Bild von Gerd Altmann

Leistungsgesellschaft 5 (6)

Beitragsfoto: Beispielbild | © Gerd Altmann auf Pixabay 

Wenn es um Literatur geht, die sich mit „Management“ und Neudeutsch „Leadership“ beschäftigt, dürfte wohl der englische Sprachraum sowohl qualitativ als auch quantitativ führend sein.

Unten stehend finden Sie einmal ein ganz nettes und nicht allzu ernst gemeintes Beispiel.

Achievement-orientated society

From a strictly mathematical point of view it goes like this:

If:
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
is represented as:
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26

Then:
H – A – R – D – W – O – R – K
8+1+18+4+23+15+18+11 = 98 %

and
K – N – O – W – L – E – D – G – E
11+14+15+23+12+5+4+7+5 = 96 %.

But,
A – T – T- I – T – U – D – E
1+20+20+9+20+21+4+5 = 100 %

and
B – U – L – L – S – H – I – T
2+21+12+12+19+8+9+20 = 103 %

and, look how far ass kissing will take you
A – S – S – K – I – S – S – I – N – G
1+19+19+11+9+19+19+9+14+7 = 127 %.

So, one can conclude with mathematical certainty that:

While “Hard work” and “Knowledge” will get you close, and “Attitude” will get you there, it’s the “Bullshit” and “Ass kissing” that will put you over the top.

„Then gradually I began to intellectually reject some of the delusionally influenced lines of thinking which had been characteristic of my orientation. This began, most recognizably, with the rejection of politically-oriented thinking as essentially a hopeless waste of intellectual effort.“

John Forbes Nash, Jr., Autobiographical essay (1994)

Mann beim Ausfüllen eines Formulars

Zeitungsartikel 5 (1)

Beitragsfoto: Mann beim Ausfüllen eines Formulars | © Pixabay

Simone Schlindwein schrieb den folgenden Artikel in der TAZ.

Gipfeltreffen der Afrikanischen Union “Somalia stabilisieren”

Er trauerte um Terroropfer und sagte Hilfe im Kampf gegen somalische Islamisten zu: Guido Westerwelle traf in Uganda afrikanische Außenminister.

Trainieren für den Frieden: deutscher Ausbilder mit somalischem Soldaten im Militärcamp Bihanga. Bild: ap

Von Simone Schlindwein

KAMPALA taz | Betroffen steht Außenminister Guido Westerwelle auf dem Rasen des Rugby-Stadions in Ugandas Hauptstadt Kampala. Der ugandische Außenminister Okello Okyem begrüßt seinen Kollegen aus Deutschland und zeigt ihm den Tatort der jüngsten Terroranschläge: “Es war sehr voll hier am Abend des WM-Endspiels.” Bei den Terroranschlägen während des WM-Endspiels starben in Kampala 76 Menschen, über 80 wurden schwer verletzt. Die somalischen Extremisten der al-Schabaab (Jugend), die weite Teile Somalias kontrollieren, haben sich zu den Anschlägen bekannt.

Westerwelle legt einen Kranz nieder und drückt seinem ugandischen Kollegen sein Beileid aus: “Dies zeigt, wie wichtig es ist, zusammenzuhalten, um diese Terrorakte zu bekämpfen.” Deutschland werde die Stabilisierungsmission in Somalia weiter unterstützen, sichert er zu.

Der deutsche Außenminister war am Mittwoch nach Uganda gereist, um dem Halbjahresgipfel der Afrikanischen Union (AU) im Konferenzzentrum an den ugandischen Ufern des Victoriasees beizuwohnen. Nach den Anschlägen in Kampala drehte sich alles nur noch ums eines: um die Bedrohung, die von Somalias gescheitertem Staat ausgeht. In seiner Rede während der Eröffnungszeremonie verkündete Westerwelle: “Wir müssen zusammenarbeiten, um Somalia zu stabilisieren.” Er verspricht seinen afrikanischen Kollegen, Deutschland werde sich in der UNO für die afrikanischen Interessen einsetzen. Die AU solle einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat erhalten. Dafür erhielt er stürmischen Applaus.

Kurz bevor Westerwelle aus Uganda abreiste, stattete er dem Hauptquartier der EU-Trainingsmission für die somalischen Truppen einen Besuch ab. Seit April bilden rund 150 europäische Soldaten – darunter auch 13 der Bundeswehr – in Uganda somalische Truppen aus. Rund 900 Somalier durchlaufen zuerst bei der ugandischen Armee eine Grundausbildung. Anschließend erhalten die jungen Rekruten ein Spezialtraining von der EU, darunter auch in Häuserkampf, Minenabwehr, medizinischer Versorgung und Fernmeldetechnik. Eine zweite Truppe von knapp 1.000 somalischen Soldaten wird im Dezember für einen weiteren sechsmonatigen Lehrgang in Uganda erwartet.

Jüngst machten in Berlin Gerüchte die Runde, die Bundeswehr bilde in Uganda somalische Kindersoldaten aus. Dies weist das Auswärtige Amt zurück. Es seien eine Reihe von Bewerbern abgelehnt worden, weil der Verdacht bestand, dass sie “nicht den Anforderungen des Mindestalters entsprechen”. Das Problem: Geburtsurkunden werden in Somalia schon seit Jahrzehnten nicht mehr ausgestellt.

Oberstleutnant Heinrich Kümmerle ist der dienstälteste deutsche Offizier in Uganda. Er schüttelt lächelnd seinem Freund Westerwelle die Hand. Die beiden kennen sich aus ihrer Jugend bei den Jungen Liberalen. Kümmerle koordiniert die europäischen Ausbilder in Uganda. Er ist zuversichtlich, die somalischen Soldaten nach sechs Monaten “gut ausgebildet und einsetzbar” in die somalische Hauptstadt Mogadischu zurückschicken zu können. Dennoch kann niemand garantieren, dass die in Uganda ausgebildeten Somalier nach ihrer Rückkehr nach Mogadischu nicht zu den Extremisten der al-Schabaab überlaufen. Dafür kann auch Kümmerle nicht die Hand ins Feuer legen: “Wir können nicht in Hirn oder Herz eines Somaliers hineinsehen.” Wenn die al-Schabaab Männer in ihren Diensten nach Uganda geschickt hätte, “wie sollen wir das feststellen?”, zuckt er mit den Schultern.


Mann beim Ausfüllen eines Formulars

Zeitungsartikel 5 (1)

Beitragsfoto: Mann beim Ausfüllen eines Formulars | © Pixabay

Marc Engelhardt schrieb den folgenden Artikel im Standard.

EU hilft beim Aufbau einer Armee

Auf einem Truppenübungsplatz in Uganda bilden Soldaten aus 14 europäischen Ländern die künftige Elite der somalischen Armee aus

Somalische Frauen demonstrieren in Mogadischu Kampfbereitschaft. Sie gehören zur islamistischen Miliz al-Shabaab, die gegen die Regierung und die Truppen der Afrikanischen Union (AU) kämpft. Foto: AP/Nor

Eine EU-Trainingsmission in Kampala unterstützt ugandische Soldaten beim Aufbau einer somalischen Armee. Es wäre die erste seit zwanzig Jahren. Es gab bereits Drohungen von islamistischen Milizen.

*****

Das Tor der Hotelanlage in Kampala, die europäische Soldaten seit April zu ihrem Hauptquartier umfunktioniert haben, ist derzeit besonders schwer bewacht. Seit somalische Islamisten vor einer Woche in zwei Lokalen der ugandischen Hauptstadt Sprengsätze detonieren ließ, die 76 Menschen in den Tod rissen, ist die Sicherheitsstufe nochmals erhöht worden. Die Arbeit der “EU-Trainingsmission Somalia” sei aber nicht beeinflusst worden, versichert Pressesprecher Juan Pita

Auf einem Truppenübungsplatz im Südwesten Ugandas bilden Soldaten aus derzeit 14 europäischen Ländern die zukünftige Elite der somalischen Armee aus. Das Bundesheer ist nicht beteiligt. Seit fast zwanzig Jahren hat Somalia keine funktionierende Regierung mehr, keine Polizei und auch keine Armee. Somalias Übergangsregierung, die nur einen kleinen Teil der Hauptstadt Mogadischu kontrolliert, wird nur von einer auf 2 000 Mann geschätzten Söldnertruppe geschützt sowie von der dreimal so starken Militärmission der Afrikanischen Union (Amisom). Um offensiv gegen die islamistischen Milizen vorzugehen, bat Präsident Sharif Sheikh Achmed um Hilfe. Die EU-Mission ist hierhergekommen, um die ugandische Armee bei der Ausbildung somalischer Rekruten zu unterstützen.

Start bei null

Bei vielen startet die Ausbildung bei null, weiß der deutsche Oberstleutnant Heinrich Kümmerle. “Praktisch jeder hat schon mit Maschinengewehren gekämpft, aber viele wissen trotzdem nicht, wie man das Gewehr richtig hält.” Andere wundern sich beim Geländetraining, dass die Kompassnadel stets nach Norden zeigt. “Der eine oder andere besteht darauf, sie müsste doch eigentlich nach Osten zeigen.” Die Ausbilder lassen sich aber auch nicht davon aus dem Konzept bringen, dass viele Rekruten nicht lesen oder schreiben können. “Unser Konzept heißt vormachen, erklären, nachmachen, üben – das geht auch ohne Lesen.” 

Während Ugandas Armee die Grundausbildung der zurzeit 912 somalischen Rekruten übernimmt, kümmert die EU-Mission sich um die Spezialisierung der Soldaten. Einige werden zum Junioroffizier ausgebildet, andere zu Spezialisten im Häuserkampf. Auch für Kommunikation, Erste Hilfe und den Umgang mit Landminen werden Spezialkräfte herangezogen. “Wir wollen alle Teileinheiten ausbilden, aus denen dann im letzten Monat eine funktionierende Armee entstehen soll”, erklärt Pita. Zum EU-Programm gehören außerdem Ausbildungen in Menschenrecht mit einem Schwerpunkt auf Frauen- und Kinderschutz. Die Motivation ist trotz Drohungen der Islamisten ungebrochen, sagt Pita. “Wenn man fragt, warum bist du hier, dann lautet die Antwort stets: weil ich den Krieg in meinem Heimatland beenden will.”

(Marc Engelhardt aus Kampala/DER STANDARD, Printausgabe, 20.7.2010)