Zukunft

13.2.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Zukunft | © mykedaigadget from Pixabay

Landesregierung

Bevor es demnächst eine neue Regierung in Stuttgart geben wird, schauen wir einmal kurz auf die bisherige. Dank Bündnis 90/Die Grünen und der CDU die größte Regierung Baden-Württembergs aller Zeiten. Wir wissen heute zwar noch nicht, wie die kommende Regierung aussehen wird, allerdings wissen wir ganz genau, dass diese noch größer als die letzte werden wird. Man sollte schon jetzt einen ganz neuen Tisch bestellen!

An der Spitze unserer Landesregierung steht Winfried Kretschmann. Dieser residiert mit seinem persönlichen Gefolge in der Villa Reitzenstein. Ihn unterstützen weitere elf Minister mit ihren eigenen Stäben und Verwaltungen, was insgesamt dazu führt, dass am Kabinettstisch 28 Politiker sitzen.

Jörg Krauss passt als Staatsminister und Chef der Staatskanzlei darauf auf, dass der Ministerpräsident immer seinen Tee richtig temperiert zur Verfügung hat. Florian Haßler ist Staatssekretär für politische Koordinierung, Europa und Internationales im Staatsministerium und mir schon alleine aufgrund seiner Tätigkeit bekannt und in guter Erinnerung.

Innenminister Thomas Strobl, der auch noch stv. Ministerpräsident sein darf, was immer das auch sein mag. Durch unzählige hausinterne Skandale konnte er seinen Bekanntheitsgrad in den vergangenen Jahren erhalten. Zum Schluss fragt eh niemand, warum man den Politiker oder diese Politikerin überhaupt kennt.

Dr. Danyal Bayaz ist der Finanzminister, von dem die wenigstens schon einmal etwas gehört haben dürften. Theresa Schopper ist Kultusministerin, nur für den Fall, wenn sich jemand fragen sollte, warum unser Bildungssystem so schwer gebeutelt ist. Für Petra Olschowski wurde das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geschaffen, denn wir wissen alle, dass unsere Intelligenzija ganz alleine ohne jegliche Gängeleien nichts auf die Reihe bekommen würde.

Thekla Walker ist Umweltministerin, schon alleine deren Notwendigkeit bezeugt, dass heutige Regierungen nichts mehr auf die Reihe bekommen, und gibt zudem darüber Auskunft, dass man lieber an den Auswirkungen herumspielt als einmal an den Ursachen zu arbeiten.

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut darf sich um den Tourismus kümmern und wenn noch Zeit übrig ist, um die Wirtschaft. Wer Arbeit sucht, dafür ist sie auch zuständig. Manne Lucha darf den Betreuungsonkel geben und sich um Soziales, Gesundheit und Integration kümmern. Marion Gentges ist zuständig für Justiz und Migration, was wohl bezeugen soll, dass bei uns nur Ausländer kriminell sind.

Winfried Hermann ist zumindest mir bekannt, da er sich gerne für seine Aufgaben als nicht zuständig erklärt. Er ist Minister für Verkehr, nur für welchen dürften sich auch andere fragen. Peter Hauk ist auch ein Minister, nämlich für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. Nicole Razavi sollte sich als Ministerin eigentlich um die Landesentwicklung und Wohnen kümmern — sie dürfte sich inzwischen wohl eingerichtet haben.

Rudi Hoogvliet ist Staatssekretär für Medienpolitik und koordiniert wohl die Termine der Landesregierungsmitglieder bei den Friseuren, Visagisten und Talk Show-Auftritten. Barbara Bosch musste man auch irgendwie noch unterbringen; sie darf als Staatssekretärin Zivilgesellschaft und Bürger bespaßen — ihr Bekanntheitsgrad dürfte dabei gute Auskunft über ihren Erfolg geben. Sandra Boser staatssekretärt so im Bereich Kultus, Jugend und Sport herum. Volker Schebesta hilft ihr gemäß Regierungsvertrag mit dabei, was zeigen könnte, wie wichtig das für die Regierung ist oder auch nur, dass man dies einer Frau so ganz alleine einfach noch nicht zutraut.

Thomas Blenke ist Staatssekretär für Digitalisierung und Kommunen. Staatssekretärin Gisela Splett ist die „schwäbische Hausfrau“ im Finanzministerium; seit Angela Merkel ist solch eine Position in der Union einfach gesetzt und die Grünen haben, was die Finanzen angeht, eh keine Ahnung, zumindest wenn man CDU-Mitglieder befragt.

Arne Braun, Dr. Andre Baumann, Dr. Patrick Rapp, Dr. Ute Leidig, Siegfried Lorek, Elke Zimmer, Sabine Kurtz und Andrea Lindlohr sind auch noch da, ebenfalls Staatssekretäre und dürften sich bestimmt in ihren jeweiligen Parteien ihre Meriten verdient haben.

All diese Frauen und Männer bilden die aktuelle Landesregierung und passen kaum noch an den Tisch. Unter Leitung des Ministerpräsidenten kommen sie in der Regel wöchentlich zu einer Kabinettssitzung zusammen. Nur für den Fall, dass sich jemand fragen sollte, warum auch diese Regierung nichts gebacken bekommt. Arbeit findet bekanntlich nur bei bis maximal zwölf Personen in einer Besprechung statt, manche behaupten sogar, dass bereits bei sieben Personen die absolute Obergrenze erreicht sei.

Funfact am Rande, alleine für das oben verlinkte Gruppenfoto dürften mindestens 5 000 Euro an Friseur- und Visagistenkosten angefallen sein.

Vermischtes

Kaum sind die Klausurergebnisse veröffentlicht, schon kommen die Anfragen zur Klausureinsicht. Meist ist dies dann meine erste Begegnung mit den betroffenen Studenten. So lange manche Studenten die Klausur bestehen, ohne sich jemals das Thema etwas näher angeschaut oder eine diesbezügliche Vorlesung besucht zu haben, wird sich daran sicherlich nichts ändern. Als Student darf man nur nicht dem Irrglauben verfallen, dass man etwas gelernt hat, wenn man nur so ganz knapp am Scheitern vorbeigerauscht ist. Manchen gelingt mit dieser Methode sicherlich auch ein Abschluss, was erklären könnte, dass solche Abschlüsse inzwischen in Firmen, die tatsächlich noch Geld verdienen müssen, nichts mehr wert sind.

Leider aber leben wir in einer Transfergesellschaft, wo viel zu viele Firmen nur noch Menschen einstellen, um an die staatlichen Transferzahlungen zu gelangen. Das ist fast wie in der DDR: alle sind in Arbeit und keiner bekommt noch etwas gebacken. Und es dürfte auch keinen wirklich wundern, dass Menschen sich lieber Scheinarbeitsplätze suchen, als tatsächlich noch zu malochen und echte Verantwortung zu übernehmen.

Noch vor Kurzem mussten Leistungssportler Politikerbesuche in Duschen und auf Toiletten über sich ergehen lassen, dank inzwischen funktionierender Telefonverbindungen können sie unsere Politiker nun ganz einfach wegdrücken. Wenn dies aber zum Regelfall werden sollte, müssen wir damit rechnen, dass das Wegdrücken bald nicht mehr geht oder schlimmer noch die dafür anfallenden Strafzahlungen sogleich mit auf die Telefonrechnung kommen.

Marco Rubio ist heute in München angekommen. Wir dürfen alle gespannt darauf sein, was für Beleidigungen und Drohungen das Trump-Regime dieses Mal wieder mit dabei hat. Wir Europäer haben dabei erneut das Problem, wie geht man mit einer gewählten Bande von Kriminellen um? Ganz offensichtlich haben alle Europäer aus der Hitler-Diktatur nichts gelernt.

Opernball

Wie erwartet war auch der diesjährige 68. Wiener Opernball ein voller Erfolg. Mehr als 5 000 Gäste aus aller Welt erlebten bis in die frühem Morgenstunden eine rauschende Ballnacht voller Musik, Tanz und Tradition. Für jene, die wie ich dem ganzen Treiben am Bildschirm folgten, war allerdings kurz nach Mitternacht bereits wieder Ende Gelände.

Seit 1877 ist der Opernball fixer Bestandteil des Wiener Veranstaltungskalenders und damit eines der kulturellen Highlights Europas. Wahrscheinlich sogar das Aushängeschild europäischer Kultur weltweit. Für mich immer wieder völlig unverständlich und faszinierend zugleich, wie viele unterschiedliche wunderbare Roben es an einem einzigen Ort geben kann. Und ganz unserer Kultur geschuldet dabei auch die eine oder andere völlige Geschmacklosigkeit — was selbstverständlich immer in den Augen des Betrachters liegt.

Thema des Abends auch der Vergleich dieses Balls, von denen Wien gleich mehrere ähnlich erfolgreiche hat, mit dem Opernball in Dresden. Den Semperopernball gibt es auch schon seit 2006 (1925) und er dürfte etwas halb so groß wie der Wiener Opernball sein. Warum man beide Bälle miteinander vergleichen muss, liegt wohl an der sächsischen Mentalität. Auf alle Fälle aber kam auch Michael Kretschmer nach Wien, und ich hoffe, um von den Besten zu lernen und nicht, um mit Sebastian Kurz neue Ränke zu schmieden.

Auf alle Fälle aber finde ich es bewundernswert wie die Wiener und ihr österreichisches Drumherum, wobei sich hierbei die mittelständigen Unternehmer von ihrer besten Seite zeigen, für dieses kulturelle Highlight einsetzen. Sie scheinen dabei keine Kosten zu scheuen und versuchen für den Opernball Prominenz aus der ganzen Welt nach Wien zu locken.

Dieses Mal war Sharon Stone mit dabei und ganz offensichtlich von den Wienern und ihrem Charme völlig überwältigt — mit echten Bällen und Veranstaltungen kann Hollywood einfach nicht mithalten! Immer wieder findet man dort auch Gestalten wie Harald Glööckler, der mich dieses Mal durch seinen Wortwitz beeindruckte: „Küssen und Tanzen kostet extra!“


Konzert

Musikvideo der Woche 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Das James-Webb-Weltraumteleskop hat bereits am 14. März 2025 eine Supernova-Explosion beobachtet, die sich 730 Millionen Jahre nach dem Urknall ereignet hat und nun nach den Auswertungen einen neuen Rekord aufstellt. Das Licht war wohl mehr als 13 Milliarden Jahre lang zu uns unterwegs, wobei Quanten wohl außerhalb der Raumzeit existieren und ihnen somit in dieser Zeit kaum langweilig geworden ist. Grund für diese Beobachtung dürfte ein Gammablitz eines explodierenden Sterns mit mindestens 30- bis 50-facher Sonnenmasse gewesen sein.

So langsam bringe ich mich nun aber fürs Tanzbeinschwingen und den späteren Opernballabend in Stimmung. Meine zufällige Wahl — ich würfle (noch) nicht — fiel dabei auf Elton John, der schon seit den 1960er-Jahren musikalisch unterwegs ist und damit den meisten von uns immer wieder einmal über den Weg gelaufen sein müsste.

Bereits im April 1972 schrieb er mit „Rocket Man“ Musikgeschichte und lieferte hinfort und regelmäßig weitere Welthits: „And I’m gonna be high as a kite by then“ …

Der Song „Rocket Man“ befindet sich übrigens auf der Langspielplatte „Honky Château“ aus dem gleichen Jahr.

Mit dem „Lied Don’t Go Breaking My Heart“ zusammen mit Kiki Dee rockte er ab 1976 auch die kleineren Discotheken der Stadt.

Zum Schluss dann gleich noch ein Song aus dem Album „Too Low for Zero“ (1983): „I’m Still Standing“

Dieses Lied war bereits zum Jahreswechsel das Leitmotiv meiner schlimmsten 180 Tage, die ich bis heute durchleben durfte — und bewies uns allen, die damals mit daran beteiligt waren, dass, was nicht tötet, das härtet ab.

So dürfte ich sicherlich ganz entspannt auch durch den diesjährigen Opernballabend kommen. Und gleich morgen werde ich die Noten der letzten Klausur veröffentlichen; der Mittelwert der Leistungen mit numerischer Bewertung liegt bei 3,88. Einen „Rocketeer“ gab es allerdings und damit weiter Hoffnung, dass es doch noch echte Studenten im Fachbereich gibt.

„I miss the Earth so much, I miss my wife
It’s lonely out in space
On such a timeless flight …
And I think it’s gonna be a long, long time“

Elton John, Rocket MAn (1972)

Tangotänzer

12.2.02026 4.5 (11)

Beitragsfoto: Tangotänzer | © Shutterstock

Vermischtes

Wir haben weiterhin Beamte in Funktionen, wo man diese eigentlich nicht benötigt. Nehmen wir zum Beispiel Lehrer. Und wenn wir diese dann doch und immer noch sehr zahlreich haben, wundert es mich sehr, dass man sie nicht richtig einsetzt. Wir haben aktuell einen großen Mangel an Lehrern, vor allem an gut qualifizierten. Und so könnte man ohne Wenn und Aber sämtliche pensionierten Lehrer reaktivieren und wieder in die Schulen schicken.

Was macht man in einer Demokratie, wenn die Zustimmungsraten für die eigenen Staatschefs sinken? Man schafft sie einfach ab. Gibt es nicht? Gibt es doch! „After nearly 90 years, the Gallup Organization will no longer track presidential approval ratings, which served as a steady way to measure Americans’ views of their elected leaders.

Bei uns ist man nicht so plump wie in den USA, da lässt man die Zustimmungsraten wohl demnächst von einer KI veröffentlichen. Besser noch, man ergänzt diese durch eine „gefühlte Zustimmung“.

Testlauf

Eine voll und ganz schlecht organisiserte Veranstaltung des Ulmer Kreisverbandes der EUROPA-UNION lässt nun Schlimmeres vermuten.

Wenn man als verantwortungsscheuer Mensch gerne einen Verein führen möchte, dann nimmt man am besten gegen alle Regeln eine Doppelspitze und schiebt sich dann die Schuld für das eigene Versagen gegenseitig in die Schuhe. Politik und Verantwortung, das war einmal!

Aber das ist nicht das wirklich Schlimme daran, auch nicht, dass sich dabei u. a. ein Landtagsabgeordneter auf Kosten des Verbands ins rechte Licht setzen möchte — das sind wir seit Jahren gewohnt.

Das Schlimme daran ist, dass man so langsam erkennen kann, warum es überhaupt eine WerteUnion gibt, nämlich als Testlauf der Union, wie man wieder am besten mit der AfD verschmelzen kann.

Die EUROPA-UNION ist ein Sammelbecken für alle demokratischen Kräfte in unserem Land, die sich zudem der Europäischen Idee verschrieben haben, dieser zumindest aber nicht negativ gegenüber stehen. Damit ist dieser Verband eine Plattform für den demokratischen Austausch. Auf alle Fälle aber ist er keine Plattform für Totalitaristen oder totalitaristische Experimente demokratischer Parteien!

Wer als demokratischer Politiker Totalitaristen stellen und „ins Schwitzen bringen“ möchte, der könnte dies das gesamte Jahr über tun, gerne auch auf eigens dafür geschaffenen Veranstaltungen oder Talk Shows im ÖRR, aber nicht auf Kosten unseres Verbandes!

Harold and Maude

Heute erfuhr ich durch die New York Times, dass Bud Cort verstorben ist. Ein Grund, um demnächst wieder einmal diesen Film aus 1971 anzuschauen — das ist Kult!

Dieser Film passt heute mehr denn je in unser aller Leben, wobei Bud Cort ein sehr gutes Beispiel für ein Leben eines kaum anpassungswilligen Menschen ist. Es gibt gute Gründe, warum wir Menschen immer nach Kompromissen suchen (sollten). Wer etwas mehr über den Film erfahren möchte, der wird hier fündig.

Apropos Kult, seit meinem Studium ist der Wiener Opernball für mich die Quintessenz eines jeden Tanzballs, selbst wenn es weit bessere Bälle zum Tanzen gibt, wie z. B. den Heilbronner Europa-Ball. Und so werden wir heute Abend das Schwingen des Tanzbeins frühzeitig unterbrechen, nur um sicherzustellen, dass wir der Berichterstattung folgen können.

Was mich dann doch etwas verstört ist, dass Sebastian Kurz, der Sargnagel österreichischer Demokratie, sich gleich ganze zwei Logen gesichert hat. Nun bin ich etwas gespannt darauf, welche deutsche Politiker ihm an diesem Abend in den Hintern schlupfen werden.

Laut Spiegel soll Sharon Stone dieses Jahr für den passenden Glanz sorgen. Auf alle Fälle haben meine bessere Hälfte sicherlich wieder einen vergnüglichen Abend und erhalten dabei auch ganz neue Ideen, wie wir den Europa-Ball aufpeppen könnten, wenn wir nur ein wenig mehr finanzielle Unterstützung bekämen.

Auf alle Fälle würden die Wiener und deren Gäste über unseren Eintrittspreis lächeln, der nicht einmal 10 % des Eintritts zum Wiener Opernball beträgt. Wer in der tiefen Provinz einen Ball veranstaltet, der muss einfach mit Kompromissen leben.

Und wenn wir schon einmal bei alten Frauen sind, Angela Merkel lässt dementieren, dass sie als Bundespräsidentin zur Verfügung stünde. Wenn dem auch so ist, dann muss ich ihr voll und ganz zustimmen, denn sie wäre für diesen inzwischen völlig nutzlosen Job absolut überqualifiziert!