Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Europastammtisch

Ich glaube kaum, dass ein Abend schöner als mit einem Europastammtisch und dazu noch in einem guten Restaurant ausklingen kann. Auch wenn ich nach einem sehr guten Stück Fleisch auf den exzellenten Nachtisch verzichten musste, konnte ich mich dennoch mit den Augen und der Nase bei meinen Tischnachbarn davon überzeugen, dass das Schokoladen-Souffle wieder sehr gelungen war.

Wie die letzten Europastammtische zuvor, war auch dieser wieder bis auf den letzten Platz ausgebucht. Die Gespräche waren erwartungsgemäß sehr vielfältig und bis zum Schluss sehr spannend. Zudem nutzte Herbert Burkhardt die Gelegenheit, um den Stammtischlern Aktuelles aus dem Stadtrat und „seiner“ Fraktion zu berichten. Allerdings fand er keine Antwort darauf, warum man als Fraktion unbedingt einen Rentner und dann noch nicht einmal einen mit der gleichen oder wenigstens ähnlichen politischen Agenda als Oberbürgermeister bewerben kann.

Klimaschutz

Heute können wir die Leitungslösung für den Schutz unserer Natur und Umwelt in der Heilbronner Stimme lesen. Joe Biden hat diese auf den Punkt gebracht: „Möge Gott den Planeten retten.“

„Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott!“ ist die protestantische Sichtweise, und ohne in eine Diskussion um die „wahre Religion“ eintreten zu wollen, behaupte ich, dass diese mehr Erfolg versprechen würde.

Leider ist es aber so, dass alle Beteiligten am Weltklimagipfel in Schottland diesen nur zum gewohnten Schaulaufen und für inhaltslose Versprechungen genutzt haben. Unsere Kanzlerin kann hierfür als Sinnbild gelten — sechzehn lange Jahre Nichtstun und dafür noch gefeiert werden.

Ehrlicher sind da schon Chinas Präsident Xi Jinping und, man glaubt es kaum, Russlands Staatschef Wladimir Putin, die sich zumindest das Schaulaufen erspart haben und damit unsere Umwelt ein klein wenig schonten.

So bleibt die Konferenz unserer Welt wegen zwei Dingen in Erinnerung. Boris Johnson hat einmal die Wahrheit gesagt: „Es ist eine Minute vor Mitternacht auf der Uhr des Weltuntergangs“ und eine Deutsche, Ursula von der Leyen, konnte sich erneut mit hohlen Phrasen und Nichtstun in Szene setzen. „Das ist unsere Chance, Geschichte zu schreiben. … Es ist unsere Pflicht, zu handeln.“

Wenn jeder vor seiner eigene Haustüre kehren würde, wäre die Welt bereits ein wenig besser. Leider aber werden unsere Politiker die zunehmenden entsprechenden Forderungen unserer Jugend — den Leidtragenden jahrzehntelangen Nichtstuns — damit kontern, indem sie darauf hinweisen, dass man das Weltklima nicht in Deutschland retten werden kann.

Solch eine deutsche Bescheidenheit hätte ich mir die letzten gut 100 Jahre mehr als gewünscht!

Schrumpfen

Spätestens seit den 1970e- Jahren wissen wir alle, dass wir mit unserem Gesellschaftsmodell auf Sand bauen, da dieses alleine auf Wachstum basiert. Sich die, für dieses Wachstum notwendigen Menschen, von außerhalb Deutschlands zu holen, ist eine gangbare Alternative, so lange diese etwas Positives für unsere Gesellschaft beitragen wollen, und noch viel wichtiger, auch können.

Leider sind wir von Anfang an mit unserer Zuwanderungspolitik gescheitert und haben unsere Gesellschaft damit mehr geschadet als geholfen. Und selbst diese ungeplante Zuwanderung konnte nicht verhindern, dass es mit unserer Gesellschaft weiter bergab geht.

So hat man sich zwangsweise — da keine tragbaren Lösungswege erwünscht — darauf spezialisiert, das notwendige Wachstum durch Raubbau und gigantische Fehlinvestitionen zu generieren, was aber genau das Gegenteil bewirkt und den gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Zerfall weiter fördert. Wie schon öfters angemerkt, geht dieses Gesellschaftsmodell höchstens noch für jene auf, die in den kommenden 20 Jahren ihr Lebensende erreichen und die gravierenden Folgen dieser Egomanie nicht mehr miterleben geschweige denn erleiden müssen.

Der Irrwitz daran ist, dass sich diese „Totengräbergenerationen“ bis zuletzt noch als die altruistischen „Wirtschaftswundermacher“ feiern lassen. Dabei ist das Einzige, was sie letztendlich erreicht haben, für sich selbst das Machbare herausgeholt zu haben und den Folgegenerationen die Trümmer zu hinterlassen: Bildungswüste, kaputte Infrastruktur, völlige Zersiedelung, Naturzerstörung, Umweltverschmutzung und last but not least einen unbezahlbaren Versorgungsstaat, der keine Grenzen mehr kennt.

Wenn wir noch, zumindest für uns, die Kurve bekommen möchten, dann müssen wir sofort handeln und unsere Gesellschaft für all jene öffnen, die intelligenter und arbeitswilliger als wir alle selbst sind und dabei wirksam gerade jenen den Zutritt zu verweigern, die unserer Gesellschaft keinen Nutzen bringen. Die Problematik dabei wird sein, ob Leistungsträger überhaupt noch daran interessiert sind, Teil unserer Gesellschaft zu werden.

Deshalb ist es unvermeidlich, dass wir endlich damit beginnen und von der Wachstumsprämisse ein für allemal Abstand nehmen. Wr müssen dringend unsere verbliebenen Ressourcen bündeln und sämtliche Investitionen auf ihre Tragfähigkeit und den gesamtgesellschaftlichen Gewinn hin ausrichten. Der Begriff dafür ist Gesundschrumpfen.

Teilweise hat die Macht des Faktischen schon zugeschlagen und wir schrumpfen, ob wir es wollen oder nicht. Krankenhäuser können nur noch in größeren Städten unterhalten werden und Universitäten erhalten qualifizierte Lehrkräfte nur noch in Metropolen. Fachbetriebe und Schulen werden in Kürze folgen.

Besser wäre hierbei, wir fangen an und kontrollieren bzw. steuern dieses Schrumpfen, damit wir, wenn wir die Kurve hoffentlich noch bekommen werden, unseren Folgegenerationen etwas bessere Voraussetzungen für das Weitermachen bieten können. Eine Natur, wie wir sie selbst noch kannten, wird sicherlich nicht mehr darunter sein.

Geburtstag des Tages

Burt Lancaster


Beitragsfoto: Schachfiguren | © Pixabay

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Beitragsbild: Schachfiguren | © Pixabay

Zeitungen

Ich weiß nicht, wie wir, als ich am Wochenende mit Freunden zusammensaß, auf die Heilbronner Stimme kamen. Aber sie war plötzlich ein Thema, wobei alle einer Meinung waren, dass sie viel zu teuer sei, zumal sie — nimmt man mal die Werbung und die nett gemeinten Beiträge von Vereinen und Co. beiseite — immer dünner wird und dies auch im wahrsten Sinne des Wortes. Die Heilbronner Stimme muss man sich einfach noch leisten können.

Als lokale „Alternative“ gibt es nur noch die Stadtzeitung, die man aber auch nur dann erhält, wenn man bereit ist, das Werbeblatt Echo kostenfrei zu entsorgen. Drollig dabei ist nur, dass die Zusteller davon überzeugt sind, dass das Echo ist Zeitung und die Stadtzeitung die Werbeeinlage sei. Als Verantwortlicher für die Stadtzeitung könnte man sich durchaus ein paar entsprechende Gedanken machen.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass neben meiner bessern Hälfte und Hans Müller auch ich zu den bekennenden Lesern der New York Times gehören, denn da stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis. Auch wenn Alain Finkielkraut diese, wie übrigens auch Le Monde, als „Prawdas“ bezeichnet. Aber das ist wohl grundsätzlich das Problem von Zeitungen, dass sie nicht allen gefallen können.

Mir hat heute aber eine Aussage von Spencer Bokat-Lindell (New York Times) besonders gefallen und auf die heutige Zeitungslektüre neugierig gemacht.

A single death is a tragedy, the saying goes, while a million deaths is just a statistic. But a handful of deaths that turn out to be murders, committed in serial fashion? Well, for many, that’s entertainment.

Since the advent of the printing press, people have nursed a morbid fascination for reading about humanity’s capacity for evil. But in the past decade or so, true crime — that once relatively niche genre of storytelling that spins real accounts of wrongdoing into narrative gold — has become a cultural behemoth: Sales of true-crime books in the United States have skyrocketed. In the world of documentaries, true crime is now both the most in-demand and the fastest-growing genre. When I checked my podcast app late last week, four of the five top-charting shows were about murder.

What emotional hunger is all this ravenous consumption of true crime satisfying? And in the satisfying, are we making our minds — and our politics — sick?

Denkanstoß

Das jüngste Buch von Alain Finkielkraut „À la première personne“ (2019) dient geradezu und exemplarisch dazu, uns zu vergegenwärtigen, was passiert, wenn man Europa — so wie es sich wir Föderalisten uns von Anfang an vorgestellt hatten — falsch interpretiert und ausgestaltet.

Ein „falsches Europa“ führt ohne Frage zu einem europäischen Neonationalismus, der die alten Nationalismen erneuert und wieder aus der Asche der großen Kriege auferstehen lässt. Selbst Alain Finkielkraut freundet sich mit den Nationalstaaten an, Konstrukte, die es eigentlich so schon gar nicht mehr gibt, da diese inzwischen mit ihren „Staatsvölkern“ nicht mehr in Übereinklang zu bringen sind.

Ich hätte gerne Alain Finkielkraut gefragt, warum er an der ureigenen Europäischen Idee verzweifelt ist; wahrscheinlich sieht er weiter und hat erkannt, dass unsere Politiker in ihrem großen Versagen, diese schon längst beerdigt haben.

Finkielkrauts Buch trägt auf Deutsch den Titel „Ich schweige nicht: Philosophische Anmerkungen zur Zeit“ (2021). Mit Benedict Neff hat Alain Finkielkraut in der Neuen Zürcher Zeitung (1.11.2021) über sein Buch gesprochen.

NeuConnect

Grundsätzlich bin ich für einen Ausbau sämtlicher Infrastruktur, auch der von Stromkabeln. Besser wäre allerdings, wenn man sich wieder dazu durchringen könnte Infrastruktur als staatliche Aufgabe anzusehen und nicht zur Gewinnmaximierung für Privatfirmen zu missbrauchen.

Bei der neuen Stromleitung Deutschland – Vereinigtes Königreich steht nun zu befürchten, dass wir bei uns sämtliche, und darunter auch ganz neue, Kohle- und Gaskraftwerke rund um die Uhr brummen lassen, nur um den Briten Strom verkaufen zu können.

Dabei war es noch nie eine gute Idee — siehe auch Schweinemast — wegen Exportgewinnen für ein paar Unternehmer die eigene Umwelt und Natur auszubeuten, völlig herunterzuwirtschaften und dabei sämtliche Kosten auf alle Bürger umzuverteilen. Es steht nun sogar zu befürchten, dass unser so erfolgreiches Wirtschaftsmodell demnächst auch noch unsere letzten Grundwasserreserven ins Ausland exportiert.

Website des Tages

Gemeinsam für Heilbronn — Evangelische Allianz Heilbronn

Als Leiter geht es uns nicht nur um eine gesunde Entwicklung unserer Gemeinden, sondern wir verstehen uns als Mitgestalter des Gemeinwesens. Angesteckt von der Großherzigkeit Gottes möchten wir uns mit unseren Möglichkeiten als Gemeinden in unserer Gesellschaft einbringen. Mit dem Potenzial des ehrenamtlichen Engagements unserer Mitglieder möchten wir das Miteinander in unserer Stadt fördern – lebenswert, sinnstiftend und friedfertig.

Geburtstag des Tages

Alfred Wegener


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

29.10.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Kommission

Dass das Europäische Parlament die Kommission nun wegen Untätigkeit verklagt, wundert keinen informierten Bürger, denn die aktuelle Kommission wurde von den Staats- und Regierungschefs der EU Mitgliedstaaten extra und genau hierzu eingesetzt. Und damit es auch wirklich jeder versteht, hat man Ursula von der Leyen, die zuvor bereits zwei nationale Ministerien und eine Regierung schwer schädigte, an uns Unionsbürgern vorbei inthronisiert.

Auch dass das Urteil des Europäischen Gerichtshofes, der am Mittwoch Polen zur Zahlung eines Zwangsgeldes verurteilt hat, ohne Folgen bleiben wird, erstaunt keinen mehr.

Letztendlich werden sich die Staats- und Regierungschefs einigen und jedem Bürger klarmachen, dass der Europäische Gerichtshof wie auch das Europäische Parlament völlig überkommene Institutionen sind und zum Wohle aller Unionsbürger wieder in ihre Schranken verwiesen werden müssen.

Wohin die Reise dann geht, wissen wir alle! Dass wir Bürger dies mit uns erneut machen lassen, erstaunt uns etwas Älteren dann aber doch ein wenig. Und hinterher sagen dann wieder alle unisono, „wir haben von überhaupt nichts gewusst und wurden allesamt gezwungen“.

Inzidenz

Es bleibt mir nicht erspart nochmals etwas über Inzidenzen zu schreiben (Heilbronn hat aktuell eine Inzidenz von über 238!). Da die Politik und unsere Verwaltungen die Sache nicht in den Griff bekamen, wurden die Inzidenzen als Maßstab außer Kraft gesetzt und durch ein neues Konstrukt — Krankenbettenbelegungen — ersetzt.

Da nun auch hier erste unpopuläre Maßnahmen nötig wurden, hat sich der entsprechende Minister erneut dazu entschieden, nochmals nachrechnen zu lassen, um diese nun doch nicht ergreifen zu müssen.

Was allerdings die Pandemie nicht davon abhält, weiter ihr Unwesen zu treiben. Das Robert-Koch-Institut spricht aktuell von einer Inzidenz für Deutschland von 139, 2. Da haben wir Deutschen noch viel Luft nach oben, um halbwegs Heilbronner Ergebnisse zu erreichen.

Aber schon bei dieser Entwicklung (unter 140!) warnt das Robert-Koch-Institut, dass wir erneut unvorbereitet in den Winter gehen und vor einem wachsenden Risiko von Ansteckungen. „Bei den gegenwärtigen Sieben-Tage-Inzidenzen besteht eine zunehmende Wahrscheinlichkeit infektiöser Kontakte“, heißt es im jüngsten Wochenbericht von Donnerstagabend. 

So steigt in Heilbronn die Chance für etwas ältere und nicht so gesunde Heilbronner, dass sie das kommende Frühjahr nicht mehr erleben werden, unverhältnismäßig an — die damals von den Nazis so gerne beworbene „natürliche Selektion“ findet bei uns wohl immer noch sehr viele Anhänger.

Mobilitätspakt

Wieder einmal ein schönes Beispiel, was Gesetze, Verträge oder gar ein Pakt bei uns eigentlich noch bedeuten, nämlich überhaupt nichts mehr. Jetzt, da es nach 20 Jahren Planung und verschwendeter Steuergelder auch in Neckarsulm offen zutage trat, bemühen sich alle Seiten um eine halbwegs ehrlich gemeinte Schadensbegrenzung.

Dabei hätte man doch schön und gut, so wie die anderen auch, weitere 80 Jahre planen können, ohne dass dies irgendwelche Auswirkungen auf den beschlossenen Mobilitätspakt gehabt hätte. Da haben die Neckarsulmer wohl viel zu schnell die Nerven verloren.

Website des Tages

Deutsche Digitale Bibliothek

Die Deutsche Digitale Bibliothek vernetzt die digitalen Bestände von Kultur- und Wissenseinrichtungen in Deutschland und macht sie zentral zugänglich. Sie bietet allen Menschen über das Internet freien Zugang zu digitalisierten Museumsobjekten, Büchern, Musikstücken, Denkmälern, Filmen, Urkunden und vielen anderen kulturellen Schätzen.“ 

Die Deutsche Digitale Bibliothek startete gestern das Deutsche Zeitungsportal mit zentralem Zugang zu historischen Zeitungen von 1671 bis 1950.

Geburtstag des Tages

Bill Mauldin