Maskerade

15.7.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Regen

Seit Jahrzehnten ist bekannt, dass wir es mit einem, sich ändernden Klima zu tun haben werden und zudem, dass wir dafür sogar eine Mitschuld, wenn nicht gar Alleinschuld tragen. Leider gab es dafür — wenn man einmal von den Ansätzen in einer liberalen politischen Jugendorganisation Ende der 1970er-Jahre absieht — nie wirklich eine Partei, die dies tatsächlich zum Thema gemacht hat. Von bloßem Gequatsche und autoritären Verbotsfantasien einmal abgesehen.

Das Fazit ist, dass wir es alle hätten wissen müssen und jeder von uns genügend Zeit hatte, um seinen noch so kleinen Teil zur Besserung beizutragen. Auf jeden Fall ist es aber spätestens seit 50 Jahren eine blöde Idee, an einem Flussgrundstück zu bauen oder sein Domizil in einer Talsenke zu beziehen.

So ist es sehr erstaunlich, dass gerade dies zu einem richtigen Erfolgsmodell wurde, man die Zersiedelung sogar weiter fortgesetzt hat und, als größtes Übel, die Bodenversiegelung zum Volkssport wurde — noch heute müssen Wege in Wald und Flur zumindest asphaltiert sein und erhalten jüngst sogar als Schnellstraßen für Radfahrer eine ganz neue Qualität.

Wie man jetzt feststellen kann, helfen Rückhaltebecken nur bedingt und überhaupt nicht, wenn das gesamte Einzugsgebiet betoniert oder asphaltiert wurde.

Man könnte sogar berechnen, wie viel zusätzlicher Regen alleine in einer Stadt versickern würde, wären nicht alle Geh- und Radwege, sowie Nebenstraßen und Parkplätze asphaltiert.

Unvorteilhaft ist zudem, dass man das Oberflächenwasser immer noch schneller abfließen lässt, damit die Grundwasserspiegel weiter sinken und unsere Wälder langsam aber sicher austrocknen.

Geld

Geld ist das zentrale Instrument, um einen funktionierenden Handel und eine florierende Wirtschaft insgesamt schaffen zu können; dazu bedarf es aber noch einer möglichst freien Marktwirtschaft, deren Schwächen durch eine soziale Komponente ausgeglichen wird.

Das Gute am Bargeld ist dabei, dass es dem Bürger Freiheiten sichert, die so mancher Staat gerne einschränken würde. Der Vorteil des „digitalen“ Geldes hingegen ist, dass man bequemer einkaufen und vielleicht sogar besser handeln kann. Dabei sorgen die inzwischen unterschiedlichen Bezahlsysteme dafür, dass es es nicht nur hierbei einen eigenen Markt gibt, sondern auch dafür, dass die Kontrolle des einzelnen Bürgers erschwert wird.

So ist es verständlich, dass nun auch die Europäische Union in diesem Sektor mitmischen möchte. Gut dabei wäre, wenn sie zu den anderen Bezahlsystemen ein konkurrenzfähiges Produkt schaffen könnte, und es dem Bürger überlassen bliebe, wie und wann er die verschiedenen Produkte nutzt.

Leider kann aber erwartet werden, dass der „digitale Euro“ zu einem Monstrum heranreifen wird, der nicht nur die, gesetzlich festgelegte alleinige digitale Bezahlfunktion werden, sondern auch das Bargeld abschaffen wird und, wenn wir nicht sehr gut aufpassen, zu einem neuen Kontroll- und Lenkungsinstrument für uns Unionsbürger wird.

Auf alle Fälle aber wird es dazu kommen, dass wir, ganz im Gegensatz zu den anderen Bezahlsystemen, beim digitalen Euro beständig Gebühren — ob wir ihn nutzen oder nicht — zahlen müssen, die uns jetzt schon die Ohren schlackern lassen.

Wachstum

In einem sind sich alle unsere Parteien einig, nämlich, dass nicht nur unsere Parlamente wachsen müssen, sondern auch die Anzahl der Ministerien und die Menge an Mitarbeitern in den Verwaltungen — es gilt ca. eine Million Parteimitglieder zu versorgen.

Website des Tages

World Wide Fund For Nature (WWF)

Eine nachhaltige Wasserwirtschaft wird immer dringender. Dies ist aber nur ein Teilproblem des Ganzen. Bereits seit 1961 kümmert sich diese Stiftung des WWF um den Erhalt der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und die Eindämmung von Umweltverschmutzung und schädlichem Konsumverhalten.

Da war noch etwas

An diesem Tag im Jahr 1997 wurde Gianni Versace völlig sinnlos ermordet. Seine Kleiderläden waren die einzigen, in die ich gerne gegangen bin. Nicht nur wegen der Farbenfreude, die selbst mich anlockte, sonder vor allem wegen der Freundlichkeit und Unvoreingenommenheit seiner Verkäufer.


Bundestag

Wohlfühlzonen 5 (5)

Beitragsfoto: Bundestag |  © clareich auf Pixabay

Unsere Landtage und der Bundestag haben sich in den letzten Jahren zu den reinsten Wohlfühlzonen weiterentwickelt. Deshalb muss man sich auch nicht mehr wundern, dass immer mehr Berufspolitiker und Menschen ohne eigene Perspektiven einen Platz darin anstreben.

Seit Jahren verstößt die aktuelle Größe unseres Bundestags gegen das Gesetz, wobei das Parlament weiter wächst und wächst. Aktuell geht man davon aus, dass im September 2021 die 1 000er Grenze überschritten werden kann.

Das bleibt selbstverständlich bei den letzten Hinterbänklern der anderen Parlamente nicht unbemerkt, und so wurde jüngst von Bündnis90/DieGrünen und der CDU in Baden-Württemberg eine Wahlrechtsreform eingeleitet, die nicht nur dafür sorgen soll, dass der Landtag von Baden-Württemberg ebenfalls immer mehr Berufspolitikern eine möglichst komfortable Heimat bietet, sondern auch, als bundesdeutsches Novum sozusagen, dass der Wähler zudem immer weniger Einfluss auf dessen Zusammensetzung hat (Stichwort: Quotenregelung).

Im Vergleich zu den USA ist es sehr interessant zu beobachten, dass dort in Wahlrechtsreformen darüber gestritten wird, wer noch wählen gehen darf, und damit letztendlich die eine oder andere politische Richtung gestärkt werden soll.

Bei uns hingegen, geht man mit den Wahlrechtsreformen noch einen Schritt weiter, indem man, ganz überparteilich, möglichst allen Kandidaten einen Sitz in den Parlamenten gewähren möchte; eine Stärkung der einen oder anderen politischen Richtung spielt dabei keine Rolle, da bei uns wohl die Tendenz in Richtung Chinesischer Volkskongress geht — der einzigen Wohlfühlzone, die unseren Bundestag heute noch übertrifft; die Betonung liegt dabei auf noch.

Buchempfehlung des Tages:

„Wie Demokratien sterben“ von Steven Levitsky und Daniel Ziblatt (ISBN 978-3421048103)

„Demokratien sterben nicht mehr in erster Linie durch Putsche und Staatsstreiche, sondern mit einem Prozess, der an der Wahlurne beginnt.“


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

14.7.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

Fête nationale française

Einst ein Föderationsfest, entwickelte sich der 14. Juli in Frankreich zum Nationalfeiertag. Seine heutige Bedeutung erhielt er wohl als die Feierlichkeiten am 14. Juli 1919 mit dem Siegeszug zur Beendigung des Ersten Weltkrieges zusammenfielen. Seit dieser Zeit sind die entsprechenden Militärparaden nicht mehr aus Paris wegzudenken. Seit den 1990er-Jahren marschieren auch deutsche Soldaten immer wieder einmal bei dieser Parade mit.

Ich mag selbst keine Militärparaden und habe daher eher die Feiern zum französischen Nationalfeiertag in guter Erinnerung, bei denen unsere französischen Freunde alles auftischten, was überhaupt zur Verfügung stand. Zudem bin ich der festen Überzeugung, dass jedem Soldaten das gemeinsame Feiern weit mehr Spaß macht, als auf geteerten Straßen fürs Publikum zu paradieren.

So wünsche ich allen Franzosen heute ein „bonne fête du 14 juillet à toutes et à tous !“

Und allen Soldaten — egal woher — wünsche ich, dass sie dereinst die Wahl bekommen, ob sie lieber paradieren oder feiern möchten.

Zapfenstreich

Nach Georg Leber hat sich kein Verteidigungsminister mehr so richtig um die Bundeswehr gekümmert. Diese dient seither den Ministern nur dazu, um überhaupt ein Ministeramt begleiten und sich dabei möglichst ins rechte Licht setzen zu können. Meist wurde auch bei den eigenen Kollegen gute Stimmung gemacht und gerne geholfen, Gelder aus dem Verteidigungshaushalt für andere Fachbereiche oder gar ganz andere Zwecke freizuschaufeln.

Und da diesen Ministern schon die Bundeswehr egal war, brauchten die Soldaten nicht damit rechnen, dass sie Unterstützung oder gar Rückhalt seitens der Politik bekommen.

Das Ganze wurde von den letzten drei Ministern soweit perfektioniert, dass Soldaten nur noch als Staffage für eigene Pressefotos dienen. Ob dabei der eine oder andere Soldat sein Leben lässt, ist ein zu vernachlässigender politischer Kollateralschaden.

Die letzte Ministerin hat es nun auf die Spitze getrieben und allen Mitbürgern und dem Rest der Welt eindeutig klar gemacht, dass in Deutschland Soldaten für die Politik das wirklich Allerletzte sind, nicht einmal kostenloses und völlig sinnfreies Klatschen wert!

Halt, aber da war doch noch etwas?!

Genau, eine Bundestagswahl im September — die Möglichkeit, um erneut auf Kosten der Bundeswehr Wahlkampf zu machen.

Unsere Ministerien bekommt jetzt ihren Zapfenstreich; schade nur für die Ministerin, dass meine 59 Kameraden schon begraben sind, denn dann müssten deren Särge wohl dafür herhalten, dass sie sich als „harter Hund“ in Szene setzen und für höhere Ämter in Sprache bringen kann.

Website des Tages

Bundeswehr

Eine Gemeinschaft von Bürgern der Bundesrepublik Deutschland, die geschworen haben, unserem Land treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.