Strandblick

Laguna Beach 5 (2)

Beitragsfoto: Strandblick | © Bettina Kümmerle

Mein zweitliebster Strand ist Laguna Beach. Dieser Ort hat inzwischen gut 25 000 Einwohner aber mehr als 6 Millionen Besucher im Jahr. Besonders gefallen mir die örtlichen Bemühungen, dem Küstenstreifen wieder etwas Natur zurückzugeben. Leider werden aber auch hier die Hügel um die Stadt herum langsam aber sicher wie an der gesamten Küste Südkaliforniens reine Wohngebiete.

Die Stadt hat ihren Touristen-Status kultiviert und versucht ihre traditionellen Gallerien und Künstlerläden zur erhalten. Leider aber ist dies sehr schwierig, wenn die ursprünglichen Künstler oder Galeriebesitzer versterben, die zum Ende des 20. Jahrhunderts der Stadt noch ihren ganz besonderen Charme verliehen hatten.

Aber es macht auch heute sehr viel Spaß durch die vielfältigen Gallerien und Läden zu stöbern und dabei auch immer wieder ganz Neues zu entdecken; dieses Mal hat mir ein Mantel aus Getränkedosenverschlüssen besonders gefallen.

Übrigens das Lied „Laguna Sunrise“ von Black Sabbath aus dem Jahr 1972 hört man immer noch am besten dort vor Ort am Strand — was überhaupt nicht schwierig ist, wenn man sich das Lied direkt in die eigenen Hörgeräte einspielt.

Mein aktueller Besuch brachte nicht nur einen sehr entspannten Spaziergang am Strand entlang, sondern auch eine ganz neue Essenserfahrung. Dazu hatten wir Platz in einem älteren aber wohl erst kürzlich etwas erweiterten Restaurant namens Driftwood Kitchen Platz genommen.

Ich bin weiterhin der festen Überzeugung, dass derjenige der sein Essen postet, die Kontrolle über sein Leben verloren hat, aber das gestrige Essen ist durchaus eine Erwähnung wert. Besonders die Vorspeise, gegrillter Rosenkohl an Cranberries, war ein reines Geschmackserlebnis. Und weil ich zwar schon einmal einen Monster Burger aber noch nie einen Hangover Burger gegessen hatte, gönnte ich mir einmal einen solchen und wurde ebenfalls nicht enttäuscht.

Interessanterweise waren an den Nachbartischen die Austern besonders gefragt.

Man muss nicht die ganze Zeit auf den Pazifik schauen, man kann es sich im Driftwood Kitchen auch am Kamin gemütlich machen, denn ursprünglich war das Restaurant ein Strandhaus.

Wenn man möchte, kann man dies aber während des gesamten Essens.

„The world’s mine oyster.“

Shakespeare, The Merry Wives of Windsor (1599)

Newport Beach

Newport Beach 5 (5)

Beitragsfoto: Newport Beach

Mein Lieblingsstrand kann gleich noch mit einer eigenen Stadt aufwarten, die diesem Strand nicht nur zwei Piers hinzufügt, sondern weitere Attraktionen, die Newport Beach zu der Stadt machen, wo ich ohne Probleme meine gesamte Zeit verbringen könnte.

Newport Beach wurde 1906 gegründet und hat heute gut 90 000 Einwohner. Sie besitzt einen der größten Jachthäfen an der US-Westküste und gleich mehrere kleine Inseln, von denen Balboa als eigene Welt betrachtet werden kann. 

Die Stadt liegt am bekannten Highway Number One und grenzt zum einen an Huntington Beach (ca. 200 000 Einwohner) und zum anderen an Laguna Beach mit ca. 30 000 Einwohner. Erstere Stadt ist bei den Surfern eine größere Attraktion und letztere bei Kleinkunstliebhabern, die zudem einen etwas ruhigeren Strand bevorzugen.

Von Newport Beach aus ist man sehr schnell sowohl am LAX und am John Wayne Airport als auch in Santa Ana, Costa Mesa, Anaheim oder auch in Riverside. Übrigens, noch heute liegt John Waynes Boot, die Wild Goose, im Hafen von Newport Beach und man kann mit ihr während eines Abendessens durch den Hafen schippern.

Newport Beach bietet sich ebenso dazu an, mit dem Schiff schnell einmal nach Catalina Island zu gelangen. Wenn man von Deutschland aus nach John Wayne Airport – Orange County fliegen möchte, muss man einen Zwischenstopp einlegen, was über San Francisko allerdings sehr gut klappt. Dies erspart einem eine längere Autofahrt, die man einplanen muss, wenn man direkt in Los Angeles landet.

Und sollte es einem tatsächlich einmal in Newport Beach langweilig werden, dann stehen einem in wenigen Minuten sämtliche Attraktionen des Orange County zur Verfügung und zusätzlich Los Angeles, San Diego oder die anderen Annehmlichkeiten Südkaliforniens.

Wer aber einmal an Newport Beach Gefallen gefunden hat, der muss nicht mehr sehr weit fahren, um ein paar angenehme Tage zu verbringen.

„If I’d learnt one thing from travelling, it was that the way to get things done was to go ahead and do them. Don’t talk about going to Borneo. Book a ticket, get a visa, pack a bag, and it just happens.“

Alex Garland, The Beach (2011 [1996]: 139)

City of Irvine

Irvine 5 (1)

Beitragsfoto: Irvine von einem Fesselballon aus gesehen | © Shutterstock

Angeblich ist Irvine die sicherste Stadt in den USA, welche in den 1960er-Jahren von der Irvine Company geplant und entwickelt wurde und inzwischen mehr als 300 000 Einwohner zählt. Besonders zu erwähnen sind ihre Universitäten und der Stausee, um den es sich gut spazieren gehen lässt.

1971 erhielt Irvine das Stadtrecht, und meine Tante zog bereits 1974 aus San Franzisko dorthin. Irvine liegt ca. 60 Kilometer südlich von LA und ist Teil des Orange County. Die Stadt grenzt u. a. an Santa Ana, Costa Mesa und Newport Beach.

In Irvine sind die Universitäten, die vielen Stadtparks und die verschiedenen Kirchen nicht zu übersehen. Hinzu kommen noch drei größere städtische Bibliotheken und weitere Universitätsbibliotheken, von denen die meisten University of California Libraries öffentlich zugänglich sind. Da inzwischen die Asiaten den größten Bevölkerungsanteil in Irvine stellen dürften, ist es nicht verwunderlich, dass die chinesische Literatur in den Bibliotheken nicht mehr zu übersehen ist.

Auch im Bereich des Sports ist Irvine besonders, da Irvine als das US-Zentrum für Wasserball angesehen werden kann.

Traditionell bestimmen das Auto und die Stadtbusse den Verkehr, aber Irvine ist wie Santa Ana auch, gut mit der Bahn an San Diego und Los Angeles angebunden. Und seit den 1990er-Jahren hat Irvine zusätzlich ein gutes Radwegenetz mit inzwischen ca. 500 Kilometern an Radwegen und zusätzlich fast 100 Kilometer an Cross-Strecken.