Ausbildung

20.7.02026 5 (9)

Beitragsfoto: Ausbildung | © Petra from Pixabay

Attentat

Die Landeszentrale für politische Bildung hat eine gute Zusammenfassung über das Stauffenberg-Attentat online gestellt. Er ging als „Aufstand des Gewissens“ in die Geschichte ein.

Gebildete und gut ausgebildete Menschen sind keine Garantie dafür, dass unsere Welt eine bessere wird. Aber ohne diese Menschen wäre unsere Welt erst gar nicht soweit gekommen.

Der Umkehrschluss, dass unsere Welt eine bessere als heute wäre, wenn alle Menschen ungebildet und nicht ausgebildet wären, wurde zumindest von Pol Pot bereits falsifiziert.

Auf alle Fälle aber sollten wir heute alle an Claus Schenk von Stauffenberg und seine doch so vielen Mitstreiter denken, die selbst einen Winston Churchill Achtung erweisen lassen haben und dafür sorgten, dass wir Deutschen schneller wieder mitspielen durften als es den meisten Menschen in der Welt lieb war und u. a. gleich 1954 das „Wunder von Bern“ ermöglichte.

Wie es aktuell aussieht, schmeißen wir nun all das, was unsere Vorfahren und auch wir in den vergangenen acht Jahrzehnten geschaffen haben, wieder mit dem Hintern um — Fußballspielen können wir schon etwas länger nicht mehr. Und selbst bei der Demokratie beginnen wir wieder einmal zu schwächeln.

Trichter

Auch mir wurde als Schüler von der Oma geraten, vor einer Klausur den Lernstoff unter das Kopfkissen zu legen. Es wird wohl niemanden erstaunen, es hat zumindest bei mir nicht funktioniert. Und so ließ ich dies sehr schnell bleiben. Das Abschreiben als Alternative war mir dann doch zu nervenaufreibend und so beschloss ich ein einfach das Ganze sportlich zu nehmen. Als Überlebender des Systems (Detlef Stern) kann ich die Sache inzwischen sehr locker betrachten.

Anders ist dies noch bei jenen, die tatsächlich etwas lernen oder zumindest das „alte“ System überleben möchten. Und deshalb wird der Nürnberger Trichter auch heute noch sehr gerne genommen. Und wenn dieser mit einem App zum Wischen und Video-Gucken daherkommt, gibt es wohl kaum noch ein Halten. Das dachte sich wohl auch Byju Raveendran, der inzwischen aber international gesucht wird.

So schön die Idee des einfachen Lernens auch immer sein mag, bleibt dies weiterhin nur eine schöne Idee. Lernen und einfach gibt es nicht und gab es auch nie. Was es gibt ist, dass Menschen mit mehr Hirn einfacher lernen als Menschen mit weniger Hirn — aber auch diese müssen das Lernen lernen. Und auch diese kostet dies erst einmal eine gewaltige Überwindung! Wer lernt denn anfangs schon gerne Vokabeln? Erst wenn es zu einer Lern- und Bildungsroutine wurde, kann man Gefallen daran finden — muss man aber auch nicht.

Wie wir es gerade ganz gut sehen können ist das „neue“ System, den Lernenden einfach ein Zertifikat oder gar einen Abschluss zu schenken, auch nicht sehr erfolgsversprechend. Und so wird es uns Menschen wohl oder übel nicht erspart bleiben, zumindest wenn man den Anspruch Mensch zu sein hat, erst einmal das Lernen zu lernen. Und egal wie auch immer, das ist anstrengend, manchmal gar langweilig und vielleicht bei manchen auch nie erfolgreich. Dennoch ist der Weg das Ziel. Und diesen Weg geht man am besten selber, möglichst selbstständig und eigenverantwortlich — und wenn man es dann einmal versteht, ein Leben lang.

Mehr als einen freien Zugang zu den Informationen benötigt dies nicht. Gut ist es, wenn es noch ein motivierendes Lernumfeld gibt, besser, wenn bei Bedarf Lehrer und Pädagogen zur Hand sind.

Dem Menschen angeboren ist dabei das Lernenwollen, dies sieht man schon den Säuglingen an. Das Problem ist, dass sehr viele Eltern ihren Kindern schon vor dem eigentlichen Schulbeginn das Lernen und Lernenwollen verleiten. Und dann hilft auch kein Nürnberger Trichter weiter! Höchstens noch gekaufte oder geschenkte Zertifikate und Abschlüsse, aber nur so lange bis die erste richtige Herausforderung auf einen zukommt und Papi oder Mami diese nicht mehr aus dem Weg räumen können.

Vermischtes

Heute gab es keine Fahrt mit dem meseno-Bus, da ich bei einer Preisverleihung zum Europäischen Wettbewerb gebunden war. So wie Detlef Stern gestern das Semester offiziell für sich beenden konnte und zudem darauf hinwies, dass ich im nächsten nicht mehr an der Hochschule tätig sein werde, so konnte ich heute für dieses Jahr die Preisverleihungen im Stadt- und Landkreis Heilbronn für beendet erklären. Die Grundschule Bad Rappenau bot erneut eine hörenswerte musikalische Umrahmung der Preisverleihung. Auch dieses Jahr waren wieder viele Schüler aktiv am Wettbewerb beteiligt und doch so einige konnte auch wieder Orts-, Landes- und auch Bundespreise erzielen.

Das Engagement der betreuenden Lehrer an diesen Schulen vorbildlich, leider muss man langsam aber sicher attestieren, dass die Schulen im Stadtkreis nicht mehr so richtig mithalten können. Meines Erachtens hängt dies mit der mangelnden Qualität der dortigen Elternschaft zusammen, was sich nicht nur auf die Schüler, sondern so langsam aber sicher auch auf die gesamten Schulen auswirkt.

Trotz den vielfältigen Bemühungen eines Dieter Schwarz müssen wir unserer Stadt attestieren, dass diese so bildungsfern wie schon lange nicht mehr in ihrer weit über eintausendjährigen Geschichte ist.

Wäre eine mangelnde Bildung der Bevölkerung nicht so gefährlich für unsere Demokratie, dann könnte ich locker damit leben, dass jeder das macht, was ihm gefällt: im Besen sitzen, die Allee hoch und runter fahren oder das Wohnmobil für den kommenden Urlaub wienern. Leider wirken sich aber bildungsferne Wähler auf unsere Gesamtgesellschaft aus und dies nicht zum Positiven.

In Böckingen bekommt nun eine Grundschule einen eigenen Supermarkt, was sehr praktisch für die Böckinger ist. Während der Schule können die Kinder in Ruhe die Einkäufe erledigen und diese am Ende der Schule nach Hause schleppen; noch praktischer für die vielen Helikoptereltern: Kinder und Einkäufe auf einem Rutsch.

Spanien ist Weltmeister. Was mir persönlich durchaus eine kleine Freude bereit, da mir der Gewinn ihrer ersten Weltmeisterschaft 2010, damals gegen die Niederlande, sehr wahrscheinlich das Leben rettete. Eine verlorene Wette sorgte dafür, dass ich mir das Endspiel zusammen mit meinen spanischen Kameraden in der Unterkunft ansah und nicht wie üblich in einer Kneipe, die dann während des Spiels weggesprengt wurde.

Und weil ich während des Spiels nicht für die Niederlande fieberte — ganz andere Baustelle — bekam ich zum Schluss noch unzählige Devotionalien von Real Madrid geschenkt, da meine Mitgucker auch noch Ultras dieses Vereins waren.

Terence Eden schreibt in einem heutigen Blog-Beitrag „Public Transport – Don’t Make Me Think“ über Zahlsysteme im öffentlichen Nahverkehr und ist dabei über Paris entsetzt. Wir Heilbronner finden möglichst viele App auch ganz passend — wohl weil wir meinen, dass App der allerletzte Scheiß sind; uralter und längst überkommener Mist träfe es besser (Welcome in the 0.8 Ländle).


Kaffeegenuss

Zeit für ein Gedicht 4.3 (6)

Beitragsfoto: Kaffeegenuss | © Pixabay

Heute muss es einfach einmal eine zeitgenössische Dichterin sein. Der kleine Nachteil, ich darf das Gedicht nicht direkt auf das Blog stellen.

Deshalb verlinke ich das Gedicht namens „Kindness“. Dieses findet man u. a. auf „The Marginalian“, eine Website, die es inzwischen auch bereits gut 17 Jahre gibt.

Wer den entsprechenden Gedichtband „Words under the words: selected poems“ (1995) der Autorin Naomi Shihab Nye lesen möchte, der kann sich diesen in seiner Bibliothek um die Ecke ausleihen.

Die Website WorldCat findet den Gedichtband von Heilbronn ausgehend als nächstes in der Universitätsbibliothek Wuppertal, welche sich laut WorldCat 274 Kilometer entfernt befinden soll.

WorldCat dürfte zwar der weltweit größte Bibliothekskatalog sein, mit welchem man Bibliotheksmedien online finden kann, leider aber findet man dort aktuell unsere eigene Stadtbibliothek nicht. Als nächstes wird mir die Mediathek der Stadt Neckarsulm (3,5 Kilometer) angezeigt, gefolgt von der Gemeindebücherei Abstatt und der Stadt- und Kurbücherei Bad Rappenau, beide jeweils 12 Kilometer entfernt.

Unabhängig davon, das Gedicht „Kindness“ von Naomi Shihab Nye ist lesenswert.


Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

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Beitragsfoto: Sülmerstraße | © Shutterstock

Haustiere

Haustiere sind eine gute Sache, vor allem dann, wenn man noch selbst kleine Kinder hat. Auch ich hatte einen ganzen Reigen an Haustieren, vom Hund über Meerschweinchen, Wellensittichen, Schildkröten aller Art, Zierfische bis wieder zurück zum Hund.

Und wenn man bereits als Kind Verantwortung für ein Haustier übernimmt, wirkt sich das sehr positiv auf die eigene Person aus. Zudem lernt man dabei, dass dies sehr viel eigene Zeit in Anspruch nimmt, egal für was für ein Haustier man sich entscheiden mag. Auch lernt man, dass ein Haustier einen über Jahre hinweg bindet und man sich entsprechend einschränken muss.

So war die Nachricht zu Beginn von COVID-19 nicht überraschend, dass sich viel mehr Menschen für Haustiere interessieren als gewöhnlich. Diese Nachricht war aber zugleich auch alarmierend, denn man konnte davon ausgehen, dass diese neu erworbenen Tiere länger leben werden als die Pandemie andauern wird. So werden nun auch Meldungen nicht überraschen, die davon berichten, dass immer mehr Haustiere ausgesetzt gefunden werden, zumal dann, wenn das Reisen und Urlauben wieder zunimmt.

Was lernen wir daraus? Wir lernen nichts daraus.

Timing

Die heutige Stadtrunde nach einem kurzen Regen begonnen und mit den ersten Tropfen eines noch kürzeren Schauers wieder beendet, das nenne ich gutes Timing. Aufgrund der Schnelle nur eine kurze Beobachtung: wenn man schon als „Ordnungsperson“ in Heilbronn unterwegs ist, sollte man seine „Arbeitszeit“ nicht für Privates verwenden. Wir Bürger haben Anspruch darauf, dass unsere Angestellten bestmöglich ihre Aufgaben verrichten und nicht nur möglichst bequem ihre Zeit absitzen!

Preisverleihung

Inzwischen auch schon Tradition sind die Preisverleihungen, die meine bessere Hälfte und ich jährlich im Rahmen des Europäischen Wettbewerbs veranstalten dürfen. Anfangs noch mit einer zentralen Veranstaltung mit Hunderten von Teilnehmern in Heilbronn, sind es inzwischen eher ganz familiäre Veranstaltungen bei den jeweiligen Preisträgerschulen vor Ort. So auch heute an der Grundschule Bad Rappenau.

Website des Tages

Europäischer Wettbewerb

Ursprünglich eine französische Idee, verbreitete sich der Europäische Wettbewerb bald über das gesamte Bundesgebiet und ist inzwischen eine Institution in ganz Deutschland. Von Anfang an wurde dieser Wettbewerb von der EUROPA-UNION begleitet und beworben, so auch in Heilbronn.