Mädchen mit Europaflagge

Vorgeflüster 3.8 (10)

Beitragsfoto: Mädchen mit Europaflagge | © Shutterstock

Wenn einmal wieder meine Uraltbeiträge etwas gehäuft mit einem Sternchen bewertet werden und man versucht, mein Blog über die Suchfunktion zu hacken, dann weiß ich mit Bestimmtheit, dass im Verband eine Bundesveranstaltung ansteht — wenigstens dabei ist auf manche Mitstreiter Verlass.

Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass wir Bundestreffen gemeinsam mit der Jugend veranstalten. Wenn ich mich richtig daran erinnere, war dies vor gut zwei Jahrzehnten sogar einmal eine meiner eigenen Forderungen. In der damaligen Zeit sicherlich völlig berechtigt, heute hat sich die Welt allerdings wieder etwas weitergedreht und wir müssten bereits Trennungen alleine aufgrund einer Altersgrenze überwunden haben. Diesbezüglich hatte ich jüngst eine fruchtbare Diskussion mit einer grünen Abgeordneten. Warum wir bei der Inklusion nicht wirklich weiter sind, das müsste man dringend einmal näher untersuchen. Ich behaupte dabei, dass unsere Gesellschaft diesbezüglich längst viel weiter als unsere Politik ist.

Die Zeiten in denen politisch Interessierte über dem Bildungsdurchschnitt lagen, dürften schon eine Weile vorbei sein. Auch hier hat ein völlig falsches Proporzdenken seine Spuren hinterlassen. In meiner Jugend konnte ich mit Gleichaltrigen noch sehr spannende und interessante Diskussionen führen, die zudem fast immer faktenbasiert waren. Um nicht hintenan zu bleiben, war man gezwungen, sich in entsprechende Fachliteratur zu vertiefen, an Fachbesprechungen teilzunehmen oder an die Orte zu gehen, wo man sich beruflich mit dem Thema auseinandersetzte. Schon alleine deswegen konnte man die Themen nicht alle paar Tage wechseln oder gar mehrere vertieft an einem Nachmittag abarbeiten. Stundenlang über einer einzigen DIN A4 Seite zu sitzen und zu streiten war zwar gewöhnungsbedürftig, wenn man sich dabei aber einmal durchsetzen konnte, das Schönste was es gab.

Was zudem sehr spannend war, wenn man seine Freizeit ganz folgerichtig in Atom- und Kohlekraftwerken oder gar bei der Autoindustrie verbrachte, wo man noch an Katalysatoren forschte. Das Thema Umwelt war in den 1970er-Jahren der letzte Schrei und man versuchte noch die Welt zu retten.

Als ich meinen Fokus von der Umwelt- auf die Sicherheitspolitik verlegte, weil mir dies Ende der 1970er-Jahre opportun erschien, veränderte dies mein gesamtes Leben. Das Thema war nicht nur viel komplexer, sondern erforderte tatsächlich auch große persönliche Opfer — der eigene Wehrdienst war damit gesetzt.

Was manche künftige „politische Experten“ nicht davon abhielt, den Weg des Scheins zu wählen und damit zudem sehr erfolgreich zu werden. Vielleicht ist dies der Grund, warum die heutige Jugend nur allzu gerne auf Fakten und Expertise verzichtet und sich durch Selbstbetrug die Welt nach der eigenen Fasson zu schmieden versucht — Pippi Langstrumpf lässt grüßen.

Noch vor ein paar Jahren bereitete ich mich inhaltlich auf Bundesbesprechungen vor, wurde inzwischen allerdings des Besseren belehrt. Für mich sind diese Veranstaltungen nur noch wert, um mich dort mit guten Bekannten und Freunden zu treffen und über die wichtigen Verbandsangelegenheiten zu sprechen — ich lerne weiterhin sehr gerne von Menschen, die etwas können und zu sagen haben!

Das inhaltslose Geblubber überlasse ich gerne anderen. Wenn ich dann aber lese, dass unsere nicht mehr ganz jugendlichen „Hoffnungsträger“ — die Jugend wurde schon etwas länger vergrault — mit Forderungen wie nach Erasmus für Soldaten um die Ecke kommen, wird mir Angst und Bange. Was ich wohl dort demnächst wieder alles miterleben muss!

Schon länger hat man auf Bundesebene aufgehört, Kreisvorsitzende um deren Meinung zu bitten. Man dreht sich in den höheren Gremien gerne um sich selbst. Dies könnte gut erklären, warum unser Verband in den kommenden Jahren weiter abnehmen wird, an politischer Bedeutung hat er schon sehr lange verloren — übrigens ist dies eine Erkenntnis, die nicht von mir stammt.

Nicht nur in einem föderalen Verband — dort aber ganz besonders — wird die Kärrnerarbeit auf der Kreis- oder gar Ortsebene geleistet. Ich kenne genügend Kreisvorsitzende, die dies seit Jahren unermüdlich machen, manche haben wie ich früher auch, dabei versucht, ihre gewonnene Expertise einzubringen. Man wählt aber weiterhin lieber den Proporz, wobei die Verbandsexpertise immer mehr von Menschen kommt, die ein zwei Jahre lang versuchen über unseren Verband hinweg „berühmt“ zu werden und politische Karriere zu machen.

Wie bereits des öfteren geschrieben, habe ich selbst auf der Kreisebene der JEF begonnen — eher gezogen als gesunken. Inzwischen habe ich mehr als 30 Verbandsjahre auf dem Buckel und mehr als 20 Jahre in der Funktion eines Kreisvorsitzenden. Ich konnte dabei weit mehr als 1 000 Veranstaltungen selber verantworten und unzählige Gespräche mit Interessierten und Föderalisten führen. Wobei ich noch gut fünf andere Kreisvorsitzende kenne, die dies locker übertreffen dürften.

Und das hat alles mit dem Einarbeiten in die Materie begonnen, damit, dass man sich mit anderen auf der lokalen Ebene zusammensetzte, sich informierte und gemeinsam Veranstaltungen initiierte. Selbst wenn man ein Hirn wie ein Planet hätte, muss man sich seine Expertise erarbeiten und dies über Jahre hinweg — husch, husch geht nur im Kino!

Nur mal so, wer Erasmus für Soldaten fordert, der sollte mindestens zwei Dinge erfahren haben, nämlich Soldat zu sein und halbwegs erfolgreich an einem Erasmusprogramm teilgenommen haben. Wer unseren Verband umkrempeln möchte, der sollte zuvor mindestens ein paar Jahre lang erfolgreich selbst einen Kreisverband geführt haben. Und ob ein Verband erfolgreich ist, das erkennt man u. a. an der Anzahl echter und selbst zahlender Mitglieder!

Leider aber werde ich am kommenden Wochenende wieder großes Kino erleben müssen!


Konzert

Musikvideo zur Wahl 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Dank der Bemühungen von Jekaterina Jalunina in der Frankfurter Rundschau (7.3.2026) kennen wir die aktuellen Mitgliederzahlen einiger Parteien auf Bundesebene und die einer regionalen Besonderheit.

Jüngst konnte ich es beobachten, wie Parteijugenden wieder mit einer uralten Unart angefangen haben, nämlich ihre eigenen Mitgliederzahlen zu fälschen, um kurzfristige Erfolge zu erzielen. Über Jahrzehnte hinweg habe ich gegen diese Unart angekämpft und noch vor Kurzem geglaubt, dass dies zumindest bei den demokratischen Parteien Geschichte sei. Und so bin ich nun wieder etwas sensibler und fange gleich mal an, die aktuellen Zahlen der CSU wiederzugeben: Ende 2025 kam diese regionale Besonderheit auf rund 132 000 Voll-, Probe- und Onlinemitglieder! Nachtigall, ick hör dir trapsen. Dabei sind bereits auch jene CDU-Mitglieder inkludiert, die aus Gründen auch immer nach Bayern umziehen mussten.

Ohne Frage gehe ich davon aus, dass, wenn man bei der CSU einmal die Mitgliederlisten aufzuräumen beginnt, diese Partei sich sehr schnell von ganz alleine marginalisiert. Man merkt dabei, dass die Bayern wie die aus Mecklenburg weiterhin hinter der Zeit liegen, oder doch wieder davor?

Die CDU gibt 356 769 Mitglieder (Stand 31.12.2025) an. Die SPD 348 451Mitglieder, was auch schon einmal etwas anders war. Bündnis 90/Die Grünen folgen mit 183 761 Mitgliedern. Die Linke gibt 123 126 Mitglieder an. Zum Vergleich, die aktuelle Nazi-Partei will 73 000 Mitglieder zählen — der Führer wäre etwas enttäuscht!

Zum Weltfrauentag wäre es nun spannend zu wissen, wie hoch der jeweilige Frauenanteil in den Parteien ist. Ich behaupte, das sagt einiges zur Inklusion und Emanzipation in unserer Gesellschaft aus und auch, dass wie Männer nicht immer an allem Schuld sind!

Nun aber zum Musikvideo, das von der Gruppe De La Soul stammt. Von Anfang an bin ich ein Fan dieser Gruppe und noch mehr von der gesamten Musikrichtung (und dies seit Grandmaster Flash and The Furious Five). „Me Myself and I“ (1989) findet man auf der Platte „3 Feet High and Rising“ aus demselben Jahr.

Meine beiden Jungs könnten aus ihren Jugendjahren diesbezüglich Geschichten erzählen. Ich mag diese Musikrichtung noch heute und lege die entsprechenden Platten dann auf, wenn ich alleine bin.

Jüngst machte De La Soul wieder einmal von sich reden, indem die überlebenden Bandmitglieder ein Benefizkonzert gaben, das seines gleichen sucht! Hier nun ihr „Tiny Desk Concert“:

Nun gilt es aber wählen zu gehen! Ganz Deutschland schaut heute auf Baden-Württemberg! Es soll spannend werden.

Zum guten Schluss dann noch „All Good?“ aus 2000. Diesen Song findet man auf der LP „Art Official Intelligence: Mosaic Thump“.

„It ain’t all good, and that’s the truth
Things ain’t goin’ like you think they should, it’s all on you
It ain’t all good, and that’s the truth
Things ain’t goin’ like you think they should, it’s all on you“

de LA Soul (2000)

Fediverse Reactions
Schnappschuss

7.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Genossen

Dass die SPD immer weiter abrutscht könnte durchaus daran liegen, wen diese Partei so alles zu Oberbürgermeistern macht. In Heilbronn spielte dabei sogar ein Lokalgott eine ausschlaggebende Rolle, was nicht gerade mit der Programmatik der Sozialdemokratie in Übereinklang zu bringen ist.

Und so dürfte es den (ehemaligen) SPD-Wählern immer mehr aufstoßen, dass deren Oberbürgermeister sich meist aus dem Stamme Nimm rekrutieren. Hamburg, Frankfurt und nun auch München sind nur einige der Städte, wo ein SPD-Herrscher für sich selbst und seine nähere Verwandtschaft bzw. die aktuelle Lebensgefährtin keine Grenzen mehr kennt.

Dazu haben SPD-Oberbürgermeister grundsätzlich so wenig Ahnung von ihrem Amt und wissen wie z. B. jener aus München nicht einmal, dass man 20 000 Euro jährlich nicht einfach so von seinem lokalen Sportverein in die eigene Tasche steckt. Das lässt eingefleischte Genossen allerdings völlig kalt und man wählt weiterhin ganz stumpf die SPD.

Und das merkt so langsam aber sicher auch der dümmste Wähler und fragt sich, warum er als gewöhnlicher Malocher dafür sorgen soll, dass der eigene Oberbürgermeister in Saus und Braus leben kann, zumal er selbst davon überhaupt nichts hat; die eigene Sozialwohnung wurde von der Stadt schon längst verscherbelt.

Bürgermeister von anderen Parteien haben es da viel einfacher, denn die behaupten erst gar nicht, dass sie sich um die etwas unglücklicheren Menschen der Stadt kümmern wollen.

20 Prozent

Wer von uns in den 1970er-Jahren noch daran glaubte, dass sich das mit den Nazis bei uns biologisch lösen wird, der hat sich getäuscht. Ohne polemisch werden zu wollen, haben es unsere Regierungsparteien in den all den Jahrzehnten geschafft, immer wieder für rechtsextremen Nachwuchs zu sorgen. Schon alleine dadurch, indem sie diesen einfach aus den dafür gut bekannten Ländern importierten. Und so erstaunt es nicht, das gerade dort wo sich die Spätaussiedler tummeln, Naziparteien egal welcher Couleur mit weit mehr als 20 Prozent aufwarten können.

Der ARD-DeutschlandTrend stellt nun ganz unumwunden fest, dass Deutschland zu 20 Prozent gesichert Naziland ist. Dass die Experten dabei einen leichten Trend zu weniger Faschismus sehen, dürfte eher mit natürlichen Schwankungen zu tun haben.

Es ist einfach wie es ist und dies hat sich bei uns seit den 1970er-Jahren auch nicht geändert! Was meines Erachtens auch mit der zunehmenden Verdummung unseres Landes zusammenhängt. Und so steht zu befürchten, dass wir künftig nicht nur in den „neudeutschen“ Ballungsgebieten mit einer Zunahme an Nazis zu rechnen haben.

Leider haben wir mit unserer Migrationspolitik auch heute noch keine gute Lösung gefunden. Neuzugänge senken entgegen allen Verlautbarungen weiterhin den Bildungsstand und erhöhen zeitgleich den Bedarf an Transferzahlungen sowie die Kosten im Bildungssystem. Wir können es zwar nicht verhindern, dass sich auch Dumme selbstrekrutieren, aber wir könnten für alle Neuzugänge Mindeststandards fordern, die dann auch ganz folgerichtig über unserem eigenen Durchschnitt liegen.

So lange wir dies nicht machen, sorgen wir weiterhin für völlig unzufriedene Neubürger, die nur Kosten verursachen und letztendlich unser Land gefährden.

Vermischtes

Erfreulich, dass Leonhard Reinwald die CDU dafür gewinnen konnte, mit einem Informationsstand beim Europa-Ball teilzunehmen. Der Ball ist für alle demokratischen Parteien eine gute Gelegenheit, um sich selbst zu präsentieren und dazu auch mit andersdenkenden ins Gespräch zu kommen. Selbst wenn man sein Gegenüber nicht von der eigenen Sache überzeugen kann, schärft es die eigene Argumentation und dient zudem auch der Selbstreflexion.

Den heutigen Tag mit dem monatlichen europäischen Frühstück begonnen. Die Teilnehmer wie immer sehr nett und das Thema unausweichlich, nämlich die Landtagswahl. Da wir die meisten Kandidaten persönlich kennen, wurde erst einmal von ganzem Herzen gelästert, dann aber ging es darum, wer wohl für unsere Stadt, den Landkreis und das gesamte Land die beste Wahl wäre. Erstaunlich dabei, wie geschlossen jeder einzelne Kandidat bewertet wurde — man kennt seine Pappenheimer. Noch erstaunlicher, wie dann die einzelnen Teilnehmer bereits gewählt haben oder noch wählen wollen. Es scheint dabei auch um Parteibindung, Traditionen und Nostalgie zu gehen. Auf alle Fälle wird nicht nur mit dem Verstand gewählt.

Aber nun sind wir alle sehr gespannt darauf, wie wir Bürger morgen insgesamt entscheiden werden.

Hoch motiviert den Rest des Tages mit Aufräumarbeiten im Garten verbracht. Ein Jahr regelmäßige Betätigung machen sich so langsam bemerkbar. Im nächsten Jahr könnte es vielleicht sogar schon möglich sein, dass mit dem echten Gärtnern begonnen werden kann.

Wenn Ungarn eine Demokratie wäre, dann müsste Viktor Orban um sein Amt bangen, so aber bei weitem nicht.