses Möchtegernbundesland ruiniert. Dennoch, Antisemitismus, egal von wem, geht überhaupt schon einmal nicht! Und zum geplanten Verstaatlichen der Wohnungen nur so viel: die letzte linke Regierung hat sich selbst daran gesund gestoßen, als sie die landeseigenen Wohnungen an ein paar gute Bekannte verscherbelte. Korruption ist die einzige Konstante in Berlin und dies bereits seit Kaiserzeiten — über sämtliche Ideologien und sexuelle Neigungen hinweg.
Designproblem
Thomas Michl macht sich wieder einmal über unsere Bürokratie Gedanken (13.10.2026). Er meint dabei, dass diese kein Quantitätsproblem hätte und hält sie einfach nur für schlecht designed. Er wusste es schon beim Schreiben, dass ich dies nicht völlig unkommentiert lassen kann. Schon alleine deshalb weil er ein Quantitätsproblem von vornherein ausschließt.
Seit ich denken kann spricht man vom Selbsterhalt einer jeden Bürokratie, einmal geschaffen benötigt diese nur noch sich selbst. Man könnte fast an ein Perpetuum Mobile glauben, wenn die Bürokratie nicht von Anfang an vom ganzen Rest am Leben erhalten werden müsste.
Ursprünglich wurde die Bürokratie tatsächlich geschaffen, um uns allen das Zusammenarbeiten zu erleichtern. Und tatsächlich, eine qualitativ gut aufgestellte Bürokratie erfüllt ihren Zweck und ist ohne Wenn und Aber auch das Geld wert, das man dafür aufwenden muss!
Neben dem Selbsterhalt einer jeden Bürokratie ist allerdings ein weiteres und viel gravierenderes Phänomen zu beobachten, wobei man hierbei sicherlich von einem „Designproblem“ sprechen kann. Die Höhe der Entlohnung von Bürokraten orientiert sich wesentlich an zwei Dingen, ersten der Anzahl der eigenen Mitarbeiter und zweitens an den Kosten, die die jeweilige Bürokratie verursacht.
Damit hat sich die Bürokratie über die vergangenen Jahrzehnte so angedickt, dass es immer schwieriger wird, jene Mitarbeiter zu koordinieren, die man für die tatsächlichen Aufgaben benötigt.
Ich erinnere mich noch gut daran, wie sich Anfang der 1990er-Jahre die Computer am Arbeitsplatz durchzusetzen begannen. Was im meinem Bereich zur Folge hatte, dass wir alle nun ganz offensichtlich unnötig gewordenen Arbeitskräfte bei uns freisetzen konnten; dies führte sofort zu einer messbaren Leistungssteigerung.
Das Problem dabei, der Staat hatte nun sehr viele unnötige Arbeitskräfte, die er dennoch versorgen musste. Und dies führte nun dazu, dass wir diese und dazu auch noch weitere Mitarbeiter wieder bei uns eingliedern mussten. Noch schwieriger wurde es, da wir für diese nun ganz neue Aufgaben und Tätigkeiten finden mussten, welche unsere Gesamtleistung noch hinter den Status quo ante zurückführten!
Versuche, diese unnötigen Mitarbeiter einfach nur dumm rumsitzen zu lassen, wurden uns allesamt aus arbeitsrechtlichen Gründen untersagt. Damals lernte ich, dass ein Arbeitnehmer das Recht auf Bespassung hat.
Jede Bürokratie, die ein Qualitätsproblem von vornherein ausschließt, ist zum Scheitern verurteilt! Eine Bürokratie kann nur dann wirklich Sinn machen und ihre ureigenen Aufgaben erledigen, wenn diese qualitativ besser aufgestellt ist als der Rest des Ganzen.
Jede Bürokratie muss hingegen scheitern, sobald sie zur Auffangstelle für Scheinarbeiter wird. Scheinarbeit in Bürokratie auszulagern ist der Tod für jeden, egal ob Staat oder Firma — funktioniert der Rest gut, ist dieser Tod eher schleichend, schwächelt er hingegen, stirbt das Gesamtsystem sehr schnell.
In den 1990er-Jahren haben wir allesamt die falschen Konsequenzen aus dem technischen Fortschritt gezogen und wir müssen nun sehr gut aufpassen, dass wir diesen Fehler nicht mit dem Einzug von künstlicher Intelligenz wiederholen.
Dieses Mal haben wir die Chance zudem fast den gesamten Bereich der Sachbearbeiter in den Verwaltungen freizusetzen, die nichts anderes machen, für was heute schon jede KI wesentlich besser geeignet ist: vorgegebene Routinen völlig stumpf abzuarbeiten.
Und wir müssen dabei wirklich nicht zimperlich sein, denn schon heute kann Bürokratie kaum noch zwischen Situation und Konstellation unterscheiden (kleiner Insider). Künftige Ki könnte hierbei sogar eine wesentliche Qualitätssteigerung mit sich bringen.
Insofern stimme ich mit Thomas Michl darin überein, wenn er fordert „Qualität in den Fokus [zu] stellen und alles weg[zu]lassen, was dem Ergebnis nicht dient“. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und ergänze die vielen völlig unnötigen Mitarbeiter, die nur beschäftigt sein wollen, sogar werden müssen und einzig und allein dem Selbsterhalt der Bürokratie dienen.
Ich behaupte sogar, dass der größte Teil der Formulare und Vorschriften in Bürokratien reiner Selbstzweck sind und alle anderen völlig unnötig belasten, wenn nicht gar drangsalieren.
Thomas Michl sieht drei eigentliche Punkte, die einer Qualitätsbürokratie entgegenstehen, nämlich „Verdopplung statt Koordination, Regelungsdichte statt Regelungsqualität und eine fehlende Wirkungskontrolle.“
Für mich sind diese Punkte einzig und allein das Produkt einer Bürokratie, die Quantität immer vor Qualität stellt. Eine schlanke Bürokratie mit halbwegs intelligenten Mitarbeitern könnte sich solch einen Firlefanz nie und nimmer leisten.
Und im Falle, dass wir keine ausreichend qualifizierten Mitarbeiter in der Bürokratie mehr gewinnen können, hülfe es, wenn wir diese so stark ausdünnen, dass den verbliebenen Mitarbeitern nichts mehr anderes übrig bleibt als sich auf die wesentlichen Punkte ihrer eigentlichen Aufgaben zu beschränken.
Auch für die Bürokratie gilt der folgende Merksatz. So viel Bürokratie und Bürokraten wie nötig und so wenig davon wie möglich!

