Vortrag

23.12.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Vortrag | © Shutterstock

Weihnachtslied

Erich Kästner schrieb 1927 dieses Gedicht, welches noch heute seine Gültigkeit hat. Das Gedicht erschien erstmals in der Weihnachtsausgabe der Zeitschrift „das Tage-Buch“. 1928 nahm Kästner es in seine erste Gedichtsammlung „Herz auf Taille“ auf. Bis heute hat sich einzig und alleine das Folgende geändert, nämlich, dass gerade jene, die gut 100 Jahre lang versprachen, man müsse sich um die Armen kümmern, heute ohne Wenn und Aber mit zu den Reichen gehören — war aber unsere Welt jemals anders?

Weihnachtslied, chemisch gereinigt

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man’s bedenkt.
Einmal kommt auch Eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden,
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden,
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt’s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen –
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt’s an Holz!
Stille Nacht und heilge Nacht –
Weint, wenn’s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit . . . 
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

Erich Kästner, 1927

Überraschung

Die letzten Tage gab es doch so einige positive Überraschungen, und ich erfuhr auch noch so ganz nebenbei, dass eine weitere nette Dame Mitglied bei den Freien Wählern werden möchte. Aber zwei Überraschungen haben mir gestern den Tag dann doch mehr als versüßt. Zum einen erhielt ich ein Gadget geliefert, das eigentlich erst für Januar angekündigt war und zum anderen erhielt ich eine sehr dicht beschriebene Weihnachtskarte. Die Adresse war völlig in Ordnung und mein Nachname stimmte auch, der Rest allerdings war zwar äußerst informativ und spannend aber sicherlich nicht für mich bestimmt.

Und so wird man immer wieder gerade dann überrascht, sobald man glaubt, man hätte bereits alles erlebt.

Nachholbedarf

Seit ein paar Jahren lese ich an Grundschulen vor. Letzte Woche zum letzten Mal für dieses Jahr in einer dritten Klasse an der Dammgrundschule. Und so ist es für mich nicht verwunderlich, wenn nun auch andere feststellen, dass es generell an den Grundschulen Nachholbedarf gibt. Warum dem so ist, das habe ich schon mehrfach hier im Weblog geschrieben.

In der Heilbronner Stimme (23.12.2022: 5) kann man nun lesen, dass „viele Drittklässler im Südwesten nicht die Mindeststandards für den Grundschulabschluss [erreichen] – sie weisen Defizite in der Rechtschreibung, beim Lesen sowie in der Mathematik auf.“ Und wenn wir weiterhin unseren Politikern folgen, die Schulabschlüsse „verschenken“, um ihren Wählern zu gefallen — wobei sie diese und uns alle damit letztendlich nur betrügen — werden die Folgen für unsere Gesellschaft katastrophal werden.

Gestern hatte ich zudem für dieses Jahr auch meine letzte Vorlesung an der Hochschule und hoffe nun, dass ich auch im kommenden Jahr Leistungsverbesserungen beobachten werden kann. Auf jeden Fall aber musste ich auch dieses Jahr wieder feststellen, dass man Bildung oder eine gute Ausbildung nicht geschenkt bekommt — man muss dafür tatsächlich etwas machen und meistens auch hart dafür arbeiten! Aber es lohnt sich und nicht nur für einen selber, sondern im Endeffekt für die gesamte Gesellschaft.

Deshalb gilt weiterhin, dass Bildung Bürgerpflicht ist und kein Wahlgeschenk völlig verantwortungsloser Berufspolitiker!


4. Advent

18.12.02022 5 (2)

Beitragsfoto: 4. Advent | © Shutterstock

Transparenz

Mit der Transparenz des Europäischen Parlaments können sich unsere Parlamente noch lange nicht messen. Und selbst dann, wenn offensichtlich kriminelle Machenschaften, wie z. B. Masken-Deals, von Abgeordneten doch einmal ans Tageslicht kommen, passiert nicht viel. Dies führt dann notgedrungen und völlig unnötiger Weise zu Vermutungen und Spekulationen über die „Sauberkeit“ von sämtlichen Abgeordneten.

Deshalb ist es immer unverständlicher, dass unsere Parteien und deren Abgeordneten weiterhin bei einer Verbesserung oder gar einer völligen Transparenz bei den Einkünften unserer Abgeordneten mauern.

Umso positiver ist es, dass es doch einige Abgeordnete gibt, die zumindest ihre Nebeneinkünfte selber veröffentlichen. Diesen Volksvertreten gehört mein Lob und mein Respekt. Bei all den anderen Abgeordneten müssen wir davon ausgehen, dass diese zumindest einiges zu verstecken oder zu verheimlichen haben.

Das Europäische Parlament hat jüngst angekündigt, seine eigenen Transparenzregeln nochmals zu überprüfen und ggf. weiter zu verbessern. Wie einfach wäre es doch, wenn unsere deutschen Abgeordneten diese Regeln einfach für den Bundestag und unsere Landtage übernehmen würden?

Puma

Die kriminelle Energie in Deutschland kennt keine Grenzen mehr. Ohne Frage, wir haben schon seit Jahrzehnten bei uns keine Rüstungsindustrie mehr, sondern nur noch Waffenlieferanten. Dies ist ein ganz gewaltiger Unterschied, den ich schon öfters thematisiert habe. Ganz kurz und prägnant: Rüstungsindustrie stellt sicher, dass unsere Soldaten bei Bedarf u. v. a. die besten Waffen mit ausreichend Munition zur Verfügung haben. Und so genügt es nicht, dass man einen Schützenpanzer öffentlichkeitswirksam vorstellt, sondern dieser muss zudem mit zu den besten vergleichbaren Produkten gehören und zudem in Stückzahlen weit in den Zehntausenden produziert und später auch rund um die Uhr und überall repariert werden können.

Und so müssen wir jüngst wieder einmal erfahren, dass unsere deutschen Waffenhändler (The Lords of War) nicht nur ein völlig überteuertes Produkt hergestellt haben, das übrigens nur manufakturmäßig herzustellen — ergo keine Waffe — ist und dabei noch zu klein, um — außer Han-Chinesen oder Pygmäen — Soldaten in Normalgröße transportieren zu können. Schlimmer noch, das Produkt an sich funktioniert überhaupt nicht und wenn es dann doch einmal — für weitere Unsummen an Steuergeldern — fahren sollte, dann wird es das teuerste Soldatengrab aller Zeiten werden. Und in wenigen Jahrzehnten wird es vielleicht einmal auch für die antiquierten Waffen „des Systems“ die passende Munition geben.

Und wer glaubt, das Ganze kann man nicht mehr steigern, der kennt unsere deutschen Waffenhändler noch nicht, denn die haben ein ganz neues Produkt in der Pipeline — den handgefertigten Panter. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass sich die künftige Panzerbesatzung gegenseitig per Video beim Sterben zusehen kann.

Aber ich möchte heute nicht ungerechter als nötig sein und so erinnere ich mich an meine Adventszeit in den 1990er-Jahren zurück, als es uns gelang, beim Gegner auf dem Balkan Waffentechnologie sicherzustellen. Diese war „Made in Germany“ und unseren eigenen Waffen weit überlegen. Wir waren damals bass erstaunt, was unsere deutsche Industrie alles an den Gegner liefert, um diesem — im Worst Case — das Töten von deutschen Soldaten zu erleichtern. Aber wie schon vermutet, dies sichert vielleicht nicht einmal mehr deutsche Arbeitsplätze, sicherlich aber sorgt es weiterhin für gute Dividenden. Und darauf kommt es uns doch allen an! Übrigens, wer in Deutschland bei der Bundeswehr oder im Rettungsdienst tätig ist, der ist selber Schuld.

4. Advent

Fast haben wir in den diesjährigen 4. Advent hineingetanzt, auf jeden Fall aber hatten wir gestern einen vergnüglichen Abend — und dies trotz weiterhin anhaltender Männergrippe, denn auch bei der besten Ehefrau von allen geht irgendwann einmal die Geduld zu Ende.

Und so sitze ich heute etwas geschwächt bereits bei der zweiten guten Tasse Kaffee und sinniere so vor mich hin. Das mit der „Bildung“ beschäftigt mich doch mehr als ich es gedacht hätte und dabei wollte ich mich nicht mehr mit Themen auseinandersetzen, die völlig hoffnungslos sind.

Ich war selbst nie ein guter und schon gar kein einfacher Schüler, aber meine geistigen Anlagen und mein Umfeld hatten dafür gesorgt, dass ich im Schulsystem ohne größere Probleme mitschwimmen konnte. Sicherlich ein erster Erfolg der 68er, die nämlich sehr schnell dafür sorgten, dass die Bandbreite schulischer Leistung immens aufgeweitet wurde — was mich locker zu einem echten Abitur spülte.

Aber schon damals wurde unser Schulsystem missbraucht, nämlich indem man sehr flexibel mit den Mindestanforderungen umging. Jede Bandbreite kennt auch ein Minimum und so besteht die Gefahr, dass man dieses aushebelt. Noch verständlich dabei war die menschliche Komponente, wobei verantwortliche Lehrer mit diesem Minimum etwas jonglierten. Nicht mehr verständlich war, dass sich Eltern bereits in den 1970er-Jahren die Schulabschlüsse ihrer Kinder kaufen konnten. Und so sind mir noch so einige ehemalige Klassenkameraden bekannt, die, weil sie die Mindestanforderungen nicht erfüllen konnten, die Schule wechselten und danach als die besten Abiturienten der Stadt nach Heilbronn zurückkehrten.

Die Argumentation, dass diese Schüler in einem anderen Lebens- und Lernumfeld plötzlich über Nacht zu Eliteschülern wurden, dürfte schon damals nur ein Werbegag der Privatschulen gewesen sein und beschönigt noch heute die Tatsache, dass man sich bei uns mit Geld alles kaufen kann. Und wer sich heute fragt, warum unsere Kliniken, Gerichte, Ministerien und Verwaltungen nicht mehr so wirklich richtig funktionieren, der dürfte hier eine Begründung finden.

Inzwischen muss man unserer Gesellschaft gar attestieren, dass man wirklich kein einziges Minimum mehr kennt. Was übrigens dazu führt, dass so einige meiner aktuellen Studenten nicht einmal mehr die einfachsten Fragen verstehen, geschweige denn intellektuelle Kapazitäten hätten, um Herausforderungen auch nur zu erkennen. So bin ich schon froh darüber, dass diese halbwegs (pünktlich) anwesend sind und dabei zur Kenntnis nehmen, dass ein Dozent im Raum ist.

Dem Ganzen begegnet man nun dadurch, indem man Privatschulen und Privatuniversitäten nicht nur zulässt, sondern diese auch immens fördert. Die Begründung ist dabei ein Werbegag: „ihre eigenen Kinder sind so wertvoll, dass diese nicht mit dem gewöhnlichen Pöbel zur Schule müssen.“ Dieser Werbegag verschleiert dabei die Tatsache, dass man sich nunmehr von Anfang an die schulischen Leistungen und Erfolge der eigenen Kinder kauft und diesen „armen“ Kindern dabei zudem signalisiert, dass sie etwas ganz besonderes sind.

Dies wird zur Folge haben, dass in wenigen Jahren Ihr Hausarzt das entsprechende Krankheitsbild nur noch rülpsen kann und Sie sich darauf verlassen müssen, dass der medizinische Roboter in der Praxis mit dem aktuellen Update versehen wurde — Deutschland 4.0.

Wenn wir unser Land noch retten wollen, dann müssen wir unser öffentliches Schulsystem retten und wieder Mindeststandards einführen. Und so leid es mir für die Betroffenen auch tut, wenn Ihr eigenes Kind debil — schwachsinnig — ist, dann hat es keinen Anspruch auf einen Universitätsabschluss! Aber Sie können weiterhin sicherstellen, dass es ein glücklicher Beamter in einer Stadtverwaltung wird — und dies ist oftmals mehr als es sich viele andere nur zu erträumen erhoffen.


Stadtbibliothek Heilbronn

2.11.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Stadtbibliothek Heilbronn

Stadtbibliothek

Der große Wurf wird in Heilbronn wohl nie gelingen und so sind eigentlich alle damit zufrieden, dass die Stadt für ihre Bücherei in zentraler Lage eine, zwar angemietete, Liegenschaft gefunden hat, die von den Bürgern sehr gut angenommen wird. Man hätte die Stadtbibliothek, wie sie seit längerem nun auch heißt, tatsächlich weiter zu einer großstädtischen Institution ausbauen können. Wollte man nicht und so hat man ganz bewusst mit dem Literaturhaus eine weitere Institution geschaffen, die um die selben Steuermittel wie auch Spender buhlt. In einem großstädtischen Konzept — vorausgesetzt, dass sich eine Großstadt so etwas auch leisten kann — wäre solch ein Literaturhaus eine Unterabteilung der Stadtbibliothek, die deren Bedeutung noch ein wenig hervorheben kann. Wir in Heilbronn machen beides aber völlig konzeptlos! Und damit ist noch nicht einmal Schluss, denn so ganz nebenbei unterhalten wir noch ein Kleist-Archiv Sempdner, das in Marbach viel besser aufgehoben wäre und thematisch dort auch beheimatet ist. Von mir aus könnte man es auch nach Frankfurt an die Oder verschenken, wenn man persönlich etwas gegen das Deutsche Literaturarchiv hat.

Aber unabhängig davon, wenn man bedenkt für was wir Heilbronner alles unser Geld ausgeben, z. B. für Brücken, die tatsächlich keiner benötigt und wenn dann doch, nicht nutzen kann, oder für völlig überteuerte und kaum funktionierende Radabstellplätze, ist es doch sehr erstaunlich, dass man nun einen notwendigen Um- und Ausbau der Stadtbibliothek seit Jahren verzögert und die, alleine dadurch entstandene, Mehrkosten jetzt durch eine Billiglösung wieder einsparen will — wie ich unseren Gemeinderat und unsere Stadtverwaltung kenne, wird diese Billiglösung nun niemandem gerecht, kostet aber uns Bürger letztendlich weit mehr als die ursprünglich geplante Erweiterung. Hauptsache, ein paar Stadträte durften wieder einmal schaulaufen und Verantwortung heucheln. Jetzt, wo sie sich als Verhinderer von Großstadtlösungen wieder voll und ganz in Szene setzen konnten, werden sie unser Geld weiterhin mit vollen Händen für Feschtle und Feiern sowie weitere unnötige Dinge zum Fester hinauswerfen.

Und wenn man alleine die ganzen Stadtverwaltungsgebäudesanierungen, um- und ausbauten betrachtet, die fortwährend in der gesamten Stadt stattfinden, dann hätten wir ganz locker unsere Stadtbibliothek schon längst vergolden können. Wahrscheinlich aber wird der künftige Rathausanbau (Reim-Areal) ganz neue Maßstäbe setzen — mit Schwimmbad und Wellnesszentrum für städtische Bedienstete. Ich bin schon jetzt auf die plausiblen Begründungen unserer Fraktionsvorsitzenden gespannt.

Nachverdichtung

Dies ist wohl der letzte Schrei bei den Stadtplanern, leider aber meist nicht zu Ende gedacht. Und so ist es erfreulich, dass man wenigstens in Stuttgart erkannt hat, dass man in Städten besser in die Höhe baut und die Baukörper, wenn kein Platz für begleitendes Grün mehr ist, wenigstens mit einer Gebäudebegrünung ausstattet.

In Heilbronn wählt man den Weg, dass man nachverdichtet, die Gebäudehöhe dabei sogar noch senkt und auch die letzten verbliebenen Grünflächen zubaut. Kann man machen, man muss dabei aber wissen, dass dies für die Gesamtstadt Konsequenzen hat — nicht nur für das „neue“ Viertel.

Nach dem Krieg beim Wiederaufbau haben die Stadtplaner dies alles noch berücksichtigt und nicht nur lockerer bebaut als vor dem Krieg, sondern auch zusätzliche Entwicklungsachsen freigelassen. Inzwischen ist Heilbronn nicht mehr für das viele Grün bekannt, das unsere Stadt so wohltuend von den anderen vergleichbaren Städten unterschieden hat. Und mit der Friedrich-Ebert-Trasse verschwindet nun auch das letzte Zeugnis einer ehemals vorausschauenden Stadtplanung.

Wie bereits gesagt, das kann man so machen, man muss dabei aber wissen, dass wir Heilbronn mit großen Schritten weiter zu einer Mittelstadt zurückbauen, wo weder Eisenbahn noch ein Schiff halten werden. Und auch auf den Kiliansplatz passt noch das eine oder andere Fachwerkhaus, um unsere Stadt wieder so richtig gemütlich zu machen. Das Wollhaus und das Shoppinghaus werden ebenfalls bald geschliffen und damit wird die Kilianskirche wieder das höchste Gebäude der Stadt — man vergisst dabei ganz bewusst, dass es in Heilbronn einmal eine Friedenskirche gab und schon damals für Heilbronn eine neue Bauhöhe vorgesehen war.

Aber zurück zur jüngsten Nachverdichtung, der ehemaligen neuen Verkehrsachse, die dem Viertel bisher ein wenig Grün beschert hatte und dafür sorgte, dass die letzten verbliebenen Wildtiere in der Stadt weiter wandern konnten — dafür gibt es übrigens in anderen Städten seit Jahren ganze Konzepte, die solche Naturvernetzungen sogar noch fördern, weil zwingend notwendig. Aber solches „neumodische Zeugs“, wie z. B. die vor Jahrzehnten beabsichtigte Hebung des Pfühlbachs, wird es in Heilbronn nicht geben.

Wir bauen jetzt laut Heilbronner Stimme (2.11.2022: 24) ein Wohngebiet für 700 Bürger. Und wir alle wissen, dass wir — weil wir Menschen einfach so sind — damit auch 700 zusätzliche Autos mit in das neue Viertel bekommen. Und da doch alle dabei auch noch verdienen sollen, wird es für nur gut 250 Autos entsprechende Abstellplätze geben. Die restlichen gut 400 Autos suchen sich dann ihre Abstellplätze in der Nachbarschaft — dieses Konzept hat sich in Heilbronn bestens bewährt.

Aber letztendlich geht es nicht um die 700 neuen Autos, für die es übrigens in der gesamten Nordstadt keine ausreichenden Straßen — die sollten doch einmal mit z. B. der Friedrich-Ebert-Trasse erst noch gebaut werden — gibt, sondern um den weiteren zusätzlichen Verkehr, den wir Bürger einfach alleine durch unsere Existenz verursachen: Krankenwagen, Polizei, Feuerwehr, Abschleppdienst, Müllabfuhr, Taxen, Lieferservice, Handwerker, Umzugswagen und noch vieles mehr, die sich bald zusätzlich durch die Nordstadt quälen werden. Nachverdichtung hört sich erst einmal richtig gut an, wenn man diese auch verantwortlich plant und umsetzt.

Zum Straßenverkehr — ich spreche hier nicht einmal von neuen Buslinien, einer Straßenbahn oder gar U-Bahn, die das neue Viertel anbinden könnten und schon gar nicht von einem Radschnellweg — kommt noch die weitere Infrastruktur hinzu, die man sehr gerne vergisst, wie z. B. größere Zuleitungen an Wasser, Gas und Strom oder meist noch wichtiger die Entsorgungsleitungen und Sammelplätze. Und auch das Internet sollte Berücksichtigung finden. 700 Neubürger und alte Kupferkabel passen nicht gut zueinander.

Rundschreiben

Gestern konnte ich noch meine beiden monatlichen Rundschreiben fertigstellen. Das erste geht an alle Europäischen Föderalisten und an Europa interessierte Bürger, die dieses auch abonniert haben. Über die Jahre hinweg kann man ganz gut beobachten, dass auch solche Rundschreiben immer einen festen Leserkreis haben und auch regelmäßig neue Leser gewinnen aber auch wieder verlieren. Zusätzlich verlieren Rundschreiben insgesamt an Attraktivität, so dass wir bereits froh darüber sind, weiterhin über 200 Leser zu haben.

Das zweite Rundschreiben ist ein Mitgliederbrief an die Freien Wähler, den ich ausschließlich an die Mitglieder der Freien Wähler – Freie Wählervereinigung Heilbronn e. V. versende. Aufgrund der Erfahrung mit dem ersten Rundschreiben habe ich damit für diese Zwecke einen etwas anderen Weg gewählt. Und so bin ich einmal gespannt darauf, ob eine exklusive Mitgliederinformation eher gelesen wird als eine öffentlich zugängliche Variante.

Mein drittes „Rundschreiben“ ist einfach nur noch eine Benachrichtigung per E-Mail, sobald auf diesem Weblog neue Beiträge erscheinen — nicht mehr aber auch nicht weniger. Dieses Rundschreiben kann, von jedem der möchte, abonniert werden und enthält nur die Information, dass man, wenn man möchte, den neusten Blog-Beitrag lesen kann. Damit habe ich nun drei Varianten und gucke einmal, welche letztendlich die größere Beliebtheit beim Publikum finden wird.