Baum

13.8.02024 5 (3)

Beitragsfoto: Baum | © Pixabay

Wahlkampf

So langsam nimmt der US-Wahlkampf an Fahrt auf, und dank der Unterstützung meiner Tante aus Kalifornien habe auch ich bald eine Harris-Walz-Wahlkampf-Basecap. Als ich eine solche Tarnkappe im Internet erwerben wollte, waren sämtliche Mützen ausverkauft; der erste Bestand von 3 000 Kappen war innerhalb von 30 Minuten weg.

Dabei ist Tim Walz erst seit dem 6. August 2024 von Kamala Harris zu ihrem Kandidaten für das Vizepräsidentenamt benannt worden. Erfreulich auch die Tatsache, dass sich immer mehr US-Republikaner mit den beiden US-Demokraten anfreunden können — was sowohl für die beiden Demokraten als auch für diese Republikaner spricht.

Medaillen

Für unsere Verhältnisse haben wir uns bei den Olympischen Spielen in Paris recht ordentlich geschlagen. Und manche Athleten hatten dabei sogar noch wirklich Pech. Wir könnten schon alleine damit zufrieden sein, dass wir überhaupt so viele Sportler nach Paris entsenden durften.

Nun schreit halb Deutschland wieder unisono nach noch mehr Steuergeld; dieses Mal für den Profisport — dabei haben wir aktuell ganz andere und auch wirklich wichtigere Probleme!

Aber wenn wir tatsächlich den Spitzensport fördern wollen, dann sollten wir uns erst einmal Gedanken darüber machen, woher die Spitzensportler eigentlich kommen — ich meine dabei nicht, dass wir diese weltweit zusammenkaufen. Wer wie in Heilbronn Schulsportplätze schließt und die restlichen Sportanlagen verkommen lässt, der braucht sich nicht darüber wundern, dass es kaum mehr geeigneten Nachwuchs gibt.

Und wer anstatt Spitzensportler zu fördern, das Geld lieber für Funktionäre und Politikerbesuche zu den Spielen ausgibt, der sollte sich einmal über die eigenen Schwerpunkte Gedanken machen. Dies gilt auch für die vielen Sponsoren, die wirklich alles finanzieren.

Wenn man das Ganze ein wenig mehr ordnet oder gar koordiniert, wofür wir sogar eigene Ministerien haben, dann könnte man vielleicht schon 2028 in Los Angeles ein noch etwas besseres Ergebnis erzielen.

Bäume

Rechtzeitig zur Bewerbung Heilbronns als grüne Hauptstadt Europas (Umwelthauptstadt oder gerne auch Green Capital) wird wieder einmal die Anzahl der Stadtbäume bekanntgegeben. Dieses Mal sollen es ca. 48 000 Bäume sein. In manchen Städten sind die Bäume nummeriert und katalogisiert, in anderen wertet man Luft- und Straßenbildaufnahmen aus, um die Anzahl der Bäume zu bestimmen. Wie die rund 20 für unsere Bäume zuständigen städtischen Mitarbeiter die Bäume zählen, konnte ich bisher leider nicht in Erfahrung bringen.

Laut Grünflächenamt stehen aktuell in der Kernstadt 8 400 Bäume und im äußeren Rand weitere 12 000 Bäume. Böckingen hat 7 800 Bäume, Neckargartach 6 900 Bäume, Sontheim 5 300 Bäume, Biberach 2 200 Bäume, Horkheim 1 700 Bäume, Frankenbach 1 500, Kirchhausen 1 200 Bäume und Klingenberg 1 000 Bäume.

Interessant auch, dass gem. Grünflächenamt jährlich in der Stadt 200 bis 300 Bäume gefällt werden, selbstverständlich ohne all die Stadtwaldbäume, denn diese werden weiterhin gewinnbringend bewirtschaftet. Aber man sei bestrebt, die gefällten Bäume wieder zu ersetzen.

Wenn es nach den Grünen geht, werden die Bäume zugunsten der Radwege weiter minimiert und für die FDP sollen sie eher neuen Parkplätzen weichen. Einig sind sich aber alle Fraktionen darin, dass unsere Bäume für Wohnhäuser, Bars und neuerdings auch für Schulen geopfert werden.

„Lebe mit den Menschen so, als ob es ein Gott sähe, sprich mit Gott so, als ob es Menschen hörten.“

Seneca, 1. Buch, 11. Brief (2018: 63)

Kinobesucher

Filmkritik 5 (4)

Beitragsfoto: Kinobesucher | © Amit Kumar auf Pixabay 

Auch wenn der jüngste Film von Roman Polański bei den Kritikern schlecht abschneidet, habe ich mir „The Palace“ gestern ganz in Ruhe selber einmal angeschaut.

Zugegeben, ich mag Roman Polański nicht. Dann verantwortet er aber immer wieder einmal Filme, die mir auch nach einer Wiederholung gefallen. „The Fearless Vampire Killers“ von 1967 dürfte ein Klassiker sein. „The Ninth Gate“ (1999) gefällt mir eher wegen Johnny Depp, aber „Carnage“ (2011) ist dann wieder ganz großes Kino.

In seinem jüngsten Werk spielen nun John Cleese und Mickey Rourke mit. Beide sind für mich alleine schon Garanten für gute Filme. Als Schauspieler überzeugt hat mich dann aber Oliver Masucci — kann allerdings auch sein, dass ich mit seiner Rolle einfach nur mitgelitten habe, was aber auch wieder für ihn spricht.

Der Hund war für eine Komödie zu gewöhnlich, das geht inzwischen viel besser (siehe „Deadpool & Wolverine“ aus 2024) und der Pinguin hat es dann auch nicht mehr herausgerissen.

Sydne Rome hatte ich noch etwas anders in Erinnerung, aber sie passte ganz gut ins Ensemble der weiteren Hotelgäste. Vielleicht zeigt der Film nur zu gut, dass wir uns alle verändern — manchmal nicht zum eigenen Vorteil — und verstört wohl damit nicht nur viele Filmkritiker, sondern auch so manchen etwas reiferen Zuschauer. Die jüngeren Kinogänger sollten eher darüber schmunzeln können.

Bei Bronwyn James bin ich mir noch nicht so ganz sicher: mutig oder eher die Kategorie „was man nicht alles macht, um ins Kino zu kommen“ — die Tendenz geht aber aktuell mehr hin in Richtung mutig, was letztendlich für die gesamte Filmbesetzung gelten dürfte.

Im Film vermisst habe ich dann doch Roman Polański selbst, er hätte als weiterer Hotelgast wie die Faust aufs Auge gepasst — ich habe bis zum Schluss auf seinen Auftritt gewartet.

Sicherlich berechtigt die Kritik, dass der Film zu viele Charaktere einführt ohne diese dann bis zum Schluss durchzudeklinieren. Aber es ist halt nicht eine Serie à la „Upstairs, Downstairs“, sondern einfach nur ein weiterer Roman Polański.

Ich werde mir „The Palace“ aber sicherlich nochmals ansehen, denn die eine oder andere Anspielung habe ich sicherlich verpasst. Alles in allem ist der Film eine gute Abbildung unserer heutigen Gesellschaft, und Roman Polański kennt diese sicherlich ganz gut.

Steve Vail: „My name’s Torrance. I’m a shipping magnate. You’re my wife.“

Kate Bannon: „So now we’re married?“

Steve Vail: „That’s the only way to sell it. You’re too old to be my girlfriend.“

Aaron Eckhart & Nina Dobrev in The Bricklayer (2024)

Stuttgarter Landtag

10.8.02024 5 (3)

Beitragsfoto: Stuttgarter Landtag

Vermischtes

Gestern konnte ich nochmals eine Einladung zu den 8. Hertensteiner Gesprächen verschicken — jetzt hoffe ich auf weitere Anmeldungen. Bereits am Morgen hatte ich ein angenehmes Gespräch mit Detlef Stern. Anstatt Social Media und E-Mail nutzen wir beide eher das persönliche Gespräch, Bücher und den einen oder anderen Weblog. Zumindest ich habe dann doch noch ein paar Zeitungen, die ich regelmäßig konsumiere.

Wie ich es jüngst wieder einmal erfahren konnte, würde es vielen Heilbronnern voll und ganz ausreichen, wenn die Heilbronner Stimme nur noch mit Todesanzeigen aufwarten würde. Aktuelles oder gar kritische Stimmen über Heilbronn findet man inzwischen selbst im Spiegel. Und für die bei uns übliche Hofberichterstattung ist die Heilbronner Stadtzeitung voll und ganz ausreichend.

Sehr erfreulich ist, dass sich die Initiative „Landtag verkleinern“ (ich hatte bereits berichtet) mit der FDP zusammenschließt und nun beide gegen die bereits beschlossene Vergrößerung des Parlaments vorgehen. Demokratie heißt nicht, dass jeder Parteibuchinhaber einen Anspruch auf Beschäftigung in einem Parlament hat! Leider aber wird es so kommen, dass unsere Parteien letztendlich auch den Landtag auf chinesische Volkskongressgröße maximieren: Partei- vor Staatswohl!

Wenn man wieder einmal wissen möchte, wie wir Menschen eigentlich ticken, dann muss man nur auf die Berichterstattung von Seuchen gucken. Gerade geht die afrikanische Schweinepest durch die Medien. Aber noch heute sprechen wir von COVID-19 anstatt von einer chinesischen Seuche — der Mächtige, zumindest aber der Aggressivste bestimmt unsere Welt.

Bundeswehr

Die primäre Aufgabe aller Streitkräfte, auch der der Bundeswehr, ist die Bündnis- und Landesverteidigung. Seit bereits zwei Jahren ist es wirklich jedem Europäer bewusst, dass kein einziges europäisches Land sich — vielleicht noch mit Ausnahme der USA — mehr alleine verteidigen kann; übrigens ein Faktum, das seit spätestens 1945 besteht.

Das Problem der Bundeswehr dabei ist, dass wir Deutschen weder ausreichend wehrwillige und kaum noch wehrfähige Staatsbürger generieren können. Hinzu kommt, dass die uns verbliebenen Streitkräfte und deren Soldaten von der Politik seit Jahren missbraucht und verheizt werden. Schlimmer noch, dass man der Bundeswehr Waffen und Gerät höchstens in homöopathischen Dosen zur Verfügung stellt. Wer z. B. alle Schaltjahre ein einziges U-Boot baut und die restliche Waffenproduktion in Manufakturen auslagert, der zerstört nicht nur die Bundeswehr, sondern auch unser Land — und dies ganz bewusst aus ideologischen Gründen oder einfach nur, weil man gekauft ist. Dies ist bereits seit Helmut Kohl Faktum.

Angesichts des aktuellen Krieges, dessen tatsächlicher Umfang und Auswirkungen noch nicht abgesehen werden können, wäre es wirklich an der Zeit, dass wir als Staat handeln, so lange wir noch handeln können.

Wir müssen dringend den Bundeshaushalt kriegstüchtig machen und massiv Waffen sowie Munition bei unseren US-amerikanischen Verbündeten bestellen. Wir haben keine Zeit mehr und schon gar nicht das Geld, um die eigene Verteidigungsindustrie wieder auch nur halbwegs aufzupäppeln.

Noch dringender, wir müssen die Bundeswehr schleunigst roboterisieren (eine Idee, die bereits seit spätestens den 1980er-Jahren besteht) und vor allem unsere Soldaten verstärkt aus dem Ausland rekrutieren (ist bei unseren Sportmannschaften gang und gäbe), denn mit adipösen Frauen gewinnt man keinen Krieg.

Am dringendsten ist aber die Frage, wie wir mit den unzähligen eigenen Staatsbürgern umgehen, die bereits heute für Putin Ukrainer, für Erdogan Kurden und für die verschiedensten Kalifen Frauen und Kinder morden. Denn diese werden spätestens dann, wenn der Schießkrieg bei uns beginnt, auch in Deutschland foltern, vergewaltigen und töten.

Wohnung

Wieder einmal ein kleiner Mehrwert für meine Leser. Voraussichtlich ab Dezember 2024 wird eine schicke Zweizimmerwohnung (54 qm, mit Balkon und Kellerraum) in der Fußgängerzone frei. Wer Interesse hat, der kann sich schon einmal mit mir in Verbindung setzen.

„This is the difficult thing about the future: it hasn’t happened yet. It can only be imagined as the extrapolation of current or past trends.“

Christopher Clark (2022: 180)