Konzert

Musikvideo zum Wochenende 5 (4)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Was wäre nur eine juvenile Klassenfeier ohne Kiss gewesen? Zumindest in den ausgehenden 1970er-Jahren undenkbar, wobei mich das mit dem „Loving“ angesichts der Anwesenden eher belustigte. Wenn mich Oliver nicht zu solchen Feiern regelrecht schleppte, wobei er stets von sehr attraktiven Mitschülerinnen schwärmte, wäre ich diesen Schulevents wohl fern geblieben. Erst als er längst aus der Schule war, konnte ich so langsam etwas mit seinen Vorstellungen von Attraktivität tatsächlich etwas anfangen.

Unabhängig davon drehte sich Kiss auch auf meinem Plattenteller. Kiss gründete sich 1973 in New York und wurde wohl eher durch das Aussehen als durch die Musik bekannt. Ich dürfte erstmals durch den Song Parasite (1974) auf die Musik aufmerksam geworden sein, als ein Freund eine selbsterstellte Musikkassette — die einzige — auf einer längeren Fahrt im Auto hatte. Auf jeden Fall erinnere ich mich an seinen Spruch: „Mein Auto, meine Musik!“ ganz gut.

Den obigen Song findet man auf dem zweiten Album von Kiss „Hotter than Hell“ (1974). Sicherlich gibt es weit besser Lieder auf dem Album, aber an das obige erinnere ich mich noch heute und verbinde den Song mit einem klapprigen Auto, das nur durch die, die sonstigen Geräusche übertönende, Musik etwas Fahrt machen konnte. Ohne diese Musik wäre wohl selbst der Fahrer aus dem Auto gestiegen. Ich hatte zumindest die gesamte Zeit ein Loch im Blick, das sich dort befand, wo man als Beifahrer gewöhnlich seine Füße abstellt. Radio ging auch nicht, weil es keine Antenne gab.

Als erste Platte von Kiss kaufte ich mir — mea culpa, mea maxima culpa — eine Maxi-Single von „I Was Made For Lovin’ You“ (1979!), bevor ich mir dann doch noch das Doppel-Album „Alive!“ (1975) leisten konnte.

Obiger Song befindet sich auf der Platte „Dynasty“ (1979), dem siebten Album der Gruppe. Das Geld für diese Platte investierte ich dann doch lieber in einen Kiss-Flipper, welcher in einer Spielhalle in Schulnähe stand, und mir mehr Freude bereitete als die gerade aufkommenden Videospiel-Automaten wie z. B. Space Invaders (1978). Wobei es auch hier zwei Sorten von Spielern gab, die zweite hatte später an Pac-Man (1980) ihren Narren gefressen.

Da ich mich nie zur Kiss-Army zählte, blieb meine Begeisterung für diese Musikgruppe bis heute eher überschaubar. Zum Schluss dann doch noch ein Kiss-Lied, welches zeigt, dass man mit Kiss durchaus auch auf der Allee hin und her cruisen oder einfach nur auf dem Wartberg oder im Jägerhaus stehen kann; der Gaffenberg ist dabei eher etwas für Profis.

Das Lied „Beth“ befindet sich auf dem Album „Destroyer“ (1976) und dürfte wieder beim aktuell durch die Medien geisternden Thema Slow Sex interessant werden — was irgendwie auch zu Kiss und ganz besonders zu den damaligen Schulfeiern passt, wo man zu Songs abtanzte, die man einfach (noch) nicht verstand: „We will rock you!“ (Falls Oliver mitliest, wird er es wohl verstehen).


Business person standing against the blackboard

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Beitragsfoto: Tafel mit Mann | © Shutterstock

Hirne

Den Kampf um die Hirne gibt es schon immer. In Zeiten, als die Bildung noch für die meisten Menschen und ganz besonders für den aufstrebenden Mittelstand wichtig und von Bedeutung war, konnten die Bedarfsträger in der Politik, beim Militär, der Wissenschaft oder auch der Wirtschaft so richtig aus dem Vollen schöpfen.

Bereits seit ein paar Jahrzehnten sieht es schon etwas dürftiger aus. Zwar können wir immer noch Hirne aus allen Teilen der Welt für uns gewinnen und die eigenen Defizite ausgleichen, müssen aber im Gegenzug immer öfters die eigenen Hirne an weit attraktiver Weltregionen abgeben. Dafür gibt es schon länger den Fachbegriff Brain Drain.

Alternativ hätte man auch das eigene Bildungssystem ausbauen und fördern können. Hierbei wurden leider eher nur politische Agenden und Wunschvorstellungen umgesetzt, als sich am Bedarf einer Notwendigkeit von Hirnen zu orientieren — wohl wissend, dass man sich das Kaufen kann, was man nicht selber in der Lage oder willens ist zu produzieren.

Wieder einmal viel zu spät erkennt die Politik so ganz langsam, dass der Brain Drain nicht mehr ausreichend und schon gar nicht in unsere Richtung fließt sowie unsere eigene Bildungspolitik nicht ausreichend liefern kann.

Anstatt nun einmal verantwortliche Politik zu machen, greift man wieder zu völlig unbedachten Schnellschüssen. So stampft man allerorten Universitäten und Hochschulen aus dem Boden, ohne überhaupt über die notwendigen Fachkräfte oder gar Studenten zu verfügen. Und damit ist noch nicht Schluss! Nein, weil man über kaum bis keine qualifizierten eigenen Ressourcen verfügt, schanghait man alles, was nicht rechtzeitig weglaufen kann, alleine nur um die vakanten und neu entstehenden Plätze zu füllen.

Und auch damit ist noch nicht Schluss mit lustig. Alles, was nun auf solchen Plätzen sitzt, ob Professor oder Student, der bekommt seine Weihen per Hand auflegen geschenkt. Und damit sind wir wieder allesamt nicht nur Bildungsweltmeister, sondern auch noch Wissenschaftseldorado.

Wenn wir so weitermachen, dann werden bald in den Ferien sämtliche Haustiere an unsere Universitäten und Hochschulen geschickt und zu Akademikern erklärt.

Seilbahn

Heute fand ich einen Blog-Beitrag von Gerd M. Hofmann in meiner Timeline, in dem er ein paar Leserbriefe aus der Heilbronner Stimme zeigt. Auch wenn die Leserbrieffunktion der Heilbronner Hauspostille nur dazu dient, damit ein paar noch hoffende Bürger ein klein wenig Dampf ablassen können, ohne dass auch nur ein einziger Gemeinderat oder gar die Stadtverwaltung reagieren müsste, zeigt es, dass es doch noch genügend mitdenkende Heilbronner gibt, was man von unserer erlauchten Hasenmahlgesellschaft nicht sagen kann.

So ganz nebenbei hat man noch das Radhaus und die Zerstörung der Neckarhalde goutiert. Dinge, die unsere Gemeinderäte halt so machen, wenn sie sich nicht auf Reisen oder beim Hasenmahl befinden — völlig unnötig Steuergelder aus dem Fenster schmeißen. Übrigens, wir bezahlen auch die Steuergelder, die von der EU, dem Bund oder dem Land kommen.

Auf alle Fälle ist es nicht zu akzeptieren, dass die Seilbahn bloß am Hauptbahnhof vorbeischwebt! Denn selbst wenn aus dem IPAI-Gelände nur Deutschlands größtes 24/7-Wein-, Winter- und Sommerdorf wird, müssen die angeblich unzähligen Touristen erst einmal nach Heilbronn kommen. Und eine Seilbahn, nur damit die beiden Parkhäuser der Dieter Schwarz Stiftung halbwegs ausgelastet sind, dürfte selbst für Heilbronner Verhältnisse leicht überdimensioniert sein.

Selbstverständlich ist eine Seilbahn für unsere Stadt ein Gewinn, vorausgesetzt aber, sie ist optimal in den ÖPNV eingebunden und damit auch halbwegs ausgelastet. Aber auch hier sehe ich eine ganz spezielle Heilbronner Lösung: aus den ehemaligen Audi-Beschäftigten werden Berufsseilbahnfahrer, die werktags und in Sonderschichten auch am Wochenende hin und herfahren und im Anschluss ihr Feierabendbier im IPAI-Gelände oder an der Neckarmeile trinken.

Vermischtes

Wenn wir unsere Seilbahngondeln nach attraktiven Automarken benennen, noch ein paar SUV- oder wohnmobilähnliche mit dazu hängen, dann entlasten wir die Heilbronner Straßen und besonders die Allee bestimmt ganz gewaltig; vor allem wenn man bewirbt, dass es in den Gondeln keine Alkoholkontrollen gibt.

Merkt wohl keiner, aber dennoch für mich bemerkenswert, dass ich mein Blog wieder einmal etwas entschlackt habe. Und weil ich es dabei etwas übertrieben hatte, halfen mir wieder einmal die Administratoren von aThemes. Eigentlich nicht deren Bier, aber 2017, mit dem Umstieg auf WordPress, habe ich mir auch eine gekaufte Aufhübschung gegönnt — wenn schon, denn schon. Was zur Folge hatte, dass ich damit kaum bis gar nichts mehr selber machen muss.

Die Entscheidung auf WordPress umzusteigen, war sicherlich eine Entscheidung in Richtung Bequemlichkeit, und mit der Bequemlichkeit kommt so langsam aber sicher auch das Unverständnis mit einher.

Wobei ich mein Blog hauptsächlich dazu nutze, um beim Schreiben über Gott und die Welt zu denken. Beim am Blog-Basteln müsste ich mir andere Gedanken machen. Gedanken, die mir inzwischen nicht mehr ganz so wichtig sind.

Wie wir es heute beim Käffchen mit Detlef Stern u. a. thematisierten, gibt es mit der KI nun eine weitere Steigerung des Ganzen. Man lässt auch sein Blog von einer KI beschreiben. Viel zu viele Blogger sind bereits diesen Weg gegangen — leider!

Zwar gibt es noch das WWW, aber immer weniger ein „Human Web“. Inzwischen sind wir bereits soweit, dass wissenschaftliche Arbeiten ausschließlich von LLM geschrieben und danach gelesen werden, völlig ohne Zutun eines Wissenschaftlers. Diese erhalten maximal noch ihre Wissenschaftspunkte je Veröffentlichung. Wäre spannend zu wissen, wo bei uns eigentlich noch Wissenschaft stattfindet.

Erfreulich heute, dass ich einem Nichthertensteiner meine Motivation für die Hertensteiner Gespräche etwas verdeutlichen durfte. Wobei ich mich fragte, warum so wenige Jüngere inzwischen mit dabei sind? Selberdenken ist heute einfach nicht mehr State of the Art und schon gar nicht mehr sexy. Gut, das mit der Sexiness hat sich bei uns schon länger erledigt!


Ausbildung

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Beitragsfoto: Ausbildung | © Petra from Pixabay

Attentat

Die Landeszentrale für politische Bildung hat eine gute Zusammenfassung über das Stauffenberg-Attentat online gestellt. Er ging als „Aufstand des Gewissens“ in die Geschichte ein.

Gebildete und gut ausgebildete Menschen sind keine Garantie dafür, dass unsere Welt eine bessere wird. Aber ohne diese Menschen wäre unsere Welt erst gar nicht soweit gekommen.

Der Umkehrschluss, dass unsere Welt eine bessere als heute wäre, wenn alle Menschen ungebildet und nicht ausgebildet wären, wurde zumindest von Pol Pot bereits falsifiziert.

Auf alle Fälle aber sollten wir heute alle an Claus Schenk von Stauffenberg und seine doch so vielen Mitstreiter denken, die selbst einen Winston Churchill Achtung erweisen lassen haben und dafür sorgten, dass wir Deutschen schneller wieder mitspielen durften als es den meisten Menschen in der Welt lieb war und u. a. gleich 1954 das „Wunder von Bern“ ermöglichte.

Wie es aktuell aussieht, schmeißen wir nun all das, was unsere Vorfahren und auch wir in den vergangenen acht Jahrzehnten geschaffen haben, wieder mit dem Hintern um — Fußballspielen können wir schon etwas länger nicht mehr. Und selbst bei der Demokratie beginnen wir wieder einmal zu schwächeln.

Trichter

Auch mir wurde als Schüler von der Oma geraten, vor einer Klausur den Lernstoff unter das Kopfkissen zu legen. Es wird wohl niemanden erstaunen, es hat zumindest bei mir nicht funktioniert. Und so ließ ich dies sehr schnell bleiben. Das Abschreiben als Alternative war mir dann doch zu nervenaufreibend und so beschloss ich ein einfach das Ganze sportlich zu nehmen. Als Überlebender des Systems (Detlef Stern) kann ich die Sache inzwischen sehr locker betrachten.

Anders ist dies noch bei jenen, die tatsächlich etwas lernen oder zumindest das „alte“ System überleben möchten. Und deshalb wird der Nürnberger Trichter auch heute noch sehr gerne genommen. Und wenn dieser mit einem App zum Wischen und Video-Gucken daherkommt, gibt es wohl kaum noch ein Halten. Das dachte sich wohl auch Byju Raveendran, der inzwischen aber international gesucht wird.

So schön die Idee des einfachen Lernens auch immer sein mag, bleibt dies weiterhin nur eine schöne Idee. Lernen und einfach gibt es nicht und gab es auch nie. Was es gibt ist, dass Menschen mit mehr Hirn einfacher lernen als Menschen mit weniger Hirn — aber auch diese müssen das Lernen lernen. Und auch diese kostet dies erst einmal eine gewaltige Überwindung! Wer lernt denn anfangs schon gerne Vokabeln? Erst wenn es zu einer Lern- und Bildungsroutine wurde, kann man Gefallen daran finden — muss man aber auch nicht.

Wie wir es gerade ganz gut sehen können ist das „neue“ System, den Lernenden einfach ein Zertifikat oder gar einen Abschluss zu schenken, auch nicht sehr erfolgsversprechend. Und so wird es uns Menschen wohl oder übel nicht erspart bleiben, zumindest wenn man den Anspruch Mensch zu sein hat, erst einmal das Lernen zu lernen. Und egal wie auch immer, das ist anstrengend, manchmal gar langweilig und vielleicht bei manchen auch nie erfolgreich. Dennoch ist der Weg das Ziel. Und diesen Weg geht man am besten selber, möglichst selbstständig und eigenverantwortlich — und wenn man es dann einmal versteht, ein Leben lang.

Mehr als einen freien Zugang zu den Informationen benötigt dies nicht. Gut ist es, wenn es noch ein motivierendes Lernumfeld gibt, besser, wenn bei Bedarf Lehrer und Pädagogen zur Hand sind.

Dem Menschen angeboren ist dabei das Lernenwollen, dies sieht man schon den Säuglingen an. Das Problem ist, dass sehr viele Eltern ihren Kindern schon vor dem eigentlichen Schulbeginn das Lernen und Lernenwollen verleiten. Und dann hilft auch kein Nürnberger Trichter weiter! Höchstens noch gekaufte oder geschenkte Zertifikate und Abschlüsse, aber nur so lange bis die erste richtige Herausforderung auf einen zukommt und Papi oder Mami diese nicht mehr aus dem Weg räumen können.

Vermischtes

Heute gab es keine Fahrt mit dem meseno-Bus, da ich bei einer Preisverleihung zum Europäischen Wettbewerb gebunden war. So wie Detlef Stern gestern das Semester offiziell für sich beenden konnte und zudem darauf hinwies, dass ich im nächsten nicht mehr an der Hochschule tätig sein werde, so konnte ich heute für dieses Jahr die Preisverleihungen im Stadt- und Landkreis Heilbronn für beendet erklären. Die Grundschule Bad Rappenau bot erneut eine hörenswerte musikalische Umrahmung der Preisverleihung. Auch dieses Jahr waren wieder viele Schüler aktiv am Wettbewerb beteiligt und doch so einige konnte auch wieder Orts-, Landes- und auch Bundespreise erzielen.

Das Engagement der betreuenden Lehrer an diesen Schulen vorbildlich, leider muss man langsam aber sicher attestieren, dass die Schulen im Stadtkreis nicht mehr so richtig mithalten können. Meines Erachtens hängt dies mit der mangelnden Qualität der dortigen Elternschaft zusammen, was sich nicht nur auf die Schüler, sondern so langsam aber sicher auch auf die gesamten Schulen auswirkt.

Trotz den vielfältigen Bemühungen eines Dieter Schwarz müssen wir unserer Stadt attestieren, dass diese so bildungsfern wie schon lange nicht mehr in ihrer weit über eintausendjährigen Geschichte ist.

Wäre eine mangelnde Bildung der Bevölkerung nicht so gefährlich für unsere Demokratie, dann könnte ich locker damit leben, dass jeder das macht, was ihm gefällt: im Besen sitzen, die Allee hoch und runter fahren oder das Wohnmobil für den kommenden Urlaub wienern. Leider wirken sich aber bildungsferne Wähler auf unsere Gesamtgesellschaft aus und dies nicht zum Positiven.

In Böckingen bekommt nun eine Grundschule einen eigenen Supermarkt, was sehr praktisch für die Böckinger ist. Während der Schule können die Kinder in Ruhe die Einkäufe erledigen und diese am Ende der Schule nach Hause schleppen; noch praktischer für die vielen Helikoptereltern: Kinder und Einkäufe auf einem Rutsch.

Spanien ist Weltmeister. Was mir persönlich durchaus eine kleine Freude bereit, da mir der Gewinn ihrer ersten Weltmeisterschaft 2010, damals gegen die Niederlande, sehr wahrscheinlich das Leben rettete. Eine verlorene Wette sorgte dafür, dass ich mir das Endspiel zusammen mit meinen spanischen Kameraden in der Unterkunft ansah und nicht wie üblich in einer Kneipe, die dann während des Spiels weggesprengt wurde.

Und weil ich während des Spiels nicht für die Niederlande fieberte — ganz andere Baustelle — bekam ich zum Schluss noch unzählige Devotionalien von Real Madrid geschenkt, da meine Mitgucker auch noch Ultras dieses Vereins waren.

Terence Eden schreibt in einem heutigen Blog-Beitrag „Public Transport – Don’t Make Me Think“ über Zahlsysteme im öffentlichen Nahverkehr und ist dabei über Paris entsetzt. Wir Heilbronner finden möglichst viele App auch ganz passend — wohl weil wir meinen, dass App der allerletzte Scheiß sind; uralter und längst überkommener Mist träfe es besser (Welcome in the 0.8 Ländle).