Dammgrundschule

10.11.02025 5 (6)

Beitragsfoto: Dammgrundschule

Vermischtes

Heute habe ich wie ein kleines Orkantief im Garten gewütet. Nun suche ich ein paar Freiwillige, die mich in den kommenden Wochen bei den Aufräumarbeiten unterstützen.

Auch konnte ich meine morgige Vorlesung vorbereiten. Da ich kaum noch dazu in der Lage bin, um bei den Studenten Begeisterungsstürme zu entfachen, frage ich mich, warum ich mir dies überhaupt noch antue?

Jüngst war ich einkaufen, als ich von einer jüngeren Dame angesprochen wurde. In meinem Alter wird man da schon etwas misstrauisch, könnte sich auch um eine Werberin für ein Beerdigungsinstitut handeln. Als die junge Dame insistierte, begann ich zu grübeln. Meine Enkeltochter ist noch zu jung, um alleine einkaufen zu gehen, keine Studentin steht aktuell so schlecht da, dass sie solch eine Nettigkeit nötig hätte, ein ehemaliges Vorlesekind von der Grundschule schloss ich wegen der Größe aus und so tippte ich auf meseno … und lag wieder einmal falsch.

Etwas enttäuscht lies mich die junge Dame wissen, dass ich ihr Lesepate in der Grundschule gewesen bin — die Zeit schreitet inzwischen in Siebenmeilenstiefeln voran!

Die letzte Straßburgfahrt zeigt weiterhin ein paar Nachwehen. Der Rektor der Schule sieht sich genötigt, um persönlich einzuschreiten und sein mir in Kopie vorliegender Elternbrief lässt hoffen. Auch habe ich etwas Neues gelernt, den Begriff „Erziehungspartnerschaft“ kannte ich so noch nicht.

Erziehung fängt im Elternhaus an. Leider findet auch die Erziehung in der Gemeinschaft nicht mehr so richtig statt, letzteres hängt mit der Tatsache zusammen, dass man dem Nachbarskind die Ohren schon lange nicht mehr lang ziehen darf. Dabei gilt weiterhin das uralte afrikanische Sprichwort, dass nicht nur die Eltern, sondern das ganze Dorf ein Kind erziehen.

Was u. a. auch dazu führt, dass man viel zu früh Kinder kriminalisieren muss, da man „dem Dorf“ die entsprechenden Kompetenzen entzogen hat. Meine erste Strafanzeige richtete sich ganz folgerichtig gegen Schüler, die kein Gefühl mehr für ein Leben in der Gemeinschaft entwickelt haben.

Wenn die Kinder dann in die Schule kommen, ist es meistens schon zu spät. Die Lehrer müssen den Kindern die normalsten Dinge beibringen und haben damit keine Zeit mehr, um die eigentlichen Lerninhalte zu vermitteln. Und so kumuliert sich das Nichtwissen von Schuljahr zu Schuljahr bis zu jenen Studenten, die nicht mehr richtig lesen und schreiben können — vom Zuhören spreche ich schon gar nicht mehr.

Manche völlig Fehlgeleiteten träumen nun davon, dass die Bundeswehr dies alles in wenigen Monaten wieder wettmacht — hierzu wäre zumindest die Wiedereinführung der Prügelstrafe unvermeidlich.

Wahlkreise

Auch bei uns verändern sich Wahlkreise, zum einen ist dies der natürlichen Veränderung bei der Anzahl der Wahlberechtigten geschuldet, aber zum anderen auch dem Einfluss von Parteien, die sich ihre Wahlkreise möglichst für sie selbst vorteilhaft zuschneidern. In den USA ist letzteres als „gerrymandering“ bekannt.

Bei uns in Deutschland gibt es noch eine weitere Möglichkeit, nämlich die Parlamente insgesamt immer wieder einmal zu vergrößern: bei der kommenden Landtagswahl in Baden-Württemberg dürfen wir sogleich die Auswirkungen bestaunen und wissen schon heute, dass es sehr teuer werden wird.

Der Deutsche Bundestag hat eine sehr gute Website, auf der sie die Wahlkreise zur Bundestagswahl und die aktuellen Bundestagsabgeordneten finden können.

Die Wahlkreise zur kommenden Landtagswahl 2026 (Stand Mai 2025) finden Sie gleich hier:

Enttäuscht

Nach gut sechzig Jahren Lebenserfahrung sind meine Erwartungen nicht mehr allzu hoch. Dennoch habe ich manchmal noch ein paar Mindesterwartungen an jene Mitbürger, die wir zu unseren Volksvertretern gewählt haben.

Jüngst habe ich in meiner Rolle als Kreisvorsitzender einen Volksvertreter in seiner ehrenamtlichen Rolle als Präsident eines politischen Verbandes zu einer Veranstaltung geladen. Da diese Veranstaltung mitten in seiner Amtszeit als Präsident stattfindet und meine Einladung fast 12 Monate im Voraus erfolgte, war ich sehr zuversichtlich, dass ich eine positive Rückmeldung erhalte. Noch zuversichtlicher, weil dieser Volksvertreter bisher in seinem Ehrenamt eine ganz gute Figur machte, was leider nicht mehr allzu oft vorkommt.

Heute erhielt ich eine bedingte Zusage, die an den Ausgang der kommenden Landtagswahl verknüpft ist. Eigentlich zwei ganz unterschiedliche Dinge, die zwar dieselbe Person betreffen, aber nur insoweit zueinander in Verbindung stehen, weil die meisten Volksvertreter ihre Ehrenämter alleine nur wegen ihres Mandats und nicht wegen ihrer Person erhalten.

Deshalb bin ich etwas enttäuscht, weil nun diese bedingte Zusage signalisiert, dass dieser besagte Präsident (Ehrenamt) bei einer Wahlniederlage (Berufspolitik) keine Lust mehr hat, seine ehrenamtliche Aufgabe weiter wahrzunehmen.

Für mich als Einladenden eine kleine Enttäuschung, für den betroffenen Verband allerdings eine große Sache, wenn man so mir nichts, dir nichts seinen Präsidenten verliert.

Für unsere Demokratie aber eine richtig dramatische und fatale Angelegenheit, denn wie von mir viel zu oft schon thematisiert durch solche und viele andere ähnliche Dinge zerstören die Berufspolitiker unsere Demokratie von innen heraus; sie zeigen, um was es ihnen eigentlich einzig und alleine nur geht: möglichst bequem die eigene Zeit als Abgeordneter abzusitzen und dabei mitzunehmen, was man mitnehmen kann!

Ich komme immer wieder in vielen Gesprächen auf diesen Sachverhalt zurück und suche dabei nicht nur bei unseren Volksvertretern nach Erklärungen, sondern auch bei deren Parteisoldaten, die ihnen den Weg in solche Ämter ebnen.

Eine meiner weiteren und hier schon öfters zu lesende These ist, dass die Parteien schon länger nicht mehr ihrer ureigenen Aufgabe gerecht werden, nämlich passende und möglichst gute Mitbürger als Kandidaten aufzustellen.

Hierbei hat mir jüngst ein Parteisoldat eine gute Erklärung gegeben. Er versicherte mir glaubhaft, dass in allen Parteien inzwischen jene Mitglieder fehlen, die zwar aus Zeit- oder anderen Gründen heraus selbst kein Mandat anstreben, aber innerhalb ihrer eigenen Partei ausreichend Einfluss und Erfahrung haben, um geeignete Kandidaten auf die Listen zu hieven.

Und so schaffen es immer öfters Schlümpfe aufgestellt und dann auch noch gewählt zu werden. Nur ganz folgerichtig völlig mit ihrer Rolle als Volksvertreter überfordert, zerstören sie langsam aber sicher unsere Demokratie von innen heraus, vermiesen ihren Mitbürger regelrecht jede Lust auf Demokratie und schaffen es zum Schluss auch noch, ihr Mandat an den Meistbietenden zu verhökern (Nachrücker), wenn das Wahlamt nicht gleich an das eigene Kind übergeben wird.


Zettelkasten

Wochenrückblick 45 5 (2)

Beitragsfoto: Zettelkasten | © Africa Studio, Shutterstock

Heute einmal mit weniger Laune geschrieben, wobei ich feststellen durfte, dass die Rundschreiben weiterhin von mindestens 60 % der Empfänger auch geöffnet werden. Ob sie das Rundschreiben dann auch lesen, steht wieder auf einem anderen Blatt.

Diese Woche hatte ich keine so große Lust zum Schreiben, was durchaus am Wetter liegen kann. Und auch zum wöchentlichen Rundschreiben muss ich mich eher zwingen, vor allem weil bei diesem Wetter ein Spielewochenende angesagt ist. Da ich seit ein paar Tagen aber eine Niederlage nach der anderen einfahre, hilft vielleicht ein klein wenig Ablenkung weiter.

Diese Unlust scheint auch andere Blogger zu befallen. Konstantin Klein finde ich nur noch als Landing Page, ein paar weitere Blogger habe ich mangels Beiträge aus meiner Blogroll entfernt und heute gab es schon wieder ein Splitterbrötchen ohne Essensempfehlung.

Wer regelmäßig schreibt, der stellt irgendwann fest, dass einem die Sätze nicht immer einfach so zufallen. Mir hilft es, dass ich beim Schreiben nur versuche, meine eigenen Gedankengänge etwas besser in Ordnung zu bringen. Richtig aktiv werde ich allerdings erst dann, wenn es etwas zum Wundern gibt, eine Sache zu der ich einfach meinen Senf dazugeben muss. 

Meinen Zettelkasten möchte ich mit jenen Sätzen und Bruchstücken füllen, die sich dann später nach einer ausgiebigen Recherche zu Neuem und fundiert Hinterlegtem zusammenfügen. Da mir meine bisherige Erfahrung zeigt, dass dies ebenfalls eher eine Art von Selbstbeschäftigung ist, kann ich das tiefgründige Nachgraben auch gleich durch mein Gefühl und langjährige efolgreich gepflegte Deutungsmuster ersetzen. Und so schreibe ich an keinen Büchern mehr, frage mich zudem, ob es überhaupt noch Sinn macht, das geplante E-Book zu veröffentlichen — es fehlt dabei weiterhin an der zugesagten Zuarbeit von viel zu vielen Freiwilligen; die Unlust greift aktuell wohl überall um sich.

Erfreulich diese Woche das Gespräch mit Detlef Stern, mein Eindruck, dass ein paar Studenten tatsächlich zugehört haben, das Europäische Frühstück mit Gleichgesinnten und zum Schluss dann noch der Rekordversuch am jüngst ausgerufenen Welttanztag. Da auch eine Tanzschule aus der Schweiz mit dabei war, könnte man nun wenigstens von einem deutschsprachigen Welttanztag sprechen. Der Zweck heiligt die Mittel und so baue ich darauf, dass ausreichend Spenden für einen guten Zweck zusammenkamen.

Ein wenig Schwimmen, noch weniger Gartenarbeit und, dabei muss ich erneut an Chris Kurbjuhn denken, gab es zudem ein sehr unterhaltsames Martinsgansessen. Wobei ich einem Wiener Schnitzel, eher aber nach Wiener Art, den Vorzug gab. Obwohl die Küche eine exzellente ist, dürfte an diesem Tag das Küchenpersonal ebenfalls weniger Lust als sonst gehabt haben, die Gespräche rissen es dann aber wieder heraus.

Auch wenn ich viel schreibe, manchen zu viel, aber immer noch weniger als zu meinen besten Zeiten, sind es die persönlichen Gespräche, zu zweit oder auch in größeren Runden, die für mich mein Leben lebenswert machen. Und wenn dann noch ein paar Spielerunden mit hinzu kommen, dann ist die Welt zumindest für mich völlig in Ordnung. Alles andere ist nur Nebensache, manchmal leider aber zum Leben notwendig.

Und dann saß ich noch mit einer Büchernärrin zusammen, die auf ihre unzähligen Bücher starrte und sich am Ende ihren eigenen Lebens befindend fragte, was sie damit nun noch machen könne — ich wollte sie nicht noch mehr enttäuschen und unterließ es ihr mitzuteilen, dass der Container schon produziert wurde, wohin diese Bücher demnächst allesamt landen werden.

Und so ist es wohl mit unser aller Leben, die über Jahrzehnte mit viel Engament gesammelten Sachen und Dinge landen alle einmal auf dem Müll — was bleibt sind Erinnerungen, für den Fall, dass man noch welche hat.

Was mich nun wieder einmal fragen lässt, ob unser Konzept des ewigen Wachstums und völlig unkontrollierten Konsums das richtige ist! Hätte ich heute Lust zu schreiben, gäbe dies wohl einen eigenen Blog-Beitrag.

Sollten Sie bis hierin gelesen haben, dann bedanke ich mich bei Ihnen von ganzem Herzen! Es gibt für uns alle immer noch Besseres zu tun, und so freue ich mich sehr, dass Sie Ihre kostbare Zeit für meine heutigen Zeilen aufgewendet haben.

Was findet man diese Woche so im Blog?

Wer genau hinschaut, der findet im Blog noch weit mehr, wie zum Beispiel meine Ausführungen zu den inzwischen obligatorischen Größenvergleichen.

Wie immer, es gibt weiterhin ein paar kleinere Aufreger, die dieses Mal leider keine mir bekannten Reaktionen hervorriefen. 

Kommende Woche wird weniger spannend, zumindest was das echte Leben anbetrifft. Wobei ein paar gute Gespräche in Stuttgart fest mit eingeplant sind. Meine meseno-Fahrt entfällt, dafür bereite ich in dieser Zeit meine kommende Vorlesung vor.

Ich freue mich auf viele Begegnungen und auf den einen oder anderen Schriftverkehr. 


Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (7)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Dieses Wochenende muss es ein Lied aus 1979 sein! Gestern gab es bereits ein Tänzchen in der Tanzschule Brenner und gleich heute Abend starten wir gemeinsam mit anderen Freiwilligen einen Rekordversuch. Dazu lernten meine bessere Hälfte und ich kürzlich erst Bachata, ein Tanz aus der Dominikanischen Republik, welcher mich etwas an Discofox erinnert — da es aber um eine gute Sache geht, will ich einmal nicht meckern.

Nun zurück nach 1979 als The Knack, eine US-amerikanische Band, welche sich erst 1978 gründete und mit dem Song „My Sharona“ (1979) die Charts stürmte. Ich habe mir das Lied sofort als Single gekauft und bis heute dürfte es meine einzige Platte oder CD sein von der einzig und alleine das Plattencover verschwunden ist.

Auch wenn die Langspielplatte „Get the Knack“ (1979) mit noch weiteren hörenswerten Songs aufwarten konnte, wurde es sehr schnell ruhig um diese Gruppe.

Übrigens, Sharona Alperin ist auf dem Single-Cover zu finden und wer das Foto kennt, der dürfte verstehen, warum es einfach so verschwunden ist.