Briefmarke mit Gaetano Donizzetti und seiner Oper Lucia di Lammermoor

Lucia di Lammermoor 5 (1)

Beitragsfoto: Briefmarke Lucia di Lammermoor | © Shutterstock

Bereits vor gut vier Jahren hatte ich mir mal wieder diese Oper von Gaetano Donizetti aus dem Jahr 1835 gegönnt. Deren Aufführung gefiel mir dabei sehr, auch wenn diese Oper nicht zu meinen Favoriten zählt.

Nun überraschte mich meine bessere Hälfte mit einer weiteren Aufführung in Stuttgart, wobei die Staatsoper Stuttgart diese Inszenierung aus dem Jahr 2016 zusammen mit deren Ausstattung von der Royal Opera London übernommen hat. Im Gegensatz zur Met-Aufführung aus dem Jahr 2021/22 baut die Regisseurin Katie Mitchell auf Kitsch & Kunst, dafür gibt es aber etwas weniger Blut zu sehen.

Hier noch die Wahnsinnsarie aus der Met zum Vergleich.

Da man kaum noch mit der Bahn nach Stuttgart kommt und wir noch einen weiteren Zuhörer aus dem Unterland mitnahmen, wählten wir das Auto. Vor Ort trafen wir uns dann mit Konstantin, denn ein Opernbesuch wird erst in einer Kleingruppe so richtig spannend; ganz passend zur Inszenierung ein „Männerrudel“, dies aber zusammen mit einer selbstbestimmten Dame.

Chelsea Lehnea gab eine der besten Lucias, die ich bisher hören durfte. Sie erreichte Höhen, die meine Hörgeräte klingeln ließen. Kai Kluge, der den Edgardo geben sollte, fiel krankheitsbedingt aus und wurde sehr spontan von Andrew Kim ersetzt, der im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht anreiste. Trotz der sehr kurzen Einarbeit gab er einen bemerkenswerten Edgardo und bekam zusammen mit Chelsea Lehnea den völlig verdienten Applaus.

Der Vollständigkeit halber, Björn Bürger sang den Enrico, Charles Sy den Arturo, Adam Palka den Raimondo, Alberto Robert den Normanno und Laura Orueta die Alisa.

Insgesamt eine sehr gute und harmonische Gesangsleistung des gesamten Ensembles, wobei, wie in der Einführung angekündigt, sich das Orchester bewusst zurücknahm, was dem Dirigenten Andriy Yurkevych zu verdanken sein dürfte. Neu für mich die Wassergläser (Glasharmonika) als stimmungsgebendes Instrument bei der Wahnsinnsarie. Ob das besser passt als die übliche Flöte kann ich dabei nicht beurteilen. Musikalisch gefiel mir diese Aufführung sehr gut, am besten dabei aber Chelsea Lehnea.

Wie gesagt, Katie Mitchell ist für die Regie verantwortlich, wobei ich glaube, dass man das Stück etwas besser auf die Stuttgarter Gegebenheiten anpassen können hätte. Vor allem die wohl notwendigen Pausen könnte man heutzutage besser überspielen, vor allem dann, wenn man in der Fachwelt als filmaffin angesehen wird.

Fast 200 Jahre nach der Erstaufführung darf man als Opernbesucher erwarten, dass das Stück nicht mehr altbacken daherkommt, was der Metropolitan Opera 2021 sehr gut gelungen ist. Katie Mitchell verwendete 2016 noch eine Mischung aus viktorianisch und Biedermeier, eher etwas für die schon älteren Zuschauer.

Interessant die geteilte Bühne und die Idee, Lucia damit immer sichtbar zu halten. Spannend auch die beiden „Wahnsinnsfrauen“ im Stück, wobei ich meine, dass diese nicht so richtig zur vermeintlichen Selbstbestimmtheit von Lucia sowie zu dem in dieser Aufführung geplanten und gezeigten Mord an ihrem Ehemann Arturo und ihrem eigenen Ableben passen.

So wie ich es verstanden habe, wird Lucia bereits zweimal im ersten Akt von den „Wahnsinnsfrauen“ angesteckt und wohl endgültig als sie Edgardo ihre ewige Liebe schwört. Man könnte meinen, dass Edgardo hierbei diesen beiden Frauen noch ausweichen kann, nicht aber später im Stück.

Wie dann das Stück am Ende genau ausgeht, wer sich wie und überhaupt noch tötet, wird wohl immer öfter anders gesehen — so auch in dieser Inszenierung. Auch das Motiv einer Schwangerschaft oder Fehlgeburt, die den Wahnsinn von Lucia erklären soll, wird wie auch hier im Stück immer öfter genommen und kommt damit ebenfalls schon etwas altbacken daher.

Auf alle Fälle hat sich auch dieser Opernbesuch wieder voll und ganz gelohnt und so habe ich die Rückfahrt einschließlich eines Umwegs durch die Pampa stoisch hingenommen.


Konzert

Musikvideo zum Wochenstart 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

In Zeiten wie diesen muss man sehr tief in die eigene Musikkiste greifen, um ein wenig Ablenkung zu erhalten. Andreas Lochner erinnert mich schon etwas länger an Jethro Tull und fragt an, wann es denn einmal ein Video dieser Gruppe hier gäbe. Et voilà, hier ist es nun! Und dann aber gleich nach 1971 und zu „Aqualung“, einem Song, welcher der gesamten LP den Namen gab.

Noch selbst mit Mono groß geworden, staunte ich über die ersten Grammophone, wo man noch zwei Tonabnehmer möglichst nahe beieinander auf die Platte setzen musste. Weil das wohl nicht so der Renner war, setzte sich dann wohl Stereo immer mehr durch. Und plötzlich sprach dann alles auch noch von Quadrofonie! Das Album von Jethro Tull dürfte dabei eines der ersten gewesen sein, das man mit dieser Technik bekam. Das Problem dabei, kaum jemand hatte die dazu nötige Stereoanlage.

Vielleicht heute noch etwas besser bekannt und von Andreas Lochner gewünscht, der Song „Locomotive Breath“, welcher sich auf demselben Album befindet.

Zum Schluss dann noch das Lied „Dark Ages“ vom Album „Stormwatch“ aus 1979!

Bevor ich mich nun ganz in Jethro Tull verliere und an der heutigen Welt völlig verzweifele, gönne ich mir jetzt lieber einen Spielabend — selbstverständlich wird dabei Jethro Tull hoch und runter gespielt.

Nachtrag

Zwar verliere ich aktuell ein Spiel nach dem anderen, was mich allerdings weniger schmerzt, denn ich lausche der Musik alter Platten. „Living in the Past“ (1969) ist dabei ein schon etwas älterer Song, welcher sich zudem an Dave Brubecks „Take Five“ aus dem Jahr 1961 orientieren dürfte.

„Darlings are you ready for the long winter’s fall?
…
As the white dot flickers and is gone
…
Where slick tycoons and rich buffoons
Have opened up the seam
Of golden nights and champagne flights
…
As the lights go out
And no-one really cares“

Jethro Tull, DArk Ages (1979)

Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Nach einer etwas längeren Tanzpause war es keine so gute Idee gleich in die Technikschulung zu gehen. Pech, dass gleich zwei junge Tanzlehrerinnen gestern diese Schulung übernahmen, was mich ohne Wenn und Aber zumindest an diesem Abend zum Tanzopa machte. Noch mehr Pech, dass ich vom Schaukelstuhl zum Tanzen kam und die beiden jungen Damen vom eigenen Tanztraining zuvor. Das Ergebnis kann man sich denken.

Besser konnte ich nicht daran erinnert werden, dass ich ein Wrack bin. Was mich wiederum gleich heute Morgen daran denken ließ, wie ich noch in den 1980er-Jahren nach ein paar Wochen Schlendrian während des Studiums mit Siggi bei einer Boxschule anheuerte, die für ihre Profis immer Frischfleisch benötigte. Da wir damals nicht so unbedarft wie ich es heute bin waren, wärmten wir uns noch vor dem abendlichen Training erst in unsere Sporthalle auf, nur um hochmotiviert bei der Boxschule ankommend festzustellen, dass die dortigen Profis bereits schon ihre tägliche dritte Trainingseinheit hinter sich hatten und nun optimal vorbereitet mit uns in den Ring stiegen.

Was uns wiederum motivierte, unsere eigene Vorbereitung immer wieder zu optimieren und da kam es ganz passend, dass die Pet Shop Boys mit ihrer ersten Platte auf dem Markt kamen, die unser eigenes Aufwärmtraining sehr gut unterstützte — half zwar auch nicht viel, machte aber die Schmerzen etwas erträglicher. Ihre zweite Platte passte dann wie Faust auf Auge zu unserer Boxschulzeit.

Seit diesen Jahren verbinde ich die Pet Shop Boys nicht nur mit guten Trainingseinheiten, sondern auch mit der Fahrt zur Pizzeria nach dem Training.

„What Have I Done to Deserve This?“ befindet sich auf der LP „Actually“ (1987) und eröffnet nun diesen Blog-Beitrag.

Der nächste Song „West End Girls“ befindet sich auf der LP „Please“ (1986) und man kann wohl kaum besser Seilspringen.

Zum Schluss dann noch „Suburbia“ vom ersten Album … und ich müsste wieder ins Gymn oder besser noch auf die Laufstrecke …

Nachtrag

Ich wurde sofort darauf aufmerksam gemacht, dass nicht mehr zu trainieren eine Sünde ist, nicht sei! Und so lege ich nach und dies bevor ich zu den Pet Shop Boys doch noch ein paar Hanteln bewege.

„The only easy day was yesterday!“

Motto der NAvy Seals