Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

9.11.02021 5 (2)

Radschulwegeplan

Es ist immer wieder beeindruckend mit anschauen zu müssen, wie Stadtverwaltung und Gemeinderat ab und zu aufwachen und dann jedes Mal völlig erstaunt darüber sind, dass eigentlich ganz selbstverständliche Dinge bei uns nicht existieren oder funktionieren.

Vor einiger Zeit hatte ich selbst nach städtischen Radwegeplänen gesucht und wurde mit etwas älteren und wenig aussagekräftigen Dokumenten vertröstet. So hätte es mich tatsächlich erstaunt, wenn es in Heilbronn einen Radschulwegeplan gibt.

Es langt doch, dass wir als Stadt für teures Geld in irgendwelchen „Fahrradvereinigungen“ vertreten sind und auch irgendwelche entsprechenden Auszeichnungen, wie etwa „fahrradfreundliche Stadt“, vorweisen können. Da müssen wir doch nicht noch fahrtaugliche Radwege oder gar einen entsprechenden Plan haben.

Wiederum lustig, wer jetzt alles daran schuld sein soll: laut Stadtverwaltung, genauer Bürgermeister Wilfried Hajek (Heilbronner Stimme, 9.11.21: 25), die Schulen.

Als ob in Zeiten ungenügender Vorgaben der Verwaltung, wie die Schulen z. B. eine Pandemie händeln sollen, oder woher sie die notwendigen Lehrkräfte bekommen und sonstige, von der Politik verursachten, Probleme — von den Eltern ganz zu schweigen, die bei uns u. a. extra Parkplätze vor den Schulen fordern, aber am liebsten ihre eigenen Kinder für immer in der Schule belassen würden — unsere Schulen auch noch der Stadtverwaltung einen mundgeblasenen Plan für Radwege vorlegen könnten.

Da wundert es auch nicht, dass jetzt seitens des Gemeinderats die ersten Forderungen nach finanziellen Anreizen kommen: das Geld anderer Leute zum Fenster hinauswerfen als die übliche Leitungslösung.

Wie wäre es damit? Die Stadt fordert weitere Soldaten vom Bund an und schickt die zuständigen städtischen Mitarbeiter in den verdienten Urlaub.

Blog E-Mail

Die Idee hinter den automatisierten E-Mail-Benachrichtigungen, welche angemeldete Weblog Nutzer beständig erhalten, ist nicht, dass man unbedingt auch jeden Blog-Beitrag liest, sondern nur jene, die einen auch interessieren.

Dies ist eine, zumindest meines Erachtens, praktikablere Lösung als die RSS Feeds des Weblogs zu abonnieren, denn damit wird man — weil es nicht bei diesen Feeds bleiben wird, wenn man sich einmal für RSS entschieden hat — noch schneller vor die eigentliche Frage gestellt, wie viel an Informationen man überhaupt verarbeiten kann?

Mit Detlef Stern und Thomas Michl kenne ich mindestens zwei Menschen, die mir diesbezüglich vehement widersprechen und dabei die Vorteile von RSS preisen werden.

Ich selbst hatte immer wieder entweder selbst gehostete oder fremdbetriebene RSS Reader im Gebrauch, konnte mich aber mit keiner Art letztendlich auch anfreunden.

So empfehle ich das einfachere E-Mail-Abo und rate dabei, wenn man weitere Websites abonniert, zu einer dafür vorgesehenen eigenen E-Mail-Adresse.

Vorbereitungen

Demnächst darf ich nicht nur zum vierzehnten Mal als Delegierter an einem Bundeskongress teilnehmen, dieses Mal allerdings nur virtuell, sondern auch zum sechzehnten Mal eine Kreisversammlung leiten.

Das will alles vorbereitet sein, und wer jetzt glaubt, dass dabei mit der Zeit Routine einkehrt, der kennt uns Föderalisten noch nicht. Aber das ist gerade das Schöne daran!

Und wenn dann alles vorbereitet ist, stellt sich jedes Mal die Frage, wie viele Mitstreiter man zu den Gremiensitzungen motivieren kann, oder welche Mitglieder sich, rein intrinsisch motiviert, dieser Aufgabe wieder stellen werden?

Die Vorbereitungen konnte ich auch dazu nutzen, um die Vereins-Website ein wenig umzubauen und, weil ich schon dabei war, ganz nebenbei auch an meinem Weblog ein wenig herumbasteln — wie sich jetzt herausstellt, ist meine Fähigkeit zum Multitasking inzwischen weniger gut ausgeprägt und so hat das Weblog jetzt einige Macken mehr.

Website des Tages

Jüdisches Museum Berlin

Von der NS-Führung zentral organisiert und gelenkt, wurden die Gewalt­aktionen auf lokaler und regionaler Ebene von Angehörigen der SA und der SS mit einem hohen Maß an Eigen­initiative durch­geführt.

Ungefähr 400 Menschen wurden ermordet oder in den Suizid getrieben. Über 1.400 Synagogen und Bet­stuben sowie etwa 7.500 Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört, jüdische Fried­höfe und andere Ein­richtungen der Gemeinden wurden verwüstet.


Leser

13.10.02021 5 (1)

Bewertung

Selbstverständlich freue auch ich mich darauf, wenn es Reaktionen zu meinen Beiträgen gibt. Manche Leser nutzen dazu die gute alte E-Mail, aber auch das Telefon, und wenn ich schon selbst nicht mehr an den einen oder anderen Blog-Beitrag denke, werde ich doch ab und zu noch darauf persönlich angesprochen.

Am einfachsten ist es allerdings für alle Beteiligten, die entsprechende Kommentarfunktion zu nutzen. Leider wird darauf sehr selten zurückgegriffen — zumindest von Menschen, die ich als solche auch zuordnen kann.

Um das Ganze nun noch ein wenig einfacher zu machen, habe ich jetzt einmal eine „Sternebewertungsfunktion“ hinzugefügt.

Mal schauen, wie dies bei meinen Lesern ankommt. — Die Bewertung erfolgt ohne Hinweis auf den eigenen Namen oder die eigene IP-Adresse.

Verdorfung

In jeder Stadt gibt es ganz bestimmte Kreise, die sich mehr oder weniger um sich, sich aber auch um städtische Angelegenheiten kümmern. Wenn sich beides miteinander verbinden lässt, um so besser. Bekannt dafür dürfte Köln sein, wo man das Ganze mundartlich so gerne als Klüngel bezeichnet.

Das erfolgreichste Modell dieser, nennen wir es einmal Vetternwirtschaft ist sicherlich in Berlin zu finden, wobei sich alle Beteiligten inzwischen völlig hemmungslos selbst an bundesdeutschen Steuergeldern bedienen. Dort ist das Ganze schon so aus dem Ruder gelaufen, dass selbst die optimistischsten Berliner von einer „Verdorfung“ ihrer Stadt sprechen.

Und selbst Putin zollt der Berliner Regierung inzwischen Respekt, denn die haben es, im Gegensatz zu ihm, geschafft, dass völlig verkorkste Wahlen weiterhin als demokratisch anerkannt und angesehen werden.

Schauen wir aber nicht nach Berlin, denn eine Verdorfung setzt überall dort ein, wo sich Teile der Stadtbevölkerung

  • völlig aus der Verantwortung nehmen und nicht einmal mehr wählen gehen und
  • wirklich alles kommentarlos hinnehmen, was ihnen so seitens des Gemeinderats und der Stadtverwaltung präsentiert wird.

Das geht erstmals auch ganz gut, da es sich bei den „Machern“ um eine etwas kleinere Menge an Bürgern handelt, die sich um die Geschicke der Stadt kümmern und sich dabei einfach und unkompliziert untereinander einigen können.

Leider aber ist das Leben und vor allem eine Stadtgesellschaft nicht so unkompliziert, und so rutschen diese „Macher“ langsam aber sicher in einen Teufelskreis aus dem es kein Entrinnen mehr gibt — dem sie bis zum eigenen Ableben, dem bitteren Ende, auch angehören müssen. Sie drehen sich dann nur noch im Kreis und schmoren im eigenen Saft, Probleme werden nicht mehr wahrgenommen und der Realitätsverlust nimmt seinen Verlauf.

Damit einher geht auch ein schleichender Legitimitätsverlust, den man früher gerne mit dem Hinweis auf Gott versucht hat zu kompensieren. Bei uns in Heilbronn hört man jetzt immer öfters unter vorgehaltener Hand: „Das will der Dieter Schwarz so.“ oder „Der wird vom Dieter Schwarz gewünscht.“

Dazu fällt mir inzwischen nur noch das Folgende ein: „Wenn das der Führer wüsste!“

Wenn wir die Verdorfung Heilbronns verhindern möchten, dann ist es an der Zeit, dass wir

  • nicht alles glauben, was uns die Heilbronner Stimme so auftischt oder wir von unseren Gemeinderäten so hören — erstere muss mit ihrem Blatt Geld verdienen und letztere wollen wiedergewählt werden;
  • wieder anfangen, uns selbst in das Stadtgeschehen einzumischen und einzubringen;
  • auf jeden Fall immer von unserem Wahlrecht Gebrauch machen — denn wer nicht wählen geht, der zählt bei uns auch nicht!

Und wer bei uns in Heilbronn nicht zählt, um den kümmert sich in Heilbronn auch niemand. Hier gibt es ein ganz aktuelles und sehr, sehr trauriges Beispiel!

Weblog

Nachdem mich Detlef Stern darauf aufmerksam machte, dass es eine kleine technische Unstimmigkeit auf meinem Blog gibt, habe ich die Gelegenheit sogleich genutzt und ein wenig gebastelt. So habe ich u. a. Google Analytics wieder entfernt und auch die Zählerstände der Beitrags- und Seitenaufrufe zurückgesetzt.

Jetzt bin ich einmal gespannt darauf, ob ich eine kleine Verbesserung herbeiführen konnte, oder ob es nur eine „Verschlimmbesserung“ war. Auf jeden Fall aber hatte ich meinen Spaß dabei und auch wieder einmal etwas gelernt.

Geburtstag des Tages

Rudolf Virchow


Beitragsfoto: Leser | © Pixabay

21.9.02021 5 (2)

Buch & Website

Ich konnte gestern noch mein Buch Europa ist für alle da! aufgrund der Nachfrage auch als gebundenes Buch herausbringen. Heute konnte ich mich mit der Übersetzerin des Buches unter dem englischen Titel We Are All Part of Europe! auf die letzten Details einigen, so dass jetzt der Endspurt beginnen kann.

Und weil es gerade gut läuft, habe ich für die Hertensteiner Gespräche nun auch eine eigene Website eingerichtet — dies garantiert mir ein paar schöne Bastelstunden.

Nachtrag: im Dezember 2021 habe ich dann die Hertensteiner Gespräche hier auf dieses Weblog umgezogen.

Sozialismus

Warum nur kann sich bis heute die Mär halten, dass sich Sozialisten für den Bürger einsetzen. Egal wo man hinschaut, es läuft nicht nur auf die völlige Entmündigung von uns Menschen hinaus, sondern vor allem führt es immer dazu, dass selbst Kinder den Kit aus den Fugen essen müssen.

Sozialisten möchten nur eines, eine kaputte Ideologie durchsetzen und sich dabei selber möglichst gut stellen. Dabei begründen sie ihre eigene Existenz alleine auf dem Kapitalismus, der sie nährt, und versprechen jedem, sich für dessen Interessen einzusetzen.

Das Ganze wird jüngst nur von den Grünen übertroffen, die seit Jahren in Regierungsverantwortung stehen und mit dafür Sorge tragen, dass Natur und Umwelt immer schneller unter die Räder kommen. Damit versprechen sie sich weitere Wähler, zerstören Natur und Umwelt weiterhin, nur um noch mehr Wähler zu generieren.

Zwei Teufelskreise, die man nur noch mit Bildung in den Griff bekommen könnte.

Dammschulen

Endlich nimmt das Drama um die Sanierung der Dammgrundschulen so langsam aber sicher ein Ende, bereits 2022 soll es angeblich dann so weit sein. In dieser Zeit bauen manche Unternehmen und Städte ganze Flughäfen — das „glorreiche“ Berlin einmal ausgenommen.

Und auch an eine Sanierung der beiden Schulhöfe hat man gedacht, eigentlich etwas Positives. Aber dann muss man zur Kenntnis nehmen, dass zwischen Real- und Grundschule die Schulhöfe getauscht werden sollen.

Ich war als Grundschüler der Dammschule sehr froh darüber, dass wir Grundschüler den größeren Pausenhof zugeteilt bekommen hatten, zumal jüngere Schüler eine größeren Bewegungsdrang haben und für diese deshalb der größere Hof schon alleine aus pädagogischen Gesichtspunkten heraus notwendig ist. Die älteren Realschüler haben bekanntlich während der Pausen andere Interessen und Bedürfnisse und können zudem ihrem Bewegungsdrang — wenn noch vorhanden — anderweitig und auch ohne Aufsicht nachgehen.

Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen, spätestens in den 1960er-Jahren, die jüngeren Schüler aus dem Nordhof — der sicherlich bequemer zu kontrollieren ist — in den Südhof zu verlegen.

Heute macht man sich mehr Gedanken darüber, wie „totalitär“ die Schulgebäudefassade ist, pfercht ganz folgerichtig — hoffentlich nicht wegen einer totalitären Grundeinstellung — die heutigen Grundschüler ein und sorgt dafür, dass sie sich so wenig wie möglich selbst entfalten können.

Dabei konnte man gerade an der Dammschule beobachten, wie gut es den Grundschüler getan hat, erstmals aus den Containern in ein großzügiges Gebäude umzuziehen.

Da man diese positiven Entwicklungen nun nicht nutzt oder gar weiter ausbaut, könnte daran liegen, dass man sehr früh die Entwicklung mündiger Bürger verhindern, oder Sorge dafür tragen möchte, dass die „bessere Gesellschaft“ ihre Kinder auf Privatschulen schickt.

Dieses Einpferchen der Grundschüler passt haargenau zur aktuellen Umwidmung dringend benötigter Sportstätten (Olga-Zentrum), um dort subventioniert Kunst auszustellen!

Geburtstag des Tages

Leonard Cohen