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Besonders viele Blogger in meiner Timeline und selbstverständlich auch jene, die in den entsprechenden deutschen Firmen arbeiten, fordern immer stärker, dass das Internet „nationalisiert“ werden soll. Sie stören sich immer öfters und immer mehr daran, dass seit Beginn des Internets US-amerikanische Firmen die Chance ergriffen haben, um mit dem Internet so richtig gut Geld zu verdienen.
Was an sich nichts Schlechtes ist. Man könnte sich nun aber daran stören, dass die US-Amerikaner fast ein Monopol in Sachen Internet besitzen. Wobei dieses „Monopol“ nicht nur auf sehr viele voneinander unabhängige Firmen aufgeteilt ist, sondern schon längst auch von chinesischen Firmen stark infrage gestellt wird.
Folglich ist es mit dem Monopol nicht ganz so weit her und man erkennt zudem, dass es auch Firmen anderer Länder gelingt oder gelingen kann, um vom Kuchen etwas abzubekommen. Man kann dabei selbstverständlich bedauern, dass es kaum bis keine bundesdeutschen Firmen gibt, die in diese internationale Liga vorstoßen können.
Schon immer hat es sich deshalb angeboten, dass, wenn man nicht konkurrenzfähig ist, man durch Zölle und andere Regulierungen versucht, selber konkurrenzfähig zu werden. Cookiebanner und Datenschutzforderungen haben dabei nicht so richtig weitergeholfen und so zieht man wieder einmal die nationale Sicherheitsklatsche — die funktioniert immer! egal wobei.
Wir sollten gerade bei uns in Deutschland einmal auch darüber nachdenken, ob es für uns Bürger eine gute Idee ist, wenn wir uns auf deutsche Provider, eine Deutschland-Mail, eine Deutschland-Cloud und biodeutsche Software begrenzen und beschränken lassen.
Als nächste Aktion kommt dann, dass wir jeden Klick und jedes Wischen mit einem Lichtbildausweis und einer Urinprobe bestätigen müssen — alleine wegen der nationalen und unserer ganz persönlichen Sicherheit versteht sich.
Internet-Führerscheine und Allerlei mehr werden sicherlich folgen, selbstverständlich mit einer Steuer und entsprechenden Abgaben versehen, weil das diesbezügliche Ministerium mit seinen Behörden finanziert werden muss.
Am Ende wird sich dann kaum noch ein Blogger eine Website finanziell gönnen können und wenn doch, dann erreicht er höchstens noch seine unmittelbare Nachbarschaft und den Blogwart.
Die Idee des Internets war ursprünglich eine andere! Und da das mit meinem australischen Server nie so richtig geklappt hat, stieg ich von ganz alleine auf eine lokale Firma um. Und im Falle, dass es für mich weitere passende lokale Produkte, wie den Zettelkasten gibt, werde ich auch die gerne einmal ausprobieren. Das Ganze hat einfach etwas mit Angebot und Nachfrage zu tun.
Was ich bis heute aber nicht verstehe ist, warum ein am Internet hängender Server in Deutschland grundsätzlich sicherer sein soll als ein sich irgendwo auf der Welt befindlicher? Den Einsen und Nullen dürfte der Standort völlig egal sein.
Charmanter als eine Nationalisierung des Internets wäre deshalb eine weitere Dezentralisierung und eine bundesdeutsche Infrastruktur, die es erlaubt, dass sich jeder seinen Privatserver neben seinen Router oder gar das Mobiltelefon stellen kann.





