Akten

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Beitragsfoto: Akten | © Mariann Szőke from Pixabay

Verwaltung

Vorgestern ging es in einem Gespräch um aktuelle Vergabepraktiken, wobei ein Rechtsanwalt einer erfolgreichen Kanzlei für Vergaberecht mit einer wunderbaren Geschichte aufwarten konnte. Jüngst musste ein Bundesland noch dringend vor Jahresende Millionen verbraten und bat dabei sehr kurzfristig eine Kanzlei um Hilfe. Diese sprang auch ein und stellte sicher, dass alles nach dem aktuellen Vergaberecht abgewickelt werden kann.

Man kann sich gut vorstellen, dass es dabei zu einer gewaltigen Dokumentation kommt, die in der Kanzlei digital — papierlos — erarbeitet und vorgehalten wird. Als man die Dateien übertragen wollte, musste die Kanzlei sämtliche Dokumente ausdrucken und in gut 40 Aktenordnern einsortieren, welche dann per Kurier der zuständigen Stelle übergeben wurden.

Das erstaunt wirklich nicht, da wir noch heute viel zu viele „Fachleute“ in unseren Verwaltungen sitzen haben. Was dann aber alle Beteiligten wirklich erstaunte war, dass man dort dann über Nacht einen nagelneuen Scanner beschaffte, welcher die besagte Verwaltung nur noch mit dem Einscannen der Papierdokumente beschäftigte.

Aber das war dann doch noch nicht das Ende dieser Aktion, denn beim Einscannen hat man nicht das PDF-Format gewählt, sondern Bilddateien erstellt, was nun dazu führte, dass ein weiterer Spontankauf notwendig wurde, um für die erzeugten Dateien ausreichend Speicherplatz zu haben.

Und das alles wurde offiziell, weil sich die verantwortliche Verwaltung bei der Kanzlei über die notwendige Mehrarbeit und – kosten beschwerte.

Was könnten wir nur insgesamt an Kosten sparen, wenn wir endlich Mindeststandards bei unseren Verwaltungen einführen würden. Ich gehe davon aus, unsere Verwaltungen bräuchten dann auch keine externen Kanzleien für Vergaberecht mehr. So aber haben wir unsere Verwaltungen weiterhin einzig und alleine, um ganz besondere Menschen von der Straße weg zu bekommen und um privaten Firmen Aufträge zu vermitteln, die es ohne unsere Verwaltungen nicht einmal gäbe.

Berufspolitik

Heute können wir wieder einmal lesen, wie die Berufspolitik unsere Demokratie langsam aber sicher zugrunde richtet. Arne Schönbohm, der ehemalige Chef des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, welcher noch vor kurzem wegen seiner Verstrickungen in sehr undurchsichtige Geschäfte zurücktreten musste, wurde jüngst nicht etwa wegen Landesverrats angezeigt, was durchaus plausibel wäre, sondern er erhält nun zum 1. Januar 2023 den Posten als Leiter der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung

Was nun die Frage aufwerfen könnte, was an der Bundesakademie für öffentliche Verwaltung tatsächlich gelehrt wird. Naheliegend anzunehmen, dass Korruption, Vetternwirtschaft und Landesverrat die dortigen Themenschwerpunkte sind.

Deserteure

Auch die Ukraine gibt so langsam zu, dass das Land gewaltige Probleme mit Deserteuren hat. Um die Landesverteidigung auch im kommenden Jahr noch sicherstellen zu können, überlegt man nun, härtere Strafen für Deserteure einzuführen. Und kein einziger selbstgerechter Gender-Aktivist regt sich bei uns darüber auf, dass es einzig und allein wieder nur junge Männer trifft!

Für unsere Bundes- und Landesregierungen ist das überhaupt kein Problem, da dort selbst meist nur noch Drückeberger tätig sind und der Begriff Landesverteidigung eher im Sinne von Selbstbereicherung und Vetternwirtschaft verstanden wird.

Und dabei könnten wir Europäer der Ukraine schon alleine dadurch helfen, indem wir sämtliche Ukrainer zwischen 18 und 65 Jahren mit Ausnahme von Schwangeren oder Mütter mit Kleinkindern wieder in die Ukraine überführen. Denn die Ukraine benötigt nicht nur kämpfende Truppe, sondern auch Helfer und Unterstützer im gesamten Land. Auf jeden Fall aber könnte man der Ukraine Listen mit den Namen ihrer Staatsangehörigen schicken und die ukrainischen Behörden entscheiden dann selbst, wen sie aktuell zur Landesverteidigung benötigen.

Und die bei uns dann eingesparten Gelder könnte man durchaus der Ukraine als weitere finanzielle Unterstützung zukommen lassen.

Eine andere Meinung

Silke Wettach von der Wirtschaftswoche spricht mir in ihrem Beitrag: Blick aus Brüssel – „Meine Überzeugung, dass in Deutschland wenig funktioniert, sitzt mittlerweile sehr tief“ vom 29.12.2022 voll und ganz aus dem Herzen.

Ich ergänze noch, dass wenn in Brüssel etwas schiefläuft, so meine Erfahrung aus 2012, dann hat mindestens ein Deutscher seine Finger mit im Spiel. Wir sind allesamt zu „dilettantischen Bürokraten ohne Hirn und Rückgrat“ degradiert worden — aber dafür zu den allerbesten auf der ganzen Welt.


Binärer Code mit Europaflagge

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Beitragsfoto: binärer Code mit Europaflagge | © Shutterstock

Peter Pane

Die Entdeckung des Wochenendes war für mich ein wirklich erfrischendes Burger-Restaurant mit einem ganz besonderen Namen. Davon gibt es bereits 46 Restaurants in Deutschland und eines in Wien; wir besuchten das in Augsburg.

Eigentlich fanden wir es per Zufall, da das von mir angesteuerte Restaurant überraschender Weise geschlossen hatte — ist auch schon eine ganze Weile her, dass ich in Augsburg war. Wir waren vom Essen und dem Service mehr als positiv überrascht. Deshalb suchten wir dieses Restaurant gleich heute nochmals auf und fanden denselben guten Service vor, wie wir auch erneut das gute Essen genossen.

An beiden Abenden wurden wir von Unjon sehr gut betreut, wobei er es mir sicherlich verzeihen wird, sollte ich seinen Namen falsch geschrieben haben.

Inhaber und Geschäftsführer der Peter Pane Kette ist Patrick Junge, der einer Lübecker Kaufmannsfamilie entstammt. Nach einigen Jahren im Familienunternehmen gründete er 2012 die Paniceus Gastro Systemzentrale GmbH, die Mutter der Peter Pane Restaurants, welche bis heute ihren Sitz im 1907 erbauten Stammhaus der Familie im Herzen der Lübecker Altstadt hat. 

Datenschutz

Der Europäische Gerichtshof kam im Juli 2020 zum Schluss, dass das Datenschutzniveau in den USA nicht den Standards der EU entspräche. Die Richter bemängelten dabei vor allem die weitreichenden Zugriffsmöglichkeiten von US-Geheimdiensten auf Daten von Europäern. Dies führt u. a. in Deutschland dazu, dass man versucht, US-amerikanische Unternehmen aus dem Markt zu drängen und zudem wenig bekannte deutsche Unternehmen durch verstärkte staatliche Subventionen am Leben zu erhalten — auch wenn diese nicht in der Lage sind, mit halbwegs konkurrenzfähigen Produkten aufzuwarten.

Und so erstaunt es mich nun sehr, dass anscheinend gerade bei uns in Deutschland, wo wir doch alle so sehr großen Wert auf Datenschutz legen, gerade dieser Datenschutz staatlicherseits nicht gewährleistet werden kann, schlimmer noch, von staatlichen oder staatlich geförderten Institutionen persönliche Daten und vertrauliche Informationen, sei es die unserer Behörden oder unserer Firmen zumindest an die Russische Föderation „verscherbelt“ werden.

Gestern hat Jan Böhmermann einen solchen Fall publik gemacht und so wäre es wohl zwingend notwendig, dass zumindest ein paar Staatsanwälte einmal mit entsprechenden Ermittlungen beginnen.

https://youtu.be/dtZf-A4Qd5k
ZDF Magazin Royale vom 7. Oktober 2022

So aber kann man zu dem Verdacht gelangen, dass bei uns in Deutschland nicht nur von sehr vielen Akteuren der Europäische Bundesstaat verhindert wird, sondern inzwischen auch sämtliche Verbrechen der Russischen Föderation zumindest gedeckt, wenn nicht gar gefördert und unterstützt werden.

Eine wehrhafte Demokratie ist nur so lange eine solche, wenn sie sich selbst gegen Angriffe von außen wie auch innen wert und sich nicht nur damit begnügt, anderen Demokratien fortwährend gegen das Schienbein zu treten.

Bundeskongress

Gestern ging es kurz ein wenig durcheinander, ich musste Termine umplanen und erneut den Rücktransport unserer Ausstellung nach Stuttgart verschieben, aber dann konnte ich doch noch zum Bundeskongress nach Augsburg fahren. Wir kamen etwas später als geplant an und trafen dort auf weitere Delegierte, denen es ähnlich erging. Das führte dazu, dass wir den Abend gemeinsam in einem für mich neuen Restaurant in sehr gemütlicher Runde beendeten, wobei wir ganz neue Pflöcke einschlugen, von denen ich wohl in den kommenden Monaten vielleicht auch Jahren noch schreiben werde.

Heute trafen wir dann auf die anderen Delegierten und ich konnte mich dabei mit alten Bekannten weiter austauschen, zumindest für mich der eigentliche Kongressschwerpunkt. Der inzwischen 65. Bundeskongress findet in sehr schwierigen Zeiten statt, die sicherlich viel einfacher zu bewältigen wären, wenn wir Europäischen Föderalisten in den vergangenen Jahrzehnten politisch erfolgreicher gewesen wären. So bleibt uns nur die Erkenntnis, dass unser Weg der richtige gewesen wäre und auch heute noch ist. Leider aber erzielen auch heute noch die Nationalisten und Antidemokraten zusammen bei allen wegweisenden Entscheidungen in Europa die notwendigen Mehrheiten, um einen europäischen Bundesstaat weiter zu verhindern. Wobei wir Demokraten uns seit gut sieben Jahrzehnten damit begnügen müssen, dass wir weiterhin auf dem richtigen Weg sind. Wir sollten uns so langsam aber darüber im klaren sein, dass ein Weg, der nie zum Ziel führt, nicht der richtige Weg sein kann!