Höhenflug

13.10.02025 5 (7)

Beitragsfoto: Kleinkunst

Vermischtes

Wer kennt den Standort der obigen Aufnahme? Die Künstlerin ist in der gesamten Stadt unterwegs. Manchmal kann ich sie sogar bei ihrer Arbeit beobachten. Jene Arbeiten, die mir gefallen, versuche ich im Laufe der Zeit hier im Blog festzuhalten. Das Werk mit dem Käthchen fällt allerdings nicht darunter.

Die heutige Fahrt mit dem meseno-Bus war erfolgreich. Die neue Umwegstrecke ist ohne viel Mühen nun nur noch ein bis zwei Minuten langsamer als die Originalstrecke — landschaftlich betrachtet auf alle Fälle schöner. Und so ganz nebenbei kann man beobachten, wie die Bahn an der Frankenbahn bastelt.

Plötzlich war das „ActivityPub“ Plug-in wieder da! So ganz bekommt man diese Helferlein nicht mehr weg, sobald man sie einmal ins System gelassen hat. Ein Grund, warum ich dieses Blog sanieren muss. Seit Automattic beim Plug-in mitmischt, verwirrt dieses Tool noch mehr als zuvor, zumindest mich.

Vielleicht kann mir ein anderer Blogger einmal bestätigen, ob dieses Plug-in bei mir wenigstens halbwegs funktioniert.

Erfreulich, dass sich viele bereits für die 10. Hertensteiner Gespräche anmelden. Ich werde diesmal wieder selbst einen Gesprächskreis mit dem Arbeitstitel „Jugendverband versus Jugendarbeit“ anbieten wollen. Vielleicht findet sich ein junger Mensch, der diesen gerne mit mir moderieren möchte.

Wehrpflicht

Über manche Dinge, alleine meinem Seelenheil geschuldet, wollte ich eigentlich nicht mehr schreiben. Und dann muss ich lesen, dass unsere ewig gestrige Regierung nun darüber nachdenkt, das Losverfahren aus den 1960er-Jahren wieder zu reaktivieren. Das hat schon beim ersten Mal nicht funktioniert!

Völlig irre ist es, wenn man immer wieder dasselbe versucht und dabei hofft, dass etwas anderes dabei herauskommt!

Auch musste ich erfahren, dass sämtliche Bürgermeister wieder beim BMVg Schlange stehen, die es inzwischen schriftlich haben, dass ihre ehemaligen Bundeswehrliegenschaften nicht einmal von der Abfallwirtschaft einschließlich der Endlagersucher gewollt werden. Und so wird es die Politik wieder richten! Für einen Euro verschenkt, muss die Bundeswehr diese Liegenschaften nun für teures Geld zurückkaufen.

Aber nun wegen der Liegenschaften. Es gibt zwei Gründe für Kasernen und sonstige Verteidigungsimmobilien: erstens müssen sie ihren militärischen Wert haben und zweitens müssen sie für die dort stationierten Soldaten attraktiv sein! Besonders dann, wenn man gute Soldaten haben möchte und mit der Industrie um die besten und geeignetsten Menschen konkurriert.

Als Chef noch mit Wehrpflichtigen war ich in einer Kaserne stationiert, die keinen Bahnanschluss mehr hatte. Für die Industrie gab es zwar noch Gütertransporte per Bahn, aber nicht mehr für das eigene Militär. Schlimmer noch, um an eine Autobahn zu gelangen, musste man abenteuerliche und sehr lange Strecken zurücklegen! Der Übungsplatz viel zu klein und eher ein Naherholungsgebiet für die überalterte Bevölkerung vor Ort. Als Junggeselle hatte ich mich auf einem Bauernhof einquartiert, da die Kaserne zu wenig Unterkünfte hatte. Kulturelle oder gar Bildungsangebote für Menschen, die etwas mehr als halbwegs lesen und schreiben können, völlig fehl am Platz. Damals war ich so sogar noch richtig stolz darauf, dass ich es viel besser erwischt hatte, als die meisten meiner Kameraden! Dass es sogar noch wesentlich schlechter geht, durfte ich später erfahren.

Mein Fazit schon jetzt wieder, die Bundeswehr hat für alles und jeden Geld, außer für die eigenen Soldaten!

Wenn ich gute Soldaten möchte, dann muss ich nicht nur für eine entsprechende Besoldung sorgen, sondern vor allem auch für ein Lebensumfeld, das zu leben lohnt. Im Worst Case — und ich weiß wovon ich spreche (!) — können sich die Soldaten auf den Dienst und die Kaserne zurückziehen, deren Ehefrauen und Kinder bleiben aber auf der Strecke! Diese unglücklichen Menschen leiden unter dieser miserablen Situation weit mehr als der Soldat selbst. Die Trennungs- und Scheidungsraten sprechen schon hier für sich!

Jetzt muss es wieder die Wehrpflicht retten! Ein Fanal für unsere abgewirtschaftete Demokratie! Wir müssen erleben, wie die absolute Ungerechtigkeit erneut auch hier zur Staatsräson erhoben wird!

Nun zur Wehrpflicht! Das allerletzte Mittel in der heutigen Zeit, wenn man diese tatsächlich für die Landesverteidigung möchte!

Als Erziehungsinstrument für die jüngere Bevölkerung sicherlich gut geeignet, vor allem da unsere Schul- und Bildungssystem ebenfalls nicht mehr funktioniert. ABER, viel zu teuer und dabei noch völlig ungerecht!

Soldaten und auch Wehrpflichtige müssen kriegstauglich und auch willig sein. Ansonsten sind sie nur Kanonenfutter! Das weiß jeder, auch die „große Politik“! Schon für unsere Berufs- und Zeitsoldaten stellt die Politik weder das notwendige Geld, noch die Waffen, Ausrüstung und Gerät und schon gar nicht die Ausbildung und Betreuung sicher!

Die Politik will jetzt erstens nur Verantwortung und Handeln heucheln und zweitens gucken, wie sie möglichst billig an Menschen herankommt, die sehr viele Probleme lösen sollen: faule Angestellte und Beamte in den Ämtern und Behörden (–> COVID-19) entlasten, für alle möglichen Aktionen wie Parteitage bestuhlen, Feste absichern, Sandsäcke schleppen, Straßen kehren, Ernten einbringen und dazu noch den Pflege- und Sozialdienst aufpolstern.

Und wenn es zum Schwur (Krieg) kommt, all jene, die sich nicht drücken konnten oder wollten wie Chinesen und Russen in die Maschinengewehrsalven oder Drohnenattacken laufen lassen.

ABER egal wie, wenn wir eine Wehrpflicht wollen, dann muss diese möglichst gerecht sein! Sie muss für alle gelten! Frauen wie Männer, jene dazwischen und auch außerhalb. Auch für alle, die hier in Deutschland leben! Russen, Ukrainer, Chinesen, Türken, Italiener oder Afrikaner.

Auch muss damit einhergehend die Fahnenflucht und die Drückebergerei wieder zu einem der größten Verbrechen erkoren werden! Ansonsten ist die Wehrpflicht absolut sinnlos!

  • Es muss eine Musterung für 100 % der Menschen in Deutschland her!
  • Dort wird festgestellt wer wehrfähig ist oder nicht! Wer nicht wehrfähig ist, wird aussortiert und später zwingend mit Gefängnis bestraft, wenn er hinterher als Sportler oder völlig Gesunder sein Leben weiter fristet.
  • Auch jene, die falsche Atteste und Bescheinigungen erstellen, müssen zwingend mit Gefängnis abgeurteilt werden. Auch dann, wenn bereits Jahre vergangen sind; keine Verjährung!
  • Alle Wehrfähigen, die Gewissensgründe zur Geltung bringen, müssen zwingend ohne jegliche Ausnahme einen adäquaten Ersatzdienst leisten, besser noch in den militärischen Sanitätsdienst eingebunden werden, wo sie Leben retten können. Kofferträger bei Politikern oder Aufsicht in einem Jugendhaus dürfen dabei nicht angerechnet werden.
  • Alle noch verbliebenen Wehrfähigen werden nach einer Bestenauslese gereiht und treten bei Bedarf ihren Wehrdienst an. Die Besten zuerst, die weniger guten zuletzt.
  • Wer seinen Wehrdienst zu 100 % geleistet hat, der erhält eine Entschädigung. Hier könnte man z. B. künftig die Einkommenssteuer maßgeblich reduzieren.

Wir leben in Deutschland bereits in einem sehr ungerechten Staat!

Ungerecht gegen die Reichen, gegen die Armen, gegen den Mittelstand, gegen die die arbeiten, gegen die die nicht arbeiten, gegen uns Deutsche, gegen Ausländer — die Ungerechtigkeit wird von fast allen nur erdenklichen Seiten tagtäglich zumindest gefühlt!

Jeder etwas Ältere von uns hat die Ungerechtigkeit der Wehrpflicht noch hautnah selbst miterlebt! Wenn wir diese nun auch noch oben drauflegen, dann wird unsere Demokratie nicht mehr zu retten sein.

Demokratie steht und lebt davon, dass wir Bürger an einen halbwegs gerechten Staat glauben. Deshalb müssen wir an der Glaubwürdigkeit wieder mehr arbeiten — eine Wehrpflicht wie anno dazumal erreicht genau das Gegenteil.

Höhenflug

Der Elefant im Raum auf dem vergangenen Bundeskongress, warum nur hat die AfD diese großen Erfolge?

Zum einen hat unsere Demokratie ein waschechtes Glaubwürdigkeitsproblem, wobei fast alle daran glauben, dass es bei uns nicht mehr gerecht zugeht. Es gibt zwar nur die Gerechtigkeit im Himmel alleine, aber dennoch muss der Demokrat daran glauben können, dass wir Menschen vor dem Gesetz und dem Staat alle gleich sind und auch entsprechend behandelt werden.

Zum anderen akzeptiert jeder Mensch den Staat nur dann, wenn dieser auch halbwegs als Staat funktioniert. Wenn die Bahnen nicht mehr pünktlich fahren und der Rest der Welt bereits über uns lacht, wenn unsere Schulen und Brücken nur so zerbröseln, wenn sämtliche Behördengänge zu einer Lebensaufgabe werden, die Funklöcher größer sind als das Ozonloch und wir nicht mehr wissen, ob wir im Winter überhaupt noch heizen können, dann fangen wir an von Staatsversagen zu sprechen!

Und das sind genau die Gründe, die die Menschen in die Fänge von Politikern treiben, die sehr einfache und verständliche Lösungen versprechen, wie man beides wieder lösen kann! Schlimm dabei, dass dies meist die Politiker sind, die genau für diese Probleme sorgen.

Und genau auf dieser Welle surft nun die AfD. Ohne Probleme sammelt sie alle Unzufriedenen in diesem Land ein und kann nun zusammen mit ihrer antidemokratischen Wählerschaft Mehrheiten im Land erreichen.

Was viele zu viele unserer Mitbürger dabei nicht verstehen ist, dass sobald die AfD oder eine andere totalitaristische Partei die Mehrheit erreicht, die Probleme von Gerechtigkeit oder einem funktionierenden Staat keine Rolle mehr spielen werden! Diese werden über Nacht einfach durch eine Diktatur ersetzt. Und wer dann noch daran glaubt, dass er Probleme hat, der kommt ins KZ.


Kunst

11.10.02025 5 (11)

Beitragsfoto: Kunst vor Ort

Bundeskongress

Wenn man seit zwanzig Jahren Teil des jährlichen Bundeskongresses ist, verschieben sich die Interessen. Inzwischen habe ich ähnliche wie die alten und von mir sehr geschätzten Herren vor zwanzig Jahren; inzwischen sehe ich nur noch zwei oder drei von den damals jüngeren Älteren beim Kongress und inzwischen gehöre ich selbst zu den älteren Herren.

Wieder einmal gibt es einen Wechsel an der Spitze des Präsidiums. Und wieder einmal gibt es Delegierte, die sich am Präsidium reiben. Ich gehöre nicht mehr dazu. Festzustellen ist aber, dass es dieselben Kritikpunkte wie bereits vor zwanzig Jahren sind. Was die von mir geschätzten Herren wohl auch meinten, als ich vor zwanzig Jahren selbst diese Kritik anbrachte. Aber ich sehe durchaus auch positive Veränderungen, manche Kritik kam an und wurde auch umgesetzt — föderale Strukturen mahlen noch viel langsamer als demokratische.

Erneut wollen uns ein paar Seiteneinsteiger unseren eigenen Verband erklären. Wie Elefanten im Porzellanladen toben sie für eine Weile durch die Reihen, zerschmeißen kräftig viel Porzellan, lassen sich dafür loben und verschwinden erfahrungsgemäß bald auch wieder!

Wir militante Föderalisten nehmen dies gelassen hin, etwa so wie Regenwetter und erzählen uns deren tollste Geschichten an den Kongressabenden in vertrauten Runden. „Erinnert Ihr Euch noch an …“

Und so freue ich mich aktuell über das Schaulaufen von doch so einigen Promis!

Hinweis an die ganz wilden jungen Hüpfer: die politische Arbeit und das Werben um unser Europa findet an der Basis in den Kreisverbänden statt oder gar nicht! Der Bundeskongress ist ein Koordinierungsinstrument für die Kreis- und Landesverbände.

Großes Lob

Ich muss die Chemnitzer und die Sachsen loben, denn seit Saarbrücken (2008) haben wir die beste Kongressverpflegung! Und das mit dem Käsekuchen [kleiner Insider] nun noch die Krönung des Ganzen!

Vermischtes

Aktuell wird mein Blog mehr gelesen als sonst üblich, was ich vor allem an den Reaktionen feststellen kann. Ich konnte mit Menschen sprechen und schreiben, die ich schon ein paar Jahre lang nicht mehr auf dem Schirm hatte. Von manchen hätte ich nie gedacht, dass sie hier auch nur ein einziges Mal vorbeischauen. Von manch anderen wusste ich es, wie z. B. von Semin Bristina [kleiner Insider], und freue mich dabei immer über konstruktive Kritik und gerne auch über Zustimmung.

Schade nur, dass viel zu viele unserer Vollkasko-„Jugendlichen“ weder Kritik verstehen, noch mit dieser umgehen können. Was mich an einen uralten Spruch erinnert: „Ja Mädchen, Du bist schön! Schön blöd.“ — übrigens, das hat überhaupt nichts mit dem Geschlecht zu tun, seit mindestens vierzig Jahren können umgangsprachlich auch männliche Wesen „Mädchen“ sein. Und ich finde, das hört sich weit besser an als Memme.

Dass die Welt klein ist, dürfte bekannt sein. So sitze ich gestern beim Bier mit einem Föderalisten aus Sachsen zusammen und wir stellen fest, dass wir beide dasselbe Gymnasium besuchten. Er ein paar Jahre nach mir, sein Bruder auch, aber nicht so viele, sodass beide Thomas Heiligenmann kennen.

Gerne zitiere ich heute Thomas Gigold, einen Blogger aus meiner Blogroll.

„Im Abstand von nur drei Tagen erklärt uns die Politik auf der einen Seite für nicht erwachsen genug sind, um vegane Wurst von tierischer Wurst unterscheiden zu können. Will uns auf anderen Seite aber die Wahl lassen, ob wir auch nach 2035 noch Autos kaufen sollen, die das Klima zerstören oder welche, die das Klima schonen. Weil, der Kunde wisse das schon.

Es ist rundum zum verzweifeln.“

Thomas Gigold, 10.10.2025

Bei den Volksvertretern ist es wie bei den Beamten, je mehr es werden, ums mehr bekommen wir die Welt erklärt. Und weil es einfacher ist, anderen die Welt zu erklären als selbst etwas zum Wohle unserer Welt zu tun, ist dies wohl zukünftig der neue In-Beruf: Welterklärer, kommt dann gleich noch vor Influencer.

So ganz nebenbei hat sich das Europäische Parlament für eine Verteidigungsunion ausgesprochen (469 Abgeordnete stimmten dafür, 97 dagegen und 38 hatten keine eigene Meinung). Wenn unsere Volksvertreter dies tatsächlich ernst meinen würden und auch halbwegs Ahnung hätten, dann ist die direkte Folge davon eine politische Union, die Vereinigten Staaten von Europa!

Chemnitz

Nach einer abenteuerlichen Reise durch die Republik, wobei wir keinen einzigen gebuchten Zug ergattern konnten und Regionen sahen, die wir schon lange nicht mehr auf dem Schirm hatten, kamen wir nur mit einer Stunde Verspätung in unserer alten Heimat an.

Interessant zu beobachten, dass die Funklöcher im Zonenrandgebiet immer noch riesig sind, und ab den neuen Ländern fuhr der Zug auf meiner digitalen Karte nicht mehr auf den Schienen, sondern irgendwie in der Pampa herum. Dafür durfte ich mir unterwegs eine alte Verladerampe für „meine Bagger“ angucken und im Leipziger Hauptbahnhof gleich zwei Krokodile bestaunen. Wenn man mit der Bahn nicht beruflich unterwegs sein muss, ein gelungenes Unterhaltungsprogramm — die optimale Rentnerbahn für eine Rentnerrepublik. Fast zum Schluss gab es sogar noch ein Käffchen in einem der wohl letzten Bordrestaurants.

Chemnitz selbst, kaum wiederzuerkennen! Die abendlichen Strecken legten wir zu Fuß zurück und genossen dabei den Spaziergang durch die Stadt. Das Essen wie immer gut.

Das Ganze wurde durch die Anwesenheit alter Bekannter und Freunde gekrönt, die wie wir seit gut zwei Jahrzehnten zum Bundeskongress kommen. Die Kehrseite der Medaille, das Programm erlaubt es uns nicht, um vor Ort Freunde aus Chemnitz zu treffen — aufgeschoben ist hoffentlich nicht aufgehoben!

Aktuell ist Chemnitz Kulturhauptstadt Europas. Schon das alleine ist einen Besuch wert, aber auch hierfür finden wir dieses Wochenende keine Zeit. Umso mehr freue ich mich, wenn ich auf den notwendigen Spaziergängen das eine oder andere Kunstwerk erblicke.


Mädchen mit Europaflagge

Bundeskongress 4.3 (24)

Beitragsfoto: Mädchen mit Europaflagge | © Shutterstock

Ganz kurz einmal eine kleine Zeitreise. Schon zu Beginn des allerersten Bundeskongresses trafen die noch heute bestehenden Interessenlagen und Ideologien wild aufeinander. Kommunalisten, Funktionalisten und Konstitutionalisten hatten jeder für sich andere föderale Vorstellungen. Die Föderalisten und die Zentralisten sowieso. Die Sozialisten stritten mit den Nationalisten und die Liberalen mit den Konservativen. Hinzu kamen noch die unterschiedlichsten Landsmannschaften. Aber auch der Konflikt zwischen den jüngst vom Nazitum Bekehrten und jenen Föderalisten, denen die Gnade der späteren Geburt erteilt war — letzteres kristallisierte sich vor Ort als Konflikt mit der eigenen Jugend heraus!

Wohl aufgrund der Tatsache, dass Homosexualität offiziell noch verboten war und das weibliche Geschlecht beim Kongress längst noch nicht eine kritische Masse erreichte, gab es aber noch keine diesbezüglichen Auseinandersetzungen. Und da die Paneuropäer von Anfang an bis noch vor Kurzem Hausverbot hatten, damals auch noch keine interreligiösen Konflikte. Bis zum ersten ordentlichen Kongress hatte man sich zudem auf eine Überparteilichkeit geeinigt.

Das uns einigende Band des ersten Bundeskongresses war und ist es bis heute, dass alle Beteiligten darin übereinstimmen, dass man ein einiges Europa möchte! Die Krux von Anfang an, dass man nicht weiß, was man unter Europa verstehen möchte und auch nicht wie weit die Einigkeit letztendlich gehen soll.

Aber nun zurück zum Anlass dieses Blog-Beitrages, nämlich dem Konflikt zwischen der Verbandsjugend und den Erwachsenen. Wie geschrieben, es war noch kein Konflikt um Futtertröge, Privilegien oder Pfründe, weil der Verband selbst noch viel zu jung war, um eingetretene Pfade zu besitzen. Außerdem wurde er ausreichend von externen Kräften finanziert, die die Demokratie in Deutschland etablieren wollten.

[Auch heute wird unser Verband noch extern alimentiert, allerdings nun vom eigenen Staat, was zu einem kleinen aber feinen Unterschied führt: anfangs ging es um Treue zur Demokratie, heute um Staatstreue.]

Trotzdem rieben sich damals junge Menschen an den älteren Menschen, wobei ich hierbei als Ursache nur erkennen kann, dass die jüngeren den Gesinnungswechsel von sehr vielen älteren Mitgliedern nicht nachvollziehen konnten oder wollten. Gerne nehme ich weitere Ideen, warum es bereits auf dem allerersten Bundeskongress zu einem Konflikt zischen alt und jung gekommen ist, mit auf.

Interessant aber, dass man für diesen Konflikt und dies im Gegensatz zu allen anderen vorhandenen Konflikten sofort eine Lösung präsentierte. Bereits während des Kongresses wurde ein Jugendbeauftragter etabliert und da wohl nicht ausreichend, dieses Problem einfach aus dem Verband ausgegliedert — man gründete einen eigenen Jugendverband.

Wie wir wissen besteht dieses Problem noch bis heute und die älteren von uns konnten es inzwischen von beiden Seiten aus betrachten. Vielleicht einmal Zeit, um sich dieses Problem etwas näher anzuschauen.

Als Jugendlicher bestand ich selbst noch darauf, dass wir Jugendliche Jugendliche sind und keine alten Frauen und Männer in ihren Endzwanzigern oder gar Dreißigern!

Und ganz genau darin liegt der Hund noch heute begraben!

Die Teenager in unserem Verband benötigen eine Spielwiese, wo sie sich noch unter dem Welpenschutz stehend an allem und jedem reiben und üben können. Wie Lars Becker richtig schreibt: „Eine Jugendorganisation, die allzu angepasst ist, die erfüllt ihre Funktion nicht.

Was ist die Funktion einer eigenen Jugendorganisation?

Jeder Kreisverband benötigt in seinen eigenen Reihen junge Mitglieder (Jugendliche!), die sich dort auch austoben können und dabei vielleicht sogar eigene Ideen und Vorstellungen entwickeln. Damit reiben sie sich an den anderen Mitgliedern, was nie schadet!

Dadurch wachsen die Teenager in den Verband hinein und übernehmen langsam aber sicher die anstehende Arbeit und die damit einhergehenden Ämter im Verband.

Aber wie gesagt, wir reden von Jugendlichen im Alter von 14 bis maximal 21 Jahren! Spätzünder können nicht darauf bestehen, dass sie noch als Jugendliche angesehen werden und schon gar nicht darauf, dass sie einen extra Verband bekommen.

Faktum ist es leider, dass wir dies den Spätzündern bis zum 35. Lebensjahr dennoch ermöglichen. Danach nennen wir diese Mitglieder dann Seiteneinsteiger. Und dies ist m. E. schon immer das große Problem in unserem Jugendverband, wo die Spätzünder inzwischen dafür sorgen, dass die Jugend nicht mehr ausreichend in den Verband kommt.

Zurück aber zu den Jugendlichen in unserem Verband. Idealtypisch wachsen sie auf Kreisebene in die Verbandstrukturen hinein. Wer das tut, der ist in seinen Zwanzigern bereits Kreisvorstandsmitglied!

Warum dann aber ein Jugendverband und nicht nur Jugendgruppen in den Kreisverbänden?

Den Jugendlichen in unseren Kreisverbänden vor allem dann, wenn es zu wenige in den einzelnen Kreisverbänden gibt, hilft eine eigene Plattform, um sich zusätzlich untereinander über die Regionen hinweg auszutauschen: das ist dann die Jugendorganisation!

Und wenn diese sich dann auch noch am Mutterverband reibt, umso besser!

Und da diese Jugendorganisation dazu auch Strukturen entwickeln kann und tut, gibt es bereits schon etwas erfahrenere Jugendliche, die dies dann übernehmen. Das Leben zeigt, dass diese sich dann auch bereits in den Zwanzigern befinden können, wobei dies nur der Organisation geschuldet sein darf und ab den späten Zwanzigern eindeutig als grenzwertig betrachtet werden muss!

Da wir diese Grenzwerte schon sehr lange und dies massenhaft überschreiten — und dies im vollen Gegensatz zur gesellschaftlichen Entwicklung: Wahlrecht ab 16! — etablieren wir mit dem Jugendverband einen Nebenverband zur EUROPA-UNION, eine zweite Bundesliga sozusagen.

Und ich halte hier meine Behauptung aufrecht: einzig und alleine nur, um mehr Menschen ein Pöstchen zu sichern, denn inzwischen geht es in unserem Verband auch um Futtertröge, Privilegien und Pfründe.

Und damit geht es nicht mehr um unsere eigene Verbandsjugend, unsere hoffentlich bald wieder öfters in den Kreisverbänden vorhandenen Jugendlichen (Teenager!), sondern um „die große Politik!“

Aber welcher politisch und an Europa interessierte Teenager will sich von alten Frauen und Männern die Welt erklären lassen? Diesen reicht es voll und ganz, wenn sie ab und zu von einem Kreisvorsitzenden „belehrt“ werden. Und im Gegensatz zu den meisten Damen und Herren unserer „Jugendorganisation“ wissen wir Kreisvorsitzenden, dass wir alt sind!

Deswegen unser Interesse an engagierten jüngeren Mitgliedern, die als JEF-Vorsitzende noch die Jugend erreichen können! Und deswegen benötigen wir auch keine Verjüngung der EUROPA-UNION an sich, sondern eine Verjüngung unserer Jugendorganisation!

Eine Jugendorganisation, die sich um die Jugend kümmert und nicht permanent und vergeblich versucht, alten Menschen wie mir die Welt zu erklären!

Vielleicht war die Idee des ersten Bundeskongresses gar nicht so falsch, einen Jugendbeauftragten zu ernennen, der sich explizit um die Jugend kümmert. Ich werde dies einmal im „eigenen“ Kreisvorstand thematisieren, vielleicht erreichen wir durch einen engagierten jungen Menschen auch wieder die Jugendlichen vor Ort?

Was aber das offensichtlich bestehende „Generationenproblem“ innerhalb des Verbandes nicht löst! Wie wir es inzwischen aber wissen, löst man es durch eine Auslagerung des Problems auch nicht.

Übrigens

Die Zielgruppe unserer Jugendorganisation sind die Vierzehn- bis Sechszehnjährigen! Nicht Endzwanziger, deren letzter Ausweg „die große Politik“ ist!