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Wie Nazis sich in Heilbronn verkrochen 5 (2)

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Hier finden Sie einen Zeitungsartikel aus dem Trierischen Volksfreund vom 24.12.2022, Seite 28, der vom Apothekerehepaar Hermann und Dorothea Haake handelt, das nach einer sehr kurzen Tour de Republik in Kirchhausen sesshaft wurde und bis zum eigenen Ableben zur besseren Gesellschaft Heilbronns gehörte.


Es ist nur ekelhaft zu lesen, wie sich Verbrecher nach 1945 reinwaschen konnten und als „ehrenwerte“ Bürger unser Land weiter zugrunde richteten. Die Folgen müssen wir heute alle tragen!


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Reserven | Parlamentarische Verkastung | Social Media 5 (3)

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Warum gehört Deutschlands größter Gasspeicher Gazprom?

Florian Güßgen stellte sich am 28. Januar 2022 genau diese Frage in der Wirtschaftswoche. Dabei stellt er zwei Dinge fest, nämlich erstens eine „dramatische Abhängigkeit der Deutschen von Putins Gas“ und zweitens, dass Parlament und Regierung schon sehr lange vor dieser Entwicklung gewarnt wurden. 

Aber was wollen wir denn auch anderes erwarten, wenn sich Putin seit Jahren in die deutsche Politik einkauft, neben Gerhard Schröder, der nun seit längerem einen sehr lukrativen Job in Russland hat, gibt es weitere — auch noch aktive — Politiker, die für ihre „Dienstleistungen als Berater“ entlohnt werden oder Wahlkampfhilfen erhalten.

Norbert Rötgen sieht dies als Vertreter einer, an dieser Misere hauptverantwortlichen, Partei allerdings etwas anders: „Wir haben die Abhängigkeit und die sicherheitspolitischen Risiken, die aus dieser Beziehung entstehen, unterschätzt.“ (Wirtschaftswoche, 28.01.2022)

Ich wette, dass, sobald die Speicher völlig leer sind, alle dafür Verantwortlichen darauf bestehen werden, dass sie von all dem überhaupt nichts gewusst haben, aber dann auf alle Fälle ganz genau „die Sündenböcke“ dafür benennen können — die US-Amerikaner tun mir jetzt schon leid.

Hier finden Sie den entsprechenden Artikel in der Wirtschaftswoche:

https://www.wiwo.de/unternehmen/energie/gefaehrliche-abhaengigkeit-warum-gehoert-deutschlands-groesster-gasspeicher-gazprom/28014654.html


Politiker ohne Berufsabschluss dürfen nicht zum Normalfall werden

Er spricht mir dabei aus dem Herzen und greift ein Thema auf, das ich schon seit Jahren hier in Kümmerles Weblog immer wieder anspreche.

Oliver Maksan stellt am 1. Februar 2022 in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) fest: „die neuen Grünen-Vorsitzenden Ricarda Lang und Omid Nouripour haben weder Studien- noch Berufsabschluss. Das Phänomen gibt es auch in anderen Parteien.“ und stellt sich deshalb u. a. die Frage: „Doch mit welcher Glaubwürdigkeit wollen solche Politiker für den Aufstieg durch Bildung werben?“

Oliver Masken schließ seinen Beitrag mit den folgenden Worten: „Dennoch sollte der nahtlose Übergang von Parteistrukturen in das Parlament nicht zum Normalfall werden. Sonst droht die parlamentarische Verkastung.“ — Dabei ist es schon längst fünf vor Zwölf!

Hier finden Sie den entsprechenden Artikel in der NZZ:

https://www.nzz.ch/meinung/der-andere-blick/ricarda-lang-und-omid-nouripour-politiker-ohne-berufsabschluss-ld.1667402


Ten Arguments For Deleting Your Social Media Accounts Right Now

Von Anfang an nutze ich selbst alle möglichen Arten von Social Media, aber auch von Anfang an war ich immer hin und her gerissen, ob das den auch das Richtige sei! Zumal schon sehr früh absehbar war, dass es dabei nicht um eine möglichst gute Kommunikation untereinander geht, sondern um die größtmögliche Vermarktung der Nutzer.

Anfangs habe ich mich deswegen auch immer wieder selbst im Kreieren solcher Websites versucht, um ein möglichst ethisch korrektes und der Kommunikation dienliches System anzubieten — der Markt hat dabei sämtliche meiner Versuche abgestraft.

Vor einiger Zeit hatte ich wieder einmal damit angefangen, meine noch vorhandenen Accounts auszudünnen. So trifft es sich jetzt ganz gut, dass mir Konstantin Kümmerle das Buch von Jaron Lanier aus dem Jahr 2018 mit dem Titel „Ten Arguments For Deleting Your Social Media Accounts Right Now“ neben meinen Laptop legte.

Schon alleine, um überhaupt eine Chance zu haben, halbwegs mit dem bereits vorhandenen Bücherstapel neben meinem Lieblingssitzplatz fertig zu werden, musste ich sogleich meine letzten Facebook-Seiten zur Löschung freigeben. Und sobald diese im digitalen Nirvana verschwunden sind, wird auch mein entsprechender Account folgen. Abschluss wird dann die Korrektur des diesbezüglichen Weblog-Beitrages sein.

Noch offen lasse ich die Frage, ob ich dann auch noch meine Twitter und Linkedin Accounts lösche.

Jaron Laniers 10 aufgeführte Argumente sprechen für sich, wobei man nicht jedem Argument selbst auch folgen muss. Sein erstes Argument, dass die Sozialen Medien den freien Willen zerstören, dürfte das wohl ausschlaggebendste sein, wobei doch so einige Wissenschaftler inzwischen daran zweifeln, ob es überhaupt so etwas wie einen freien Willen überhaupt gibt.

Sein 7. Argument dürfte für die meisten Leser das am nachvollziehbarsten sein: die Sozialen Medien machen die Nutzer unglücklich. Auf jeden Fall aber empfehle ich jedem, sich mit den zehn Argumenten Laniers auseinanderzusetzen. Ob Sie sich dann auch von Ihren lieb gewonnene Accounts trennen oder nicht, bleibt Ihre eigene Entscheidung — gehen wir einmal davon aus, dass es so etwas wie eine eigene Entscheidung auch bzw. noch gibt.

Das Buch hat 146 Seiten und ist sehr schnell gelesen; liegt also nicht so lange auf dem eigenen Bücherstapel.

„Addiction gradually turns you into a zombie. Zombies don’t have free will. Once again, this result isn’t total but statistical. You become more like a zombie, more if the time, than you otherwise would be.“

Jaron Lanier, Ten Arguments For Deleting Your Social Media Accounts Right Now (2018: 23)

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Ukraine | Climate Disaster | Gaskrise | Putin-Doktrin 4.7 (3)

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If Russia invades Ukraine, what happens next?

David A. Lake zieht in der Washington Post am 22. Januar 2022 ein, die Ukraine betreffendes, ernüchterndes Fazit. Dass die EU dabei überhaupt keine Rolle spielt, ist nicht nur selbstverständlich, sondern auch völlig gerechtfertigt!

In seinem Beitrag versucht er zu erklären, dass die einzig halbwegs tragbare Maßnahme, die den USA übrig bleibt, eine Unterstützung von ukrainischen Widerstandskämpfern wäre, und zwar im Falle, dass die Russische Föderation eine Satellitenregierung in der Ukraine einsetzt oder, weniger wahrscheinlich, selber die Ukraine in Gänze besetzen wird.

Als gelungenes Beispiel sieht er die Unterstützung der afghanischen Rebellen nach dem Einmarsch der Sowjettruppen 1979 an. Aber er macht dabei auch eindeutig klar, dass den USA selbst nach einer erfolgreichen Unterstützung der Aufständischen, was schon alleine sehr teuer sein wird, deren Erfolg dann für die USA noch teurer werden würde, weil man danach gezwungen ist, beim Wiederaufbau des Landes zu unterstützen.

Im schlimmsten Falle könnten die USA sogar noch in den Konflikt selbst mit hineingezogen werden — auch hierbei ist Afghanistan ein gutes Beispiel.

Hier finden Sie den entsprechenden Artikel in der Washington Post:

https://www.washingtonpost.com/politics/2022/01/22/if-russia-invades-ukraine-what-happens-next/


How to Avoid a Climate Disaster

Bill Gates dürfte wohl einer der bekanntesten lebenden Menschen überhaupt sein. Auf jeden Fall aber zählt er zu den reichsten dieser Welt. Seit längerem setzt er sich für gutgemeinte Hilfsprojekte weltweit ein und dürfte auch zu einem der spendabelsten Menschen unserer Zeit zählen.

Wohl weniger bekannt ist, dass Gates sehr viel liest und seit einiger Zeit auch einen eigenen Blog betreibt sowie dazu Buchempfehlungen schreibt. Und für mich neu, dass er auch eigene Bücher verfasst.

Sein jüngstes Buch handelt auf 230 Seiten über den Klimawandel und möchte die Lösungen aufzeigen, die wir bereits haben und die technischen Errungenschaften, die wir noch benötigen.

Bill Gates ist davon überzeugt, dass wir 1. den Ausstoß von Treibhausgasen auf Null bringen müssen, um noch eine Klimakatastrophe verhindern zu können. 2. dass wir die Wind- und Solarenergie weltweit und so schnell wie irgend möglich ausbauen müssen. Und 3. müssen wir neue bahnbrechende Ideen so schnell wie möglich entwickeln und auch umsetzen, um noch einen Erfolg erzielen zu können.

Seine Aussage ist dabei eindeutig: den Ausstoß von Treibhausgasen nur zu reduzieren, ist viel zu kurz gesprungen. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass wenn er in seiner alten Firma Microsoft Einfluss nehmend, diese dazu bewegen könnte, Microsoft Produkte nicht nur zu entschlacken, sondern auch erstmals effizient zu machen, wir schon heute unzählige Kohlekraftwerk stilllegen könnten.

Aber das ist schon wieder eine ganz andere Baustelle. Auf jeden Fall ist sein Buch schnell gelesen und auch eine ganz gute Einführung in das Thema.

Hier können Sie das Buch auf Amazon erwerben:


Wer ist wirklich Schuld an der Gaskrise?

Thomas Stölzel und Florian Güßgen checkten am 25. Januar 2022 in der Wirtschaftswoche die Fakten. Auch wenn Deutschland mittelfristig mehr Gas braucht, weil 2022 die Atomkraftwerke und dann auch bald die Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, ist dies nicht die Ursache der aktuelle Situation.

So schauen Stözel und Güßgen etwas genauer hin und prüfen die derzeitigen Aussagen aller Seiten auf deren Gültigkeit. Kurz und knapp, die Russische Föderation könnte durchaus mehr liefern.

Sicherlich wäre es für alle Beteiligten aber besser, wenn man sowohl den Gasverbrauch insgesamt reduzieren als auch dessen Herkunft weiter diversifizieren würde.

Hier finden Sie den entsprechenden Artikel in der Wirtschaftswoche:

https://www.wiwo.de/unternehmen/energie/energieknappheit-wer-ist-wirklich-schuld-an-der-gaskrise-ein-daten-und-faktencheck/28005328-all.html


The Putin Doctrine

Angela Stent schrieb am 27. Januar 2022 in Foreign Affairs über ein, von ihr so genanntes, Putin-Doktrin, sicherlich eine Anspielung auf dessen Ukraine-Doktrin, wo er in einem Grundsatzartikel die „historische Einheit“ von Russen und Ukrainern beschwört, ohne dabei zu versäumen, den letzteren massiv zu drohen.

In ihrem Beitrag schildert sie die jüngste russische Entwicklung seit der Machtergreifung Putins, dessen Gebaren mich immer mehr an die von Hitler nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg erinnert. Auf jeden Fall aber bezeugt der „russische Größenwahn“, dass die national gesinnten Russen, ihren französischen oder deutschen nationalistischen „Brüdern“ in nichts nachstehen — diesbezüglich gehört Russland einfach zum Superstaat-Europa mit dazu, dessen Größenwahn die Welt bereits über drei Jahrhunderte hinweg terrorisierte.

So glaube ich, dass Stent falsch liegt, wenn sie Russland weiterhin, neben China, Indien und den USA, zu den Weltmächten zählt. Denn Russland ist, so wie der Rest Europas auch, nur noch ein Relikt — völlig abhängig vom Wohl und Wehe der größeren Nachbarn. Deshalb ist auch das letzte Aufbäumen Russlands so gefährlich, und wir Europäer sollten es tunlichst vermeiden, uns von dieser russischen (europäischen?) Großmannssucht anstecken zu lassen — Emmanuel Macron und seine potentiellen Nachfolger sind bereits schon ganz raschelig.

Wenn es noch eine verantwortungsvolle europäische Politik gäbe, dann wäre es die Aufgabe der Europäer, Putin davon zu überzeugen, dass Russland mit einer EU und NATO-Kooperation mehr für Russland machen kann, als den vergeblichen Versuch zu unternehmen, über die Dominierung Europas den Rest der Welt „beherrschen“ zu wollen. Denn dies werden die drei verbliebenen Großmächte nie zulassen, und China stützt Russland auch nur so lange, wie es in der Auseinandersetzung mit den USA dienlich sein wird.

So muss Europa zum einen die Gesprächsfäden mit Putin aufrechterhalten, um ihn vielleicht doch noch überzeugen zu können — hat bei Hitler allerdings nicht geklappt — und zum anderen seine Verteidigungsfähigkeit in enger Zusammenarbeit mit den USA und Kanadas schleunigst stärken, um ggf. doch einen russischen Angriff mit möglichst wenig eigenen Verlusten abwehren zu können.

Auf jeden Fall aber wird ein russischer Angriff auf die NATO das Ende Russlands bedeuten. Und für alle Beteiligten wird dieses Ende sehr kostspielig werden — man denke nur darüber nach, was es die USA und Europa alleine kosten würde, nicht nur die Ukraine, sondern dann auch Weißrussland und die Russische Föderation wieder aufbauen zu müssen.

Und das ist wohl Putins größter Trumpf! Die westliche Welt kann (oder will) es sich einfach nicht leisten, wenn plötzlich alle Russen Demokraten werden und vom Westen genau die Unterstützung verlangen, die die Osteuropäer nach dem Zusammenbruch des Sowjetregimes 1990 bereits erhalten haben.

Alleine aufgrund der europäischen Uneinigkeit und dessen eigener Demokratieschwäche, kann sich Putin weiterhin am Leben und zudem versuchen, immer größere Stückchen vom europäischen Kuchen zu erhalten.

Angela Stent beendet ihren Artikel wie folgt: „The current crisis is ultimately about Russia redrawing the post–Cold War map and seeking to reassert its influence over half of Europe, based on the claim that it is guaranteeing its own security. It may be possible to avert a military conflict this time. But as long as Putin remains in power, so will his doctrine.“

Hier finden Sie den entsprechenden Artikel in Foreign Affairs:

https://www.foreignaffairs.com/articles/ukraine/2022-01-27/putin-doctrine


„It is easy to feel powerless in the face of a problem as big as climate change. But you’re not powerless. And you don’t have to be a politician or a philanthropist to make a difference. You have influence as a citizen, a consumer, and a employee or employer.“

Bill Gates, How to Avoid a Climate Disaster (2021: 218)