Kleinkunst

28.9.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Kleinkunst

Bücher

Ein Blog-Leser (kleiner Insider) behauptet gerne, dass Bücher tot seien. Wenn man auf die unzähligen Veröffentlichungen schaut und auch nur halbwegs mitbekommt wie Bücher inzwischen im industriellen Maßstab hergestellt werden, könnte man sich dieser Meinung fast anschließen. Derselbe Mensch behauptet auch, dass jeder Mensch selber einmal ein Buch geschrieben haben sollte, was wiederum erklären könnte, dass es inzwischen Bücher wie Sand am Meer gibt.

Auf alle Fälle habe ich schon etwas länger gleich zwei eigene Buchprojekte eingestellt und nur noch bei einem manchmal überlegt, ob ich es nicht doch noch realisieren sollte. Ein paar verlorene Gestalten auf Wikipedia haben nun dafür gesorgt, dass ich dieses Projekt wohl wieder aufnehme. Schon einmal schrieb ich ein Buch, weil mein entsprechender Wikipedia-Eintrag als irrelevant angesehen wurde — was die Verkaufszahlen tatsächlich hinterher zu bestätigen schienen, zumindest in einer Welt, wo es nur noch um Reichweite und Monetarisierung geht.

Am Wochenende waren meine bessere Hälfte und ich eingeladen, wobei ich das beste Tiramisu seit Jahren kredenzt bekam. Bisher war das Tiramisu von Tiziana ungeschlagen, nun dürfte es ein besseres geben! Das Thema heute ist aber nicht der Besuch und die gute Küche, sondern die Überraschung, dass ich dort gleich auf zwei Menschen traf, die beide mein erstes Buch gelesen haben und zumindest einer davon, das Buch besser kannte als ich es noch selbst in Erinnerung habe. Die Krönung aber war, dass man mich bat, eine Widmung ins Buch zu schreiben — ich hätte nie und nimmer gedacht, dass mich dies so erfreuen kann!

Und so dürften Bücher so lange noch nicht tot sein, wie sich die Autoren selbst darüber freuen können. Das Gleiche gilt sicherlich auch für Weblogs! Ob man sich allerdings über mit künstlicher Hilfe erstellte Werke freuen kann, darf bezweifelt werden — wobei, es gibt ja auch Sexpuppen (kleiner Insider für all jene, die Boston Legal bingen — und wer es unauffälliger mag, auch ein iPhone soll sexy sein).

Kuscheln

Während man zusammen mit der AfD das Setzen von neuen Stolpersteinen auf unseren öffentlichen Straßen verhindert, was übrigens in München schon etwas länger der Fall ist, machte sich Johann Wadephul sehr pressewirksam auf, um sich mit Sergej Lawrow zu treffen. Die Unterschiede zwischen Union und AfD werden anscheinend immer geringer, wobei die Union weiterhin gegen Linke ins Feld zieht, während die AfD längst mit den Genossen koaliert.

Aber zurück zum Gruppenkuscheln, wobei Sergej Lawrow verkündete, dass mehrere europäische Staaten sich auf den Pfad des „Neonazismus“ begeben hätten, was sei insbesondere im Falle Deutschlands besorgniserregend sei. Laut FAZ (26.9.2026, 21:34 Uhr) hätte Sergej Lawrow dabei „freilich nicht die russlandfreundliche AfD im Kopf, sondern jene Parteien der demokratischen Mitte, die Kiew militärisch unterstützen und die Bundeswehr wieder ertüchtigen.“ Unsere Welt bleibt kompliziert und selbst die DDR war bekanntlich eine waschechte Demokratie, zumindest in den Augen viel zu vieler der heutigen Volksvertreter vor Ort.

Vielleicht wäre es einmal an der Zeit, dass unsere Volksvertreter wieder etwas zielführender kuscheln und nicht durch das eigene völlige Verlorensein gleich auch noch ihre ureigene Klientel mit in den Untergang reißen. Es fehlt bei uns nicht mehr viel, damit Kriegstreiber zu Friedensfürsten und Diktatoren zu den ersten Demokraten ihres Landes werden!

Schon heute hat dieses hemmungslose Gekuschele dazu geführt, dass der gewöhnliche Bürger völlig verunsichert ist und wirklich alles zu glauben beginnt — das Mittelalter lässt grüßen!

Vermischtes

Gestern Abend konnte ich noch ein wenig das Tanzbein schwingen. Vor dem Zubettgehen entfernte ich dann noch ein Plug-in, das plötzlich seine ursprüngliche Funktion aufgegeben hatte. Ich habe schon etwas länger die Software-Entwicklung wie auch das Programmieren den Profis überlassen, was ich dem einen oder anderen Anbieter von Software ebenfalls empfehlen kann.

Heute im Laufe des Tages muss ich dann noch mein letztes Rundschreiben in Newsletter-Form erstellen und versenden lassen. Ich bin mir bewusst, dass ich mit dem Wegfall dieses Rundschreibens gut 100 Leser verlieren werde. Ich bin aber zu der Überzeugung gekommen, dass ich nicht für Leser schreiben möchte, die das Rundschreiben nur lesen, weil sie es auf ihr Mobiltelefon, iPad oder den Rechner aufgespielt bekommen und dies zu einem Zeitpunkt, wo sie gerade nichts besseres vor oder zutun haben.

Deswegen verzichte ich auf das Push-Prinzip und baue darauf, dass, wenn meine Schreiben oder Beiträge jemanden interessieren, dieser dann das Geschriebene selber finden kann und auch finden wird.

Kaum ist die Union unter 5 % gerutscht, kommt es zu den lustigsten Übersprunghandlungen. Dabei ist das Strandkorbaufstellen am Arbeitsplatz noch eine der weniger kritischen. Sorge bereitet mir eher, dass immer mehr Unionspolitiker die besseren AfDler sein möchten. Und ob ein hemmungsloses Linken-Bashing wirklich über die eigene Unglaubwürdigkeit hinweg hilft, dürfte zu bezweifeln sein.

Und so freue ich mich über jeden einzelnen Unionspolitiker, der noch an demokratischen Werten und dem eigenen Parteiprogramm festhält. Jenen Parlamentariern der Union, die nun darauf spekulieren, dass die AfD sie nehmen werden wird, weil sie nicht ausreichend eigenes Personal rekrutieren kann, spreche ich jeglichen Anstand ab; wobei diese Politiker sicherlich einen sehr guten Bodensatz bei der AfD abgeben werden.

Heute wurde nun auch mein letzter Wikipedia-Artikel der deutschen Ausgabe gelöscht, was nun dazu führt, dass ich meine dortigen noch bestehenden Konten zu löschen versuche. Schon etwas länger bekommen deren heutigen Verwalter von mir keine Spenden mehr. In Kürze werden die LLM auch das heutige Wikipedia überflüssig machen, was ich inzwischen als positiv betrachte.

Da zwei langjährige Küchengeräte reparaturbedürftig wurden, machte ich mich auf den Weg, spazierte bei bestem Wetter in die Stadt und suchte einen Fachhändler auf. Das ernüchternde Fazit ist, dass ich mir eine Reparatur nicht leisten kann und neue Geräte kaufen muss. Inzwischen sind die Personalkosten der treibende Faktor und unsere Industrialisierung so weit vorangeschritten, dass es über kurz oder lang besser sein wird, ein neues Auto zu kaufen als mit dem alten in eine Waschstraße zu fahren.

Und so wäre es sicherlich angebracht dafür zu sorgen, dass neue Produkte zu 100 % wieder recycelt werden können als nur halbwegs repariert — die Zeiten ändern sich und wir sollten dies akzeptieren.

Auf alle Fälle aber fand ich auf dem Rückweg ein Kleinkunstwerk, das nun diesen Blog-Beitrag ziert. Wohl müßig zu fragen, wo man dieses finden kann.

Am Ende dieses Blog-Beitrages sei noch auf die Website von Gunter Demnig hingewiesen. Friedensreich Hundertwasser würde sicherlich dazu anmerken wollen, dass das Stolpern an sich gar nicht schlecht ist!


Blogger

23.9.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Fahrradring

Dank Gerd M. Hofmann weiß ich nun, dass man in Heilbronn einen Fahrradring plant. Wir werden künftig viel zu staunen und sicherlich auch zu lachen haben. Und vielleicht erfahren wir dann auch einmal, für was ein Fahrradring gut ist. Radrennen oder gar Schaufahren, ähnlich wie schon die Autos beim Heilbronner Protzerring. Wer nun wissen möchte, wo der Fahrradring verlaufen soll, der kann in den oben verlinkten Blog-Beitrag schauen oder gleich auf OpenStreetMap. Was mich zur Frage führt, was für einen Wert eine Straßenkarte eigentlich hat, die nicht das Ist, sondern das vielleicht einmal Sein abbildet?

Vermischtes

ALF war hier im Blog schon Thema, denn ich war von Anfang an Fan dieser Serie (1986 – 1990). Umso mehr ärgert es mich, dass ich gestern das vierzigjährige Jubiläum der Serie mit dem Bingen von Boston Legal verpasst habe. Auf die Schnelle finde ich keinen vorherigen Beitrag, was daran liegen könnte, dass ich gestern ein entsprechendes Suchfunktions-Plug-in auf dem Blog entfernt habe, aber wen kümmerts?

Um mir künftige Suchen zu erleichtern, sei hier erwähnt, dass ALF von Paul Fusco gespielt wird und sich auf der Erde selbst Gordon Shumway nennt. Wie er auf seinem Heimatplaneten Melmac heißt, habe ich längst vergessen. Übrigens, der nun folgende Song war tatsächlich einmal ein Hit.

Was mich nun fragen lässt, was haben Gordon Shumway und Denny Crane gemeinsam? Ich überlasse die Antwort meinen Lesern. Auf alle Fälle aber bin ich davon überzeugt, dass unsere Welt eine viel bessere wäre, wenn es mehr solcher Menschen gäbe.

Derweil versucht sich Semin Bristina an einem Aufmacherbild für die kommenden Rundschreiben auf der EUROPA-UNION-Website. Das letzte Rundschreiben in Newsletterform wird zugleich auch das erste Rundschreiben auf der Website werden. Ich gebe im Ehrenamt das Push-Prinzip auf und ziehe mich auf das Pull-Prinzip zurück. Nach mehr als 20 Jahren des Experimentierens, wie man die Mitglieder eines Vereines am besten erreichen kann, bin ich ernüchtert. Erst jüngst beklagte sich ein Mitglied wieder einmal darüber, dass es keine Informationen über eine attraktive Reise erhalten hat und doch sehr gerne mitgefahren wäre. Dass diese Reise nicht nur monatelang in den Rundschreiben angekündigt wurde und auch Thema bei den üblichen Treffen war, ist dabei unerheblich. Als Vorsitzender muss man die versteckten Wünsche und innersten Begierden seiner Mitglieder erkennen und die Mitglieder dann individuell ansprechen und anschreiben; dass dies ab Zweihundert Mitgliedern nicht mehr ganz so einfach ist und man somit auch den einen oder anderen Wunsch nicht erfüllt, spielt dabei bei vielen Mitgliedern keine Rolle.

Auch wenn gut 50 % der Rundschreibenabonnenten dieses auch an ihren Geräten öffnen, heißt dies noch lange nicht, dass sie dieses dann auch oder gar bis zum Ende gelesen haben — mache ich mit meinen eigenen abonnierten Rundschreiben auch nicht. Aber ich bestelle jene Rundschreiben wieder ab, die ich zum wiederholten Male nicht gelesen habe. Nun gibt es demnächst die Information am Ende des Rundschreibens, dass dieses künftig nicht mehr verschickt wird und man bei Bedarf auf der Website nachgucken kann. Technikaffine Mitglieder können sich dieses dann per RSS-Feed weiterhin auf ihre Geräte holen. Es war schon immer von Vorteil, wenn man intelligent und engagiert ist.

Lehren

Man ist schneller wieder von der Bildfläche verschwunden als man es selber gerne wahrhaben möchte. Zum neuen Semesterbeginn, der dieses Mal ohne mich stattfindet, wollte ich schauen, welche Studenten Einblick in meine letzte Klausur haben möchten. Dies meist nur, um ggf. doch noch bestanden zu haben, leider viel zu selten, um aus eigenen Fehlern etwas zu lernen. Da die Studenten ein Recht darauf haben, wollte ich ihnen dieses nicht vorenthalten. Da mein entsprechendes E-Mail-Konto zu schnell nicht mehr funktioniert (Hochschule und Organisation: zwei Welten, die sich nie begegnen) habe ich nun Detlef Stern gebeten, die Studenten zu informieren, dass diese mich bei Bedarf über eine Privat-E-Mail anschreiben, damit ich eine Klausureinsicht organisieren kann. Meine Planung ist, diese Einsicht mit einem letzten Käffchen an der Hochschule zu verbinden — kann auch ein Nichtkäffchen sein, ich war noch nie sehr anspruchsvoll.

Aus irgendeinem Grund hat ein jüngerer Wikipedianer meinen letzten Wikipediaartikel gefunden und diesen nun zur Löschung empfohlen. Seit es Wikipedia gibt, habe ich dort immer wieder mitgeschrieben, aber nur selten eigene Artikel verfasst, denn so wichtig nahm ich mich dann auch wieder nicht. Die wenigen Artikel, die ich selber schrieb, verfasste ich, da ich auf diesem Gebiet zu diesem Zeitpunkt „der Experte“ dafür war und meinte, meine Expertise auch auf diesem Medium teilen zu müssen.

Mein letzter Artikel hielt zehn Jahre durch, nun wird er auch ins digitale Nirwana abwandern. Erfreulich, dass doch so einige meiner Fotos und Informationen nun unter anderem Namen weiter erhalten bleiben — es war schon immer so, dass wir Menschen uns sehr gerne mit fremden Federn schmücken. Sobald nun mein letzter Artikel verschwunden ist, werde auch ich aus Wikipedia verschwinden, wobei mir dies nicht einmal ein Götz von Berlichingen wert ist.

Meine Lehre daraus ist eindeutig! Wer ins Internet schreiben — einmal von den beruflichen Internetnutzern abgesehen — möchte, der ist gut beraten, dies auf eigenen Servern zu tun. Alles andere ist wie Sex in einer Peepshow.

Ganz ohne Frage, auch die 10. Hertensteiner Gespräche waren ein voller Erfolg! Von Anfang an „basisdemokratisch“ organisiert, verschiebt sich der Fokus der Gespräche mit jedem Jahr ein klein wenig. Da ich aber weiterhin nach zwölf Jahren ein Ergebnis haben möchte, bin ich gezwungen, daran zu erinnern.

Was nun dazu führte, dass die jüngeren Teilnehmer erstmals ein paar der üblichen Selbstdarsteller in ganzer Pracht miterleben durften und dies erfreulicherweise auch sofort erkannten. Erfolgreiche Gespräche ziehen solche Menschen an wie das Licht die Motten. Ich habe die Gespräche deshalb so ausgerichtet, dass auch für diese Menschen Platz ist und sie sich dort gut ausleben können. Was ich nicht erwartet hatte ist, dass diese sich nun in jene Gesprächskreise „einbringen“ wollen, wo es tatsächlich um echte Grundlagenarbeit geht und wo man selbst gut vorbereitet mitarbeiten muss.

Dies führt nun zwingend dazu, dass wir Zwischengespräche benötigen, um die tatsächlich Arbeitswilligen an einen Tisch zu bekommen, die dann zusammen mit mir Fakten schaffen, die es ermöglichen, dass nach zwölf Jahren Gesprächen auch ein Ergebnis erreicht wird — den Profis unter uns dürfte dies bekannt vorkommen.

Meine erfreulichste Lehre aus diesen Gesprächen ist, dass das absichtliche Fernbleiben der JEF eine gute Sache ist. Denn sie schaffen damit ein Vakuum, das gefüllt werden wird — ein Naturgesetz. Und so konnten wir jüngere und vielversprechende Neumitglieder gewinnen.

Ein Ratschlag sei mir erlaubt: wer sich als Berufsjugendlicher wie ein Kleinkind verhält, der darf sich nicht wundern, dass er von Erwachsenen nicht mehr ernst genommen wird. Unsere heutige Zeit ist bereits so inklusiv, dass unsere Berufsjugendlichen nur noch wie Dinosaurier durch die Gegend stampfen. Für diese wäre es endlich einmal an der Zeit erwachsen zu werden. Zugegeben, das Erwachsensein macht sich auf TikTok und Trallala nicht so gut.

Nachtrag

Ein Leser macht bezüglich ALF darauf aufmerksam, dass „mal abgesehen vom ‚Musikalischen‘ … Da merkt man, wie sich insbesondere die USA weiterentwickelt haben. Katzenfressende, crossdressende ‚Aliens‘, die friedliche Koexistenz predigen, kann man jetzt auch in ein Drittland abschieben für ein paar Dollar an die entsprechende Regierung. Da ist es völlig egal, ob sie ihre Heimat nicht erreichen können.“

Stimmt, denn heute haben wir das ICE und die hätten ALF einschließlich den Tanners bestimmt schon totgeschlagen. Das muss der Fortschritt sein, von dem alle immer sprechen.

„If you love something, let it go. If it comes back to you, it’s yours. If it’s run over by a car, you don’t want it.“

ALF

MacBook

28.8.02026 5 (5)

Beitragsfoto: MacBook | © Gerd Altmann auf Pixabay 

Vermischtes

Sehr gefreut hat es mich, dass ein Leser mein vorab angekündigtes Wortspiel von gestern nicht nur richtig verstanden, sondern mir auch entsprechendes Feedback gegeben hat. Da es sich um eines mit Lokalbezug handelte, hatte ich auch nicht viel mehr Reaktionen erwartet.

Erfreulich auch, dass ein Leser Paul Hegelmaier nachgeschlagen hat und spannend, dass er diesen nun mit Boris Palmer vergleicht. Wobei ich finde, dass das Remstal dem Hegelmaier überhaupt nicht gerecht wird. Wer aus Berlin heraus seine Geschäfte in Heilbronn erledigen kann, für den ist nicht nur das Remstal, sondern auch das Unterland viel zu eng.

Kurz vor Beenden dieses Blog-Beitrags wurde ich darüber informiert, dass einer meiner Totholzhaufen den Regen nicht überstand. Wohl weil ich im Frühjahr nachgelegt hatte war er anscheinend zur kopflastig. Da auch noch ein Baum den größten Ast verloren hat, wurde es eine kombinierte Aktion. Das Ganze sieht nun nicht mehr so hübsch wie vorher aus, dürfte aber bis zum nächsten Jahr stehen bleiben. Die Mäuse im Haufen waren zumindest mit meiner Aktion zufrieden, denn sie liefen kurz darauf im Haufen hin und her.

Nun ist aber wirklich Schluss für heute, mein Posteingang wartet und meine Timeline sagt mir, dass auch andere Blogger fleißig waren.

Rundschreiben

Zwischen Tür und Angel konnte ich auch noch mein monatlichen Rundschreiben unter die Menschen bringen, zeitgleich finalisierte Franz Schirm unsere Fahrt nach Budapest. Und auch die Fahrt nach Sarajewo ist in trockenen Tüchern; der Dank geht dabei an Semin Bristina.

Aktuell haben 44 % der Empfänger das Rundschreiben angeklickt, was unter dem Durchschnitt liegt und von mir unter Urlaubszeit abgebucht wird. Für die Blog-Leser, die mein Rundschreiben nicht abonnieren (kleiner Insider), stelle ich einen Auszug zur Verfügung.

So langsam neigt sich auch ein sehr warmer Sommer seinem Ende zu. Der menschengemachte Klimawandel kommt nun so richtig in Fahrt. Und auch das politische Klima wird immer rauer. Einen ersten Geschmack davon dürfen wir uns gleich am Sonntag, 6. September 2026 in Sachsen-Anhalt machen. Was sich sicherlich auch auf die Kommunalwahl in Niedersachsen am 13. September 2026 auswirken wird. Ganz zu schweigen von den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September 2026. …

Die kommenden September werden noch viel heißer als der diesjährige, wohl aber kaum so spannend. Bereits am Dienstag, 1. September 2026 um 19.00 Uhr werden wir die Diskussion beim Europastammtisch im Lo Stadio starten. Zudem besteht am Samstag, 5. September um 10.00 Uhr die Möglichkeit die Diskussion beim Europäischen Frühstück auszuweiten. Gerne stelle ich hierbei die acht Gesprächskreise der Hertensteiner Gespräche vor. 

Passend auch die Podiumsdiskussion der Hertensteiner Gespräche, wobei das Thema Gesellschaftliche Resilienz als Europas erste Verteidigungslinie: Wie wir hybriden Angriffen begegnen sehr gut auch die Entwicklungen in den neuen Bundesländern abdecken kann. Jüngst konnte man in den Medien lesen, dass Magnus Brechtken vorschlug, wütende Ostdeutsche an ein paar historische Fakten zu erinnern. Ein Thema, das wir bereits seit den ersten Hertensteiner Gesprächen thematisieren. Wobei ich davon ausgehe, dass man sämtliche Menschen immer wieder an Fakten und gerne auch an historische erinnern sollte.

Aufmerksamkeit

Heute auch ein Thema beim freitäglichen Kaffeehausgespräch mit Detlef Stern. Je mehr wir Menschen werden, umso schwieriger ist es für uns alle noch die Aufmerksamkeit zu bekommen, die wir gerne hätten. Jene, denen dies nicht so ganz wichtig ist, die sind eindeutig im Vorteil. All jene, die davon nicht genug bekommen, dürfte man inzwischen auf TikTok und Instagram finden — wohl ohne eine einzige Ausnahme, zumindest bei uns Deutschen.

Und was machen Menschen nicht alles, um ein wenig Aufmerksamkeit zu erregen. In meiner Schulzeit entblösten sich Mitschüler rein zufällig vor der gesamten Klasse während die härtesten Zeitgenossen dann doch schon an einen Elektrozaun pinkeln mussten. Die Dümmsten unter uns stiegen auf irgendwelche Waggons, nur um festzustellen, dass Oberleitungen tatsächlich Strom führen.

Im Vergleich zu heute waren wir die reinsten Waschlappen, wobei das auf Züge steigen noch heute sehr gerne genommen wird. Inzwischen ist das Ganze bereits so aus dem Ruder gelaufen, dass man bereits ein klein wenig Aufmerksamkeit erzielt, wenn man kein Tattoo oder Piercing hat.

Und deshalb gibt es die Social Media und dies am besten kombiniert mit völlig sinnlosen Reisen, was den Neideffekt der Nachbarn noch ganz gut mit einbezieht — wirklich alles alleine nur für ein wenig Aufmerksamkeit.

Schlimm, dass es den Menschen immer weniger um die Aufmerksamkeit von jenen geht, die in ihrer unmittelbaren Nähe leben oder für die sie sich sogar interessieren könnten, sondern es geht gleich um die Aufmerksamkeit von Millionen von Menschen, die sie niemals selber kennenlernen werden können!

Schön für jemanden, wenn er sich nicht gerade beruflich bedingt am Nordkap aufhalten kann. Meine Frage wäre dabei, für was überhaupt und was hat er dann dort gemacht? Ich kenne die Antwort bereits: TikTok-Videos. Früher™ hat man noch Fotos und Dias gemacht, nur um die eigene Familie ein Jahr lang damit zu terrorisieren. Die Profis zeigten dabei erst die Bilder und hinterher mussten man dann auch noch zu einem Dia-Abend anrücken. Und wenn man außer Familie und Freunden jemand beeindrucken wollte, dann stellte man sich einen gebrauchten Benz vors Haus oder in die Straße — das war es aber auch schon.

The New Yorker ist eine von mir schon immer sehr gern gelesene Zeitschrift, für die man allerdings sehr viel Zeit opfern muss, ähnlich wie früher einmal bei der Zeit. Dafür bekommt man aber auch, zumindest noch beim New Yorker, Qualitätsjournalismus. Und diese Journalisten stellen ganz gute Fragen. Eine implizite Frage dabei ist, warum machen Menschen so etwas überhaupt?

Man stellt sich auf einen Stein, wohl weil dort bereits Hunderttausende von anderen Menschen gestanden haben. Und dann stellt man davon auch noch ein Bild ins Internet, welches nun neben Hunderttausenden gleicher Fotos stehen wird. Karl Valentin brachte es vor Jahrzehnten bereits wie folgt auf den Punkt: „Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen.“ Damit dürfte dieses menschliche Bedürfnis, welches eigentlich den Lemmingen nachgesagt wird, schon immer bestanden haben.

Aber es bleibt weiterhin die Frage, warum wollen Menschen heutzutage gleich die Aufmerksamkeit von der gesamten Welt? Vielleicht auch nur, weil sie die Aufmerksamkeit von einer einzigen Person nicht ertragen können.