Kraftwerk Heilbronn

25.8.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Kraftwerk Heilbronn | © Monika auf Pixabay

Batteriespeicher

Auch wenn es erst einmal eine gute Nachricht ist, dass die EnBW in Neckarwestheim, auf dem Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks, einen Batteriespeicher von bis zu 1 700 MWh errichten will, sollte man sich dennoch einmal fragen, ob dezentrale und gut gesteuerte Netze nicht doch wesentlich besser als Großanlagen sind. Großanlagen, die selbst dann noch gebaut werden, wenn jeder weiß, dass man sie eigentlich nicht (mehr) benötigt.

Letztendlich geht es auch hierbei nicht um Sinn und Zweck einer vernünftigen und nachhaltigen Energieversorgung, sondern um die Möglichkeit Gewinne einzufahren und zu maximieren — besonders, wenn man die Infrastruktur privatisiert. Man muss dabei wissen, dass eine Privatisierung von Infrastruktur ausschließlich die Gewinne privatisiert, wobei sämtliche Kosten weiterhin vergesellschaftet werden. Damit ist eine Privatisierung von Infrastruktur immer eine Umverteilung von arm nach reich! — hat gedauert, bis ich dies selbst begriffen habe.

Und so werden wir neben unzähligen Gaskraftwerken, vielleicht später sogar noch neue Kernkraftwerke, auch eine gigantische Netzwerkarchitektur aufbauen. Sicherlich liefert das Ganze Strom. Aber eine Nummer kleiner und dabei intelligenter wäre wirtschaftlich und gesamtgesellschaftlich sinnvoller wie auch umweltverträglicher!

Das einzige Problem dabei ist, dass dies in diesem Sektor die gewohnte und bewährte Umverteilung von arm nach reich beenden wird. Und alleine deswegen werden wir niemals tragfähige föderale Strukturen bekommen!

Es darf nicht sein, dass der Bürger seinen Strom selber erzeugt, speichert und verkauft und wo nicht machbar, dies in nächst größeren Strukturen geschieht. Nein, selbst dann, wenn es einigen Bürgern doch gelingen sollte, werden diese abgezockt. Die Gewinne systemrelevanter Personen müssen weiter gesichert werden, egal was dies unsere Gesellschaft auch kostet und selbst dann, wenn unsere Demokratie dabei über die Wupper geht. Denn systemrelevante Personen leben auch in Diktaturen ganz gut, vielleicht sogar noch einen Tick besser — was die Parteispenden an antidemokratische Parteien, legal oder illegal, erklären könnte.

Freuen wir uns aber dennoch einmal über den geplanten Batteriespeicher. Möge er verhindern, dass die neuen Gaskraftwerke in Heilbronn rund um die Uhr brummen. Den Gaskraftwerksbetreibern könnte es völlig egal sein, denn diese werden auch dann von uns bezahlt, wenn ein Gaskraftwerk einmal nicht im Betrieb ist.

Ausverkauf

Der Ausverkauf unserer Stadt geht munter weiter. Ganz ohne Frage, wäre ich Milliardär und Lokalgott würde ich mir auch die besten Grundstücke meiner Heimatstadt sichern — ok, vielleicht doch nicht. Könnte auch sein, dass ich weiterhin ganz brav meine Steuern zahle und diese dann demokratisch legitimiert Gutes für unser Land und unsere Stadt vollbringen.

Auf alle Fälle mache ich diesbezüglich der Dieter Schwarz Stiftung weniger Vorwürfe als unserem Gemeinderat. Diese Damen und Herren wären eigentlich dem Gemeinwohl verpflichtet, hatten diesen Anspruch aber noch nie. Hautsache, sie können sich weiterhin ihr schönes Leben sichern, koste es uns Heilbronner was es wolle!

Der Gemeinderat hat bereits am 27. Juli 2026 beschlossen, dass das Hospitalgrün, auch Bleichinsel oder Schaeufelensche Insel genannt, verkauft wird. Alle Einrichtungen auf dem Areal einschließlich des Stadtbads sollen abgerissen werden, wohl auch die allerletzten Bäume Heilbronns mit einer signifikanten Fledermauspopulation.

Die Dieter Schwarz Stiftung plant auf der Fläche eine Überbauung mit vier massiven Hochbauten. Wo bisher die Parcours-Sportanlagen und die Rollschuhbahn waren, wird exklusiv für Lidl und Co.-Mitarbeiter, Studenten und Schüler der Josef-Schwarz-Schule eine Schwimmhalle und ein Sportzentrum gebaut. Wir normalen Steuerzahler werden keinen Zugang mehr zum ehemaligen grünen Herzen unserer Stadt haben — genau der Gegend, in der ich groß geworden bin. Künftig darf ich vielleicht noch darum herum spazieren und später vielleicht — wenn es jemals Geld dafür gibt — einmal meine Bahnen in einem reinen Spaß-, Rauch- und Trinkbad am Rande der Stadt ziehen.

Der absolute Wahnsinn ist es aber nun, dass es tatsächlich so etwas wie eine Bürgerinitiative und ein Bürgerbegehren für den Erhalt des Soleos geben soll. Genau jene Heilbronner Bürger, die seit Jahrzehnten ganz stumpf immer wieder dieselben Ausverkäufer in den Gemeinderat wählen und dies auch weiterhin tun werden. Völlig irre das Ganze!

Vermischtes

Jugend war gestern Abend zum Grillen bei uns. Zusammen konnten wir uns über Europa, Afrika, den nordamerikanischen Kontinent und ein wenig über Asien austauschen. Auch wenn ich kaum noch selber etwas länger fliegen werde, weiß ich nun, wo aktuell die besten Plätze auf der Langstrecke zu ergattern sind, was für all jene wichtig ist, die über Kontinente hinweg arbeiten.

Aus welchen Gründen auch immer stand meine bessere Hälfte am Grill, was den Fleischspeisen nicht geschadet hat — ganz im Gegenteil. Ich war dieses Mal eher für die Getränke verantwortlich.

Der heutige Morgen dann weniger erfreulich, auch wenn in der Nacht Ursula und Dan extra angereist waren. Meine Familie verabschiedet sich langsam aber sicher immer weiter von unserer Heimatstadt. Theodor Heuss sagte einmal, dass er in Heilbronn Demokratie gelernt habe, was ganz folgerichtig dazu führte, dass er sich so schnell wie möglich wieder aus Heilbronn verabschiedete.

Meine Entscheidung für Heilbronn war eine ganz bewusste. Im Gegensatz zu vielen Mitbürgern lebe ich hier nicht nur rein zufällig. Ich stehe auch weiterhin zu meiner Entscheidung, kann aber den Rest der Familie nicht darunter leiden lassen. Was haben wir früher über den kölschen Klüngel gelacht und gelästert, heute weiß ich, dass diese Menschen dort die reinsten Dilettanten sind.

Ein ehemaliger und tatsächlich auch kompetenter Heilbronner OB fasste das Ganze sogar einmal in ein Gedicht und prägte dabei auch den Begriff der Krämerseelen. Wie wir es ganz genau wissen, Seelen sterben nie!

Apropos Gedicht, um den heutigen Tag nicht völlig versauern zu lassen, verlinke ich das Gedicht „In a Station of the Metro“ (1913) von Ezra Pound. Was ganz gut passt, da wir gestern auch Besuch aus Paris hatten. Ohne Frage, wir haben den jungen Mann vom Stuttgarter Bahnhof abgeholt. Zurück wird er wieder über Straßburg fahren, denn sicher ist sicher.


Radfahrerin

23.8.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Radfahrerin | © Pixabay

Spielabend

Heute mal wieder Karten in die Hand genommen; das mit dem Schachspiel wird wohl nichts mehr. Das Schöne an unseren Spielabenden ist, dass es immer etwas Leckeres zum Naschen gibt. Dazu noch die passenden Getränke und man kann selbst das Verlieren ganz gut ertragen.

Dennoch hätte ich dann doch gerne wenigstens einmal gewinnen wollen. Entweder hatte ich ein schlechtes Blatt oder ein gutes völlig sinnlos verspielt. Beides hielt sich heute die Waage. Meine Gegenspieler hat es gefreut. Ich tröste mich derweil damit, dass es ein uraltes Sprichwort gibt.

Vermischtes

Ich stelle mir einmal vor, dass ich Menschen für ein Abendessen in ein Restaurant einlade. Das Restaurant möchte von mir wissen, wie viele Gäste zu erwarten sind. Ich frage ab und bekomme von den Befragten Antworten wie grundsätzlich, wahrscheinlich, womöglich, vielleicht, wenn es machbar ist oder gar wenn nichts anderes dazwischen kommt. Privat gesehen, hat sich das Ganze damit sehr schnell erledigt. Im Ehrenamt benötigt man hingegen ein sehr dickes Fell.

Detlef Stern hat in seinen Wochenrandnotizen unser jüngstes Kaffeehausgespräch ganz gut zusammengefasst. Finde ich gut so, denn nun muss ich es nicht selber machen.

Aktuell tobt die deutsche „Blogger-Community“ (zumindest jene, die sich dafür halten) wieder einmal über KI-Blogger und jene, die sich darüber echauffieren — Hauptsache man erzielt Reichweite. Ich für meinen Teil dünne meine eigene Blogroll aus, sobald ich einen KI-Blogger zu erkennen glaube. Bei manchen Bloggern tut mir das weh, aber wenn diese nicht mehr selber schreiben, warum soll ich dann deren vermeintlichen Ergüsse noch selber lesen?

Die jüngste Lidl-Tour ging dieses Mal fast spurlos an mir vorbei; ein paar Umwege und das war es auch. Die Menschenmassen kann ich nicht bestätigen, dafür aber ein paar Hobby-Radler, die sich heute als Eddy Merckx fühlen durften. Spannend wäre zu wissen, was uns Steuerzahler die Werbung für diesen Discounter dieses Mal gekostet hat.

Apropos Discounter, Aldi hat erkannt, dass viele von uns Deutschen keinen Überwachungsstaat zurückhaben möchten. „Gleicher Preis für alle“ — es gibt sie noch, demokratisch denkende Unternehmen! Leider viel zu wenige. Damit ist Aldi aber eindeutig auf dem richtigen Weg!

Kanada

Der nördliche Teil Nordamerikas hat aktuell einen Regierungschef, der noch „Arsch in der Hose hat“. Mark Carney informierte die Kanadier darüber, dass „You’re at war when you’re attacked, and we got attacked.” Damit wurde ein waschechter Handelskrieg ganz offiziell erklärt.

Ob dies allerdings der Weisheit letzter Schluss ist und verdient hat wie etwa von Dave Keating so hochgelobt zu werden, wird sich erst im Nachgang zeigen. Ich vermisse auf alle Fälle dies und jenseits des Atlantiks politische Professionalität, welche und ich wiederhole mich gerne, im gesamten Europa bereits in den 1980er-Jahren abhanden gekommen ist. Unsere damaligen Regierungen haben zu allererst ihre eigene politische Kompetenz ausgesourced, noch bevor sie unsere Infrastruktur verscherbelt haben.

Ich habe dies erst so richtig mitbekommen, als Altparlamentarier ihre jungen Kollegen bereits in den Nullerjahren mehr als gerügt haben — eher schon zutiefst beleidigt. Aus heutiger Sicht völlig zurecht! Und bis heute wird unter politischer Professionalität nur noch verstanden, Steuergelder aus dem Fenster zu werfen und dies dann dem politischen Gegner in die Schuhe zu schieben. Maximal einigt man sich in einer Koalition darauf, unsere Steuergelder gemeinsam aus dem Fenster zu kloppen.

Erstaunlicher Weise gibt es bei unseren Politikern dies und jenseits des Atlantiks kaum noch bis keine Unterschiede, ob Donald Trump oder Friedrich Merz, die Milliarden an Dollar oder Euro fließen nur so und auch noch in Kanäle, die letztendlich nur ein paar wenige einflussreiche Familien reich machen. Gut, man kann jetzt sagen, dass dies in der Geschichte noch nie anders war. Was aber nicht bedeutet, dass es auch weiterhin so geregelt bleiben muss.

Und wie immer werden dann als Ultima Ratio sozusagen, die Kriege aus der Schublade gezogen, egal was für welche, Hauptsache damit sind die eigenen Verantwortlichkeiten an völlig Unbeteiligte abgegeben.

Kanada versucht sich nun damit Donald Trump zu stellen, Europa weiterhin Donald Trump in den Hintern zu kriechen. Wir müssen nun abwarten, was besser funktioniert. Ich befürchte keine der gewählten Optionen führt zum Erfolg.

Meines Erachtens hilft einzig und alleine eine völlige Transparenz, auch wenn man als Regierungschef dabei selber über die Wupper geht! Unsere Welt besteht leider nur aus Dollar und Euro. Und gliedert sich dabei in zwei Gruppen von Menschen, in jene, denen man das Geld nimmt, und jene, die es bekommen.

Und so reicht es erst einmal völlig aus, sämtliche Geldströme für alle Menschen nachvollziehbar offenzulegen! Gerne kann man dabei die allergrößten Empfänger sehr deutlich zur Schau stellen und gerne auch jene, die dafür verantwortlich sind. Schon alleine die Ankündigung, dass man dies nun ohne Wenn und Aber so handhaben möchte, wird unsere Welt von Grund auf verändern!

Die Einzigen die dies tatsächlich durchsetzen könnten, sind unsere eigenen Staats- und Regierungschefs. Sie werden aber eher Kriege ausrufen und lieber ganze Zivilisationen zerstören als für Transparenz zu sorgen.

Andere Menschen, wie Whistleblower oder investigative Journalisten, versuchen dies dennoch hin und wieder selber einmal. Wer kennt übrigens noch die Panama Papers?

Das Schöne daran, sobald solche Dokumente auftauchen, kann man sehr plötzlich und weltweit professionelle Regierungsarbeit bewundern: Daten über Gelder und Geldströme verschwinden schneller wieder als die Epstein-Akten oder SS-Personallisten.

Und die Masse von uns Bürgern hält dabei still wie ein Lämmchen, denn es könnte wie beim Lotto und Toto auch einmal für uns etwas dabei abfallen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.


Blogger

22.8.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Identität

Wenn etwas die Extremisten aus sämtlichen Lagern einigt, dann ist es der Begriff Identität. Wohl deshalb wird darüber immer mehr und öfters gesprochen, geschrieben und gestritten.

Jannis Koltermann schreibt in der FAZ, dass „der Fall Arday die Fallstricke der Diversitätspolitik zeigt.“ Ein tragischer Fall fürwahr, der selbst die NYT ausführlich beschäftigte. Im 21. Jahrhundert sollten wir längst soweit sein, dass man sich mehr um Kapazitäten und Kompetenzen schert als um die vermeintlichen Träger. Wenn ich einen Dozenten für ein ganz bestimmtes Fach benötige, ist es doch völlig egal, ob dies eine KI, ein alter weißer Mann, eine junge schwarze Frau oder sonst wer ist.

Es gibt einen Bedarf und wer kann diesen am besten decken? Das ist die einzige Frage! Und wenn der Bedarfsdecker dann auch noch eine sehr attraktive junge Dame ist, dann ist das auch gut. Ebenso, wenn es ein uralter und schrumpliger Chinese wäre.

Wir aber streiten uns erst einmal über Diversität, Proporz und sonstige Dinge. Manche machen gar ganze Denkmodelle daraus. Umso tragischer, da es inzwischen völlig egal zu sein scheint, ob ein Mensch oder eine Maschine den anstehenden Job erledigen soll.

Man kann das alles auch etwas entspannter betrachten, wie z. B. Klaus Kusanowsky, der seine Pronomen wie folgt angibt: pfsrrwkl/lcybmqpstz.

Bürokram

Heute konnte ich in aller Ruhe E-Mail schreiben, bearbeiten, beantworten und verschicken. Erfreulich dabei, dass ich über 90 Teilnehmer zu den Hertensteiner Gesprächen abfragen konnte, an welchen gemeinsamen Essen sie teilnehmen möchten. Das dient uns dazu der Küche bei deren Vorbereitungen zu helfen. Ganz ohne Frage, das Essen wird wieder exzellent sein. Noch erfreulicher, dass doch so einige Parlamentarier über ihren eigenen Schatten springen und alleine wegen der Inhalte an den Gesprächen teilnehmen werden — man muss sich nicht mögen, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Diese Erkenntnis zeichnete Europa einmal aus und führte u. a. dazu, dass wir Europäer erfolgreicher als andere waren.

Und weil ich viel über die LLM und ihre Fähigkeiten höre und lese, habe ich gleich einmal ChatGPT gebeten, einen Text von mir auf Rechtschreibung und Zeichensetzung zu überprüfen. Im Prompt aber ausdrücklich darauf hingewiesen, nur dies zu tun. ChatGPT konnte es sich wohl nicht verkneifen und informierte mich auch noch darüber, was man nicht so oder schon überhaupt nicht so schreiben dürfe!

Meine Befürchtungen scheinen wahr zu werden, wir holen uns ganz freiwillig die Zensur ins Haus und manche von uns zahlen sogar noch dafür. Was man nun aber auch als Selbsttest nehmen kann, denn wenn ChatGPT keine inhaltlichen Beanstandungen hat, dann hat man sich als Mensch bereits schon so selbst zensiert, dass man für die neue Welt sicherlich keine Gefahr mehr darstellt. Und wahrscheinlich hat bereits irgendeine KI in irgendeiner Datenbank bei diesen Menschen einen grünen Haken rangemacht. Bei Matrix sind es ganz theatralisch Schläuche jeglicher Art, was bei viel zu vielen unserer Mitbürger sicherlich nicht notwendig sein wird — denn was möchte man da schon abzapfen und steuern lassen sich diese Mitbürger ganz ohne Kabel.

Seit heute sind auch die Themen, Moderatoren und Diskutanten bei den Hertensteiner Gesprächen festgelegt. Christian Moos hat seine Mitstreiter informiert und erste Pflöcke eingeschlagen. Wie bei allen guten Gesprächen und Treffen beginnt auch die inhaltliche Arbeit bereits weit vor dem Termin selbst. Und auch der teilnehmende Generalkonsul hat inzwischen mit der Vorarbeit begonnen — Profis halt.

Bei anderen „Profis“ im echten Leben, da wo es um Existenzen geht, habe ich aktuell weniger Glück. Wäre ich nur etwas esoterisch angehaucht, könnte ich vermuten, dass meine Heimatstadt auf einer Wasserader liegt, die mit ihren Schwingungen sämtliche Professionalität gerade aus jenen Berufen saugt, die man ganz salopp als Scheinarbeit subsumieren könnte. Was für die Scheinarbeiter keine Konsequenzen hat, leider aber für all jene, die mit den „Ergebnissen“ dieser Menschen leben und arbeiten müssen.

Für was ich in meinem eigenen Berufsalltag mit Recherche und notwendigen Mitzeichnungen maximal drei Arbeitstage veranschlagte, dauert hier inzwischen gut zehn Monate. Wenn es keine Wasserader ist, könnte es durchaus sein, dass es ein sehr großer Fehler ist, wenn man Menschen nach vermeintlicher Arbeitszeit und nicht nach Ergebnissen bezahlt!

Und solche Menschen streiten auch noch ganz gerne um Arbeitszeiten, tägliche, wöchentliche bis hin zu einer Lebensarbeitszeit. Wahrscheinlich wäre es für alle besser, wenn man sich erst einmal über die Notwendigkeit und den Sinn und Zweck von Arbeit klar wird, bevor man völlig sinn- und hirnlos irgendwelche Zeiten fest zementieren möchte.

Vermischtes

Zeitung lesen kann Spaß machen, wohl deshalb gibt es dieses Medium noch. Heute kommentiert Eva Lapido für die FAZ aus London zur Rückkehr von gleich zwei Edel-Auswanderern wie folgt: „Deren [Adel] Existenzberechtigung besteht nämlich aus kaum mehr als der Aufgabe, das Volk vom Elend der Gegenwart abzulenken, es zu unterhalten und im Idealfall zu verzaubern.“ — was ebenfalls für Religionen zutrifft.

Auch wir Deutschen schmachten mehrheitlich nach unserem eigenen Skandaladel, sonst wäre diese Familie kein Thema in unseren Medien. Und trotz besten Bemühens konnte bisher kein einziger Bundespräsident halbwegs mithalten. Vielleicht wäre es an der Zeit, wieder einmal einen Experten zu importieren, z. B. Conchita Wurst. Die Union könnte zeigen, dass sie doch nicht so verstaubt ist, wie man es allgemein und trotz eines Jens Spahn annimmt. Und die etwas konservativeren Kreise kann man schnell damit beruhigen, dass auch Herr Wurst aus Österreich stammt.

Wer diese Zeilen liest und unterhalb dieses Beitrages keine Kommentarfunktion findet, der befindet sich aktuell auf der Homepage meines Blogs, es sei denn, er liest per RSS-Feed mit. Um von der Homepage zum Blog-Beitrag und damit auch zur Kommentarfunktion zu gelangen, langt es, wenn man das Beitragsbild, den Titel oder „COMMENTS“ anklickt.

Und nein, ich behalte weiterhin eine sehr rudimentäre Kopiersperre bei, einfach nur, weil ich es kann. Und wer sich ein klein wenig auskennt, den stört diese Kopiersperre kaum bis gar nicht (kleiner Insider).

Um mich herum stapeln sich wieder die Bücher, was möchte mir meine bessere Hälfte mitteilen? Ok, heute ist die FAZ so schlüpfrig zu lesen, da kann ich mich gleich wieder in die Bekenntnissen von Jean-Jacques Rousseau vertiefen. Nur mal so, ist es auch schon jemand anderen aufgefallen, das sich unsere Leitmedien immer mehr am Erfolgsrezept der Bravo aus den 1970er-Jahren orientieren.

Übrigens, laut Spiegel sind „E-Scooter inzwischen das mit Abstand gefährlichste Verkehrsmittel auf deutschen Straßen. Besonders junge Menschen verunglücken damit.“ Wer hätte das bloß gedacht!