Hertensteiner Gespräche

Hertenstein 4.3 (7)

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Dieser Blog-Beitrag ist meiner Bemühung geschuldet, bereits bei den 10. Hertensteiner Gesprächen am 19. September 2026 in Heilbronn den Rahmen für eine notwendige Diskussion bei den 11. Hertensteiner Gesprächen im Folgejahr zu setzen.

Ich habe mir erlaubt, einen Gesprächskreis zu diesem Zweck bei den diesjährigen Gesprächen zu reservieren. Ich bin mir sehr sicher, dass es wieder sehr spannende und äußerst informative Gesprächskreise geben wird. Allerdings bedarf es auch eines Gesprächskreises, der nicht gerade der Vergnügungssteuer unterliegt, weil wir immer noch intendieren, um mit den 12. Hertensteiner Gesprächen 2027 eine mögliche Transformation des Hertensteiner Programms von 1946 in die heutige Zeit vorlegen zu können. Dabei ist es nicht unsere Absicht, diese Sternstunde der Menschheit (frei nach Stefan Zweig) infrage zu stellen oder gar durch ein neues Programm zu ersetzen, sondern einzig und alleine zu schauen, wie man 80 Jahre nach dessen Entstehung dieses heute für die Allgemeinheit etwas verständlicher darstellen könnte.

Dafür haben wird die erste Gesprächsrunde der Hertensteiner Gespräche 2016 ins Leben gerufen und erstmals 2017 in Heilbronn veranstaltet. Seither gab es viele grundsätzliche Diskussionen rund um Europa und immer wieder wurden dabei einzelne Thesen des Hertensteiner Programms abgeklopft und diskutiert. Wer sich damit etwas näher auseinandersetzen möchte, der findet hier in meinem Weblog noch eine entsprechende Website und wer etwas weitersucht, der kann auch drei E-Books zum Thema finden.

An Informationen und informierten Bürgern dürfte es sicherlich nicht mangeln! Nun gilt es allerdings bei den 10. Hertensteiner Gesprächen in einem Gesprächskreis zu moderieren, der sich gemeinschaftlich die Mühe macht, um den Rahmen der notwendigen Arbeit bei den 11. Hertensteiner Gesprächen zu setzen und idealtypisch dabei bereits die ersten Pflöcke einzuschlagen. Noch wichtiger ist es, Mitstreiter gewinnen zu können, die sich etwas zwischen den jährlichen Gesprächen mit dem Thema weiter befassen und wenn möglich auch erste diesbezügliche Entwürfe erstellen.

Wie wir alle wissen, ist dies für Ehrenamtliche eine gewaltige Herausforderung, zumal es dabei wirklich um einzelne Detailfragen bis hin zu vielleicht auch Kleinkariertem geht.

Ich stelle mir vor, dass wir uns bei dem kommenden Gesprächskreis über den Rahmen und die Vorgehensweise bei den 11. Hertensteiner Gesprächen einig werden können.

Meine Idee wäre, dass man erst einen Teil erstellt, der das Hertensteiner Programm und dessen Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg analysiert. In einem zweiten Teil die heutige Zeit näher darstellt und dabei die Unterschiede zu damals herausarbeitet, was durchaus Auswirkung auf einzelne wie auch alle zwölf Thesen haben könnte.

In einem dritten Teil in Einzelgruppen je eine der zwölf Thesen zu zerlegen, zu analysieren und ggf. in die Neuzeit zu transportieren.

Im vierten und letzten Teil dann wieder alle Beteiligten gemeinsam die zwölf ggf. angepassten Thesen nochmals zu diskutieren und einen daraus resultierenden Vorschlag wie auch immer, vielleicht nochmals weiter bis zu den 12. Hertensteiner Gesprächen überarbeitet, dort dann allen Teilnehmern zur Diskussion und einer möglichen Abstimmung vorzulegen.

Wie gesagt, solch ein Gesprächskreis dürfte nur den allerwenigstens Teilnehmern reine Freude bereiten, er ist aber notwendig, um solch eine Gesprächsreihe nicht nur wegen der guten Gespräche und der daraus resultierenden neuen Verbindungen zu unterhalten, sondern mit diesen auch einen Mehrwert für alle Interessierten weit über die Gespräche hinaus zu schaffen — man könnte diese Bemühungen auch unter programmatische Arbeit zusammenfassen.

Nun hoffe ich darauf, mit diesem Appetizer ein paar Gesprächsteilnehmer für diesen Gesprächskreis bei den 10. Hertensteiner Gesprächen gewinnen zu können.


Blogger

Reichweite 5 (2)

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Nach all den Jahrzehnten im Internet habe ich mich nun endlich vollständig emanzipiert und von dieser unsäglichen Reichweitendiskussion losgesagt.

„Reichweite und Traffic sind im Zeitalter der Digitalisierung zu einer der wichtigsten Messgrößen geworden. Traffic bezeichnet dabei den Besucherstrom auf einer Website, also die Aufrufe der Startseite und der Unterseiten (Page Impressions) sowie die Seitenbesuche (Visits). Darüber hinaus ist der Traffic einer Website für Suchmaschinenanbieter wie Google, Yahoo! und bing ein Indikator zur Bewertung der Rankingposition in den Suchergebnissen. Die Reichweite gibt den Anteil der Konsumierenden an, die von Internetangeboten erreicht werden und ist damit ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Präsenz im Internet. Internetnutzende treten dabei als Follower:innen oder auch als Käufer:innen auf. Gemessen werden sie unter anderem unter den Begriffen Monthly Active Users (MAU) oder Daily Active Users (DAU). Ist die Optimierung der Sichtbarkeit und Auffindbarkeit einer Unternehmensseite oder von Inhalten das Ziel, spricht man von Suchmaschinenoptimierung (SEO).“

Statista (2.3.2026)

Schon viel länger ist SEO für mich nicht nur bloß Internet-Voodoo, sondern gar reines Teufelszeug. Deshalb optimiere ich mein Blog schon lange nicht mehr und messe auch keine Leserzahlen. Warum denn auch und hierbei komme ich nun auf den Punkt.

Was würde sich für mein Blog ändern, wenn ich gar eine Milliarde Leser hätte, außer vielleicht, dass mir mein Provider eine größere Rechnung schreiben würde? Nichts!

Egal, ob ich nun fünf, fünfhundert, fünfzigtausend oder weit mehr Leser hätte, ich weiß nichts davon.

Ein Leser konsumiert meine Beiträge still und heimlich. Vielleicht hat er auch etwas davon? Woher aber soll ich dies wissen? Und interessiert mich dies dann auch? Ist die Katze im Karton tot oder lebt sie noch?

Was ich damit sagen möchte ist, dass es doch überhaupt nicht auf die Anzahl der Leser ankommt! Das ist, wie wenn man gegen eine Wand spräche. Auf was kommt es dann an?

Ganz einfach, auf das Echo, auf die Reaktion, auf die Antwort, auf den Like, auf den Kommentar, auf die Gegenrede, auf eine E-Mail, auf einen Anruf, auf das persönliche Gespräch — die Möglichkeiten zur Kommunikation sind dabei fast grenzenlos!

Ergo, Reichweite ist Schall und Rauch! Was zählt, das ist einzig und alleine die Anzahl von für mich erkennbaren Reaktionen auf mein Geblogge (eine Art von digitalem Kommunikationsangebot).

Was nun aber ein ganz anderes Problem aufwerfen könnte, denn für mich als Mensch sind maximal die Reaktionen von bis zu 12 anderen Menschen von Bedeutung und ich kann maximal die Reaktionen von bis zu 120 (manche meinen bis zu 150) Personen sinnvoll — im Sinne von Kommunikation — verarbeiten. Wir Menschen haben Grenzen, ob wir dies möchten oder auch nicht, ein Grund, warum der Föderalismus so notwendig ist! — ich schweife ab …

Mein Fazit: nicht die Reichweite sollte einen Blogger interessieren, sondern einzig und alleine das Feedback, das er erhält — der Beginn einer hoffentlich für beide Seiten fruchtbaren Kommunikation.

P. S.

Was so ganz beiläufig auch jene Journalisten seelisch entlasten kann, die durch bloße Reichweite ihre Brötchen verdienen müssen. Journalismus war und ist schon immer eine ganz andere Baustelle!


Konzert

Musikvideo zur Woche 5 (3)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Heute muss es doch einmal wieder etwas Musik sein. Und ganz passend eine Gruppe, die ich eigentlich nur deshalb kenne, weil sie Ilja Richter regelmäßig und ganz besonders in seiner Show am 20. März 1978 vorstellte. Gute Bekannte und Freunde wissen sicherlich bereits, dass dies kein Zufall gewesen sein kann, wobei ich erst 1992 davon überzeugt werden konnte.

Der Spruch „Licht aus! Whoom! Spot an! Jaaa …!“ lässt mich noch heute schmunzeln. Über Jahre hin weg gehörte Ilja Richter für einen Freund und mich einfach zum Pflichtprogramm. Seine Show Disco (1971 – 1982) sahen wir spätestens ab 1976 regelmäßig. In den 1980er-Jahren war es dann für mich Thomas Gottschalk im Radio, der mir täglich meine Pflichtlektüre während des Studiums erträglicher machte.

Der Song „Love Is Like Oxygen“ von der Gruppe The Sweet findet sich in einer etwas erweiterten Version auf deren Album „Level Headed“ (1978). The Sweet wurde bereits 1968 gegründet und war wie viele andere später vor allem deutsche Gruppen eine Art Show-Band. 1973 machten sie schon einmal mit dem Lied „Blockbuster“ von sich hören, aber wurden mit „The Ballroom Blitz“ (1973) auf der Platte „Desolation Boulevard“ (1974) wohl auch bei uns etwas bekannter.

Zum Schluss dann noch der Song „Fox on the Run“, welcher sich ebenfalls auf obiger LP von 1974 befindet.

Ob man sich wirklich noch an The Sweet erinnern muss, überlasse ich meinen Lesern. Wobei Ilja Richter und Thomas Gottschalk in seiner Rolle als Radiomoderator den damaligen Zuhörern sicherlich noch heute in guter Erinnerung geblieben sind.

Nachtrag

Aufgrund einer Bitte lege ich noch die LP-Version nach.

„Some things are better left unsaid
I’m gonna spend my days in bed
I walk the streets at night
To be hidden by the city light, city light“

the Sweet (1978)