Soldaten

Nachdenklich 4.5 (11)

Beitragsfoto: Soldaten | © Pixabay

Ein Artikel von Peter Carstens und Rahel Golub in der FAZ (29.12.2025) mit dem Titel „Nein heißt Ja, und Ja heißt anal“ lässt mich betroffen zurück.

Dass junge Männer meist sehr gerne Fotos von jungen Damen sehen und diese dann gerne auch nackig, dürfte man auch heute noch als normal ansehen können. Dass dabei auch unschöne wie pubertäre Sprüche fallen, ebenfalls. Im Gegensatz zu heute fand dies damals™ in geschlossenen Männerwelten statt. Und die allermeisten damaligen jungen Männer konnten diese Situationen von der ganz normalen Welt unterscheiden; ich selber kenne keinen einzigen, der damit jemals seine eigene Freundin konfrontierte.

Dass junge Männer zumindest in unseren Breiten gerne unter sich über den Durst trinken, war auch damals™ schon so, allerdings mit einem fundamentalen Unterschied zu heute, nämlich, dass wer dabei die Kontrolle über sich verlor oder gar am kommenden Morgen nicht zur Verfügung stand, nicht mehr mit dazugehörte.

Dass junge Männer besonders in Gruppen gerne in bestimmte Kneipen und Etablissements einrücken, dürfte mit der Grund dafür sein, dass es diese überhaupt gibt. Auch, dass es junge und junggebliebene Damen gibt, die sich auch heute noch gerne zu solchen Männerfesten einladen lassen, dürfte normal sein.

Dass es solche Dinge auch in reinen Frauenwelten gibt, dürfte ebenfalls bekannt sein.

Aber zumindest in der reinen Männerwelt der Bundeswehr wurde schon damals™ dem ganzen Treiben eindeutige Grenzen gesetzt. Was mich deshalb sehr irritierte, wenn ich beruflich bedingt auf Frauenwelten stieß, die zumindest bis 2010 überhaupt noch keine Grenzen kannten — selbst keine strafrechtlichen.

Was mich dann aber doch erstaunt, ist, dass es noch heute in der Bundeswehr Probleme zwischen Männern und Frauen gibt.

Ich ging davon aus, dass sich meine Kameraden längst damit abgefunden haben, dass weibliche Soldaten weniger leisten müssen und schneller befördert werden als ihre männlichen Gegenstücke. Auch hatte ich gehofft, dass weibliche Soldaten inzwischen denselben Schwierigkeiten, Herausforderungen und Gefahren wie die Männer ausgesetzt werden würden.

Ich selbst musste den Einzug von Frauen in die Streitkräfte miterleben und stellte fest, dass dabei skandinavische Frauen eindeutig weniger Probleme als ihre deutschen Geschlechtsgenossinnen hatten. Dies könnte ein Zeichen für eine generelle Rückständigkeit in unserer Gesellschaft sein.

Ich selbst habe noch heute großen Respekt vor jenen norwegischen Soldatinnen, die zusammen mit ihren männlichen Kameraden in einen Nachtclub einzogen und dann dafür sorgten, dass diese nicht von den örtlichen Buben verprügelt wurden. Oder vor jenen dänischen Soldatinnen, die uns junge Männer nicht nur erröten ließen, sondern uns eindeutig zeigten, was gleiches Recht für alle bedeutet.

Wie ich es leider durch den besagten Artikel erfahren musste, wird das ganze Dilemma aufgrund fehlender oder mangelhafter Mindestanforderungen für unsere heutigen Soldaten, ob weiblich, männlich oder auch etwas anderes, nunmehr extrem verschärft!

Schon damals™ war es völlig falsch die eigenen Reihen durch ungeeignete Menschen aufzufüllen! Und noch heute bin ich fest davon überzeugt, dass noch mehr ungeeignete Menschen das Ganze nicht beheben werden können! Nur wer die Qualität erhöht, bekommt am Ende auch Quantität. — zumindest ist dies bei allen Streitkräften so.

Was überhaupt nicht geht und mich zutiefst betroffen macht, sind die weiteren Punkte im Artikel.

Man kann zwar in verträglichen Dosen auf Alkohol als legale und harmlosere Droge zurückgreifen, aber das Koksen überlassen Soldaten besser der Münchner, Kölner oder Berliner Schickeria!

Man erzieht seine Kameraden, man schädigt sie aber nicht! Und selbst die schwächsten Kameraden werden mitgezogen — jede Kette ist nur so stark wie ihr schwächstes Glied!

Man steht als Soldat der Bundeswehr voll und ganz hinter unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung, selbst und erst recht dann, wenn diese bereits von unseren Politikern mit Füßen getreten wird!

Es war noch nie in der Bundeswehr Tradition dem Nationalsozialismus zu huldigen! Das war und ist ein Verbrechen an allen unseren Kameraden, ganz besonders an unseren Kameraden mit jüdischem Glauben!

Hier hatte ich so sehr gehofft, dass sich das Nazi-Problem in der Bundeswehr längst biologisch gelöst hat. Wer aber dem Abschaum der Gesellschaft Zutritt zur Bundeswehr gewährt, der darf sich nicht wundern, wenn auch künftig die Presse über solche Vorfälle berichtet — zumindest so lange wie wir noch eine freie Presse in Deutschland haben werden.


Konzert

Musikvideo zum Wochenstart 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Zurück nach 1974, vielen noch wegen den olympischen Spielen in München und dem entsprechenden Dackel bekannt.

Den meisten weniger bekannt die Sängerin Ann Peebles. Ihr Song „I can’t stand the Rain“ wurde im folgenden Jahrzehnt durch Tina Turner mit ihrem Album „Private Dancer“ (1985) erst so richtig zum Welthit — ich vermute einmal eher wegen der Beine.

Im voreilenden Gehorsam hat heute die Münchner Sicherheitskonferenz kundgetan, dass die AfD für die Münchner systemrelevant sei. Diese Konferenz verkommt immer mehr zu einem reinen Treffen widerlicher Gestalten. Dabei haben die Bayern doch weiterhin ihre Bayreuther Festspiele, wobei dort längst die Musikliebhaber und entsprechenden Fachleute zu bewundernde Raritäten sind — aber wenigstens gibt es dort noch ein paar echte Experten.

„I can’t stand the Rain“ wurde bereits 1973 veröffentlicht. Die Autoren sind Ann Peebles, Don Bryant und Bernard Miller. Don Bryant warf Ann Peebles zuvor vor, einen seiner Songs gestohlen zu haben, was sie wohl dadurch konterte, indem sie sogleich auch noch sein Herz mit dazu nahm.

Don Bryant verstarb vor kurzem; einen lesenswerten Nachruf schrieb Alex Traub in der New York Times.

Bereits 1977 machte die Gruppe Eruption im damaligen Musikladen mit einer Discoversion von „I can’t stand the Rain“ auf sich aufmerksam. Vielleicht lege ich einmal mit einem eigenen Beitrag über diese Gruppe nach (Stichwort: „One Way Ticket“).

Zum Schluss dann noch Tina Turners Hit.

Nun bin ich einmal gespannt darauf, welche Version meinen Lesern am besten gefällt. Auf alle Fälle aber erübrigt sich für mich die Münchner Sicherheitskonferenz künftig als ernstzunehmendes Podium.


Gans

27.12.02025 5 (8)

Beitragsfoto: Jahresendgans

Geldwäsche

Auch wenn der Richterbund ganz staatskonform vermutet, dass es nur die deutsche Sparsamkeit sei, die unsere Politiker dazu veranlasst, Deutschland nach den USA zum kriminellen Eldorado der Welt zu machen, gäbe es dafür auch eine andere Erklärung, nämlich meine: es ist einfach seit Helmut Kohl das Geschäftsmodell aller Regierungsparteien.

Die GOP unter Donald Trump und viele weitere Parteien in Europa haben dieses inzwischen übernommen — wobei die GOP zugegeben ganz neue Maßstäbe setzt — und sorgen dafür, dass der Raubzug privilegierter (aka systemrelevanter) Gesellschaftsschichten kein Halten mehr kennt; die Expertise holt man sich dazu gerne aus der sogenannten organisierten Kriminalität.

Ein ganz normaler Spaziergang durch unsere Innenstädte lässt doch wohl jeden Betrachter fragen, zumindest wie man mit Barbershops, die gleich über mehrere Stockwerke verfügen, ausreichend Geld verdienen kann, um wenigstens für die Miete aufkommen zu können.

So lange der Vermieter sein Geld — woher auch immer — erhält und die städtischen Werber keine neuen Leerstände vermelden müssen, ist bei uns die Welt völlig in Ordnung. Man schaut dabei über wirklich alles hinweg und lässt gerne auch die sonst üblichen Kontrollen ausfallen.

Wie bereits zu Nazis Zeiten wissen wir alle, was geschieht. Sollte einmal das Pendel wieder in die andere Richtung schlagen und eine geläuterte Weltgesellschaft uns um Rechenschaft bitten, dann haben wir allesamt davon nie und nimmer etwas gewusst — da schwören wir auch jeden heiligen Eid: Verbrechen und Korruption in Deutschland, doch nicht bei uns! Überall sonst auf der Welt ganz bestimmt!

Vermischtes

Heute bei Sonnenschein der erste Spaziergang zusammen mit der Enkeltochter. Der Älteste macht hier Zwischenstation, weil sie aus München kommend in Homburg nach einer neuen Wohnung suchen.

Mich vor dem Fertigstellen der Klausur drückend, habe ich mehr Blogs gelesen, als es mir guttat. Bei dieser Gelegenheit habe ich jene Blogs künftig abgeschrieben, die nun wohl aufgrund der Hoffnung auf mehr Reichweite auf KI bauen. Würde ich aufgehübschten Quatsch lesen wollen, frage ich einfach den Mittelsmann auslassend, ChatGPT danach, mir einen solchen zu schreiben.

Es gab aber auch Blog-Beiträge, die ich sofort auf Bluesky teilte; zum Beispiel Martin Thieleckes „Lernt diskutieren, ihr Kacklappen!

Schon etwas länger her, dass ich die Heilbronner Stimme gekündigt habe. Leider aber werde ich deren Werbeanzeigen und Aufforderungen zur Rückkehr einfach nicht los, genauso wenig wie die unliebsame Post aus dem Rathaus. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich dabei auf „Abbestellen“ geklickt habe. Das Problem ist wohl, dass man das, was man nicht bestellt hat, auch nicht abbestellen kann.

Zumindest wurden die Rathausschreiben, welche sagen, dass man sie mehrfach bekommt, weil man gleich auf mehreren Verteilern sei, weniger. Das muss etwas mit der künstlichen Intelligenz im Rathaus zu tun haben.

Mein zweitliebstes Parkhaus soll nun abgerissen werden, nicht aber, weil man es nicht mehr benötigt oder es baufällig ist — es wurde sogar schon ausgezeichnet. Das Heilbronner Rathaus liebt und baut einfach nur gerne auf Spekulanten wie jenen am Wollhaus.

Dafür soll der Schemelsbergtunnel wie geplant Ende Februar 2026 wieder eröffnet werden. Ob das Ganze künftig so läuft wie beim Weinsberger Tunnel, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle aber ist Anhydrit kein ausschließliches stuttgarter Problem. Und womöglich hatten jene Fachleute schon vor zweihundert Jahren Recht, die vorschlugen, Straße und Bahn einfach über Neckarsulm und Neuenstadt gen Osten zu führen.

Nachtrag

Martin Thielecke machte mich auf den folgenden YouTube-Beitrag von Fynn Kröger aufmerksam.

Nachdenkliches

Traditionell gibt es bei uns zu Heiligabend ein eher bescheidenes Mal, auch wenn wir die teilweise sehr opulenten Weihnachtsfeste bei Freunden und Bekannten in der Vergangenheit sehr genossen haben. Die restlichen Tage bleibt es dann vor allem aufgrund der vielen netten Menschen, darunter noch Lebensalter, die sich beim Essen nicht einzuschränken brauchen, nicht aus, dass es doch zu viel des Guten gibt.

Dabei zeigt es sich immer wieder ganz gut, wer sich selbst zurückhalten kann und wer nicht. Besonders die Traumschiff gestärkten Gesellschaftsesser und Gratisbuffetplünderer erheitern mich dabei wie sonst das ganze Jahr nicht.

Aus Jahresendessen werden sehr schnell Lebensendfressen, wobei man seinem Nachbarn auch noch den allerletzten Happen zu neiden scheint; die etwas intelligenteren älteren Exemplare überlassen dann doch noch den jüngeren Generationen „ihren“ Platz am Tisch — meist aber auch nur, weil es die eigene Verdauung nicht mehr anders zulässt.

Jedes Mal, wenn ich ein solches Gelage bestaune, muss ich an Eugen Roths Gedicht „Am Tisch des Lebens“ denken, das der geneigte Leser auch in meinem Gedichtebeitrag „Über die Zeit“ nachlesen kann.

Was mich besonders jüngst immer nachdenklicher macht, denn mein eigenes Alter und verstärkt meine eigene Gesundheit helfen mir dabei immer mehr, um manchem eigenen Laster weniger bis gar nicht mehr zu frönen.

In einer völlig übersättigten Gesellschaft ist es ziemlich schwer, sich selbst einzuschränken. Auch kommt noch mit hinzu, dass ein vermeintlicher und vielleicht auch nur künftiger Mangel, vor allem die Primärprozessler unter uns zu reinen Fressereien motiviert — und dies nicht nur beim Essen!

Und so denke ich ganz besonders gerne an jene Momente meines Lebens zurück, wo alleine der Mangel an Ressourcen das Leben für alle viel lebenswerter machte. Jene Momente, in denen ein Sonnenstrahl auf den völlig durchfrorenen und hungrigen Körper mehr Glück und Zufriedenheit erzeugt, als es das reichhaltigste Buffet je können wird!

Gerne wäre ich zu Silvester mit meiner besseren Hälfte, so lange wir dies noch können, auf einen Ball gegangen. Leider aber nennt man bei uns im Beritt die Sauf- und Fressorgien mit noch billigerem Begleitprogramm so — das müssen wir uns kein zweites Mal mehr antun. Die Alternative wäre, kurzfristig in eine Stadt zu verlegen, wo es noch echte Tanzbälle wie den Europa-Ball gibt. Das wiederum hat in meinen Augen solch einen Hauch von Dekadenz, dass wir das dann doch lieber bleiben lassen.

Der Fehler liegt dabei in der Auswahl der eigenen Heimat, ich hätte mich nicht von Gefühlen leiten lassen, sondern vorab eigene Bedürfnisse mit dem vorhandenen Angebot abgleichen müssen. Was mit zunehmendem Alter, sobald nur noch Friedhöfe, Altenheime, Arztpraxen und Krankenhäuser eine wesentliche Rolle spielen, auch keinen mehr stört.