Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Weindorf

Fast hätte ich es verpasst. In Heilbronn wurde gestern die fünfte Jahreszeit eröffnet. Für dieses Fest scheut die Stadtverwaltung keine Kosten. Alleine für die neuen Sperren hat unsere Stadt 2,4 Millionen Euro ausgegeben. Dafür erhalten die erwarteten 250 000 Besucher aber ein ganz besonderes Sicherheitsgefühl, inklusive Taschenkontrollen vor dem Zutritt zum Fest.

„Vom 10. bis 19. September 2026 verwandelt sich der Marktplatz in eine der schönsten Weinfest-Locations der Region: Entdecke zehn Tage lang rund 400 Weiß- und Rotweine, Sekte, Seccos sowie alkoholfreie Erfrischungen. Auch kulinarisch hat das Weindorf viel zu bieten: Von regionalen Spezialitäten bis zu beliebten Streetfood-Klassikern ist für jeden Geschmack etwas dabei. Livemusik, Weinproben und Führungen sorgen für ein abwechslungsreiches Programm.
Freu dich auf zehn Tage voller Genuss, Begegnung und Atmosphäre mitten in Heilbronn.“

Stadt Heilbronn (11.9.2026)

Bis zum 20. September 2026 ist in Heilbronn nun wieder Pause. Danach arbeitet unsere Stadtverwaltung sicherlich an einem Drohnenabwehrkonzept. Mit ein wenig KI könnte man die noch anzuschaffenden entsprechenden Waffensysteme unterjährig zur Entnahme von Tauben, Nilgänsen und Katzen aus der Stadt verwenden.

Vermischtes

Gestern Abend habe ich doch so einige Folgen „Boston Legal“ gebingt. Und nun frage ich mich, ob die Hamburger Kollegen auch so eine angenehme Arbeitsatmosphäre wie die in Boston haben. Auch ob diese einen Blick auf die Binnenalster oder gleich auf die Elbe genießen können. Auf alle Fälle ist die Serie auch ein zweites Mal sehenswert und hat dabei mehr Tiefe als man bei Juristen so allgemein vermuten könnte.

Nicht in jeder Folge sitzen Denny Crane und Alan Shore zusammen mit einem Whiskey in der Hand auf der Kanzleiterasse, manchmal auch gar nicht oder hinter Gittern; wobei die Frage, ob einbeinige Menschen die besseren Liebhaber seien nicht endgültig geklärt wurde. Nun aber habe ich für mich eine Terrasse im Blick, auf der ich meine Abende gerne ausklingen lassen würde — am Whisky dürfte es sicherlich nicht scheitern.

Heute Morgen hatte ich ein sehr unterhaltendes und interessantes Gespräch mit Detlef Stern. Kaum zurück durfte ich Pferde kotzen sehen — unvorstellbar, was es bei uns heutzutage so alles gibt. So unvorstellbar, dass selbst ich davor zurückscheue, darüber zu schreiben!

Im Rückblick hätte ich es bereits vor Jahrzehnten kommen sehen müssen, meine Heimatliebe hat aber und dies trotz Warnungen seitens Außenstehender, was es für mich nun umso schlimmer macht, meine ganz normale Auffassungsgabe eingeschränkt. Hinterher ist man immer klüger! Mein Trost dabei, es ergibt alles seinen Sinn, man muss nur genügend Informationen zur Verfügung haben.

Die Terroranschläge am 11. September 2001 waren selbstverständlich auch Thema unseres Gespräches. Rein zufällig waren wir beide an diesem Tag in Hamburg. Beide erinnern wir uns daran, wobei Detlef Stern diesen Tag als besonderes Erlebnis für sich verbucht. Für ihn war es sozusagen ein besonderes Vorkommnis, so wie man dies bei der Bundeswehr nennt. Meine beiden BV waren die Mondlandung am 20. Juli 1969, die ich auf einer Couch in Heilbronn vor dem Fernseher sah und das Challenger-Unglück am 28. Januar 1986, welches ich vom Bett aus in München mitverfolgen konnte.

Wahnsinn

Das Asbest, welches sich beim Einsturz der beiden World Trade Center-Türme heute vor 25 Jahren wohl über ganz New York verteilt hat, dürfte zudem als Wolke bis nach Washington D. C. gelangt sein und sich dort endgültig festgesetzt haben. Anders kann ich mir die Entwicklung in den USA nicht mehr erklären; außerdem dürfte nun sicher sein, dass Asbest nicht nur die Lungen, sondern ganz besonders auch das Hirn schädigt.

Nicht nur, dass der amtierende US-Präsident schon länger völlig übergeschnappt ist und die gesamte GOP einschließlich der eigenen Verwandtschaft — die toten Republikaner einmal ausgenommen — nur noch aus hirn- und rückgratlosen Mitläufern besteht, sondern inzwischen selbst die US-Medien immer mehr zum Letzten werden, was so aktuell auf Gottes Erdboden herumkreucht und -fleucht.

Ich weiß nicht wie lange Jimmy Kimmel damit online sein wird, aber er spricht diesen unglaublichen Schlamassel wenigstens noch an.

Wenn wir Menschen nicht mehr sagen und schreiben dürfen was wir möchten, wenn wir nur noch mit ganz bestimmten Menschen Umgang haben dürfen, wenn uns sogar vorgeschrieben wird, was wir denken oder glauben sollen, dann stimmt etwas mit uns Menschen insgesamt nicht mehr!

Aber nein, wir müssen nicht mit dem Finger in Richtung USA zeigen, denn auch bei uns wird es immer unglaublicher. Inzwischen sind auch wir zumindest in Teilen schon mehrheitlich dazu bereit, die allerletzten Vollhonks zu unseren Vertretern zu wählen; Menschen, die schon heute einen Donald Trump ganz alt aussehen lassen.

Wobei sich alle, die noch nicht ausreichend Asbest eingeatmet haben sich immer öfters fragen, warum man als Mensch nur solche Gestalten ernst nehmen und wählen kann. Eine Erklärung wäre, wenn man nicht davon ausgehen möchte, dass diese Wähler schlichtweg debil sind oder doch schon immer Totalitaristen waren, dass diese vor die Wahl gestellt, ob sie weiterhin einen Halbhonk wählen oder dann doch gleich den Vollhonk nehmen sollen, inzwischen aus lauter Verzweiflung heraus letzteren nehmen!

Was dann zur Folge hätte, dass, wenn unsere demokratischen Parteien nicht anstatt ihre Halbhonks immer wieder in Ämter zu schaufeln, diese nicht endlich aus den eigenen Reihen entfernen, der Wähler zum Schluss mehrheitlich, wie bereits in den USA auch, den Vollhonk nimmt.

Die Begründung ist dabei einleuchtend: beim Vollhonk weiß jeder, was er bekommt und woran er ist, bei den Halbhonks hingegen ist es über die Dauer hinweg wie russisches Roulette — und das macht jeden fast ohne Ausnahme über kurz oder lang irre!

Unsere demokratischen Parteien, die weiterhin zumindest an der Basis den Puls der Zeit kennen, müssten um dieses Dilemma wissen! Warum sie dann aber auch noch den allerletzten Honk immer wieder aus der Versenkung holen und in Ämter hieven, wird deren Geheimnis bleiben.

Böse Zungen behaupten dabei, dass die Honkdichte gerade in Parteien seit Jahren stärker zunimmt als im restlichen Teil der Bevölkerung, was sicherlich noch bis in die 1970er-Jahre hinein durchweg andersherum war und tatsächlich etwas mit der damaligen Schulbildung zutun hatte.

„There are many ways that men go dead as they age. One way … they start incorporating all the learned politically-correct behavior and thoughts into who they are, in the process deny what they are.“

Denny Crane, Dances With Wolves (5.3)

Kleinkunst

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Beitragsfoto: Kleinkunst

Kleinkunst

Erfreulich, dass man in Heilbronn immer mehr Kleinkunst im öffentlichen Raum erblicken kann. Oben habe ich einmal ein Beispiel mit angefügt. Wer weiß, wo man diesen US-Präsidenten findet?

Mit einem meiner eigenen fotografischen Abenteuer habe ich aktuell ein Problem. Vor Kurzem hatte ich berichtet, dass sich ein Amtsgericht bei mir meldete. Diesem Amtsgericht habe ich selbstverständlich geantwortet, auch wenn sie mich falsch adressierten. Was nun dazu führte, dass sich die KSP Kanzlei Dr. Seegers, Dr. Frankenheim Rechtsanwaltsgesellschaft mbH aus Hamburg bei mir meldete. Das Anschreiben datiert vom 1. September 2026 und wurde nicht von einem der 21 dort aufgeführten Anwälte unterschrieben, sondern von einer FNU Liersch. Wie bereits geschrieben, diese Anwältin ist mir sympathisch, alleine, weil sie meine im Impressum des Blogs aufgeführte Anschrift richtig in den Anschriftenblock des Anschreibens einfügen konnte.

Bis morgen soll ich nun eine Gesamtforderung von 419,91 Euro an die besagte Kanzlei überweisen, ansonsten wird sich eines von zwei Amtsgerichten erneut bei mir melden. Beim Schreiben des Amtsgerichts waren es noch 419,66 Euro. Ich muss mal einen Banker fragen, was für Zinssätze bei Gericht so gelten.

Dem Anschreiben wurde eine Forderungsaufstellung beigelegt, die sich zwar spannend liest, allerdings keinen Aufschluss darüber geben kann, wie diese Beträge überhaupt zustande kommen. Interessant dabei, dass diese Forderung der dpa Picture-Allianz GmbH seit dem 23.8.2023 bestehen soll. Bei weit über 20 Rechtsanwälten und wer weiß wie vielen weiteren Angestellten hätte man in den letzten drei Jahren doch einmal prüfen können, ob man meine Adresse auch richtig abgespeichert hat. Da ich aktuell wieder einmal „Boston Legal“ binge, hätte ich so Ideen, warum man das nicht hinbekommt.

Spannend wir es nun aber, da ein weiteres Schreiben dem besagten Anschreiben beigefügt wurde. Dieses stammt angeblich vom 11.3.2026, wurde falsch adressiert und von Dr. Birgit Rase unterschrieben; eine Rechtsanwältin, die im Briefkopf mit aufgeführt ist. Im März diesen Jahres betrug die Forderung noch 346,74 Euro und setzt sich aus 140 Euro Schadensersatz, 85 Euro Dokumentationskosten, Zinsen wohl seit August 2023? — warum auch immer — in Höhe von 41,40 Euro, einer Rechstanwaltsvergütung von 66,95 Euro und einer Auslagenpauschale in Höhe von 13,39 Euro zusammen.

Dann erfahre ich tatsächlich einmal, was mir angeblich zur Last gelegt wird, denn das Schreiben verweist auf einen Blog-Beitrag vom 29. April 2019. Selbstverständlich habe ich das dort beanstandete Bild — meines Erachtens hatte ich ein Foto einer Wahlaufforderung des Europäischen Parlaments abfotografiert — sofort entfernt und durch ein weit besseres von Pixabay ersetzt; hätte ich Depp bereits vor Jahren machen können! Völlig unverständlich für mich dabei, warum ich den gesamten Blog-Beitrag nicht schon lange gelöscht habe; nun wird er wohl alleine aus Dokumentationszwecken hier bestehen bleiben.

Aus reiner Neugierde habe ich das besagte und angebliche dpa-Foto auf der Website der Picture-Allianz gesucht, um festzustellen, was es mich ursprünglich gekostet hätte. Meine Leser dürften es wissen, dass ich Fotos tatsächlich bei den unterschiedlichsten Agenturen käuflich erwerbe — alleine schon um keine Post von einem Rechstanwalt und schon gar nicht von einer ganzen Rechtsanwaltskanzlei zu erhalten.

Leider habe ich das beanstandete Foto nicht im Bestand der Picture-Allianz gefunden. Bekam dann aber die Info, das, wenn ich mich dort registrieren würde, ich auf sämtliche Bilder zugreifen könne. Nach dem erfolgreichen Registrieren bekam ich tatsächlich noch mehr Fotos zu sehen, leider aber weiterhin nicht jenes, das mich nun 140 Euro Netto kosten soll. Wobei ich zugeben muss, dass ich das bei mir beanstandete Foto selber auch nicht verkaufen würde. Kann aber auch sein, dass dieses Foto eine ganz besondere Sonderedition ist, was dann auch den Preis halbwegs erklären könnte.

Eigentlich, alleine nur des Friedens willen, hätte ich den geforderten Betrag schon längst überwiesen, dann aber würde ich dumm sterben müssen, denn ich weiß bis heute nicht, woher das Originalfoto stammt, ob es überhaupt noch existiert oder gar jemals hat und wer der eigentliche Urheber ist?

Wenn ich angeblich zu schnell gefahren bin, bekomme ich wenigstes ein Foto zugeschickt, welches meine Schuld dokumentieren soll. So muss mich nun wohl ein Richter erhellen und der hätte sicherlich etwas weit besseres zu tun.

Auch stellt sich mir die Frage, warum man mich seitens der Hamburger Rechtsanwaltskanzlei nicht schon vor drei Jahren kontaktiert hat? Dann hätte ich wohl sogleich die 140 Euro überwiesen, schon alleine um des Friedens willens. So muss ich davon ausgehen, dass man so lange gewartet hat, bis mindestens 300 Euro zusammenkamen, damit sich das auch für eine Hamburger Rechtsanwaltskanzlei lohnt.

Ich gebe hier nun nicht bekannt, was Heilbronner Rechtsanwälte und -kanzleien so üblich verlangen, sonst platzen die Hamburger noch vor Neid! Auf alle Fälle binge ich heute noch „Boston Legal“. Und wäre ich etwas jünger und unverheiratet, dann würde ich vielleicht auch noch von jungen Rechtsanwältinnen träumen — nicht aber von den Stalkern unter diesen, denn die sind echt gruselig.

„When God strips you of your talent, He should at least have the decency to strip away the memory of having had it.“

Denny Crane, A Whiff and a Prayer (2.04)

Vermischtes

Der Smart City Index war hier schon 2022 und 2024 Thema, Zeit, um meine Leser wieder einmal auf dem Laufenden zu halten. Bei uns geht seit Jahren alles mit dem Mund, wobei man auch sehr gerne noch ein paar Schilder anbringen lässt, da es immer gut ist, wenn man so ganz nebenbei noch etwas zuverdienen kann. Was mich irgendwie nun wieder daran erinnert, dass wir einmal ein Millionen Euro teures „Gipsmodell“ der BUGA-Stadt hatten; in welchem Promi-Keller wird es wohl gelandet sein? Kann aber auch sein, dass es für weitere Steuergelder schon längst entsorgt wurde, denn eine Augenweide war dieses Steuergelder verschwendende Ungetüm sicherlich nicht.

„Der Smart City Index ist das Digitalranking der deutschen Großstädte. Experten des Bitkom haben dafür in fünf Themenbereichen 14 442 Datenpunkte erfasst, überprüft und qualifiziert. Die 39 Indikatoren berechnen sich aus 174 Parametern pro Stadt – von Online-Bürger-Services über Sharing-Angebote für Mobilität und intelligente Ampelanlagen bis hin zur Breitbandverfügbarkeit. Untersucht wurden alle deutschen Städte ab 100 000 Einwohnern. Den Indexwerten liegen Angaben der untersuchten Städte sowie amtliche Statistiken und öffentlich zugängliche Datenquellen zugrunde. Die Ergebnisse sind für jede Stadt einzeln abrufbar.“

Bitkom; Smart City Index 2026 (10.9.2026)

Für uns in Heilbronn — unabhängig davon, was so ein Index aus der Privatwirtschaft überhaupt zu bedeuten hat — ist dabei wichtig, dass wir nun mit einem Index von 71.3 auf dem 53. Platz von insgesamt 83 bewerteten Städten liegen. Noch interessanter, dass wir trotz der Verlautbarungen aus Politik und von unseren systemrelevanten Personen in knapp zwei Jahren um 16 Plätze abgerutscht sind. Am interessantesten ist dabei, dass unser Gemeinderat die dafür verwendeten Steuergelder ganz offensichtlich völlig umsonst aus dem Fenster geschmissen hat.

Wer sch nun etwas mehr interessiert, der findet alle Heilbronner Index-Daten gleich hier. Kann aber auch sein, dass es dafür schon längst ein Smart-City-Stadt-Gipsmodell im Rathaus gibt.

Ich hätte diesbezüglich tatsächlich einen Verbesserungsvorschlag, der sich an die Stadtschilder aus den Hollywood-Western anlehnt, nämlich digitale Straßenschilder: „Heilbronn – Smart City Stadt – Index 71.3“.

Nun bin ich einmal gespannt darauf, was dieses Mal die Hofberichterstatter dazu berichten werden. Ich vermute, die machen auf die fehlende Relevanz eines solchen Indexes aufmerksam.

Heute konnte ich in völliger Ruhe meine Bahnen in der Neckarhalde ziehen, mein bestes Badeerlebnis dieses Jahr überhaupt! Bei meinem letzten Besuch traf ich Hannes Finkbeiner unter der dortigen Dusche, was in gut 60 Jahren zum ersten Mal der Fall war. Wahrscheinlich wollen nun alle Heilbronner mindestens einmal in der Neckarhalde gewesen sein, noch bevor dieses Kleinod völlig platt gemacht wird.

Gestern fuhren meine bessere Hälfte und ich in die baden-württembergische Pampa, um uns dort mit guten Bekannten zu treffen. Noch als junger Mann hätte mir die Rückfahrt sicherlich gefallen, wobei ich meinen kleinen Flitzer ausgetestet hätte. Nun aber tat ich mich mit diesen vielen Kurven nächtens doch etwas schwer. Verkehrstechnisch ist die Pampa weiterhin so gut befahrbar wie vor 40 Jahren, von ein paar neuen Schildern einmal abgesehen — echte Veränderungen werden bei uns inzwischen in Jahrhunderten gemessen.

Kein Mensch kann mir bis heute verständlich machen, warum wir mit Steuermitteln Weinberge oder Autofabriken erhalten müssen? Vor Jahrzehnten hatte ich noch verstanden, dass man aus einer Freien Marktwirtschaft eine Soziale Marktwirtschaft machen muss. Dass wir nun aber aus unserer Sozialen Marktwirtschaft eine Klientelwirtschaft machen, dafür fehlt mir jegliches Verständnis — könnte allerdings an meinem Alter liegen.


Film

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Beitragsfoto: Willkommen

Vermischtes

Nicht nur das Käffchen mit Detlef Stern am Freitag war Entspannung pur, sondern auch das Europäische Frühstück am Samstag. Und weil es so schön war, gab es nachmittags noch eine Wohnungseinweihung in Stuttgart. Die sensibleren Exemplare von uns Menschen können am eigenen Leben Migration und seine Folgen erleben. Bei entsprechenden Vorträgen fragte ich immer gerne ab, woher die Großeltern der Anwesenden stammen — ein sehr kurzer Augenblick der Menschheitsgeschichte. Äußerst selten stieß ich dabei auf 1 000 Jahre Inzucht im selben Dorf.

Melanie Mühl gibt in der FAZ Tipps darüber, wohin man jetzt besser nicht mehr reist. Wir Menschen, die wir alle Migranten sind und somit das Reisen im Blut haben, machen meines Erachtens bei uns in der Westlichen Welt einen kapitalen Fehler, denn wir reisen meist nur noch um des Reisens willen — koste es, was es wolle! Ob wir dabei einzig aus schnöder Langeweile reisen, weil wir uns selbst nicht mehr ertragen können oder einfach nur deshalb, weil wir es unseren Nachbarn meinen beweisen zu müssen, was für tolle Hechte wir sind, ist unerheblich. Wir schaden nur uns und unserer Umwelt.

Jedes Reisen muss einen echten Sinn und Zweck haben. Und das muss jeder Reisende für sich selbst ausmachen. Nur um auch einmal, so wie Millionen anderer Menschen zuvor, dort gewesen zu sein, ist dabei zu wenig Begründung. Den Nachbarn neidisch gemacht zu haben wohl die allermeiste. Wenn man sich selbst nicht leiden kann, dann kann man sich auch auf dem Mars nicht wirklich mehr oder besser leiden! Und wer meint, Bildung zu besitzen, nur weil er auch am Nordpol war, der besitzt vielleicht alles, nur keine Bildung.

Ceuta

Wieder einmal kann man sehen, was es bedeutet, wenn man die Gegenküste nicht kontrolliert. Jene 50 bis 100 Millionen Euro, die unsere Politiker sparen wollten, indem sie den Arabischen Frühling verhungern ließen, haben uns schon heute unzählige Milliarden Euro gekostet.

Wen das Ganze etwas weiter interessiert, der kann gerne meine entsprechenden Blog-Beiträge vor ca. 12 Jahren herauskramen. Auch mein erstes Buch aus 2020 versucht das mit der Migration ein klein wenig zu erklären.

Dass sich aber jüngst um die 60 000 Menschen in ein paar Tagen nach Ceuta bewegten ist eine mehr als traurige Angelegenheit. Man spielt nicht mit Menschenleben! Wobei es bis heute den meisten verantwortlichen Politikern nicht um Menschenleben an sich geht, sondern diese wollen nur möglichst billig an Wählerstimmen gelangen. Dass dabei dann ein paar Hundert und vielleicht sogar Tausende Menschen sterben müssen, ist ein ganz normaler politischer Kollateralschaden.

Und je weiter diese Menschenleben vom eigenen Wahlkreis entfernt sind, umso weniger interessiert es unsere Entscheidungsträger. Zugegeben, deren Wählern ist dies ebenfalls völlig schnurz.

Und so wurde die damalige Chance des Arabischen Frühlings für Europa und den gesamten Mittelmeerraum nicht genutzt; die damaligen Politiker waren mehr als von ich selbst beeindruckt und ließen wirklich jeden wissen, dass man Probleme erst dann versucht zu lösen, wenn die Mehrheit der eigenen Wählerschaft davon existentiell betroffen ist.

Bisher haben wir Europäer auch die Einwanderungswelle 2015 und die Kriegsflüchtlinge 2022 halbwegs gut verkraftet. Und so gibt es insgesamt gesehen bei unseren Politikern, bis auf jene, die alleine wegen der Migrationsangst gewählt werden, noch keinen ernstzunehmenden Handlungsbedarf. Man macht meist zwar auch ein wenig auf Populismus und Fremdenhass, nimmt gerne dabei ein paar Wählerstimmen mit, aber ist selbst noch zu weit weg, um sich eigene Gedanken darüber zu machen, ob und wie man dieser Herausforderung am besten begegnen könnte.

Seit gut 200 000 Jahren wandern Menschen nach Europa ein und wir haben bis heute noch keine nennenswerte Willkommenskultur entwickelt. Das muss man erst einmal hinbekommen!

Zum Weinen

Ich weiß nicht mehr, ob ich lachen oder weinen soll. Seit der Wende lässt sich der Ausverkauf unserer bundesdeutschen Bildung nicht mehr leugnen und auch nicht mehr stoppen. Der dumme Bürger wurde zum Leitbild unserer Gesellschaft — der kleinste gemeinsame Nenner der beiden Deutschlands. Alle die auch nur im Ansatz dieser fürchterlichen Entwicklung entgegensteuern wollten, wurden verteufelt und kalt gestellt.

Und nun kommt es wie es kommen musste und von Anfang an auch abzusehen war. Selbst jene, die ihr gesamtes Berufsleben damit verbrachten kleine Kinder in den Brunnen zu schubsen, finden nun, dass Deutschland ein Bildungsproblem hat.

Aktuell beklagt die Chefin des Hamburger Oetinger Verlages die mangelnde Bildung und fordert einen „Elternführerschein“. Zugleich kritisiert Julia Bielenberg auch die Politik. Sie habe das Gefühl, wir sind vom Mittelmaß regiert. Guten Morgen Frau Bielenberg, wo haben sie die letzten Jahrzehnte gewohnt? Hamburg dürfte schon etwas länger hinterm Mond liegen.

Nicht umsonst haben die Vorgänger der heutigen Helikoptereltern bereits vor 50 Jahren ihre dümmsten Sprösslinge für einen Schulabschluss an die Küste geschickt. Die schlimmsten Fälle wurde dabei nach Westberlin verfrachtet. Was nun nicht bedeutet, dass es an der Küste keine intelligenten Menschen gab. Die gab und gibt es sicherlich auch heute noch — was erklären könnte, dass Schulnoten nun immer öfters besser als Eins sind. Was zur Folge hat, dass eine volle Punktzahl inzwischen als Mittelmaß angesehen werden muss — ein Einser-Abiturient halbwegs lesen und schreiben kann.

„Rituale sind für die Zeit was Dinge für den Raum sind.“

Detlef Stern (2.8.2026)