Violetta

13.7.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Radio

Selbstverständnis

Der Größenwahn nimmt bei uns wahrlich kein Ende mehr. Die weltgrößten Parlamente und das größte Kanzleramt aller Zeiten sind uns inzwischen bei weitem nicht mehr genug. Nun darf auch der Bundespräsident sein in die Jahre gekommenes Prunkschloss für mindestens 1 Milliarde Euro aufhübschen lassen.

Nicht nur sollen alle Despoten dieser Welt vor Neid erblassen, sondern auch wir Steuerzahler müssen endlich wissen, wo bei uns in Deutschland immer noch oder schon wieder einmal der Hammer hängt: Adolfs Germania lässt grüßen.

Und wer jetzt von uns Bürgern schon wieder meckert, der verkennt ganz offensichtlich dabei, dass es schon 20 Jahre her ist, seit das Schloss Bellevue das letzte Mal saniert wurde. Und Donald Trump saniert doch auch immer wieder. Schulen und Kindergärten müssen da halt warten.

Übrigens, gute und verantwortliche Politik könnte man auch aus einer Barracke oder gar einem Zelt heraus machen. Wer allerdings nur protzen kann, der benötigt tatsächlich Prachtbauten, dicke Autos und einen Privatjet.

Mit ein klein wenig demokratischem Selbstverständnis würde ein Bundespräsident „sein“ Schloss einer dafür adäquateren Verwendung zuführen und seine administrativen Aufgaben aus einem Großraumbüro heraus erledigen. Und wenn er dann tatsächlich einmal gegenüber Despoten dieser Welt repräsentieren muss, haben unser Kanzler und dazu noch 16 Ministerpräsidenten mehr Prunkbauten als unser Land schon jetzt verkraften kann.

Bevor ich meinen Glauben nun noch ganz verliere, binge ich lieber eine Runde Good Omens. Bin mal gespannt, wie weit ich heute Nacht komme. Michael Sheen ist als Engel zwar sehr sehenswert, aber David Tennant ist als Dämon noch eine ganze Nummer besser.

Vermischtes

Sehr erfreulich, dass Chris Hammond im Vereinigten Königreich für die Hertensteiner Gespräche Werbung macht. Nun bin ich einmal sehr gespannt darauf, ob die Angeschriebenen sich die Mühe machen und im September aufs Festland kommen. Weder die originalen Hertensteiner Gespräche, noch jene in Luxemburg wären jemals ohne die Briten ein Erfolg geworden. Manche glauben noch daran, dass Tradition verpflichtet.

Gestern konnte ich einen Billardtisch in neue Hände geben. Mit dabei mein Queue samt Lederschatulle, den ich mir gegen Ende der 1980er-Jahre erspielt hatte; dafür musste ich einiges an Lehrgeld bezahlen, erhielt aber einen guten Einblick wie man als Billard-Hustler lebt.

Etwa ein Jahr später bekam ich noch einen Billardtisch in Turniergröße geschenkt, den ich leider nicht mitnehmen konnte, da ich nicht nur ausreichend Platz in meiner Unterkunft hatte, sondern der Tisch mit einer Marmorplatte als Basis auch viel zu schwer für die Umzugsunternehmen war, die mir immer wieder beim Umziehen halfen.

Gut zwanzig Jahre später versuchte ich während eines etwas längeren Auslandsaufenthalts erneut mein Glück, nur um festzustellen, dass man in Übung sein muss, um mitspielen zu können.

Was bleibt, das sind die schönen Erinnerungen an durchspielte Nächte und nun auch an den abgegebenen Billardtisch aus meiner Jugend, der später dafür verantwortlich war, dass ich nicht gleich jedes Spiel verlor.

Morgen ist dann etwas mehr los als es mir gefällt, von einem Termin zum anderen jagen und auch noch an die Hochschule, um eine Klausur zu beaufsichtigen. Für die Studenten ist nach der Klausur alles gegessen, ich hingegen darf diese dann auch noch korrigieren. Da ich weder Kanzlerkandidat noch Kaiserenkel werden möchte, darf ich als weiterhin arbeitender Bevölkerungsteil die Ergebnisse nicht auswürfeln, sondern muss gut 100 Klausuren lesen und bewerten. Wobei ich die neue Platte der Rolling Stones zur Gemütsberuhigung verwenden werde — geplant ist, dass sie rechtzeitig zur Korrektur geliefert werden wird.

Heute gucke ich mir zusammen mit dem meseno-Bus und einem Praktikanten dann wieder einmal die neue Brücke an, jene, die nun doch viel später fertig werden wird, weil man ganz plötzlich festgestellt hat, dass man auch Brücken im Vorfeld planen muss — bei uns aktuell etwa so vierzig Jahre im Voraus. Bei etwas größeren Projekten dürften es dann gut 100 Jahre Planungszeit werden — ich erinnere nur einmal an die Turmstraße.

Sollte Stuttgart 21 noch in diesem Jahrhundert fertig werden, dann können unsere Nachfahren mit Fug und Recht von einem neuen Weltwunder sprechen.

Man könnte aber auch unken und behaupten, dass die Deutsche Bahn mit ihren Videos über fehlgeschlagene Bauvorhaben inzwischen mehr als mit dem Personen- und Güterverkehr verdient. Rein aus unternehmerischer Sicht heraus lohnt es sich damit nicht mehr, diese Dienstleistungen überhaupt noch anzubieten.

Föderalismus

Leo Klinkers, den ich nun auch schon eine ganze Weile kenne und der mit Freiwilligen wie mir sogar einmal an einer eigenen Verfassung für Europa schrieb, hat nun ein neues Buch mit dem Titel „From the Darkness of Treaty-Based Cooperation to the Light of a Federal Europe“ geschrieben.

Er holt dabei ganz schön weit aus und bezieht sich auf keinen Geringeren als Johannes Althusius, den er zudem mit für den Föderalismus verantwortlich macht. Wir Europäische Föderalisten hatten uns allerdings bereits 1947 auf ein paar wenige „Verantwortliche“ geeinigt. Je tiefer man in der Geschichte gräbt, umso mehr Menschen findet man, die schon einmal ganz gute Ideen hatten. Die wirklich spannende Frage ist dabei, warum sich gute Ideen bei uns Menschen so schlecht durchsetzen.

Auch wenn es immer wieder interessant ist, was so alles vor ein paar Jahrhunderten geschah und auch wenn man durchaus aus Vergangenem lernen kann, so ist die Geschichte des heutigen europäischen Föderalismus um einiges jünger als es Leo Klinkers gerne hätte.

Wir Menschen blicken bestenfalls ein Menschenleben lang zurück und entscheiden dabei auch nur aufgrund eigener Bedürfnisse und Herausforderungen. Ein Grund, warum sich der Föderalismus kaum bei uns Menschen durchsetzen können wird, denn sobald sich seine positiven Auswirkungen auf uns Menschen bemerkbar machen, entfällt bei der großen Masse von uns die Bereitschaft und das Bedürfnis, um diesen Weg weiterzugehen — das Altbekannte wird wieder attraktiv und so wurstelt man lieber weiter am eigenen Untergang entlang.

Ein Punkt dürfte dabei aber greifen, in Gesellschaften wo Verträge und Abmachungen keine Rolle mehr zu spielen beginnen, können sich Staaten und Staatengemeinschaften, die auf Verträgen beruhen, nicht mehr lange halten.

Ob es nun aber Sinn macht, den Föderalismus auf das selbe gefühlte Niveau eines Nationalstaats zu senken, und dabei Hirn durch Bauch zu ersetzen, darf bezweifelt werden. Zwar kann man mit dem Bauch wunderbar ganze Nationen in den Untergang führen, aber, um sie aus dem Schlamassel wieder herauszuholen, bedarf es allerdings etwas mehr, z. B. Hirn, zumindest aber eine Gesellschaft, die sich wieder an Abmachungen und Verträge hält.

Unsere eigene Verbandsjugend, die Jungen Europäischen Föderalisten, haben den Bauchweg schon etwas länger beschritten. Gestern haben sie sich wieder einmal umbenannt, was man halt so macht, wenn man sich nicht mit Inhalten beschäftigen möchte.

Bald wird es sicherlich wieder einmal ein neues Logo geben und selbstverständlich schraubt man auch noch an den eigenen Verbandstrukturen herum. Allesamt Tätigkeiten, wo sich Bäuche so richtig schön austoben können — klappt auch in der großen Politik seit Jahren hervorragend.

Und dann fragen wir uns alle unisono, warum man keine Mitmenschen mehr von unserer Sache oder gar von unserer Demokratie begeistern kann? Menschliches Zusammenleben ist einfach mehr als bloß ein paar Ismen auszuleben — ganz egal welcher Art auch immer.

Viele Menschen wollen nicht nur alleine mit dem Bauch angesprochen werden, sie wollen sicherlich auch ein klein wenig eigenes Hirn mit einbringen können. Man muss uns auch nicht gleich damit überfordern, dass wir monatelang ganz neue Verfassungen entwerfen.

Und so war es unsere lokale Idee, mit den Hertensteiner Gesprächen eine Plattform zu bieten, die wirklich jedem die Möglichkeit zur Mitarbeit oder auch nur zum Mitdabeisein bietet. Fast jedem, denn für reine Bäuche ist es tatsächlich nichts.

Und nein, ich höre die Nachtigallen schon trällern, die Welt geht nicht alleine an uns alten weißen Männern zugrunde. Wir alle tragen unseren Teil dazu bei!

„Wilt thou be gone? It is not near day;
It was the nightingale, and not the lark,
That pierc’d the fearful hollow of thine ear;
Nightly she sings on yond pomegranate tree.
Believe me, love, it was the nightingale.

It was the lark, the herald of the morn,
No nightingale. Look, love, what envious streaks
Do lace the severing clouds in yonder east;
Night’s candles are burnt out, and jocund day
Stands tiptoe on the misty mountain tops.
I must be gone and live, or stay and die.“

William Shakespeare, Romeo and Juliet, Act 3 Scene 5

Kleinkunst

17.4.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Kleinkunst

Kommunalismus

Victor Orban ist weg, zumindest für eine kleine Weile. Nun gibt es für unsere Politiker eine Entschuldigung weniger, um endlich das Europa anzugehen, das wir mündigen Bürger bereits seit Ende des Zweiten Weltkriegs fordern. Nur ein politisch geeintes, möglichst dabei ein demokratisches und föderales Europa, ergo ein Bundesstaat wird unsere europäische Kultur und unsere Rechtsstaatlichkeit auf Dauer retten können. Das wissen wir bereits seit spätestens Mitte des letzten Krieges!

Dann aber gibt es uns Menschen, wo jeder an und für sich arbeitet, vielleicht noch für die eigene engere Familie. Und es gibt auch die weniger guten und netten Menschen, die nur von der Ausbeutung und Ausnutzung ihrer Mitbürger leben und existieren können. Um das alles unter einen Hut zu bringen, hat man sich bereits 1947 für einen Kommunalismus stark gemacht, der die Verantwortung dort belässt, wo sie hingehört und nur das auf der nächsten Ebene regelt, was man nicht selber regeln kann. Wo jeder die jeweiligen Entscheidungsträger kennt und keiner sich auf Dauer aus seiner Verantwortung stehlen kann.

Damit hätten wir fast eine heile Welt, zumindest aber eine in der man Probleme und Herausforderungen noch annimmt und zu lösen versucht. Eine Welt in der Tunichtgute, Möchtegerne, Schlümpfe, Halsabschneider und bloße Populisten auf alle Fälle einen schweren Stand haben.

Und das ist genau der Grund, warum wir seit spätestens 1947 diesen europäischen Bundesstaat nicht bekommen. Denn jene Politiker, die gerade von einer beständigen „Nach- wie Vorkriegssituation“ leben und selbst die kleinsten Probleme nur durch Geldgeschenke übertünchen können, die möchten keine funktionierenden Systeme — man würde ihre eigene Inkompetenz erkennen können.

Nun gibt es zwar einen Antieuropäer weniger, aber dennoch keinen einzigen Europäer mehr! Man wird unser Europa weiterhin zu verhindern wissen!

Ca. 1 % der Europäer lebt damit sehr gut! Und die restlichen gut 98 % interessieren sich viel zu wenig für die Welt um sie herum oder sind alleine nur damit beschäftigt, um jeden Tag aufs Neue über die Runden zu kommen.

Nachtrag 19.4.2026

Apropos Ungarn, zu meinen, die Ungarn hätten nun die Demokratie gewählt, dürfte eine Fehlinterpretation sein. Orban konnte ihnen wegen fehlender EU-Gelder nicht mehr den Luxus bieten, den sie für sich in Anspruch nehmen. Jetzt soll es ein anderer richten. Demokratie in Ungarn, völlig fehl am Platz. Auch die Ostdeutschen wollten nur die Mark und Urlaub in fernen Ländern.

Vermischtes

Die letzten ein paar Tage hatte ich mir eine kleine Auszeit vom Bloggen und vom Blog-lesen genommen. Und das war auch gut so. Heute war meine Timeline so voll, dass ich nach ein paar Minuten einfach auf „Delete“ gedrückt habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nun sehr viel Spannendes und Interessantes niemals erfahren werde, damit kann ich aber ganz gut leben.

Leider aber lassen sich manche Dinge einfach nicht nur so wegdrücken oder gar löschen. Ob ich es möchte oder auch nicht, ich muss eine unschöne Angelegenheit nach der anderen abarbeiten und dabei versuchen, diese möglichst in meinem Sinne zu regeln — das nennt man wohl umgangssprachlich Leben.

Die Fahrtnachbereitung und ein paar unschöne Dinge haben mir heute das Käffchen mit Detlef Stern verwehrt — er wird es wohl besser verschmerzen können als ich.

Was mich aber noch mehr schmerzt ist, dass wir im 21. Jahrhundert weiterhin Kriminelle zu unseren Führern küren, die wie in den Jahrtausenden zuvor auch, ganze Völker völlig sinnlos in Kriege und den Untergang führen, einzig und alleine nur wegen persönlicher Zwecke. Schlimmer dabei ist nur noch, dass gerade diese Politiker und dies noch anders als vor ein paar Jahrhunderten nun dafür sorgen, dass kein einziges eigenes Familienmitglied oder gar sie selber dabei geopfert werden.

Als ich noch selber meinen Kopf für Fahnenflüchtige und Drückeberger hinhalten musste, war das mein Berufsproblem, meine ganz persönliche Entscheidung. Nun, da mein Ältester entgegen meines Ratschlages eine alte Familientradition weiterführt, sieht es aber anders aus. Nun denke ich eher als Familienvater, Opa und einfacher Bürger — und was ich da so sehe und höre lässt mich so richtig gruseln!

Bücher

Die unschönen Entwicklungen in den USA beginnen sich nun auch auf mich auszuwirken, wobei ich mich darüber sogar etwas freue. Mein Buch „We Are All Part of Europe!“ wird dort nicht nur verstärkt zur Kenntnis genommen, sondern erfreulicher Weise auch gekauft. Ob dies nun eher Kanadier sind oder doch US-Amerikaner kann ich dabei allerdings nicht sagen.

Und vielleicht führt dies dazu, dass auch mein Buch „Europa ist für alle da!“ wieder mehr gekauft wird. Mein drittes Buch „EUROPA-UNION“ dämmert weiterhin ein wenig vor sich hin, auch wenn es aktuell sehr prominent am European University Institute ausgestellt wird — was wohl am dortigen Europatagfest liegen dürfte.

Alle meine Bücher sind weder kleine Kunstwerke noch Bestseller, es sind bloß auf Papier gedruckte Aufrufe zum selber Nachdenken und zur Diskussion. Und so bin ich nun einmal gespannt darauf, ob ich demnächst vom nordamerikanischen Kontinent Feedback erhalte.


Lesezeichen

Schlafwandler 5 (1)

Beitragsfoto: Lesezeichen | © kertlis von Getty Images

Jean Marsia | AGEFI Luxembourg

Les somnambules tiennent à nouveau les rênes de l’Europe ! (zuletzt aufgerufen am 18.3.2026, 10.31 Uhr)

Man kann auf der Website der EUROPA-UNION Heilbronn diesen Text auch auf Deutsch lesen.

Les somnambules tiennent à nouveau les rênes de l’Europe !

Par Jean MARSIA, président de la Société européenne de défense AISBL (S€D)

Constatons qu’en 2026, le maintien de la paix par le droit international est plus illusoire encore qu’en 1914. Les États-Unis d’Amérique ont mis fin en 2002 au traité sur les missiles antibalistiques qui depuis 1972 maintenait la stabilité de la dissuasion nucléaire. Ils ont, avec la Russie, abrogé le traité sur les forces nucléaires intermédiaires en 2019. Le traité sur l’interdiction des essais nucléaires a été dénoncé par la Russie en 2023. Le traité New Start, limitant les arsenaux nucléaires, a pris fin le 5 février 2026. La Chine, l’Inde, le Pakistan, la Corée du Nord, Israël, qui disposent d’armes nucléaires, ne sont tenus par aucun traité.

Seule la capacité de dissuasion sait maintenir la paix

Disposer d’une capacité de dissuasion est donc primordial pour maintenir la paix. Dissuader, c’est savoir persuader des agresseurs potentiels que nous serons prêts à utiliser des armes de destruction massive en cas d’atteinte à nos intérêtsvitaux. C’est affirmer que nous ferons usage du droit de légitime défense.

La France est le seul pays européen à disposer d’une dissuasion autonome, car d’une part, la constitution de la VeRépublique du 4 octobre 1958 institue une chaîne de commandement qui va du chef de l’État, commandant en chef des armées, jusqu’aux plus bas échelons militaires ; d’autre part, grâce aux efforts de Pierre Mendès-France, puis de Charles de Gaulle et de ses successeurs, la France est dotée d’une force de frappe, effective depuis 1964 pour la composante aérienne, et depuis 1972 pour la composante sous-marine.[1]

Contrairement à l’OTAN, qui suit la doctrine nucléaire de la riposte graduée, adoptée en 1962 par les États-Unis d’Amérique, pour que les milliers d’armes nucléaires américaines puissent être utilisée selon le niveau de menace présent, la France dissuade du faible au fort, par exemple la Russie, qui dispose de plus de 4.000 têtes, sur la base de ses 290 têtes nucléaires.[2] Ses 4 sous-marins à propulsion nucléaire lanceurs d’engins emportent chacun 16 missiles balistiques d’une portée d’environ 10.000 kilomètres, chacun portant 6 têtes de 100 kt. Chaque tête équivaut à 7 fois Hiroshima. Ses deux escadrons de Rafale armés de 54 missiles de croisière, qui emportent une tête de 250 à 300 kt (20 fois Hiroshima) jusqu’à environ 500 kilomètres serviraient à lancer un ultime avertissement et à ouvrir un dialogue stratégique. Étant, s’il échet, prête à riposter sans délai à une atteinte à ses intérêts vitaux, la France est apte à dissuader.

Si mon calcul est exact, la capacité de frappe de la France équivaut à 3.768 fois Hiroshima. On comprend pourquoi Poutine a dit à Chirac que l’Hexagone et ses 70 millions d’habitants sont sanctuarisés, mais que la dissuasion française ne s’étend pas à l’Europe. J’y reviendrai.

La pensée stratégique des présidents successifs de la République française a évolué depuis de Gaulle. Dans son discours de 2020 à l’École militaire, M. Macron avait évoqué en termes généraux la dimension européenne des intérêts vitaux de la France. Le 2 mars 2026, sur l’Île Longue,[3] près de Brest, qui est la base des sous-marins nucléaires lanceurs d’engins balistiques, M. Macron a commencé par constater que la menace russe s’est accrue : des missiles balistiques Iskander sont déployés à Königsberg-Kaliningrad depuis plusieurs années ; des Orechnik hypersoniques le sont en Biélorussie depuis fin 2025. Il a ajouté que la Russie développe des missiles à propulsion nucléaire censés voler sans limite de temps et des torpilles nucléaires, qu’elle se propose d’envoyer des armes nucléaires dans l’espace. 

Il a encore dit que la Chine de M. Xi veut disposer d’autant d’armes que les États-Unis d’Amérique, que l’Inde, le Pakistan, la Corée du Nord augmentent leurs forces stratégiques et que des conflits armés, sous le seuil nucléaire, ont eu lieu entre l’Inde et la Chine, puis entre l’Inde et le Pakistan.

Pour M. Macron, le retour au pouvoir de Trump, le 20 janvier 2025 a rendu la protection de l’OTAN moins certaine pour l’Europe, et incité la France et le Royaume-Uni à signer, le 10 juillet 2025, la déclaration de Northwood sur la coordination de leurs forces nucléaires.[4]

Le 2 mars 2026, M. Macron a aussi rappelé les efforts, accomplis depuis 2017, pour remplacer ses sous-marins,[5]renouveler ses missiles et ses têtes nucléaires, et augmenter le nombre de celles-ci. Il a rappelé la faiblesse des forces conventionnelles en Europe, particulièrement pour les satellites et les radars qui détectent et suivent les missiles menaçants, pour la défense contre les avions, les missiles et les drones, ainsi que pour la frappe dans la grande profondeur, qui évite de franchir trop vite le seuil nucléaire.

Le problème est que le coût de la dissuasion française s’élève à plus de 7 milliards € par an, soit le tiers des dépenses d’équipement de ses armées. L’état désastreux des finances publiques françaises interdit d’augmenter drastiquement le budget de la défense : d’après Mathieu Pigasse, en deux quinquennats de M. Macron, la dette publique aura augmenté de 1.000 milliards € et un million de Français supplémentaires seront tombés sous le seuil de pauvreté.

La résurgence du somnambulisme ?

M. Macron est conscient qu’il n’a pas les moyens de sa politique de défense et que ses forces conventionnelles resteront anémiques. C’est pourquoi, en échange d’un effort accru des partenaires dans ces domaines, il a offert, le 2 mars dernier, d’étendre à l’Europe la protection que sa force de frappe donne à la France, notamment en dispersant les forces aériennes stratégiques dans la profondeur du continent européen, en permettant la visite de sites stratégiques et en organisant des exercices conjoints. Ceci permettrait selon lui aux Européens de reprendre le contrôle de leur propre destin, tout en contribuant à la dissuasion de l’OTAN, conformément, d’après lui, à la déclaration d’Ottawa du Conseil atlantique de 1974 et au communiqué du Conseil atlantique réuni à Varsovie en 2016. Je n’en ai pas la même lecture.

D’une part, cette extension est contradictoire avec le fait de redire qu’il n’y aura aucun partage de la part de la France de la définition des intérêts vitaux, de la décision ultime, ni de sa planification, ni de sa mise en œuvre. D’autre part, M. Macron feint de ne pas savoir que Poutine a dit à Chirac être persuadé qu’un président français ne va pas risquer la destruction de Lyon pour protéger Tallinn, celle de Marseille pour préserver Riga, et celle de Bordeaux pour garantir Vilnius. Poutine est toujours au pouvoir, et, à ma connaissance, il n’a pas changé d’avis.

Cette réalité, M. Macron la nie, il semble préférer être somnambule, selon l’expression du professeur Clark. Son livre, publié il y a une douzaine d’années,[6] a montré comment, en cinq semaines, après l’attentat de Sarajevo du 28 juin 1914, le monde a plongé dans une guerre qui a tué des millions d’hommes, mis fin à trois empires, et amorcé le déclin de l’Europe, parce que ses gouvernants de l’époque ont marché vers le danger comme des somnambules.

D’autres somnambules, dont Chamberlain et Daladier, ont rendu la Deuxième Guerre mondiale inéluctable, dès la négociation du traité de Versailles en 1919 et jusqu’à Pearl Harbor en 1941, en passant par Munich en 1938. D’autres encore, notamment Staline, Roosevelt, Truman et Churchill, à Yalta et Potsdam, en 1945, ont créé les conditions pour qu’éclate la Guerre froide dès 1946, qui ne fut froide qu’en Europe : elle a fait d’innombrables victimes en Asie, en Afrique et en Amérique latine. Lorsque l’implosion de l’URSS y a mis fin en 1991, d’autres somnambules, américains, russes, chinois et européens, au lieu de mettre en place une gouvernance mondiale plus efficace que celle Nations Unies pour assurer le maintien de la paix, ont amorcé le retour vers la guerre, d’abord hybride, que Poutine, invité à la conférence pour la sécurité de Munich a initié le 9 février 2007. Depuis, le monde va de mal en pis.

Le somnambulisme semble contagieux

Le 2 mars 2026, MM. Macron et Merz ont annoncé la mise en place d’un groupe de pilotage de haut niveau, bien que le président français reste le seul à décider. Cela réduit la capacité de dissuasion française, car les agresseurs potentiels commencent à douter que le président français sera prêt sans délai à utiliser des armes de destruction massive en cas d’atteinte aux intérêts vitaux de son pays. Il risque de perdre du temps à se concerter avec le chancelier, ainsi qu’avec les chefs de gouvernement de la Pologne, des Pays-Bas, de la Belgique, de la Grèce, de la Suède, de la Norvège et du Danemark, qui ont dit se joindre au dialogue avec la France, après qu’elle a permis à ses partenaires de participer à des exercices, et annoncé que des avions des forces stratégiques pourraient être stationnés chez les alliés. Ceux-ci espèrent sans doute, comme la première ministre danoise, « avoir ainsi un meilleur accès à l’information et aux décisions stratégiques. », ce qui risque d’affaiblir encore plus la dissuasion française. Le chef du gouvernement belge estime donc à tort que la démarche « s’inscrit dans le renforcement de la sécurité et de la défense européennes ».

Non seulement les somnambules qui siègent au Conseil européen ne font pas assez pour mettre en œuvre les recommandations des rapports Letta, Draghi et Niinistö de 2024, afin d’arrêter le déclin économique et scientifique de l’Europe, et sa dépendance croissante, mais ils s’avèrent dangereux pour le maintien de la paix. Il est grand temps que les dirigeants européens effectuent un demi-tour et se convertissent au gaullisme. De Gaulle a fait ce qu’il fallait, les autres dirigeants européens s’en sont jusqu’à présent abstenu. Or, ce qui est valable pour la France l’est aussi pour l’Europe. Dans son allocution du 27 avril 1965, le général de Gaulle soulignait que : « Au point de vue de la sécurité, notre indépendance exige, à l’ère atomique où nous sommes, que nous ayons les moyens de dissuader nous-mêmes un éventuel agresseur sans préjudice de nos alliances, mais sans que nos alliés tiennent notre destin entre leurs mains. »

Quelle conclusion en tirer ?

Il est urgent que les citoyens européens soucieux du maintien de la paix tirent leurs dirigeants somnambules de leur sommeil, sinon nous serons de plus en plus en danger, dépendants et pauvres.

Une dissuasion européenne suppose une même vision des menaces que représentent les adversaires potentiels, parmi lesquels figurent la Russie, la Chine, la Turquie et désormais les États-Unis d’Amérique, ainsi qu’une même doctrine sur la façon d’affronter ces menaces. Vision et doctrine ne peuvent être définies que par une Europe politiquement unie, souveraine, autonome, indépendante. Les vetos répétés de la Hongrie, notamment, car elle n’est plus la seule dissidente, montrent que le Conseil européen n’en prend absolument pas le chemin.

Pourtant, sans État européen, sans un président européen élu au suffrage universel direct en deux tours, il n’y aura en Europe ni sécurité collective, ni défense commune, ni dissuasion. Seul un tel président pourrait persuader des agresseurs potentiels que nous serons prêts à utiliser des armes de destruction massive en cas d’atteinte à nos intérêts vitaux. La question de savoir comment acquérir celles-ci ne se posera concrètement que lorsqu’une chaîne de commandement politico-militaire européenne aura été constituée, allant du chef de l’État, commandant en chef des armées, jusqu’aux plus bas échelons militaires, sur la base d’une constitution fédérale. Ce que la France a fait dans les années 1960, l’Europe pourrait le refaire.Une Europe fédérale pourrait mettre fin à notre déclassement économique et scientifique et réduire nos vulnérabilités, en faisant prévaloir le bien commun européen sur les intérêts particuliers des États nations, afin que l’Europe puisse vivre en paix dans un monde de moins en moins sûr. La S€D ne désespère pas d’obtenir l’accord d’un premier gouvernement européen pour initier le processus fédératif et elle s’engage à accompagner 


[1] Elle n’a plus de composante terrestre.

[2] M. Macron a dit, le 2 mars 2026, vouloir augmenter ce nombre.

[3] Voir Louis Gautier, « La dissuasion avancée : Emmanuel Macron a-t-il européanisé la doctrine nucléaire française ? » et discours intégral de Macron à l’Île Longue in Le Grand Continent, 2 mars 2026, Archives Jean Marsia.

[4] La Grande-Bretagne avait décidé en 2021 d’accroître de 40 % son arsenal nucléaire pour disposer de 260 ogives déployées.

[5] L’Invincible, en construction à Cherbourg, naviguera en 2036.

[6] Christopher M. Clark, The Sleepwalkers: How Europe Went to War in 1914, London, Penguin Books, 2013, traduit par Marie-Anne de Béru, Les Somnambules. Été 1914 : comment l’Europe a marché vers la guerre, Paris, Flammarion, 2015.