Wassertropfen

27.10.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Wassertropfen | © Pixabay

Vermischtes

Für mein Gartenwüten habe ich mir inzwischen professionelle Hilfe geholt. Und die Profis machen das ganz gut.

Das mit dem Krieg ist manchen dafür Verantwortlichen und auch vielen Journalisten nicht so ganz klar. Das mit dem Iran und den USA ist keine On-Off-Beziehung, sondern ein waschechter Konflikt, in dem es natürlicherweise auch Feuerpausen geben muss. Weitere Konflikte, nicht nur der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und Europa sind am Laufen, sondern im Nahen Osten und im arabischen Raum kracht es ebenfalls ganz gewaltig. In Afrika schauen wir gewöhnlich weg. In Asien bringen sich die Parteien langsam aber sicher ebenfalls in Stellung, während die hybride Kriegsführung weltweit zu finden ist — längst auch bei uns in Deutschland.

Die Nazifrau Beate Zschäpe muss nun doch noch eine Weile im Gefängnis bleiben. „Ihr Kampf“ ist wohl noch nicht zu Ende geschrieben. Ob sich diese depperten Nazis überhaupt einmal Gedanken darüber gemacht haben, dass sie mit ihrer Selbstbenennung gleich mehrere Traditionsfirmen und -vereine schwer geschädigt, wenn nicht gar vernichtet haben.

Was wiederum zeigt, dass der Nationalsozialismus die schlimmste Version des Faschismus ist, nicht nur wegen des immanenten Rassismus, sondern auch wegen des darin enthaltenen Selbstvernichtungsdrangs. Ein waschechter Nazi ist erst dann zufrieden, wenn er auch das eigene Volks vernichtet hat. Und dann sitzt er glücklich und zufrieden im Führerbunker und gibt sich selbst die Kugel.

Bundesversammlung

Die Wahl des kommenden Bundespräsidenten nimmt so langsam an Fahrt auf. Nach Jahrzehnten Bundesrepublik könnte man auch einmal darüber nachdenken, ob man dieses Amt per Losverfahren besetzt. Und so könnte theoretisch jeder Bundesbürger einmal für dieses Amt verpflichtet werden. Und wer es nicht annehmen möchte, der muss sich dann davon freikaufen.

Am 30. Januar 2027 wählt die Bundesversammlung ein neues Staatsoberhaupt und die Parteien nehmen langsam aber sicher auch davon Kenntnis. Zugegeben, die meisten von uns dürften nicht einmal wissen, wer der amtierende Bundespräsident ist. Und so ist auch diese Bundesversammlung bloß eine weitere ungeliebte Pflichterfüllung. Wobei, für manches Sternchen oder manchen Influencer ist dies bekanntermaßen immer eine gute Gelegenheit, um sich dort selbst zu promoten. Und so legen unsere Parteien mehr Wert darauf, wen sie zur Bundesversammlung einladen als darauf, wer Bundespräsident werden soll.

Ins Gespräch gebracht wurden bisher Ilse Aigner, die auch bereits Wahlkampf in eigener Sache macht, Ursula von der Leyen, die keiner mehr in Brüssel haben möchte, sowie drei weitere CDU-Politikerinnen Karin Prien, Julia Klöckner und Annegret Kramp-Karrenbauer, die entweder abgeschoben werden sollen oder ebenfalls versorgt werden müssen. Auch noch mit im Gespräch ist Boris Rhein. Etwas Farbe in die mögliche Kandidatenliste bringt Hape Kerkeling.

Da Parteien gerne bis zum Torschluss abwarten, könnte doch noch der eine oder andere illustre Kandidat aus dem Hut gezaubert werden. Aber wie schon gesagt, die Mehrheit unserer Bevölkerung interessiert sich eher dafür, welche Vögel so alles in der Bundesversammlung auftauchen werden. Wer in der Bundesrepublik wichtig sein möchte, der macht schon längst in dieser Sache Eigenwerbung oder spendet einfach eine größere Summe an jene Parteien, die Menschen zur Bundesversammlung schicken dürfen.

Was mich auch schon wieder dafür plädieren lässt, dass man manche Ehrenämter tatsächlich im Losverfahren vergeben sollte.

Nachtrag

Nun bringt die FAZ auch noch Ines Claus ins Spiel, als des Kanzlers Liebling sozusagen. Das Ganze hat inzwischen schon Trumpsche Züge und dürfte dessen Suche nach einer Pressesprecherin bald sogar noch übertreffen.

Wasserwerk

Heilbronn bekommt ein neues Wasserwerk, welches bei den Böckinger Wiesen erstellt wird. Dort befinden sich noch ein paar alte Brunnen, die zumindest teilweise reaktiviert werden sollen. 2029 soll das neue Wasserwerk in Betrieb gehen und hat gleich mehrere Funktionen. Es dient als Pumpwerk, zur Wasserspeicherung sowie zur Wasseraufbereitung des Rohwassers. 

In Zeiten wo die Grundwasserspiegel beständig sinken und sich Baden-Württemberg, Bayern, Österreich und die Schweiz darum streiten, wer den Bodensee leerpumpen darf, sind Investitionen in neue Wasserwerke mehr als sinnvoll. Da das Wasserwerk in der Nähe des Neckars liegt, kann man notfalls auch darauf zurückgreifen.

Nachhaltiger wäre es allerdings, wenn wir wieder für mehr Grundwasser sorgen würden (Versickerungsgebiete), neue Wasserspeicher (Zisternen) erstellen und vor allem unseren eigenen Wasserverbrauch wieder auf das Notwendige zurückführen. 80 % unseres Wassers stammt bereits vom Bodensee, nur 20 % werden noch lokal erwirtschaftet und dies bei einem weiter steigenden Wasserverbrauch.

Gut ist, dass nun die Verantwortlichen langsam zu handeln beginnen, während wir Bürger weiter die Ressourcen verschwenden als ob es kein Morgen gäbe!


Kunstwerk

19.10.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Kunstwerk

Midterms

Am 3. November 2026 werden in den USA das Repräsentantenhaus und ein Teil des Senats neu gewählt, zusätzlich finden im ganzen Land weitere regionale Wahlen statt. Aber auch wir in der Heilbronner EUROPA-UNION haben an diesem Tag unsere eigenen „Midterms“, allerdings ohne Wahlen. Deswegen kombinieren wir unsere Kreisversammlung mit einem Gansessen im Anschluss. Zeit genug, um über das Original in den USA zu diskutieren und dies in einem sehr angenehmen Rahmen.

Die US-Demokraten geben sich wieder einmal sehr zuversichtlich, so wie kurz vor der letzten Wahlniederlage auch. Aber der Trumpismus ist wie der Nationalsozialismus und andere Totalitarismen weder mit Zuversicht noch mit guten Argumenten zu schlagen. Dazu bedarf es weit mehr und so werden wir in den USA sehr gut beobachten können, ob die US-Demokraten für diese Herausforderung tatsächliche Lösungen gefunden haben.

Sollten sie die 218 tatsächlich schaffen und auch im Senat messbare Erfolge erzielen, dann könnten wir von diesen Wahlen auch etwas für unser Europa und unsere Bundesrepublik lernen.

Und so bin ich gleich doppelt gespannt, nämlich wie viele US-Amerikaner werden bei den Midterms wählen gehen (können) und wie viele eigene Mitglieder werden zu unserer inzwischen 73. Kreisversammlung kommen. Aber egal wie, dieser Dienstag wird sehr interessant und noch viel spannender werden.

Vermischtes

Ein Meseno scheint meine Blog-Beiträge zu lesen, denn nun schon zum wiederholten Male fand ich heute Morgen den meseno-Bus bereits vollgetankt vor. Die heutige Fahrt verließ ohne bemerkenswerte Vorkommnisse und auch der Mensch an unserer letzten Abholstation war so schlecht gelaunt wie immer. Diese ist bei sämtlichen Zulieferern und Abholern inzwischen legendär und es ranken sich bereits Geschichten darum, warum er immer so mies drauf ist. Ich persönlich tippe dabei auf eine schlechte Verdauung vor dem Mittagessen.

Was mich nun wiederum an ein Buch von Elif Shafak erinnert.

„There is nothing so overrated as a bad fuck and nothing so underrated as a good — shit.“

Elif Shafak, The Bastard of Istanbul (2006: 144)

Das mit den E-Scootern und unserer Stadt wird nichts mehr, denn dazu fehlt es den allermeisten Nutzern an ausreichend Intelligenz und guter Erziehung. Da man diese Dinger ohne Führerschein und Altersbegrenzung fahren kann, wird es auch weiterhin unnötige Tote und Verletzte geben. Zumindest fackeln diese Deppen nicht wie in Frankreich gleich auch noch ganze Städte ab. Was wohl dafür spricht, dass man bei uns den bildungsfernen Bevölkerungsteilen deren Spielzeuge belässt und dabei auch ein paar Tote im Jahr als gegeben ansieht.

Langfristig wäre es allerdings billiger, wenn man sämtliche Deppen, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund, einer guten Schul- und Berufsausbildung unterziehen würde. Die allermeisten würden sicherlich gute Staatsbürger und anständige Nachbarn werden.

Anne Kokenbrink schrieb in der FAZ (13.10.2026) „Den Studenten fehlt es an fundamentalen Fähigkeiten“. Der Grund, warum ich seit diesem Semester keine Vorlesungen mehr gebe. Und mir graut es schon jetzt davor, demnächst das letzte Mal eine Klausureinsicht zu veranstalten.

Kleinkunst

Eine sehr erfreuliche Entwicklung kommt still und heimlich daher. Die kleinen Kunstwerke im öffentlichen Raum unserer Stadt nehmen immer mehr zu. Erst waren es die kleinen Strom- oder Telekommunikationskästen, nun findet man auch etwas größere Bilder auf Trafostationen oder ähnlicher Infrastruktur.

Ein paar davon habe ich bereits hier als Beitragsfotos eingestellt. An gleich zwei größeren und neueren Kunstwerken fahre ich zwar regelmäßig mit dem Auto vorbei, komme leider aber noch nicht dazu, diese zu fotografieren.

Auf alle Fälle macht es Spaß immer wieder neue Kunstwerke in der gesamten Stadt zu entdecken. Und ein klein wenig erinnert es mich daran, als ich noch Reisegruppen durch Brüssel führte und diesen u. a. die dort an den Häusern zu findenden Comicfiguren zeigte.

Aber es geht auch eine Nummer größer, wobei man gleich elf Kunstwerke im öffentlichen Raum der Heilbronner Kernstadt finden kann. Manche von diesen sind ebenfalls sehr schön anzuschauen und manch andere sind schon längst wieder verschwunden — nichts hat auf Dauer Bestand; außer vielleicht das Phallussymbol auf dem Marktplatz. Echte Kunstkenner — keine solchen Banausen wie ich — werden dies allerdings als die „große Dreifigurengruppe für Agora“ von Joannis Avramides aus dem Jahr 1980 identifizieren können. Über Dieter Läpples „Käthchen“ von 1964 habe ich hier bereits geschrieben. Ayşe Erkmens „Making Ripples“ aus 2021 gefällt mir dafür ganz gut und Thomas Schüttes „One Man House“ (2019) ist hier im Blog bereits öfter zu finden. Bei Wilhelm von Rümanns „Denkmal für Julius Robert Mayer“ (1892) frage ich mich immer wieder, wo ich diesen Koloss in Heilbronn schon so alles rumstehen sehen habe.

Spannender ist es für mich aber, dass man weitere ehemalige Großkunstwerke zumindest noch in Teilen im öffentlichen Raum finden kann. Wer kennt noch den Berliner Bär, der einmal einen der schönsten Brunnen der Stadt zierte? Mir fallen auf Anhieb gleich ein Dutzend solcher versteckter bzw. verräumter wenn nicht gar verramschter Kunstwerke ein.


Eckhaus

6.10.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Schöne Ecke

Kompliziert

Wie schwierig europäische Politik inzwischen wieder geworden ist, wobei sie noch nie einfach war, zeigt im Nachklapp zu unserer Bosnienreise ein mehr als lesenswerter Beitrag von Herfried Münkler im Fokus (40, 2026: 8) mit dem Titel „Der Fall Serbien — Politisch-moralische Empörung muss zurückstecken gegen geopolitisches Kalkül: Belgrad ist für Europa wichtiger, als uns lieb ist“.

Damit gibt Herfried Münkler genau das wieder, was wir auch während unseres Sarajewobesuchs diskutiert hatten. „Das Regime des Präsidenten Vučić steht unter erheblichem innenpolitischem Druck, weil ihm vor allem die Jüngeren im Land Korruption vorwerfen, wofür es eine Fülle von Anhaltspunkten gibt. In einer solchen Situation die Tür zu schließen, könnte zu dem beschriebenen Worst Case-Szenario führen. Die Chance, ein notorisch unruhiges Serbien durch die Aussicht auf Wohlstandstransfers zu pazifizieren, wäre dann dahin. Das geopolitische Kalkül muss gegenüber moralischer Empörung, und sei sie noch so berechtigt, in Brüssel die Oberhand behalten.“

Der Westbalkan war schon immer kompliziert und kann nur gekauft aber nicht okkupiert werden! Das wussten bereits die alten Römer — vielleicht liegt dies an der dortigen Natur und den klimatischen wie geografischen Bedingungen? Meine italienischen Kameraden sagten mir bereits Anfang der 1990er-Jahre, dass wir es wie sie mit Südtirol machen sollten. Und am Ende wird der Westbalkan ein Gewinn für uns alle sein.

Wer von meinen Lesern Interesse am Beitrag von Herfried Münkler hat, der lässt mich dies wissen.

Menetekel

Der Rhein wird nur noch aus Kläranlagen am Leben erhalten und über den Bodensee kann man demnächst wieder reiten, aber nicht weil er zugefroren ist. Zugefroren ist bei uns auf alle Fälle die Hölle, denn wir wählen wieder wie ganz selbstverständlich Nazis: Deutschland ist seit 1945 wieder einmal ganz offiziell und demokratisch legitimiert Naziland, zumindest haben wir nun einen Nazi als Landtagspräsidenten. Offiziell ist er allerdings kein Nazi, denn auch die demokratischen Parteien in Sachsen-Anhalt haben ihn gewählt — Nazisein ist einfach wieder schick oder wie es Wladimir Putin sagen würde, die echten Nazis sind jene, die gegen Nazis sind, und Krieg ist Frieden!

Am 5. Januar 1573 ritt ein Postbote irrtümlich über den Bodensee, Gustav Schwab verfasste dazu 1826 die Ballade „Der Reiter und der Bodensee“, was Eugen Roth 1933 wiederum zum Gedicht „Gefahrvoller Ritt“ inspirierte.

Dafür lässt nun Katherina Reiche die Gasspeicher nicht mehr wie seit ihrem Dienstantritt vor eineinhalb Jahren leerlaufen, sondern ordnet nun eine Befüllung derselben an. Tatsächlich wurde das verstaatlichte Energieunternehmen Sefe nun pressewirksam angewiesen, mehr Gas einzuspeichern — was immer auch deren Experten darunter verstehen mögen. Ich halte dies nur für ein Alibi, um ab Januar 2027, wenn die deutschen Speicher völlig leergelaufen sind und unsere strategischen Dieselreserven vollständig den US-Amerikanern übereignet wurden, uns Bürgern sagen zu können, dass sie, so wie ihre Kollegen auch, alles für unser Land gegeben hätte. Wir werden uns dann die Hintern abfrieren und Katherina Reiche wird dafür von der CDU zur nächsten Göttin ernannt, gleich neben der Berufstochter Ursula von der Leyen — im Unionsolymp gab es schon immer reichlich Platz.

Warum gelingt es unseren Regierungsparteien nicht mehr Menschen in Verantwortung zu bringen, die wenigstens über ein Mindestmaß an Intelligenz, Bildung und Verantwortungsbewusstsein verfügen?

Vermischtes

Irgendwie interessant, dass ich den 3. Oktober eigentlich nur dann feiere, wenn ich im Ausland bin. Zuhause hatte ich noch nie Lust dazu. Weniger interessant, dass wieder einmal ein prominenter Politiker bereits in der Schule Probleme hatte, um wenigstens die Normen halbwegs zu erfüllen — was in einer staatstragenden Partei inzwischen schon die Norm sein dürfte. Spannend, weil dies auch kurz Thema auf unserer letzten Reise war — und schon wird dieses Ärgernis erneut bestätigt.

Wieder von der letzten Reise zurück, musste ich feststellen, dass das echte Leben nicht so höflich war und auf mich gewartet hat. Nun bin ich eine Weile damit beschäftigt, Brände auszutreten. Viele meiner Mitbürger haben dazu schon länger eine Lösung gefunden. Entweder sie gehen erst gar nicht mehr auf Reisen und wenn, dann zusammen, so wie ich bisher auch, mit einer Bürovollausstattung. Zugegeben, ich habe es nach ein paar Jahrzehnten so richtig genossen, nur telefonisch erreichbar zu sein. Oder meine Mitbürger nutzen die Gelegenheit, so wie zwei unserer Mitfahrer auch, und kommen nur noch nach Hause, um die Koffer neu zu beladen, und verschwinden sogleich wieder auf die nächste Reise. Dies ist die heutige Form der Kopf-in-den-Sand-Politik, wobei die Vollprofis, wenn sie einmal dazu gezwungen sind, um daheim zu bleiben, sogleich von einer wichtigen Besprechung zur anderen hetzen. Und dann fragen wir uns alle, warum bei uns so gar nichts mehr zu funktionieren scheint.

Inzwischen gibt es bereits einen zweiten Reisebericht, und in den kommenden Tagen werde ich noch eine entsprechende Bildergalerie dazu erstellen. Aber erst einmal geht es heute Abend zum Europastammtisch, der nach mehr als zwei Jahrzehnten zu meinem ganz normalen Leben mit dazu gehört.

Beim Bingen bin ich nun bei der letzten Staffel Boston Legal angelangt. Wenn diese fertiggebingt ist, muss ich gucken, ob ich mir die zweite Staffel nochmals anschaue.

„Es stocket sein Herz, es sträubt sich sein Haar,
Dicht hinter ihm grinset noch die Gefahr.

Es sieht sein Blick nur den grässlichen Schlund,
Im Geist versinkt er im schwarzen Grund.“

Gustav Schwab, Gedichtauszug (1826)