MacBook

28.8.02026 5 (4)

Beitragsfoto: MacBook | © Gerd Altmann auf Pixabay 

Vermischtes

Sehr gefreut hat es mich, dass ein Leser mein vorab angekündigtes Wortspiel von gestern nicht nur richtig verstanden, sondern mir auch entsprechendes Feedback gegeben hat. Da es sich um eines mit Lokalbezug handelte, hatte ich auch nicht viel mehr Reaktionen erwartet.

Erfreulich auch, dass ein Leser Paul Hegelmaier nachgeschlagen hat und spannend, dass er diesen nun mit Boris Palmer vergleicht. Wobei ich finde, dass das Remstal dem Hegelmaier überhaupt nicht gerecht wird. Wer aus Berlin heraus seine Geschäfte in Heilbronn erledigen kann, für den ist nicht nur das Remstal, sondern auch das Unterland viel zu eng.

Kurz vor Beenden dieses Blog-Beitrags wurde ich darüber informiert, dass einer meiner Totholzhaufen den Regen nicht überstand. Wohl weil ich im Frühjahr nachgelegt hatte war er anscheinend zur kopflastig. Da auch noch ein Baum den größten Ast verloren hat, wurde es eine kombinierte Aktion. Das Ganze sieht nun nicht mehr so hübsch wie vorher aus, dürfte aber bis zum nächsten Jahr stehen bleiben. Die Mäuse im Haufen waren zumindest mit meiner Aktion zufrieden, denn sie liefen kurz darauf im Haufen hin und her.

Nun ist aber wirklich Schluss für heute, mein Posteingang wartet und meine Timeline sagt mir, dass auch andere Blogger fleißig waren.

Rundschreiben

Zwischen Tür und Angel konnte ich auch noch mein monatlichen Rundschreiben unter die Menschen bringen, zeitgleich finalisierte Franz Schirm unsere Fahrt nach Budapest. Und auch die Fahrt nach Sarajewo ist in trockenen Tüchern; der Dank geht dabei an Semin Bristina.

Aktuell haben 44 % der Empfänger das Rundschreiben angeklickt, was unter dem Durchschnitt liegt und von mir unter Urlaubszeit abgebucht wird. Für die Blog-Leser, die mein Rundschreiben nicht abonnieren (kleiner Insider), stelle ich einen Auszug zur Verfügung.

So langsam neigt sich auch ein sehr warmer Sommer seinem Ende zu. Der menschengemachte Klimawandel kommt nun so richtig in Fahrt. Und auch das politische Klima wird immer rauer. Einen ersten Geschmack davon dürfen wir uns gleich am Sonntag, 6. September 2026 in Sachsen-Anhalt machen. Was sich sicherlich auch auf die Kommunalwahl in Niedersachsen am 13. September 2026 auswirken wird. Ganz zu schweigen von den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026. …

Die kommenden September werden noch viel heißer als der diesjährige, wohl aber kaum so spannend. Bereits am Dienstag, 1. September 2026 um 19.00 Uhr werden wir die Diskussion beim Europastammtisch im Lo Stadio starten. Zudem besteht am Samstag, 5. September um 10.00 Uhr die Möglichkeit die Diskussion beim Europäischen Frühstück auszuweiten. Gerne stelle ich hierbei die acht Gesprächskreise der Hertensteiner Gespräche vor. 

Passend auch die Podiumsdiskussion der Hertensteiner Gespräche, wobei das Thema Gesellschaftliche Resilienz als Europas erste Verteidigungslinie: Wie wir hybriden Angriffen begegnen sehr gut auch die Entwicklungen in den neuen Bundesländern abdecken kann. Jüngst konnte man in den Medien lesen, dass Magnus Brechtken vorschlug, wütende Ostdeutsche an ein paar historische Fakten zu erinnern. Ein Thema, das wir bereits seit den ersten Hertensteiner Gesprächen thematisieren. Wobei ich davon ausgehe, dass man sämtliche Menschen immer wieder an Fakten und gerne auch an historische erinnern sollte.

Aufmerksamkeit

Heute auch ein Thema beim freitäglichen Kaffeehausgespräch mit Detlef Stern. Je mehr wir Menschen werden, umso schwieriger ist es für uns alle noch die Aufmerksamkeit zu bekommen, die wir gerne hätten. Jene, denen dies nicht so ganz wichtig ist, die sind eindeutig im Vorteil. All jene, die davon nicht genug bekommen, dürfte man inzwischen auf TikTok und Instagram finden — wohl ohne eine einzige Ausnahme, zumindest bei uns Deutschen.

Und was machen Menschen nicht alles, um ein wenig Aufmerksamkeit zu erregen. In meiner Schulzeit entblösten sich Mitschüler rein zufällig vor der gesamten Klasse während die härtesten Zeitgenossen dann doch schon an einen Elektrozaun pinkeln mussten. Die Dümmsten unter uns stiegen auf irgendwelche Waggons, nur um festzustellen, dass Oberleitungen tatsächlich Strom führen.

Im Vergleich zu heute waren wir die reinsten Waschlappen, wobei das auf Züge steigen noch heute sehr gerne genommen wird. Inzwischen ist das Ganze bereits so aus dem Ruder gelaufen, dass man bereits ein klein wenig Aufmerksamkeit erzielt, wenn man kein Tattoo oder Piercing hat.

Und deshalb gibt es die Social Media und dies am besten kombiniert mit völlig sinnlosen Reisen, was den Neideffekt der Nachbarn noch ganz gut mit einbezieht — wirklich alles alleine nur für ein wenig Aufmerksamkeit.

Schlimm, dass es den Menschen immer weniger um die Aufmerksamkeit von jenen geht, die in ihrer unmittelbaren Nähe leben oder für die sie sich sogar interessieren könnten, sondern es geht gleich um die Aufmerksamkeit von Millionen von Menschen, die sie niemals selber kennenlernen werden können!

Schön für jemanden, wenn er sich nicht gerade beruflich bedingt am Nordkap aufhalten kann. Meine Frage wäre dabei, für was überhaupt und was hat er dann dort gemacht? Ich kenne die Antwort bereits: TikTok-Videos. Früher™ hat man noch Fotos und Dias gemacht, nur um die eigene Familie ein Jahr lang damit zu terrorisieren. Die Profis zeigten dabei erst die Bilder und hinterher mussten man dann auch noch zu einem Dia-Abend anrücken. Und wenn man außer Familie und Freunden jemand beeindrucken wollte, dann stellte man sich einen gebrauchten Benz vors Haus oder in die Straße — das war es aber auch schon.

The New Yorker ist eine von mir schon immer sehr gern gelesene Zeitschrift, für die man allerdings sehr viel Zeit opfern muss, ähnlich wie früher einmal bei der Zeit. Dafür bekommt man aber auch, zumindest noch beim New Yorker, Qualitätsjournalismus. Und diese Journalisten stellen ganz gute Fragen. Eine implizite Frage dabei ist, warum machen Menschen so etwas überhaupt?

Man stellt sich auf einen Stein, wohl weil dort bereits Hunderttausende von anderen Menschen gestanden haben. Und dann stellt man davon auch noch ein Bild ins Internet, welches nun neben Hunderttausenden gleicher Fotos stehen wird. Karl Valentin brachte es vor Jahrzehnten bereits wie folgt auf den Punkt: Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen. Damit dürfte dieses menschliche Bedürfnis, welches eigentlich den Lemmingen nachgesagt wird, schon immer bestanden haben.

Aber es bleibt weiterhin die Frage, warum wollen Menschen heutzutage gleich die Aufmerksamkeit von der gesamten Welt? Vielleicht auch nur, weil sie die Aufmerksamkeit von einer einzigen Person nicht ertragen können.


Auszeit

27.8.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Auszeit | © Shutterstock

Vermischtes

Heute musste ich den Kopf frei bekommen und zog so noch ein paar Runden in der Neckarhalde; der Aufenthalt dort heute ohne Tadel — könnte ich nach gut 12 Jahren wieder zurück in Heilbronn noch schwimmen, wäre es sogar ein Genuss geworden.

Die Rückfahrt fand mit dem Auto statt, da es mehr Termine als Tag gibt. Meine bessere Hälfte hielt an einer Ampel, um einem Fußgänger regelgerecht das Überqueren des Zebrastreifens zu ermöglichen. Was den Taxi Nr. 98 dazu bewog, seiner Hupe freien Lauf zu lassen. Ich gehe einmal nicht davon aus, dass er mit meiner besseren Hälfte flirten wollte. Und da er mich dann doch noch erblickte, hat er ihr auf alle Fälle keine Schläge angedroht.

Die Busfahrer der Linie 10, insbesondere in der Wollhausstraße, achten schon länger nicht mehr so richtig auf uns Fußgänger. Ich bin gewarnt, sonst wäre ich heute Morgen dort auf dem Zebrastreifen überrollt worden. Wenn so ein Stadtbus einmal in Fahrt ist, dann muss er wohl Strecke machen und da stören die Zebrastreifen in der Wollhausstraße einfach.

Unsere Gesellschaft verroht immer weiter, was nicht ursächlich an den Neubürgern festzumachen ist, sondern an der Tatsache, dass dumme Menschen in einer Demokratie sehr schwer zu erziehen sind. Da hilft es auch nicht, dass man ihnen Führerscheine und Schulabschlüsse schenkt.

Und da Detlef Stern jüngst ein paar nette Wortspiele ins Netz stellte, hab ich auch eines — wahrscheinlich viel zu schräg für meine Leser, aber dennoch: heute haben wir statt Blockwarten Blogwarte und unsere deutsche Welt ist wieder völlig in Ordnung.

Amtsgericht

Hätte ich in den letzten Monaten nicht viel zu viele Gerichts- und Rechtsanwaltschreiben in meinem Briefkasten, wäre mir wohl das heutige Schreiben des Amtsgerichts Hünfeld nicht zugestellt worden. Einfach nur, weil meine Adresse auf der förmlichen Zustellung nicht stimmt. Die Postboten in meinem Umfeld sind lernfähig und so hat sich die Anzahl der Briefe, die ich wieder in Briefkästen werfen muss, da falsch adressiert, merklich verringert. Aber Postboten denken auch mit und so dachte sich der heutige, dass ein weiteres Gerichtsschreiben schon passen würde.

Und meine Neugierde war geweckt, da ich aktuell mit einem Landgericht mehr zu tun habe als es mir lieb ist. Für die Laien unter uns, die Mitarbeiter eines Landgerichts sind in der Lage, um die richtige Adresse eines Beklagten festzustellen und auf das Anschreiben zu setzen. Was man von einem Amtsgericht nicht behaupten kann, zumindest nicht vom Amtsgericht Hünfeld.

Wer oder was ist überhaupt Hünfeld? Ich hab es für meine Leser gegoogelt: „Hünfeld ist eine Kleinstadt im osthessischen Landkreis Fulda. Sie trägt seit dem 11. Juli 2006 die amtliche Zusatzbezeichnung Konrad-Zuse-Stadt, nach dem Erfinder des ersten funktionstüchtigen Computers, dessen Wahlheimat Hünfeld war.“ (Wikipedia). Ok, dort möchte ich auf alle Fälle nicht tot über den Zaun hängen, und schon gar nicht im dortigen Amtsgericht.

Das alles half mir nun auch nicht weiter, also öffnete ich den Brief und fand darin einen Mahnbescheid vom 24. August 2026 aufgrund eines Antrags mit einer Geschäftsnummer. Anscheinend macht ein Antragsteller folgenden Anspruch geltend: Unerlaubte Nutzung geschützter Werke aus dem Repertoire des Antragstellers gem. Schreiben PIX-CPA-xxxxx vom 11. März 2026. Die Hauptforderung beläuft sich auf 140 Euro (!) und ich solle 419,66 Euro mit zusätzlichen Zinsen zahlen.

Ok, den Antragsteller habe ich dann sogar gefunden: dpa Picture-Alliance Gesellschaft mbH. Und ich dachte, ich kenne die Fotoanbieter bereits, da ich als Blogger bei vielen zahlender Kunde bin — schon alleine, um nicht durch Abmahnschreiben belästigt zu werden. Also, wer oder was ist die Picture-Alliance Gesellschaft? Ich habe diese Firma tatsächlich gefunden. Was mir nun auch nicht weiterhilft, denn das im Mahnschreiben aufgeführte Schreiben PIX-CPA-xxxxx ist nirgends zu finden. Aber dann der beruhigende Hinweis, dass künftig das Amtsgericht Stuttgart für mich zuständig sei, warum auch immer — Mystik deutscher Justiz. Und die können mir dann vielleicht sogar weiterhelfen, denn bisher kann ich mit den mir bereitgestellten Informationen nur spekulieren und in Erinnerungen schwelgen. Auf alle Fälle aber lenkt es mich heute vom Ernst des Lebens etwas ab.

In meinem Leben war ich in Deutschland meines Wissens bisher nur zweimal vor Gericht, was sich seit diesem Jahr nun völlig verändert — auch Rechtsanwälte müssen leben, sonst werden diese Politiker oder kommen gleich ganz auf die falsche Bahn, z. B. als Abmahnanwälte. Das erste Mal war es ein Mordprozess, wobei ich diesen ganz gut überstand. Das zweite Mal und dies ist hier im Blog auch dokumentiert, machte man mir ein Namensrecht streitig. Aktuell geht es wieder einmal um etwas Existentielles und das kann echt nerven, zumal man vor Gericht wie auch auf hoher See alleine seinem Schicksal überlassen bleibt.

Apropos 140 Euro, das ist wie bei der Stadtverwaltung, wenn ich mal angeblich zu schnell gefahren bin oder falsch geparkt habe. Sie schreiben mir und ich zahle, weil es mir weiteren Ärger erspart und ich auch nicht vor dem Heilbronner Amtsgericht landen möchte.

Und so spekuliere ich einmal, dass die dpa Picture-Alliance auf meinen immer noch viel zu vielen Websites Fotos gefunden haben will, für die ich aus Gründen auch immer kein Geld abgedrückt habe; wobei Werke alles Mögliche sein können, z. B. Gedichte — was ich schon eher erwarten würde. Hier konnte ich mich aber in den letzten zwei Jahrzehnten immer mit den Rechteinhabern gütlich einigen — was dann auch dazu führte, dass ich eine meiner hübschesten Websites schon länger ins digitale Nirwana geschickt habe, weil es mir den „Ärger“ einfach nicht wert war.

Vor etlichen Jahren hatte ich einmal für eine Vereinswebseite einen Beitrag vom Europäischen Parlament übernommen und dies im Glauben, dass das völlig in Ordnung sei. Ein paar Jahre später nahm ein vermeintlicher Rechteinhaber mit mir Verbindung auf, ich löschte das Bild samt Beitrag und zahlte für dessen Unannehmlichkeiten. Der Witz wäre es nun, wenn dieses Bild nun erneut auf einer meiner Websites aufgetaucht ist. Das Amtsgericht Stuttgart wird mich nun wohl bald erleuchten können. Was mich dann auf alle Fälle beruhigt, denn ich möchte keine unrechtmäßigen Werke auf meinen Websites haben und schon gar nicht von einem Bilderverkäufer, von dem ich in über 30 Jahren Internet noch nie zuvor gehört oder gelesen habe.

Aber das ist die heutige Zeit! Andere Menschen möglichst gekonnt ausplündern und dies ohne selbst jemals etwas gearbeitet haben zu müssen. Und ich weiß, was mir der eine oder andere Leser (kleiner Insider) nun mitteilen wird: einfach sämtliche Bilder entsorgen und die Texte alleine sprechen zu lassen. Was sicherlich eine gute und sehr bequeme Lösung wäre. Das Problem dabei ist, dass ich in mein Blog für mich selber schreibe und zudem dabei auch gerne Bilder und Filme gucke. Wer die Fotos oder die Videos nicht mag, der kann das Blog über RSS lesen.

So, nun muss ich mich aber wieder ums echte Leben kümmern. Und das geht unaufhörlich weiter, selbst dann wenn man darüber im Blog sinniert. 140 Euro! Ich zahle für die Fotos normaler Weise zwischen 7 und maximal 60 Euro! Was wollen die da gefunden haben? Angela Mergel nackt auf dem Küchentisch?

Internet

Das Internet war dazu gedacht, um gegen alle Widerstände Informationen teilen zu können. Das hat auch ganz gut geklappt. Nun aber haben auch Geschäftemacher, Behörden und sonstige ansonsten wenig internetaffine Personen das Internet endgültig für sich entdeckt.

Und sobald Regelwut und Gier überhand nehmen, bekommen beide zusammen alles tot. Und so macht es einem Erstnutzer kaum noch Spaß, sich in den Welten des Internets zu bewegen. Ich versuche derweil meine Auftritte so weit wie möglich auszudünnen ohne aber daraus nun auch wieder eine eigene Lebensbeschäftigung machen zu wollen.

Ätzend bis hin zu völlig abtörnend sind die unzähligen Versuche anderer Menschen und Firmen aus meinen digitalen Ergüssen Kapital schlagen zu wollen. Abmahnanwälte, selbsternannte SEO-Päpste, Softwareentwickler und grundsätzliche Bedenkenträger geben sich bei mir schon etwas länger die Klicke in die Hand, meistens ohne jemals auch nur einen einzigen Blog-Beitrag von mir selbst gelesen zu haben.

Dazu kommen dann auch noch die ganzen Selbsthilfegruppen und Communities, denen man online ebenfalls immer weniger ausweichen kann. Diese erwecken bei mir immer mehr den Eindruck, dass es sich dabei schon längst um digitale Religionen handelt. Und gerade die deutschsprachigen Bloggerwelten mit deren selbsternannten Blogwarten lassen mich verstärkt an die Zeugen Jehovas denken.

Heute habe ich einmal das Archive.org-Plug-in gelöscht. Eigentlich eine ganz gute Sache, aber wenn ich einen Hyperlink im Internet teile, dann überprüfe ich diesen zwar vorab, aber mache mich mit solch einer Verknüpfung noch lange nicht zum Sklaven regelwütiger Mitmenschen. Die Seite, auf die dieser Link — wenn es nicht eine meiner eigenen Pages ist — hinweist, gehört mir nicht. Und damit habe ich weder Recht, Anspruch noch Verantwortung dafür, dass diese Seite ewig vorhanden ist oder auch noch zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.

So ein Service wie von Archive.org ist zwar ganz nett, aber wird der ursprünglichen Idee des Internets nicht gerecht und weckt vor allem nur Bedürfnisse, die kein Mensch vorab je hatte und meines Erachtens auch nicht benötigt. Wer alles hat, der hat überhaupt nichts, und wer alles weiß, der weiß gar nichts!

Was zur Folge hat, wenn ich ins Internet schreibe und Hyperlinks setze, dass es auch Links geben wird, die ins digitale Nirwana führen. Und wer bin ich denn, dass ich einem ins Internetschreiber vorschreiben möchte, dass seine Ergüsse bis in alle Ewigkeit dort zu stehen haben!

Was nun wieder zur Folge hat, dass es auf meinem Blog in Kürze unzählige Links geben wird, die nicht mehr auf archivierte Seiten ins Netz führen, sondern einfach nur eine Fehlermeldung auf dem Endgerät der Leser erzeugen, die man auch als HTTP-Statuscodes kennen dürfte. Leider bin ich selbst noch nie auf eine Website gelangt, die die Fehlermeldung 418 hervorruft. Das wäre für mich wie ein Sechser im Lotto!


Kraftwerk Heilbronn

25.8.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Kraftwerk Heilbronn | © Monika auf Pixabay

Batteriespeicher

Auch wenn es erst einmal eine gute Nachricht ist, dass die EnBW in Neckarwestheim, auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks, einen Batteriespeicher von bis zu 1 700 MWh errichten will, sollte man sich dennoch einmal fragen, ob dezentrale und gut gesteuerte Netze nicht doch wesentlich besser als Großanlagen sind. Großanlagen, die selbst dann noch gebaut werden, wenn jeder weiß, dass man sie eigentlich nicht (mehr) benötigt.

Letztendlich geht es auch hierbei nicht um Sinn und Zweck einer vernünftigen und nachhaltigen Energieversorgung, sondern um die Möglichkeit Gewinne einzufahren und zu maximieren — besonders, wenn man die Infrastruktur privatisiert. Man muss dabei wissen, dass eine Privatisierung von Infrastruktur ausschließlich die Gewinne privatisiert, wobei sämtliche Kosten weiterhin vergesellschaftet werden. Damit ist eine Privatisierung von Infrastruktur immer eine Umverteilung von arm nach reich! — hat gedauert, bis ich dies selbst begriffen habe.

Und so werden wir neben unzähligen Gaskraftwerken, vielleicht später sogar noch neue Kernkraftwerke, auch eine gigantische Netzwerkarchitektur aufbauen. Sicherlich liefert das Ganze Strom. Aber eine Nummer kleiner und dabei intelligenter wäre wirtschaftlich und gesamtgesellschaftlich sinnvoller wie auch umweltverträglicher!

Das einzige Problem dabei ist, dass dies in diesem Sektor die gewohnte und bewährte Umverteilung von arm nach reich beenden wird. Und alleine deswegen werden wir niemals tragfähige föderale Strukturen bekommen!

Es darf nicht sein, dass der Bürger seinen Strom selber erzeugt, speichert und verkauft und wo nicht machbar, dies in nächst größeren Strukturen geschieht. Nein, selbst dann, wenn es einigen Bürgern doch gelingen sollte, werden diese abgezockt. Die Gewinne systemrelevanter Personen müssen weiter gesichert werden, egal was dies unsere Gesellschaft auch kostet und selbst dann, wenn unsere Demokratie dabei über die Wupper geht. Denn systemrelevante Personen leben auch in Diktaturen ganz gut, vielleicht sogar noch einen Tick besser — was die Parteispenden an antidemokratische Parteien, legal oder illegal, erklären könnte.

Freuen wir uns aber dennoch einmal über den geplanten Batteriespeicher. Möge er verhindern, dass die neuen Gaskraftwerke in Heilbronn rund um die Uhr brummen. Den Gaskraftwerksbetreibern könnte es völlig egal sein, denn diese werden auch dann von uns bezahlt, wenn ein Gaskraftwerk einmal nicht im Betrieb ist.

Ausverkauf

Der Ausverkauf unserer Stadt geht munter weiter. Ganz ohne Frage, wäre ich Milliardär und Lokalgott würde ich mir auch die besten Grundstücke meiner Heimatstadt sichern — ok, vielleicht doch nicht. Könnte auch sein, dass ich weiterhin ganz brav meine Steuern zahle und diese dann demokratisch legitimiert Gutes für unser Land und unsere Stadt vollbringen.

Auf alle Fälle mache ich diesbezüglich der Dieter Schwarz Stiftung weniger Vorwürfe als unserem Gemeinderat. Diese Damen und Herren wären eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtet, hatten diesen Anspruch aber noch nie. Hautsache, sie können sich weiterhin ihr schönes Leben sichern, koste es uns Heilbronner was es wolle!

Der Gemeinderat hat bereits am 27. Juli 2026 beschlossen, dass das Hospitalgrün, auch Bleichinsel oder Schaeufelensche Insel genannt, verkauft wird. Alle Einrichtungen auf dem Areal einschließlich des Stadtbads sollen abgerissen werden, wohl auch die allerletzten Bäume Heilbronns mit einer signifikanten Fledermauspopulation.

Die Dieter Schwarz Stiftung plant auf der Fläche eine Überbauung mit vier massiven Hochbauten. Wo bisher die Parcours-Sportanlagen und die Rollschuhbahn waren, wird exklusiv für Lidl und Co.-Mitarbeiter, Studenten und Schüler der Josef-Schwarz-Schule eine Schwimmhalle und ein Sportzentrum gebaut. Wir normalen Steuerzahler werden keinen Zugang mehr zum ehemaligen grünen Herzen unserer Stadt haben — genau der Gegend, in der ich groß geworden bin. Künftig darf ich vielleicht noch darum herum spazieren und später vielleicht — wenn es jemals Geld dafür gibt — einmal meine Bahnen in einem reinen Spaß-, Rauch- und Trinkbad am Rande der Stadt ziehen.

Der absolute Wahnsinn ist es aber nun, dass es tatsächlich so etwas wie eine Bürgerinitiative und ein Bürgerbegehren für den Erhalt des Soleos geben soll. Genau jene Heilbronner Bürger, die seit Jahrzehnten ganz stumpf immer wieder dieselben Ausverkäufer in den Gemeinderat wählen und dies auch weiterhin tun werden. Völlig irre das Ganze!

Vermischtes

Jugend war gestern Abend zum Grillen bei uns. Zusammen konnten wir uns über Europa, Afrika, den nordamerikanischen Kontinent und ein wenig über Asien austauschen. Auch wenn ich kaum noch selber etwas länger fliegen werde, weiß ich nun, wo aktuell die besten Plätze auf der Langstrecke zu ergattern sind, was für all jene wichtig ist, die über Kontinente hinweg arbeiten.

Aus welchen Gründen auch immer stand meine bessere Hälfte am Grill, was den Fleischspeisen nicht geschadet hat — ganz im Gegenteil. Ich war dieses Mal eher für die Getränke verantwortlich.

Der heutige Morgen dann weniger erfreulich, auch wenn in der Nacht Ursula und Dan extra angereist waren. Meine Familie verabschiedet sich langsam aber sicher immer weiter von unserer Heimatstadt. Theodor Heuss sagte einmal, dass er in Heilbronn Demokratie gelernt habe, was ganz folgerichtig dazu führte, dass er sich so schnell wie möglich wieder aus Heilbronn verabschiedete.

Meine Entscheidung für Heilbronn war eine ganz bewusste. Im Gegensatz zu vielen Mitbürgern lebe ich hier nicht nur rein zufällig. Ich stehe auch weiterhin zu meiner Entscheidung, kann aber den Rest der Familie nicht darunter leiden lassen. Was haben wir früher über den kölschen Klüngel gelacht und gelästert, heute weiß ich, dass diese Menschen dort die reinsten Dilettanten sind.

Ein ehemaliger und tatsächlich auch kompetenter Heilbronner OB fasste das Ganze sogar einmal in ein Gedicht und prägte dabei auch den Begriff der Krämerseelen. Wie wir es ganz genau wissen, Seelen sterben nie!

Apropos Gedicht, um den heutigen Tag nicht völlig versauern zu lassen, verlinke ich das Gedicht „In a Station of the Metro“ (1913) von Ezra Pound. Was ganz gut passt, da wir gestern auch Besuch aus Paris hatten. Ohne Frage, wir haben den jungen Mann vom Stuttgarter Bahnhof abgeholt. Zurück wird er wieder über Straßburg fahren, denn sicher ist sicher.