Konzert

Musikvideo zur Woche 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Alphaville ist eine Band, die 1983 in Münster gegründet wurde und bereits ein Jahr später international auf sich aufmerksam machte. Manche dieser Lieder höre ich noch heute gerne, wobei ich aber die Gruppe selbst längst aus den Augen und Ohren verloren hatte — ich wusste gar nicht, dass es die Gruppe überhaupt noch gibt. Bis gestern dachte ich, dass das einfach so ein weiteres 1980er-Jahre Ding war.

Auch kannte ich bis gestern das Glücksgefühle-Festival am Hockenheimring nicht. Nun aber berichten die Medien vom deutschen Rolling Stone bis hin zum Spiegel über einen „Maulkorb“ oder gar von „Zensur“. Faktum ist, dass die Band Alphaville für dieses Festival unter Vertrag genommen wurde und danach eine Kündigung erhielt, weil die Veranstalter keine politischen Themen oder Äußerungen jeglicher Art auf der Bühne dulden.

Gerade in der heutigen Zeit ist es mehr als wichtig, dass sich auch Künstler ohne Wenn und Aber zu unserer Demokratie bekennen und dafür bei ihren eigenen Fans werben. Der Spiegel merkt dazu an, dass Alphaville sich regelmäßig gegen rechts ausspricht und den Veranstaltern nicht versprechen wollte, diesmal darauf zu verzichten.

Wenn jetzt nur noch die üblichen „Sieg-Heil Musikanten“ beim Glücksgefühle-Festival auftreten, dann dürfte wohl alles geschwätzt sein. Nun freue ich mich aber, dass es Alphaville noch gibt, deren Mitglieder sich für unser Land und unsere Demokratie engagieren und schwelge in Erinnerungen.

„Forever Young“ (1984) befindet sich auf dem gleichnamigen ersten Album der Gruppe. Und nun auch noch der zweite mir heute noch bekannte Song auf dem selben Album „Big in Japan“. Hätte mich gefreut, wenn diese Band dieses Jahr auch Big in Hockenheim geworden wäre!

Zum Schluss dann doch noch 1980er-Jahre Pop at it’s best. Ebenfalls vom ersten Album der Gruppe.

Nachtrag

Der Alphaville-Sänger Marian Gold äußert sich in der Tagesschau nach der Konzert-Absage.

Don’t leave to fate what’s here tonight
Heaven can wait, no use in watchin’ the sky
Don’t say goodbye, just hold me tight
Heaven can wait, I wanna dance one more time

Alphaville, Forever Young (1983)

Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Was wäre nur eine juvenile Klassenfeier ohne Kiss gewesen? Zumindest in den ausgehenden 1970er-Jahren undenkbar, wobei mich das mit dem „Loving“ angesichts der Anwesenden eher belustigte. Wenn mich Oliver nicht zu solchen Feiern regelrecht schleppte, wobei er stets von sehr attraktiven Mitschülerinnen schwärmte, wäre ich diesen Schulevents wohl fern geblieben. Erst als er längst aus der Schule war, konnte ich so langsam etwas mit seinen Vorstellungen von Attraktivität tatsächlich etwas anfangen.

Unabhängig davon drehte sich Kiss auch auf meinem Plattenteller. Kiss gründete sich 1973 in New York und wurde wohl eher durch das Aussehen als durch die Musik bekannt. Ich dürfte erstmals durch den Song Parasite (1974) auf die Musik aufmerksam geworden sein, als ein Freund eine selbsterstellte Musikkassette — die einzige — auf einer längeren Fahrt im Auto hatte. Auf jeden Fall erinnere ich mich an seinen Spruch: „Mein Auto, meine Musik!“ ganz gut.

Den obigen Song findet man auf dem zweiten Album von Kiss „Hotter than Hell“ (1974). Sicherlich gibt es weit besser Lieder auf dem Album, aber an das obige erinnere ich mich noch heute und verbinde den Song mit einem klapprigen Auto, das nur durch die, die sonstigen Geräusche übertönende, Musik etwas Fahrt machen konnte. Ohne diese Musik wäre wohl selbst der Fahrer aus dem Auto gestiegen. Ich hatte zumindest die gesamte Zeit ein Loch im Blick, das sich dort befand, wo man als Beifahrer gewöhnlich seine Füße abstellt. Radio ging auch nicht, weil es keine Antenne gab.

Als erste Platte von Kiss kaufte ich mir — mea culpa, mea maxima culpa — eine Maxi-Single von „I Was Made For Lovin’ You“ (1979!), bevor ich mir dann doch noch das Doppel-Album „Alive!“ (1975) leisten konnte.

Obiger Song befindet sich auf der Platte „Dynasty“ (1979), dem siebten Album der Gruppe. Das Geld für diese Platte investierte ich dann doch lieber in einen Kiss-Flipper, welcher in einer Spielhalle in Schulnähe stand, und mir mehr Freude bereitete als die gerade aufkommenden Videospiel-Automaten wie z. B. Space Invaders (1978). Wobei es auch hier zwei Sorten von Spielern gab, die zweite hatte später an Pac-Man (1980) ihren Narren gefressen.

Da ich mich nie zur Kiss-Army zählte, blieb meine Begeisterung für diese Musikgruppe bis heute eher überschaubar. Zum Schluss dann doch noch ein Kiss-Lied, welches zeigt, dass man mit Kiss durchaus auch auf der Allee hin und her cruisen oder einfach nur auf dem Wartberg oder im Jägerhaus stehen kann; der Gaffenberg ist dabei eher etwas für Profis.

Das Lied „Beth“ befindet sich auf dem Album „Destroyer“ (1976) und dürfte wieder beim aktuell durch die Medien geisternden Thema Slow Sex interessant werden — was irgendwie auch zu Kiss und ganz besonders zu den damaligen Schulfeiern passt, wo man zu Songs abtanzte, die man einfach (noch) nicht verstand: „We will rock you!“ (Falls Oliver mitliest, wird er es wohl verstehen).


Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (5)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Heute konnten wir sämtliche Dias professionell entsorgen lassen; das Nettogewicht betrug dabei 73 Kilogramm. Die Hüllen und Gehäuse haben wir extra entsorgt — schon alleine aus Kostengründen. Aber meine Platten und Musik-CD sind weiterhin nicht zu diskutieren, zumindest vorerst. Meine Musikkassetten und ein paar Bänder, die gab es auch einmal, sind längst verschwunden.

So ganz nebenbei hatte ich sehr viele und wichtige Gespräche, unter vielen anderen mit Thomas Michl und Detlef Stern, die zwar weder unsere Welt noch unsere Demokratie retteten, aber mich zu Matrix 4 (2021) verführten; wenn eine Trilogie schon einen vierten Teil hat, dann muss ich einfach zugreifen.

Tipp an Andreas: unbedingt die Trilogie (1999/2003) gucken und dann erst den vierten Teil. Gleich zu Anfang des vierten Teils wird man auf Jefferson Airplane aufmerksam gemacht.

Und schon sind wir bei dieser auch schon etwas älteren Musikgruppe, welche sich 1965 in San Franzisko gründete. Ohne jetzt zu gucken, dürfte zumindest ein Lied der Gruppe bereits hier im Blog zu finden sein.

„White Rabbit“ findet man auch auf dem Album „Surrealistic Pillow“ (1967). Und ich finde, das Lied passt ganz gut zum Film.

„White Rabbit“ bezieht sich übrigens auf Lewis Carrolls Buch „Alice’s Adventures in Wonderland“ (1865) und wahrscheinlich auch dessen Fortsetzung „Through the Looking-Glass, and What Alice Found There“ (1871). Eine weitere gibt es meines Wissens nicht, von einem vierten Teil ganz zu schweigen. Lewis Carroll war nicht so geschäftstüchtig wie es heutige Autoren wohl sind.

Aber auf alle Fälle passt „Somebody to Love“ auch ganz gut zur Message des vierten Teils. Dieser Song befindet sich auf „Surrealistic Pillow“ (1967).

Interessanter Weise brachte Grace Slick, die Sängerin, diesen Song gleich mit als sie zu Jefferson Airplane stieß. Im vierten Teil der Film-Trilogie fliegt Carrie-Anne Moss gleich mit Keanu Reeves durch die Gegend und verprügelt auch noch ältere Herren — was man so heute wohl unter Liebe versteht.

Zum Schluss dann noch „Comin’ Back to Me“ — tut Keanu Reeves doch auch die gesamte Zeit. Dieses Lied befindet sich ebenfalls auf „Surrealistic Pillow“.

1973 löste sich diese Gruppe schon wieder auf; manche Leser kennen vielleicht noch die Fortsetzung Jefferson Starship. Ein Leser informierte mich sogleich, dass die Gruppe ab 1985 nur noch als Starship firmierte. Meine Erfahrung sagt mir, dass Fortsetzungen meist völlig unnötig sind und alleine nur die niederen Triebe der großen Masse von uns Menschen bedienen. Der erste Teil von Matrix (1999) hätte mir schon völlig ausgereicht — die weiteren Teile sind eher Erklärungen für all jene, die den Witz bzw. Plot nicht so ganz richtig verstanden haben, und selbstverständlich all jene, die nur etwas gucken, wenn es auch eine Serie ist. Neil Patrick Harris bringt es im vierten Teil eigentlich ganz gut auf den Punkt.

Um aber doch noch auf die heutigen Gespräche zurück zu kommen, noch der folgende Song vom „Volunteers“ Album aus 1969.

Der Song „Wooden Ships“ passt irgendwie auch wieder ganz gut zu der vierteiligen Trilogie –> „Up against the wall, motherfucker!“

Übrigens, den Film und die Lieder habe ich genossen während ich diesen Beitrag schrieb. Und dazu habe ich mir eine extra große Pizza von Bellas Ristorante gegönnt, die mit einem Montepulciano d’Apruzzo (2024) ganz gut harmonierte.

„Very free and easy
Sail away where the mornin’ sun goes high
Sail away where the wind blows sweet and young birds fly.“


Jefferson Airplane (1969)