Drei EUROPA-UNION Bucheinbände

EUROPA-UNION Buch 5 (3)

Vor 75 Jahren, genauer gesagt, am 21. September 1946, wurde das Hertensteiner Programm am Vierwaldstättersee verabschiedet und Grundlage für unser heutiges Europa. Aber vor allem wurde damit die Grundlage für das zukünftige Europa gelegt.

Kurz darauf organisierten sich die Europäischen Föderalisten auch in Heilbronn und sind als Bezirksgruppe Heilbronn spätestens seit dem Frühjahr 1947 nachweisbar. Seit dem 9. Mai 1953 ist die EUROPA-UNION Heilbronn ein Kreisverband und heute noch im Stadt- und Landkreis aktiv.

Was so alles in den letzten sieben Jahrzehnten bei der EUROPA-UNION Heilbronn stattgefunden hat, habe ich in diesem Buch zusammengefasst. Dieses kann man jetzt im Handel, aber am besten über Amazon käuflich erwerben.

Ich bedanke mich ganz besonders bei Hans Müller für die Recherchen und das Vorwort sowie bei Thomas Michl und meinen beiden Söhnen für das Testlesen. Last but not least, bei meiner Schwester, die besonders auf die Rechtschreibung geachtet und darüber hinweggesehen hat, dass ihr Bruder immer noch nicht „gendert“.

Sollten Sie jetzt ein wenig neugierig geworden sein, können Sie sich weiteren Appetit auf der EUROPA-UNION Buch page holen. Dort finden Sie auch den Klappentext und die Inhaltsangabe.


Fledermäuse

Fledermäuse 5 (3)

Beitragsfoto: Fledermäuse | © Shutterstock

Fledermäuse gab es schon vor 50 Millionen Jahren bei uns in Heilbronn. Bis zu 25 unterschiedliche Fledermausarten flogen bis vor Kurzem noch durch unsere Nächte.

Als Kind spielte ich gerne mit meinen Freunden am Europaplatz; dort gab es damals sehr imposante Bäume mit Höhlen in den oberen Etagen, die wohl ganzen Fledermauskolonien als Unterkunft dienten. So konnten wir immer auch zahlreiche Fledermäuse beobachten, die zwischen unseren Köpfen ihre Runden zogen.

Dann mussten diese Bäume, so wie auch der dazugehörige Bolzplatz einem Parkplatz weichen und die Fledermäuse wurden zu einer Seltenheit.

Sehr gefreut hat es mich einige Jahre später, als wir nach Heilbronn zurückzogen, dass in unserem Viertel noch ältere Bäume standen und diese wohl auch Fledermäusen als Unterkunft dienten.

So war es bis vor ein paar Wochen immer wieder eine Freude, wenn abends bei uns im Hof Fledermäuse ihre Runden zogen. Jetzt ist das auch vorbei. Leider mussten die letzten größeren Bäume bei uns im Viertel den Baggern weichen, die dafür sorgen, dass unser Viertel weiter nachverdichtet wird. Dabei standen diese Bäume nicht einmal auf dem geplanten Baugrund — sie hätten wohl nur einigen neuen Bewohnern die Aussicht auf weitere neue Gebäude und deren Bewohner versperrt.

Was aus den letzten Fledermäusen in unserem Viertel geworden ist, wird außer mir wohl auch keinen weiteren Anwohner interessieren.

Heimische Fledermausarten im Porträt

Diese Website des Naturschutzbundes (NABU) gibt einen guten Überblick darüber, was bei uns durch die Nacht fliegen könnte, wenn wir ein wenig mehr auf unseren alten Baumbestand acht geben würden.


Schwimmbad

Heilbronner Badespaß 5 (1)

Beitragsfoto: Schwimmbad | © Pixabay

In meiner Jugend wurde Heilbronn, gerade von Menschen aus Norddeutschland, gerne mit Hanau verwechselt, weil diese Mitbürger unsere Stadt nicht kannten und folglich das Nummernschild „HN“ der Stadt Hanau zuordneten.

Beginnend mit der BUGA, wohl aber eher seit wir regelmäßig in allen Medien als COVID-19 Ausnahmegebiet Erwähnung finden, muss man sich um die Bekanntheit unserer Stadt wohl keine Sorgen mehr machen; man könnte dies sogar ausbauen und uns als das deutsche Ischgl bewerben. Beim Schnee können wir zwar nicht mithalten, aber mit unseren Kneipen egalisieren wir dieses Manko ohne Weiteres — und dem Après-Ski wird schon länger eine höhere Gewichtung zugesprochen.

So kam es letztes Wochenende dazu, dass Freunde von außerhalb die Gunst der Stunde nutzten, um sich die Stadt mit der höchsten COVID-19 Inzidenz einmal genauer anzuschauen und sich dabei selbst über die möglichen Gründe ein Bild zu machen.

In der anschließenden Diskussion kamen schnell Bildung und fehlendes bis mangelhaftes Sozialverhalten der Bewohner zur Sprache, aber auch die offensichtlichen Mängel an städtischen Kontrollen.

Neu für mich war dabei die Beobachtung, dass sich am Wochenende etliche Jugendliche über die Zäune Zutritt zu den Heilbronner Bädern verschafft haben. Das erklärt auch die Berichte von Schwimmern, dass an den Becken kaum bis keine Schwimmbänder mehr vorhanden, obwohl die Becken nicht hinreichend belegt waren. Ich vermute hier, dass die Schwarzbader diese Bänder für Eintrittsbänder halten und einmal ergattert, nicht wieder zurückgeben.

Diese Beobachtung erklärt nun aber auch, warum ich in den letzten Jahren immer wieder vollbekleidete Personen im Außenbecken des Soleos beobachten und mir bisher keinen Reim daraus machen konnte.

Unabhängig davon, wie man zum Schwarzfahren oder -baden steht, ist es gerade in der heutigen Situation tatsächlich eine Frage von Leben und Tod, denn kein Schwimmer geht davon aus, dass er sich das Becken und die Beckenränder bzw. Liegewiesen mit Dutzenden junger Menschen teilt, die über keine vorherigen COVID-19 Testung verfügen und damit potentielle Super-Spreader sind.

Und wie damals in Ischgl ist Ignoranz und fahrlässiges Wegschauen keine gute Lösung!

Was kann man machen?

Ab sofort teilt man in allen Heilbronner Bädern bei der Zutrittskontrolle die Armbänder aus, die seit ein paar Jahren im Soleo zur Zeiterfassung verwendet werden. Und sobald ein Badender über kein solches Band verfügt, wird er aus dem Bad verwiesen. Zumindest solch eine Kontrolle sollte unserer Stadtverwaltung die Gesundheit von uns Heilbronnern wert sein!

„Es ist eine andere Welt, in der man zwischen »Freiheit« und »Freizeit« nicht unterscheiden kann, »Gesellschaft« sagt und »Zielgruppe« meint, von einem »Konzept« spricht und nicht einmal eine »Idee« besitzt, von einer »Idee« spricht und nicht einmal einen Einfall hat.“

Roger Willemsen, Deutschlandreise (2012 [2002]: 69)