Schachfiguren

25.10.02026 5 (3)

Beitragsfoto: Schachfiguren | © Steve Buissinne auf Pixabay

Google Maps

Zugegeben, ich nutze diesen Service sehr gerne. Die Möglichkeit, dort Kommentare zu hinterlassen, fand ich aber für mich weniger interessant. Mir genügte es vollkommen, dass ich unseren Verein oder andere meiner Unternehmungen dort eintragen kann. Anfangs dachte ich vielleicht sogar noch daran, dass dies hilfreich sein könnte. In meinen Fällen ist dies allerdings bis heute nicht der Fall.

Einzig im Falle der „Europa-Union Heilbronn e. V.“ konnte ich bis heute einen Kommentar generieren — der Dank geht dabei an Semin Bristina.

Seit unserer letzten Fahrt nach Florenz hat sich zwischen Semin Bristina und mir ein kleiner Wettstreit entwickelt, darüber wer die meisten Kommentarpunkte für Lokalitäten erhält. Inzwischen dürfte ich uneinholbar abgeschlagen sein. Was mich dennoch nicht aufgeben lässt!

Dieses Wochenende haben wir unsere Ergebnisse einmal verglichen und dabei festgestellt, dass ich zumindest einen kleinen Sieg errungen habe, denn die Aufrufzahlen meiner Kommentare sind höher.

Was ich dabei aber auch festgestellt habe ist, dass Semin Bristina für seine Kommentare grundsätzlich mehr Punkte erhält als ich. Nach den Richtlinien von Google dürfte dies eigentlich nicht der Fall sein. Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob ich dafür einmal eine Erklärung finden kann.

Nur der Vollständigkeit halber, mit Leonhard Reinwald gab es zwei Schachpartien, beide habe ich haushoch verloren. Die Erklärung dafür ist einfach, denn meine besten Zeiten liegen schon lange hinter mir.

Migration

Über Migration habe ich hier schon viel geschrieben. Bei uns wird die Migration meistens nur dann thematisiert, wenn Menschen in unser Land einwandern und dabei keine Vermögen mitbringen oder auch nur keine Sexsymbole oder Bundesligafußballer sind.

Unser Neid gilt meistens jenen, die, tatsächlich oder auch nicht, nur wegen unseres einzigartigen Sozialsystems zu uns kommen. Viel zu selten wird dabei anerkannt, dass unser einzig und alleine auf Wachstum ausgelegtes Wirtschaftsmodell ohne eine Zuwanderung, egal ob qualifiziert oder nicht (!), kollabieren muss.

Manchmal wird noch thematisiert, dass unsere systemrelevanten Personen gerne selbst ins Ausland abwandern, weil sie zwar gerne Transferzahlungen erhalten aber keine Steuern zahlen möchten. Als positiv wird es dann berichtet, wenn solche Superdeutschen wieder nach Deutschland zurücksiedeln, weil ihnen unsere Regierung Steuerfreiheit zugesichert hat.

Eine Erwähnung ist es aber auf alle Fälle wert, wenn nun wie in der FAZ Sebastian Balzter und
Stefan Walter (25.10.2026, 17:54 Uhr) darüber berichten, dass die Jugend Deutschland verlässt. Wobei der Brain Train noch nie eine Einbahnstraße war und leistungsstarke Deutsche schon immer in Länder auswandern, wo sie sich noch gefordert und gefördert fühlen.

Ein wenig öfters sollten wir uns allerdings daran erinnern, dass wir Deutschen in Zeiten, in denen es uns hier wirtschaftlich schlecht ging oder wir politisch verfolgt wurden, sehr gerne auswanderten und meistens auch in der neuen Heimat willkommen geheißen wurden.

Vermischtes

Am Wochenende gab es zahlreiche und sehr gute Gespräche mit alten Bekannten und so manchen Freunden. Es war auch mal wieder nett mit Menschen von der Küste und küstennahen Föderalisten zu sprechen. Seit ich nicht mehr im Norden wohne, haben sich diese Gespräche doch etwas ausgedünnt. Was übrigens einmal meine Motivation war, um soziale Medien zu entwickeln bzw. später kommerzielle Lösungen zu nutzen.

Ohne eine ganz persönliche Verbindung entwickeln sich diese allerdings sehr schnell zu asozialen Medien. Hierin bin ich zumindest mit Detlef Stern einer Meinung. Wenn man die Social Media als menschliche Kommunikationsform retten möchte, dann muss man eine Art Totmannknopf wie bei der Bahn einführen, der alle Kontakte, Friends oder Follower löscht, wenn man diese nicht innerhalb von spätestens drei Monaten persönlich getroffen und gesprochen hat, und zudem keine Verknüpfungen mit Menschen erlaubt, die man nicht persönlich kennt.

Wir Menschen sind einfach für bestimmte Dinge nicht gemacht, der mündige Bürger, Kommunismus oder Social Media funktionieren mit uns einfach nicht. Die Konzepte mögen vielleicht sogar stimmig sein, deren Umsetzung ist mit uns Menschen aber nicht machbar.

Wann sind die von Volkswagen eigentlich so ganz falsch abgebogen? Vielleicht hängt es aber auch mit deren Herkunft zusammen. Auf alle Fälle aber hat mit Audi-Chef Gernot Döllner wieder einmal ein VW-Bonze den Vogel abgeschossen, indem er so ganz kurz einmal Wahlkampf für Donald Trump betreibt. Wenn man sich noch daran erinnert wie die VW-Bonzen in Südamerika (nur ein Stichwort: Fazenda Vale do Rio Cristalino) gewütet haben, dann wundert das nicht einmal mehr. — Wir beklagen uns lieber über Tesla.

Es ist mir ganz arg, dass am Wochenende Christof Hirt, den ich noch als Kreisvorsitzenden von Hammelburg in sehr guter Erinnerung und mit dem ich mich auf Bundeskongressen immer bestens unterhalten habe, mit mir sprechen wollte, und ich es nicht mitbekam. Edgar Hirt war schon immer ein Kreisvorsitzender, den ich mir gerne zum Vorbild nahm und dessen Mitgliederzahlen ich wohl nie erreichen werde.


Altes Rathaus

Föderalismus 5 (5)

Beitragsfoto: Altes Rathaus

Föderalismus ist ähnlich wie die Demokratie ein sehr umfassender Begriff. Und wie ich es in den letzten Jahrzehnten erleben durfte, kann man sich schneller auf ein gemeinsames Verständnis über Demokratie einigen als übereinzustimmen, welche Art von Föderalismus man eigentlich selber leben möchte. Ich habe mich vor etwa 20 Jahren für den Kommunalismus entschieden und versucht, diesen auch in unserem Verband wieder hoffähig zu machen. Spannend dabei, dass sich die UEF bereits 1947 mehrheitlich auf diese Art von Föderalismus entschieden hatte. Das Problem dabei, warum sich dieses Modell bei uns dann doch nicht durchsetzen konnte, durfte ich später ganz exemplarisch bei einer Vortragsreihe über den Kommunalismus erleben. Bei einer größeren Gewerkschaft konnte ich einmal diese Föderalismusart vorstellen; die Gewerkschafter waren allesamt begeistert, bis deren Bosse feststellten, dass der Kommunalismus unnötige Strukturen völlig obsolet macht. Und schon war für diese Menschen der Kommunalismus reines Teufelszeug.

Dieser Selbsterhalt unnötiger Strukturen ist es dann auch, der alle Verbände immer wieder schwächt — selbstverständlich ist dies nicht der einzige Grund. Die Stärke des Föderalismus ist es aber auch immer wieder, wenn Verbände oder Gemeinschaften aufgrund mangelhafter Strukturen in sich zusammenbrechen, dass sich stärkere Teile erhalten und erneut zusammenfügen können. Föderale Modelle sind hier den zentralistischen Modellen immer weit überlegen.

Meine Erfahrung im Verband zeigt, dass je weiter Strukturen von der Basis entfernt sind, umso mehr neigen sie zum Zentralismus. Und dabei ganz besonders jene Mitglieder, die nie selbst an der Basis unseres Verbandes zu Hause waren. Ich nenne diese Menschen gerne Berufsföderalisten. Gerade auch heute drängen diese Menschen in die höchsten Verbandstrukturen und sollte man sie doch einmal an der Basis finden, schaden sie dort nur und sorgen beständig für Unruhe.

Bundeskongresse sind für mich immer wieder ein guter Überblick, wie gesund unser Verband aktuell aufgestellt ist. Ich gucke dabei gerne auf die Anzahl der anwesenden Berufsföderalisten und stelle sie der Anzahl der anwesenden Kreisvorsitzenden gegenüber. Sind die Kreisvorsitzenden in der Mehrheit, dann wächst und gedeiht unser Verband, sind die Berufsföderalisten in der Mehrheit, sinken die Mitgliederzahlen und man streitet sich meist nur noch über organisatorische Dinge.

Aktuell ist die zentrale Mitgliederverwaltung wieder einmal das Thema. Völlig unnötig, aber damals mit dem Totschlagargument eingeführt, weil es Landes- und Kreisverbände gibt, die selbst nicht lebensfähig sind. Auch interessant dabei, dass die Berufsföderalisten gerade aus diesen Verbänden in die Bundes- und Europaebene drängen.

Und zum Schluss dann noch mein Ceterum censeo, das Thema Berufsjugendliche. Auch dort ist es signifikant, unabhängig davon, dass ein inklusiver Verband weder eigene Alten- noch Jugendverbände benötigt, nämlich die Diskrepanz zwischen jenen, die sich ausschließlich selbst promoten und jenen, die tatsächlich an der Basis Grundlagenarbeit leisten wollen und vor allem auch können.

Und wie in jedem anderen föderalen Verband auch, der Verband steht und fällt mit seiner eigenen Basis. Dort wo die Orts-, Stadt- und Kreisverbände gut aufgestellt sind, ist die Welt noch in Ordnung. Dort wo nicht, schwätzen die Berufsföderalisten darüber, was man so alles machen könne, wenn man nicht selbst auf höchster Ebene mit dem Retten der Welt beschäftigt wäre.

Und dies völlig unabhängig von Geschlecht, Alter oder regionaler Herkunft!


Königswinter

Bundeskongress 5 (7)

Beitragsfoto: Königswinter

Alle Jahre wieder findet ein Bundeskongress der EUROPA-UNION statt und nun bereits zum 69. Mal. Seit dem 51. Bundeskongress, der damals in Potsdam stattfand und von unserem Wohnort Stettin aus sehr gut zu erreichen war, sind meine bessere Hälfte und ich ein Teil davon.

Dieses Mal kommen allerdings und dies zum ersten Mal in der Kongressgeschichte gleich fünf Delegierte von der EUROPA-UNION Heilbronn. Neben den beiden stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Vassilios Vadokas und Leonhard Reinwald ist auch noch Semin Bristina mit dabei. Erfreulich, dass auch Jan-Philipp Scheu wieder mit dabei ist, leider aber musste Reiner Wichels kurzfristig absagen und so wird es wohl mit unserem inzwischen traditionellen kulinarischen Ausbrechen nichts. Dabei hatte ich mich schon auf einen Besuch des Petersbergs gefreut. Aber auch der Abend im Alten Rathaus wird Erinnerungen wecken.

Die Idee den Bundeskongress im erweiterten Bonn stattfinden zu lassen hat etwas, gerade in Zeiten, wo sehr viele mit Wehmut an die Bonner Republik zurückdenken. Allerdings etwas anders als im Osten, wo man mit größtem Eifer die DDR wieder auferstehen lassen möchte; die Ruinen haben wir Westdeutsche dort inzwischen größtenteils abgeräumt.

Ehrenamtlich und auch beruflich war ich seit den 1970er-Jahren regelmäßig in diesem Raum und erinnere mich auch noch an meine letzten Pendelflüge morgens von Berlin aus nach Köln und abends wieder zurück. Und so war für mich schon die gemeinsame Fahrt in einem Auto und im Anschluss die Unterkunft eine kleine Zeitreise in die 1980er-Jahre. Nach einem kurzen Spaziergang am Rhein konnten wir unseren Teil der Tagungsstätte im Helmut Kohl Konferenzsaal einrichten und nach einem gemeinsamen Abendessen den Abend in der „Bonner Republik“ ausklingen lassen. Ein schöner Kongressbeginn.

Erstmals wird die Organisation des Bundeskongresses von der neuen Bundesgeschäftsführerin Sandra Schumacher verantwortet, die ebenfalls aus Baden-Württemberg kommt. Insgesamt ist dieser Kongress ein entspannter, selbst die üblichen Dringlichkeitsanträge lassen eine Dringlichkeit vermissen. Und an Wahlen gibt es nur die Delegierten zum kommenden UEF-Kongress zu wählen. Meine Meinung hierzu habe ich bereits vor gut 20 Jahren geäußert und diese hat sich in all den Jahren auch nicht verändert — genau so wenig wie die diesbezüglichen Umstände.

Unsere Delegation aus Baden-Württemberg ist nun fast vollständig vor Ort und kann sich durchaus sehen lassen, u. a. mit der amtierenden Präsidentin, der Landesvorsitzenden, der Bundesgeschäftsführerin, der Landesgeschäftsführerin und vier Kreisvorsitzenden.

Aber auch lange Weggefährten aus den anderen Landes- und Kreisverbänden stimmen mich sehr zuversichtlich. Die üblichen Querulanten und Selbstdarsteller muss man dabei einfach mögen. In den letzten Jahren habe ich schon viele davon kommen und wieder gehen sehen, kein einziger hat dabei Spuren hinterlassen.

Nun aber gilt es, den ersten Reden zu lauschen, dann aber geht es in zahlreiche und sehr interessante Side Talks. Denn ein Bundeskongress dient in erster Linie dazu, dass sich die Verantwortlichen und Akteure der Verbandsbasis untereinander austauschen können und mit neuen Ideen und neuem Schwung in ihre Kreisverbände zurückkehren.

Ein solcher Side Talk machte mich heute Morgen bereits auf Zonta International aufmerksam, im wahrsten Sinne des Wortes eine Schwesterorganisation unseres Verbandes. Shame on me, ich kannte diese Organisation bisher noch nicht und erfahre nun, dass sogar bei uns in Heilbronn eine solche Gruppe existiert.