Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Gastro-Sterben 5 (10)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Der Irrsinn greift weiter um sich. Nun beklagt auch die lokale Hofberichterstattung, ehemals Zeitung genannt, dass die „Hiobsbotschaften in Heilbronn nicht abreißen“ würden und dabei ganz besonders jene, die aus der Gastro-Szene kommen.

Grundsätzlich gilt dabei, dass es fast überall auf der Welt regelmäßig zu Öffnungen und Schließungen von Wirtschaften aller Art kommt — das ist der normale Lauf des Lebens. Und da die Gastro-Szene mit Masse aus Kleinbetrieben besteht, ist es nur natürlich, dass es eine Lebenszeitbegrenzung für die meisten Betriebe gibt — selbst für die Familienbetriebe.

Das ist der große Vorteil von Ketten, denn dort besteht durchaus die Chance, dass man als Großvater noch mit den eigenen Enkeln in Restaurants einkehren kann, welche man selbst als Kind gerne aufsuchte. Aber auch hier verschwinden im Laufe des eigenen Lebens ganze Gastro-„Institutionen“, nehmen wir einmal nur den Wienerwald.

Wir Menschen sollten uns alle einmal damit abfinden, dass sich die Welt nicht um uns dreht und wir auch keinen Anspruch darauf haben, alles zu bekommen, was wir gerne hätten. Und so erlaubt sich auch der Lieblingsitaliener um die Ecke einfach so zu schließen und dies ohne dabei auf seine eigene Stammkundschaft Rücksicht zu nehmen.

So ganz nebenbei garantiert dieser Lauf der Welt zudem, dass wir nicht immer nur Wiener Schnitzel mit Pommes essen, sondern uns gewollt oder auch nicht, immer wieder auf Neues einlassen müssen.

Das Ganze hat aber nun in Heilbronn eine neue Qualität entwickelt. Wobei dies nur die dafür Verantwortlichen und deren Werbeblätter überrascht!

Zu allererst einmal sind wir Heilbronner ein Eldorado für alle Gastronomen, vom Profi bis hin zum letzten Dilettanten. Wir sind grundsätzlich gesellig und gehen gerne essen und trinken, zudem sind wir dabei nicht sehr anspruchsvoll. Ein paar Tische und Stühle genügen und wir machen es uns von alleine gemütlich.

Wenn dann das Essen und die Getränke stimmen und der Service freundlich ist, fühlen wir uns pudelwohl und kommen gerne immer wieder. Wir können aber selbst bei bestem Willen nicht immer essen gehen, zumal man sich das Auswärtsessen auch leisten können muss.

Und so ist auch die Gastro-Szene von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abhängig. Mit zwei Ausnahmen: die Luxusgastronomie, welche sich selbst in Kriegszeiten dumm und dämlich verdient, und jene Billigläden, die ihr Essen und ihre Getränke unterhalb des gewöhnlichen Einkaufspreises verramschen — glauben Sie es mir, dort möchten Sie weder essen noch an einem Getränk nippen!

Nicht nur als Folge der Heilbronner Gemütlichkeit hat man in Heilbronn ein Überangebot an Gasstätten erhalten, sondern vor allem deshalb weil die städtischen Verantwortlichen dies noch so richtig gefördert haben; Stichwort: „Größtes Weindorf aller Zeiten!“

Zum bereits bestehenden und sich über die Jahre hinweg weiter ausbauenden Überangebot, hat man noch ganz lokaltypisch die Besen und Weinausschänke aller Art und dies inzwischen das gesamte Jahr über. Hinzu kommen noch die unzähligen Feste und Festle, die das gesamte Gastro-Ensemble weiter abrunden; selbst in den Weinbergen, am Neckar und im Sportbecken wird jetzt ausgeschenkt.

Das führt schon seit Jahren dazu, dass es bei uns in der Gastro-Szene einen knallharten Verdrängungswettkampf gibt, der schon lange nicht mehr gesund ist.

Das alles wird in Heilbronn durch von mir schon sehr lange bemängelnde Umstände ins völlig Abstruse gesteigert! Zum einen ist es der Heilbronner Klüngel, der dafür sorgt, dass es in Heilbronn Gastro-Betriebe gibt, die vorsichtig ausgedrückt, einfacher als die anderen wirtschaften können.

Zum anderen aber und dies ist der meines Erachtens gravierendste Grund stellt Heilbronn überhaupt nicht sicher, dass sich Gastronomiebetriebe im mittleren Preissegment und dabei selbst internationale Ketten langfristig in der Stadt halten können!

Vielleicht ein kleiner Trost für meine Mitbürger, eine „Luxus-Gastronomie“ denkt schon gar nicht daran, sich in Heilbronn überhaupt zu etablieren, denn die müssen unbedingt im Vorfeld prüfen, ob die Rahmenbedingungen dafür überhaupt vorhanden sind.

Und das ist mein Punkt. Sie sind es nicht! Nicht einmal für den sehr leistungsbereiten gastronomischen Mittelstand.

Egal welcher Betrieb und wie gut er sich selbst auch aufstellt, er ist von seinem direkten Umfeld abhängig. Und wenn dies nicht stimmt oder nicht stimmig ist, fühlen sich seine Kunden kaum wohl. Und das führt mittelfristig dazu, dass diese abwandern und nicht mehr wiederkommen.

Wer möchte schon auf dem Weg für sein 50 Euro Steak durch Müllberge waten und sich nach dem Steak dazu noch seinen Weg durch Bettler, Hausierer und sonstigen Rabauken bahnen?

Oder mit der Familie an einem Tisch sitzen, der keine 20 Zentimeter von einer Schnellstraße für Radfahrer und sonstige Rüpel entfernt ist?

Oder in der Fußgängerzone sitzend das Eis genießen, wenn der Verwesungsgeruch aus der Seitenstraße herüberweht?

Diese Lokalitäten können noch so gut sein wie sie möchten, der Kunde sucht sich stimmigere Orte.

Wir beklagen uns aber weiterhin lieber darüber, dass gute Lokalitäten und auch andere Läden bei uns immer wieder und nun gehäufter verschwinden, als dafür zu sorgen, dass diese Betriebe ein Umfeld vorfinden, wo sie überhaupt eine Chance haben, um langfristig existieren zu können.

Wenn ich mich gleich auf den Weg mache, um in der Innenstadt zwei Pflanzenkübel zu gießen, werde ich sicherlich auf dieselben Müllhaufen stoßen, wie bereits vor 14 Tagen — zumindest mir macht das keinen Appetit!


Blitz

100 Tage Irrsinn 5 (11)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Die Union ist wieder einmal an der Macht und die AfD übernimmt nun nach 1945 erstmals wieder das Fähnchen der stärksten Partei Deutschlands.

Friedrich Merz hat es zudem geschafft, bereits unbeliebter zu sein als Olaf Scholz — eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit.

Europa und Deutschland geht es schlimmer als jemals zuvor, wobei sich hierbei die Union mit anderen Parteien in Europa um dieses Verdienst streiten darf — wobei, Ursula von der Leyen hat hier den Hut auf.

Wer bereits ein paar Jahre Politik in Deutschland mitverfolgte, der wusste es bereits zuvor: zurück in die Zukunft eines Helmut Kohls ist für unser Land der Untergang 2.0.

Und wer wenigstens auf fünf zählen kann, der sieht nun auch die Gewinner dieser „Machtübernahme“ vor der Machtübernahme. Wenn wir alle Pech haben, eine viel zu geringe Zeit, selbst für Unionsabgeordnete, um sich ausreichend zu bereichern.

Man hat die erste Regierung, die wenigstens einmal versuchte uns aus dem Schlamassel herauszubringen mit allen nur erdenklichen Mitteln, Lügen und haltlosen Versprechen weggemobbt. Einzig und alleine nur, um wieder selbst an die Futtertröge zu gelangen und sich weiterhin selbst zu bereichern.

Und nun muss diese Unions- und SPD-Regierung richtig aufpassen, dass sie nicht auch noch weggemobbt wird und die Totalitaristen die Macht gleich selbst übernehmen.

Die hemmungslosesten Unionsabgeordneten verhandeln bereits jetzt mit der AfD und die SPD lässt sich bestimmt auch hierbei nicht sehr lange bitten, solange deren Abgeordnete auch etwas davon abbekommen.

Zur Entschuldigung, keiner unserer Abgeordneten hat die Nazi-Zeit selbst erlebt und nicht sehr gebildete Abgeordnete (inzwischen wohl die Mehrheit) dürften erneut der Hybris erliegen, dass sie die AfD oder die BSW in den Griff bekämen.

Die Totalitaristen zählen bereits die Tage zur kommenden Bundestagswahl, wenn diese nicht bereits früher stattfinden wird!

Wenn es Union und SPD mehrheitlich noch um unsere Demokratie und unser Land geht, dann müssen jetzt sehr schnell sehr gravierende Maßnahmen ergriffen werden!

Nein, kein Parteiverbot, das kommt jetzt viel zu spät!

Sondern, sämtliche Kanzler und Minister mit Dreck am Stecken müssen sich aus der Politik zurückziehen, Staatsanwaltschaften müssen öffentlich ermitteln und ggf. auch Anklagen erheben. Damit holt man auf alle Fälle sehr viele, wenn nicht gar die große Mehrheit der „Unzufriedenen“ zurück.

Die Regierung muss endlich mit dem Bundestag zusammen für Transparenz der Geldflüsse in der Politik sorgen und zugleich auch jene Geldmagnaten an den Pranger stellen, die durch ihren Einfluss unsere Demokratie erst an den Abgrund heranführten.

Und die Regierung muss sich sofort mit der demokratischen Opposition an einen Tisch setzen und uns Bürgern erst reinen Wein einschenken und gleich danach die notwendigen Schritte einleiten, um unser Land — nicht nur ein paar Eliten (!) — wieder auf Vordermann bringen zu können!

Wenn wir Demokraten jetzt nicht alle zusammen anpacken, dann werden in Kürze AfD, BSW, NPD und andere Bösewichte unser Land zu einer DDR 2.0 machen!

Liebe demokratische Abgeordnete! Auch Sie werden an einer Diktatur keinen Gefallen finden!

Denn Diktatur macht bekanntlich nur dem Diktator Spaß sowie ein paar Meuchelmördern, Blockwarten und KZ-Aufsehern. Und das muss man nicht selbst erlebt haben, um es mit Sicherheit zu wissen!

Das „große Geld“, wenn es den Diktator nicht mehr kaufen kann, überwintert einfach auf Hawaii oder an anderen schönen Orten dieser Welt und dies solange bis die Luft wieder rein ist.

Deshalb müssen Sie sich um diese Damen und Herren überhaupt keine Sorgen machen. Sondern einzig und alleine um Ihre Wähler, Ihre weiteren Mitbürger und letztendlich auch um sich selbst.


Auszeit

13.8.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Auszeit | © Shutterstock

Visite

Unser Ältester war kurz mit seiner besseren Hälfte auf Stippvisite. Die Anzeichen sind nun nicht mehr zu übersehen, in Bälde bin ich Opa. Damit dürfte nun endgültig der letzte Lebensabschnitt eingeläutet sein; erst „gestern“ wurde ich zum ersten Mal Vater. Die Welt dreht sich immer schneller! Da auf die Bremse treten noch bei keinem funktioniert hat, muss man sich einfach mit dieser Tatsache abfinden.

Eine Erklärung für diese Geschwindigkeitszunahme ist dabei sehr einfach: als junger Mensch hat man noch wenig Zeitspanne, um darauf rückblicken zu können, aber vermeintlich viel Zeit vor sich. Je mehr Zeit man hinter sich hat, umso weniger hat man vor sich und daraus entwickelt sich die gefühlte Geschwindigkeitszunahme. Und am Ende war das eigene Leben nur ein Augenblick — ganz egal wie lange es auch dauerte! Einzig der Tod macht uns alle gleich.

Gespräche

Erfreulich die Zusage einer Landtagsabgeordneten zu den 9. Hertensteiner Gesprächen, erfreulich auch, dass ein weiterer Abgeordneter seine Teilnahme wohlwollend prüft. Damit wäre dann sichergestellt, dass alle maßgeblichen demokratischen Parteien auch mit eigenen Volksvertretern bei den Gesprächen vertreten sind.

Und das lässt durchaus hoffen, denn damit kommen Bürger und ihre Volksvertreter gemeinsam ins Gespräch und dies auf gleicher Augenhöhe. Der Teilnehmerkreis ist ein richtig gesunder Schnitt durch unsere Gesellschaft, wobei schon jetzt neben europäischen Nachbarn Vertreter aus doch so einigen Bundesländern, Bürger aus unseren Nachbarstädten, Parteilose, Angehörige von demokratischen Parteien und Wählergruppen, Gemeinderäte, Kreisräte, Landtagsabgeordnete und Europaabgeordnete bei den Gesprächen vertreten sein werden. Mich freut es zudem sehr, dass auch einige andere Kreisvorsitzende der EUROPA-UNION an den Gesprächen aktiv teilnehmen werden!

Damit kann ich guten Gewissens behaupten, dass sich Politik und Zivilgesellschaft bei den Hertensteiner Gesprächen zusammenfinden, um gemeinsam nicht nur positiv in die Zukunft zu blicken, sondern dabei auch nach tragfähigen Lösungen für die bekannten und noch kommenden Herausforderungen zu suchen.

Sommerpause

Nun lässt es sich nicht mehr weiter ignorieren, der Sommer dürfte auch bei uns da sein. Die Pflanzen benötigen nun etwas mehr Wasser, was meinen gewöhnlichen Tagesablauf etwas verändert. Noch mehr verändert es meinen Tagesablauf allerdings, weil ich nun länger als sonst üblich auf Antworten warten muss. Interessant dabei, jene, die immer zeitgerecht antworten, machen dies auch weiterhin während des Sommers.

Und da diese Wartezeiten, weil überhaupt nicht selbstbestimmt, von mir nicht zu einer erbaulichen Lektüre genutzt werden können, finde ich immer wieder Dinge, die das Warten ein wenig angenehmer machen.

Heute stieß ich auf eine alte Website „Endless Horse“. Es wurde mir versichert, dass dabei kein Ende in Sicht ist — ich habe es aber nicht wie etwa bei „Diese Bank ist frisch gestrichen“ selbst überprüft. Mein Vertrauen in Fachleute, die über weit mehr Kapazitäten als ich verfügen, ist weiterhin ungebrochen.

Aber ein Funfact am Rande. Die Website-Autoren haben auf eine entsprechende Anfrage eines Deutschen, diese Website auf eine sichere Version von HTTP umzustellen, reagiert und dies tatsächlich gemacht — man muss seine Mitmenschen einfach so nehmen wie sie sind: „Secure Endless Horse“.

Inzwischen gibt es auch einen Namen für die Rubrik von Websites ohne erkennbaren Sinn: „The Useless Web“. Menschen wie ich, die noch in einer analogen Welt groß geworden sind, waren da um einiges anspruchsloser. Uns genügte noch eine beidseitig mit „Bitte wenden!“ beschriebene Karteikarte.

Da ich wohl auch heute vergeblich auf die Antworten gleich mehrerer Behörden und Ämter warte, werde ich wohl eine Einladung von guten Bekannten annehmen und mir damit das Warten etwas erleichtern.

Nachtrag 14.8.2025:

Colleen Josephson und Kyle Miller sind die Macher hinter dem unendlichen Pferd. Sie erschufen es 2015 während eines „West Coast Stupid Shit No One Needs & Terrible Ideas Hackathons“.