Lesezeichen

E-Scooter 5 (1)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Sebastian Eder | Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Hat denen jemand ins Gehirn geschissen?“ (zuletzt aufgerufen am 9.5.2026 um 8.33 Uhr)

„E-Scooter nerven Fußgänger, führen zu vielen Unfällen und bringen der Umwelt nichts. Warum stehen sie trotzdem noch überall herum? …

In einer Studie hat er alle schweren E-Scooter-Unfälle analysiert, die zwischen 2020 und Ende 2023 im Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie registriert wurden: Der Anteil der E-Scooter-Fahrer unter den Schwerverletzten im Straßenverkehr lag demnach bundesweit mit 538 Fällen bei 1,2 Prozent, also nicht bei fast neun Prozent wie 2024 in Frankfurt. Auf dem Land werden die Roller seltener genutzt, aber wo sie genutzt werden, gibt es viele Unfälle.

Palmer sagt: „Das Risiko der Dinger wird unterschätzt.“ Eine Helmpflicht hält er aber nicht für umsetzbar. „Das käme einem Verbot gleich.“ Und die E-Scooter seien immerhin vor allem für die Nutzer selbst gefährlich, während Autos im Stadtbereich andere Verkehrsteilnehmer gefährdeten. „Für kleine Kinder sind Autos in Städten das größte Todesrisiko.“ Er bleibt deswegen dabei: „E-Scooter sind eine sinnvolle Ergänzung. Meine Lebensqualität als Bahnfahrer erhöht es, wenn ich direkt am Bahnhof mit dem Scooter weiterkann.“


Mich haben diese E-Scooter von Anfang an gestört. Nüchtern betrachtet überwiegen die Nachteile die Vorteile bei Weitem. Und für die Stadtgesellschaft sind sie insgesamt eine Belastung. Von den völlig unnötigen Toten und Verletzten ganz zu schweigen.

Hätten wir intelligentere oder wenigstens etwas fleißigere Stadtverwaltungen und Gemeinderäte, wären uns diese Toten erspart geblieben.


Blogger

8.5.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Nur mal so

Immer öfters stellen selbst Abgeordnete des Europäischen Parlaments die Tatsache in Frage, dass sich Europa seit 1945 nicht mehr alleine verteidigen kann. Der lange Atem der Nationalisten und Superstaateuropäer wirkt sich nun auch bei politisch denkenden Menschen aus.

Passend zum 8. Mai bildete sich nun eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe, die Europa wieder einmal zu einem Superstaat machen möchte. Noch vor Kurzem hat der NATO-Generalsekretär Mark Rutte die Abgeordneten darauf hingewiesen: „If anyone here thinks that the European Union, or Europe as a whole, can defend itself without the US, keep on dreaming.“

Die Faktenlage gibt und wird auch zukünftig Mark Rutte recht geben. Schon alleine die fehlenden Ressourcen, besonders an qualifizierten Soldaten und ausreichend wehrfähigen Männern, machen alles, was über Grenzscharmützel oder „Strafaktionen“ in Afrika hinausgeht, von Anfang an nicht siegreich ausführbar. Selbst eine von mir seit Jahrzehnten geforderte Roboterisierung greift dabei zu kurz. Europa wird nie und nimmer in der Lage sein, um alleine den Weltraum oder gar den Mond zu beherrschen, was seit spätestens der 1950er-Jahre eine zwingende Voraussetzung in einem globalen Konflikt ist.

Und so attestiere ich jenen, die nun eine europäische oder gar deutsche Souveränität (jüngst sogar Weltraumtruppen) fordern und anstreben, entweder Totalitaristen zu sein oder einfach auch nur sich und die eigenen Geldgeber hemmungslos bereichern zu wollen — die in der Schwebe stehende Billionen Euro an künftigen Verteidigungsausgaben machen besonders schwache und meist ungediente Menschen völlig hemmungslos.

Vermischtes

Da möchten unsere Abgeordneten einmal ein klein wenig bei sich selber sparen und schon läuft Jens Spahn zur Höchstform auf. Mancher wurde einfach nur deshalb Volksvertreter, weil man sich dabei am einfachsten selber bereichern sowie ganz ohne eigenes Zutun dumm und dämlich verdienen kann. Die Bezüge im Bundestag erhöhen sich regulär zum 1. Juli 2026 von 11.833 Euro auf 12.330 Euro.

Neckarsulm stoppt den Glasfaserausbau durch GigaNetz, da diese Firma ein unsicherer Vertragspartner sei. Nicht erst als der Heilbronner OB jedem Heilbronner schriftlich empfohlen hat, dass man doch einen Vertrag mit dieser Firma abschließen solle, weiß eigentlich jeder, dass man der nicht trauen darf und kann. Mich haben deren Werber an der Haustüre den letzten Nerv geraubt. Das Ganze toppte mit der Aussage, dass die Stadt Heilbronn sicherstellen würde, dass ich nie Glasfaser bekäme, wenn ich nicht bei GigaNetz unterschriebe.

Seit gestern habe ich ein funktionierendes Glasfaser der Telekom; wenn deren „Bürokratie“ nicht wäre, könnte ich ohne Wenn und Aber voll zufrieden sein. Was ich sicherlich bin, sobald ich das ganze Tohuwabohu mit den Verträgen und den Leihgeräten hinter mir habe. Auf alle Fälle habe ich gelernt, dass es nervensparender ist, wenn man sich keine Leihgeräte anschafft; selbst dann, wenn mir die Telekom weiterhin mitteilt, dass sie es nur mit eigenen Geräten so richtig gut könne.

Aktuell schlagen die Populisten bei uns wieder einmal so richtig zu: die Kampfhundesteuer. Unabhängig davon, dass dies ein sehr rassistischer Blick auf Hunde ist, der viel mehr über jene aussagt, die solche Einteilungen überhaupt vornehmen, sind Hunde seit Jahrtausenden nur so gut oder böse wie deren Besitzer.

Was wir dringend benötigen ist eine Einteilung von uns Menschen, nämlich in jene, die Hunde und andere Tiere halten dürfen oder nicht. Und in jene, die Autofahren dürfen oder auch nicht. Auch in jene, die Waffen führen dürfen oder auch nicht. Einzig beim Wählen darf es solch eine Differenzierung nicht geben — sehr oft greift hierbei aber eine Art von Selbstregulierung.

Wir Deutschen scheinen doch etwas zu neurotisch zu sein oder aber bei uns gibt es immer wieder Menschen, die das schnelle Geld machen wollen. Z. B. die „Löschindustrie“, welche unliebsame Beiträge aus dem Internet entfernt. Laut Tagesschau werden 99,97 Prozent aller Löschungen in der Europäischen Union gemäß einer EU-Transparenzdatenbank im Jahr 2025 alleine in Deutschland vorgenommen. Nur 398 von 1 378 518 Löschanträgen wegen Diffamierung kamen nicht aus Deutschland!

Seit Kurzem stehe ich mit Semin Bristina im Wettbewerb, darüber wer von uns mehr Google-Rezensionen schreibt. Ich habe zwar keine Chance, sehe das Ganze aber sportlich. Für mich habe ich entschieden, nur dann zu rezensieren, wenn es mir auch halbwegs gefallen hat. Nun weiß ich, dass negative Bewertungen bei uns in Deutschland völlig sinnlos sind — wir schreiben und singen uns die Welt einfach schön!

Wenn ich zu meckern habe, dann schreibe ich das hier im Blog. Bisher kamen allerdings nur selten Änderungs- und Löschwünsche, wobei ich so gut wie keine erfüllte.

To Rome with Love

Als dieser Film von Woody Allen 2012 in die Kinos kam, turnte ich gerade beruflich durch Brüssel. Gestern habe ich mir diesen Film erneut gegönnt. Seit „Annie Hall“ (1977) mag ich seine verschrobenen Filme. Bereits 1967 brillierte er mit „Casino Royale“ — bis heute für mich der beste Bond-Film.

Wahrscheinlich ist Woody Allen vielen noch eher wegen seines Privatlebens bekannt. Auch wenn ich die tatsächlichen Hintergründe nicht kenne, zeigen seine belegten Verbindungen zu Jeffrey Epstein, dass er menschlich wie moralisch zumindest sehr schwierig sein dürfte.

Was mir wieder einmal beweist, dass auch ein schlimmer Mensch beruflich gute Dinge bewerkstelligen kann. Was wiederum dafür spricht, dass man Berufliches und Privates am besten trennt und zudem dafür sorgt, dass sich die inhaltliche Ebene nicht mit der Beziehungsebene vermischt. Dieses erfolgreiche Trennenkönnen ist das Rezept für jede funktionierende Gemeinschaft.

Gemeinschaften, denen dies bis heute nicht gelingt, werden gerne als „Shithole-Countries“ (2018) bezeichnet, wobei Gemeinschaften, die diese Trennung wieder aufzuheben beginnen, sich eindeutig auf dem absteigenden Ast befinden.

Alle Menschen bedienen immer und dies auch zeitgleich mehrere Rollen. Die große Kunst dabei ist es, sich zum einen selbst rollengemäß zu verhalten und zum anderen die jeweilige Rolle des Gegenübers zu erkennen und dann mit dieser „zu verhandeln“.

Mit meine erfolgreichsten Zusammenarbeiten fanden mit Menschen statt, denen ich privat fast feindschaftlich verbunden war. Mit manch anderen habe ich mich tagsüber politisch so richtig heftig gefetzt, dann aber abends zusammen gefeiert, weil wir uns zwar politisch überhaupt nicht verstanden, uns menschlich aber näher waren als es mit den meisten „Parteifreunden“ der Fall ist.

Früher habe ich Menschen bedauert, die keine Rollen auseinanderhalten können, heute sehe ich diese Menschen als Hauptursache dafür an, dass es bei uns allerorten knirscht und knackt.

Wir ersetzen Inhalte und Bildung zunehmend durch Gefühle und Beziehungen, was zwar einfacher ist, aber weder uns Menschen noch ganze Gesellschaften weiterbringt.


Blitz

Austrittswelle 5 (2)

Beitragsfoto: Glühbirne | Blitz | © Bild von PIRO auf Pixabay

Aktuell warnt der CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann parteiintern vor einem Austrittszunami: 50 000 Mitglieder stehen zur Debatte.

„Linnemann sprach in der CDU-Präsidiumssitzung am vergangenen Montag von zahlreichen Austritten in diesem Jahr, wie die Zeitung „Bild“ unter Berufung auf ranghohe Parteikreise berichtete. Dabei habe er einen Schwund von mehreren zehntausend Mitgliedern hochgerechnet. 

Gehe die Entwicklung so weiter, würde die CDU bis zum Ende der Legislaturperiode 50 000 Mitglieder verlieren, sagte Linnemann demnach. Linnemann selbst wollte die Aussagen auf „Bild“-Anfrage nicht kommentieren. Aus Parteikreisen hieß es, diese Zahl sei ein hochgerechnetes „Worst Case“-Szenario gewesen.“ 

FAZ Liveblog (7.5.2026)

Es gibt aber auch eine andere Erklärung. Anständige und arbeitsame Parteimitglieder haben damit begonnen, die über die Jahre hinweg angesammelten Parteileichen zu entfernen.

Vielleicht ist es aber auch nur ein weiterer Versuch von Jens Spahn die Macht zu ergreifen und sich und die CDU gleich mit der AfD als Juniorpartner anzudienen.

Egal was es auch sein mag, Friedrich Merz war schon immer der schlechteste Vorsitzende aller Zeiten und das Einzige was ihn als Vorsitzenden vielleicht noch rettet ist, dass Jens Spahn nicht einmal Vorsitzender sein muss, um die CDU vollends kaputtzumachen.

Hätte die CSU noch einen halbwegs kompetenten Berufspolitiker, wäre die freundliche Übernahme der Schwesterpartei sicherlich bereits in Gänze erfolgt. Zumindest aber wissen die Bayern wie man Parteimitglieder richtig zählt: alle Menschen, die schon einmal von der CSU gehört haben, sind zumindest Interessenten und zählen in der CSU bereits als online-Mitglieder.