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29.6.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Blogger |© cottonbro studio auf Pexels

Vermischtes

Beim Entrümpeln habe ich am Wochenende u. a. meine Reiseschreibmaschine gefunden, mit welcher ich noch meine ersten Seminararbeiten geschrieben habe. So lange bis ich mir einen damals noch sündhaft teueren Nadeldrucker leisten konnte, den ich dann auch noch mit Endlospapier betrieb. Nun hat die Schreibmaschine ein neues Zuhause gefunden — meine Lieblingsschwester freute sich.

Mein sündhaft teuerer Nadeldrucker wurde von mir bereits entsorgt als meine bessere Hälfte einen Laserdrucker mit in die Ehe brachte, und ich meinen Drucker, die Druckertreiber und meine neuen DR DOS und MS-DOS Rechner immer schwerer zusammenbrachte. Was aus den gefühlten Tonnen Endlospapier wurde, weiß ich schon gar nicht mehr.

Was ich nun mit einem Adler-Monstrum mache, das gleich daneben stand, weiß ich hingegen noch nicht. Hätte mir fast einen Bruch gehoben und wusste sofort wieder, warum ich überhaupt eine Reiseschreibmaschine hatte. Chris Aldrich hätte vielleicht Bedarf, wenn da nicht der Transport wäre. Obwohl, ob er überhaupt etwas mit deutscher Hightech anzufangen wüsste.

Auch Detlef Stern hadert aktuell etwas mit seiner Umwelt „Eat your own dog food“, was sicherlich nicht an den Temperaturen liegen dürfte. Er hat unser letztes Kaffeehausgespräch in seinem Beitrag weiterentwickelt und mit Immanuel Kant, Marc Aurel, Karl May und Platon garniert, wobei sich mir das mit Platon hierbei dann doch nicht so ganz erschließt — wird er mir wohl beim nächsten Mal erklären können. Spongebob geht immer, wobei ich auch hierbei den kleinen Insider nicht erkenne — mein eigenes Studium ist auch schon etwas länger her; da gab es weder einen Spongebob noch Bikini Bottom, von einem Patrick [kleiner Insider] ganz zu schweigen.

Thomas Rau macht derweil auf Ingeborg Bachmann aufmerksam, deren Bücher sich auch noch in einem zu entsorgenden Regal befinden dürften. Den Dokumentarfilm werde ich mir sicherlich einmal zusammen mit meiner besseren Hälfte gönnen, wenn sie nicht zuvor schon mit ihrer Damenclique ins Kino pilgert.

Hertensteiner Gespräche

Bin gerade mit potentiellen Moderatoren für die 10. Hertensteiner Gespräche im Austausch. Gerne erinnere ich daran, dass es für uns und auch die Gespräche an sich ganz gut wäre, wenn man sich schon jetzt dazu anmeldet. Abzuwarten, ob es an diesem Tag nicht doch noch etwas Attraktiveres um die Ecke kommt, ist zwar heutzutage nur allzu menschlich aber wenig zielführend — für keinen von uns.

Ich muss nun an die Weinfasserzählung denken, wo alle zum Schluss nur Wasser bekommen. Der Grund dafür ist, dass ich gestern zwei Weinfässer aus den 1950er-Jahren nun in einem Garten der Natur zurückgebe. Johannes 2 kehrt das Ganze um und macht uns allen damit doch noch etwas Hoffnung. Das Problem dabei, kaum ein Organisator einer Veranstaltung wird ein Jesus sein; ich bin es auf alle Fälle nicht. Und so bekommen die Teilnehmer bei den Hertensteiner Gesprächen weiterhin genau das, was sie selbst mitbringen. Gut, das mit dem Essen und den Getränken haben wir dann doch zur Zufriedenheit aller wieder vorab geregelt.

Die gute Laune, Gesprächsbereitschaft, Neugierde, Interesse und noch bessere Ideen müssen von den Teilnehmern allerdings weiterhin selber mitgebracht werden.

Mit Thomas Michl nimmt bereits ein zweiter Blogger an den Gesprächen teil und wer weiß, vielleicht entwickeln sich daraus weitere spannende Side talks.

Während ich diese Zeilen hier schreibe habe ich mit Peter Beschnidt eine weiteren Gesprächskreis festgezogen und mich bereiterklärt, das Thema Geopolitik bei der Landesversammlung im Juli zu übernehmen. Derweil kümmere ich mich auf einem Zweitrechner um die Familiengeschäfte — das gute Wetter bringt mich einfach auf Touren.

Wochenstart

Der Start in die Woche gelang mir mit dem meseno-Bus recht gut. Unterwegs die neue Brücke und die Sanierungsarbeiten an den alten Schräglagen nebenan bestaunt. Was mich dabei immer wieder erstaunt ist, dass es ganz offensichtlich keinen Plan gibt, wie man neue Bauwerke bis zu deren Ende in ein paar Jahrzehnten begleitet.

Man stellt einfach Bauwerke in die Landschaft und wundert sich dann immer wieder darüber, dass auch diese irgendwann ihr Lebensende erreicht haben. Jedes Bauwerk hätte es mehr als verdient, dass es eine Art von Lastenheft erhält, das möglichst offen einsehbar für die Allgemeinheit zur Verfügung steht. Darin wird dann auch zwingend dessen Wartung und Kontrollen vorgeschrieben.

Und im Falle, dass unsere Behörden etwas ganzheitlicher denken, gäbe es noch jeweils ein militärisches Kapitel im Lastenheft, das sämtliche sicherheitsrelevanten Aspekte mit abdeckt.

Als ich mit dem meseno-Bus im Regen durch die Landschaft fuhr, konnte man ganz gut beobachten, wie selbst neue Infrastruktur, wenn diese nicht gewartet wird, das Funktionieren einstellt. Zugewachsene Kanaldeckel in der Stadt sorgen für oberirdischen Wasserabfluss oder verstärken diesen für den Fall, dass eine städtische Nachverdichtung ohne Planung erfolgte.

Das Problem dürfte an den jeweiligen Entscheidungsträgern in unseren Rathäusern und Gemeinderäten liegen, die sehr gerne bei der notwendigen Infrastruktur und vor allem bei deren Unterhaltung sparen und unsere Steuergelder lieber für Prunkbauten und Festivitäten ausgeben, denn dabei können sie so richtig glänzen. Und wir Bürger lechzen regelrecht danach, um völlig verantwortungslose Gesellen zu wählen, möglichst jene, die ihre Inkompetenz bereits seit Jahrzehnten zur Schau stellen.

Volksvertreter, die vielleicht sogar noch still und heimlich ihre Aufgaben erledigen und verantwortlich mit unseren Steuergeldern umzugehen wissen, die sind uns allen völlig suspekt und werden schnellstmöglich wieder abgewählt.

Donald Trump ist ein sehr leuchtendes Beispiel und zeigt uns sehr gut, dass es keine Grenzen für solche Menschen gibt. Sämtliche Spekulationen darüber, wann die US-Wählerschaft endlich genug von diesem Treiben hat, sind reines Wunschdenken. Und diese Donald Trumps sitzen in allen unseren Demokratien, bei den kleinsten Rathäusern angefangen bis hin ins Europäische Parlament.

Eigentlich sollten die Demokratien dafür sorgen, dass diese Art von Menschen einfach in der Masse sämtlicher Volksvertreter untergehen und sich damit die Schäden in Grenzen halten. Wie uns aber sämtliche Demokratien zeigen, werden diese Menschen auch in den Demokratien auf wundersame Weise nach oben gespült und treiben dabei ihr Unwesen nur noch viel wilder — unsere Demokratien scheinen gerade solche Menschen besonders zu schützen.

Die große Masse der Leser dürfte jetzt aktuell an Jens Spahn denken, wobei jeder von uns ganz ohne Probleme eine ellenlange Liste erstellen könnte.

Und schon wieder komme ich auf meine uralte Behauptung zu sprechen, dass unmündige Demokraten genau dafür sorgen, dass wir genau diese Art von Volksvertretern bekommen, die einzig und alleine für uns in einer Art moderner Ablasshandel als Berufsschuldige fungieren und uns Bürger von allen unseren Sünden freisprechen. Mein Punkt: verantwortliche Politiker kann es nur dann geben, wenn es auch zumindest mehrheitlich eine verantwortliche Wählerschaft gibt!

Übrigens, wir alle sind Schuld daran, dass das Wetter gerade solche Kapriolen schlägt! Viele zu viele unserer Volksvertreter werden uns aber in den Talkshows versichern, dass dies alleine die Schuld der Chinesen und der US-Amerikaner sei, vielleicht noch bei den Schwarzen läge, „weil die doch so viele Kinder machen“. Unter der Hand sind es bestimmt aber wieder die Juden, denn das funktioniert seit mehr als 2 000 Jahre ganz gut bei uns — und genau deswegen wählen wir unsere Politiker.


Have questions?

Nerdiges 5 (5)

Beitragsfoto: Have questions? | © Shutterstock

Ruben Schade spielt seit Kurzem wieder mit dem Lotus Organizer herum. Beruflich sind für mich die 1990er-Jahre ohne diese Software gar nicht zu denken, auch wenn ich von Anfang an die Microsoft-Produkte mit in Gebrauch hatte.

Erst habe ich ein wenig seine unterschiedlichen Versionen angeschaut und geguckt, an welche ich mich am liebsten zurückerinnere, dann aber kamen die Erinnerungen an meine Lieblingssoftware zurück, die ich seit den DOS-Zeiten in Benutzung hatte und bis einschließlich Version 3.0 für Microsoft Windows (1999) täglich nutzte.

Mein ganz persönlicher erster digitaler Zettelkasten und Eier legende Wollmilchsau zugleich. Keine Software habe ich mit mehr Daten gefüttert als diese, die in ihrer Originalversion noch auf eine einzige 3,5 Zoll Diskette HD 1,44 MB passte.

Wohl in den Wirren meiner Einsätze und meiner Zeit in Paris herum verlor ich dieses Tool völlig aus den Augen und damit auch alle meine bisher gesammelten Datensätze. Zu dieser Zeit verlegte ich meine Arbeit auf den Nokia Communicator und stützte mich dabei auf die vorzügliche Zuarbeit und weitere Datenverarbeitung sehr fleißiger Mitarbeiter ab. Das Problem dabei, die Datenverarbeitung verlief nun zentral gesteuert und somit für mich kaum noch beherrschbar, selbst wenn sich ein Mitarbeiter die Mühe machte und alle meine von mir produzierten Datensätze auf 3,5 Zoll Disketten sicherte — diese Sicherungen vielen irgendwann einmal einem Umzug zum Opfer.

Aber noch heute trauere ich der Software askSam nach. Ein würdiges Follow-up von askSam dürfte nun Detlef Sterns Zettelstore sein, wobei ich ein paar Jahrzehnte später nicht mehr die Verve und die Kapazitäten habe, um diese noch voll und ganz nutzen zu können.

Und so träume ich nun ein wenig von askSam und ganz besonders von seiner Bedieneroberfläche, die Ruben Schade beim Lotus Organizer bereits verzückte.