Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

5.10.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

Umwelt & Landtag

Nicht nur das Grundwasser geht in Baden-Württemberg zurück, selbst das Wald- und Artensterben hat noch nie dagewesene Ausmaße erreicht. Bestimmt wäre es eine gute Idee, das nächste Mal Parteien zu wählen, denen es tatsächlich um Mensch, Natur und Umwelt geht.

Es stimmt dabei auf jeden Fall, dass wir in Baden-Württemberg nicht die Welt retten können, aber wir könnten durchaus unseren Teil dazu beitragen. Und ich glaube, das wäre schon einmal ein guter Anfang.

Der tatsächliche Schwerpunkt unserer Landesregierung ist es aber, so wie es beim Bundestag bereits erfolgreich durchexerziert wurde, auch den Landtag von Baden-Württemberg in eine Größenordnung zu bringen, die dem chinesischen Volkskongress alle Ehre machen wird — ein Widerstand der anderen Parteien wird wohl nur reine Formsache bleiben.

Was hat aber beides miteinander zu tun?

Es zeigt m. E. ganz gut, was inzwischen das originäre Ziel der meisten im Landtag vertretenen Parteien ist, die inzwischen zu reinen Interessengruppen ihrer Parteimitglieder geworden sind, um einzig und alleine diese an die besten Futtertöpfe zu bringen. Und da es in den entsprechenden Parteien keine Art von „Bestenauslese“ mehr gibt, muss man ganz folgerichtig die Anzahl der Futtertöpfe erhöhen.

Und wer sich als Partei oder Koalition solch einen politischen Schwerpunkt gesetzt hat, der kann nicht auch noch das Land regieren oder gar die Umwelt retten — man kann nicht alles auf einmal haben wollen!

Expo 2020

Jetzt beeilen sich sehr viele Landespolitiker ihre Reisen nach Dubai abzusagen oder vermelden zu lassen, dass sie es selbst nie im Sinn hatten, nach Dubai zu fliegen.

Es würde mich sehr wundern, wenn diese Dubai-Aktion nur ein 20 Millionen Euro teures Hirngespinst der Wirtschaftsministerin und eines einzelnen Krypto-Faschisten [ich mag diesen Begriff einfach und warte schon lange darauf, ihn verwenden zu können; dabei handelt es sich in diesem Fall wohl eher um einen Krypto-Nazi] ist.

Auf jeden Fall aber haben wir Bürger unseren Landespolitikern wohl eine Urlaubsreise verhagelt, und ich frage mich nun, wo unsere Landesregierung dieses Jahr überwintern wird? — Anhand des Bräunungsfaktors der einzelnen Regierungsmitglieder können wir dann im Frühjahr gerne einmal zusammen spekulieren.

Steuern

Auf Seiten der Bundespolitik wird gerade darüber gerungen, ob man uns Bürgern weitere Steuern aufzwingen kann. Dabei gilt festzuhalten, dass es gerade der Mittelstand — auf dem die bundesdeutsche Wirtschaft immer noch fußt — ist, der die meisten Steuern zahlt und kaum noch weiter zu melken sein wird.

Wenn man jetzt noch in Rechnung stellt, dass unsere Regierungen im Jahr Hunderte von Milliarden an Steuergeldern einfach nur so, oder gar aus rein eigennützigen Gründen, zum Fenster hinauswerfen, wäre es nur logisch, erst einmal Regierungen zu bilden, die mit unseren Steuergeldern verantwortungsvoll umgehen können und dann auch machen, bevor man uns Bürger weiter schröpft.

Unabhängig von diesem Gedankengang sowie ohne die laufenden Koalitionsverhandlungen abzuwarten, werden nun seitens der Städte und Gemeinden weitere Steuern ins Spiel gebracht. So schreibt die Heilbronner Stimme heute:

„Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat eine Besteuerung von Paketen großer Onlinehändler gefordert. Damit soll Geld eingenommen werden, um den Umbau von Innenstädten und Ortskernen zu finanzieren.“

Heilbronner Stimme (5.10.2021: 8)

Wenn es den Städten und Gemeinden dabei tatsächlich um die Sache ginge, würden sie wohl eher entsprechende Abgaben fordern, und wenn sie zudem weniger populistisch wären, nicht nur auf bestimmten Gruppen — weil gerade beim Bürger nicht so beliebt — herumhacken.

So steht es zu befürchten, dass unsere Verwaltungen nur neue Steuergelder eintreiben möchten, um sich selber weiter mit Aufgaben, Pöstchen und Personal anzufetten — unabhängig von der jeweiligen Situation in ihren eigenen Gemäuern.

Ich bin fest davon überzeugt, dass es viel besser und auch für alle gewinnbringender wäre, wenn unsere Städte und Gemeinden mit ihrem unnützen Werbe- und Marketingquatsch endlich aufhören und dafür das entsprechende Personal, Material und vor allem die Steuergelder in Ruhe, Ordnung und Sauberkeit der Kommunen einsetzen oder investieren.

Dann hätten Firmen, Händler und Bürger ein optimales Umfeld, um für ihre Stadt und sich selbst zu werben — ganz ohne Steuergelder.

Geburtstag des Tages

Denis Diderot


Kaiserstraße | © Shutterstock

4.10.02021 5 (1)

Kaiserstraße | © Shutterstock

Ruinen

Das Schöne an Stadtgemeinschaften ist, dass diese ihre Städte über Jahrhunderte, wenn nicht gar über Jahrtausende aufbauen und meist auch — wenn nicht dem Sozialismus und seinen Kindern ausgeliefert — beständig unterhalten.

Glücklich dürfen sich jene Städte schätzen, die wie Berlin und trotz der Kaputtmachmentalität der eigenen Bürger, von unzähligen Menschen der umliegenden Regionen und Länder aufgebaut werden.

Damit haben diese Städte einen „Kultstättenstatus“, wie z. B. der von Stonehenge, erreicht und müssen nur darauf achten, dass, wenn der, sie unter- und aushaltende „Kult“, ausgestorben ist, sie dann als Weltkulturerbe anerkannt und weiter gepflegt werden.

Alle anderen Städte können sich nicht nur nach dem Geldbeutel ihrer eigenen Bürger, sondern müssen sich auch nach deren Interessen und Vorlieben richten. Damit entwickeln sich diese Städte zwar langsamer, aber dabei auch ihren eigenen Charme, der diese Städte dann erfolgreich durch die Jahrhunderte trägt.

Anders sieht es bei jenen Städten aus, die plötzlich einen oder mehrere „Superreiche“ mit als Bürger zählen dürfen, die dann allesamt zudem eigene stadtplanerische Vorlieben entwickeln.

Das kann gut gehen, wenn die Stadt groß und demokratisch genug ist, um diese Vorlieben und daraus resultierenden Ideen — welche nach spätestens einem Menschenleben wieder verschwinden werden — auch mit gestalten, nachhaltig weiterentwickeln und damit auch verkraften kann.

Im Falle, dass die Gönner einer Stadt oder gar eines Dorfes zu groß für diese Kommunen sind, werden die Gemeinden zwangsläufig mit den Spätfolgen dieser persönlich motivierten Baumaßnahmen leben müssen.

Und wenn es deren Bürgern dann nicht möglich ist, diese Bauten weiterhin zu unterhalten oder anderen Nutzungen zuzuführen, und sich selbst der Landkreis, das Land oder der Bund — weil keine Kultstätte — nicht an der weiteren Finanzierung beteiligen, werden diese letztendlich als Ruinen die Städte oder Dörfer prägen — Künzelsau könnte durchaus als zukünftiges Beispiel dienen und Heilbronn gerade noch die Kurve bekommen.

Neugierde

Da die Bundespolitik derzeit, bis auf das übliche Schaulaufen um die Koalitionsverhandlungen herum, wenig Interessantes zu bieten hat und sich die Landespolitik wohl über die Wintermonate in Dubai versammelt, können wir froh sein, dass das Pandora-Projekt veröffentlicht wurde.

Schon alleine der Name lässt aufhorchen und verspricht wieder einmal auch etwas Schadenfreude. Leider aber wird sich das Ganze, wie bei den Panama-Papers zuvor, in allgemeines Wohlgefallen auflösen. Und selbst der Erkenntnisgewinn ist nur mäßig, da das Pandora-Projekt uns Bürgern nur wieder einmal das bestätigt, was wir alles schon längst wissen.

Entschleunigung

Es ist einfach sehr angenehm, wenn man aus einem erholsamen Wochenende in die neue Woche startet und sich eigentlich nichts Wesentliches ändert. Noch besser ist es, wenn, wie bei uns in Heilbronn, nicht einmal eine latente Gefahr von Erdbeben, Vulkanausbrüchen oder Fluten — der Neckar ist schon seit Jahrzehnten ein sehr ruhiges Fahrwasser — besteht.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass einen selbst die lokale Zeitungslektüre völlig entspannt vom Frühstückstisch aufstehen lässt.

Wenn man es etwas genauer betrachtet, wäre es vielleicht gar keine schlechte Idee, Heilbronn zu einem Kurstadtzentrum auszubauen, das durch die umliegenden Bädergemeinden weiter aufgewertet wird.

Und so ergeben plötzlich manche Entwicklungen in Heilbronn auch Sinn — nur an der Sauberkeit sollten wir noch etwas arbeiten.

Geburtstag des Tages

Buster Keaton


Maskerade

3.10.02021 5 (4)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Expo 2020

Selbst unsere Industrie glaubt nicht daran, dass ein 20 Millionen Euro teurer Werbestand Baden-Württembergs irgend einen Sinn macht, manche Wirtschaftsvertreter werden auch daran gedacht haben, ob es überhaupt werbewirksam ist, sich mit Diktatoren und Menschenschindern zu brüsten.

Das hält unsere inzwischen altersstarre oder vielleicht gar größenwahnsinnige Regierung nicht davon ab, in Dubai mal so richtig auf die Pauke zu hauen — mit unseren Steuergeldern.

Zumindest aber werden wir, über die Wintermonate hinweg, unsere Regierungs- und Parlamentsvertreter wohl des Öfteren in Dubai finden können — Familienmitglieder werden sicherlich rabattiert.

3. Oktober

Wenn man sich nun bereits über 30 Jahre lang immer wieder das Gejammer, Geheule und Gemeckere wegen des, wohlgemerkt freiwilligen, Beitritts der DDR zur Bundesrepublik anhören muss, braucht man sich nicht wundern, wenn es bald keinem mehr zum Feiern zumute ist — die üblichen Claqueure mal ausgenommen.

Söldner

Das in unseren Parlamenten Abgeordnete des linken und rechten Rands sitzen, die sich z. B. von Russland dafür bezahlen lassen, um unserem Land einen möglichst großen Schaden zuzufügen, kann man gerade noch so nachvollziehen. Denn neben dem Geld, das bestimmt gerne genommen wird, passt es doch auch zur eigenen Ideologie, nämlich unsere Demokratie mit allen Mitteln zu bekämpfen.

Und so ist es auch nicht ungewöhnlich, dass solche Abgeordnete regelmäßig nach Moskau, Minsk oder andere Städte im totalitären Herrschaftsraum fahren.

Für eine andere Söldnergruppe in den Parlamenten, die sich alleine des Geldes wegen von Konzernen, wie z. B. BlackRock oder RWE, kaufen lassen, werden die meisten Bürger ebenfalls Verständnis aufbringen können. Zugegebener Maßen würde es sehr vielen Bürgern besser gefallen, wenn es hierbei ein wenig mehr Transparenz gäbe; die betroffenen Abgeordneten müssen ja nicht gleich mit Werbeaufdrucken in den jeweiligen Parlamenten sitzen.

Sehr erstaunlich ist es aber, dass immer mehr Abgeordnete aus den Reihen der Unionsparteien offensichtlich zu Söldnern für totalitäre Regime werden, zwei davon sind aus Baden-Württemberg gerade erst wieder in den Bundestag gewählt worden.

Dieses neue Phänomen muss man unbedingt genauer untersuchen, weil diese dritte Söldnertruppe ganz neue Gefahren für unsere Parlamente birgt, da jetzt auch schon demokratische Abgeordnete dazu bereit sind, um unser Land — zudem nur für bloßes Geld — zu verraten.

Ich kann nur vermuten, dass es daran liegt, weil es zumindest den betroffenen Parteien kaum noch gelingt, Kandidaten mit ausreichend Anstand und Bildung zu rekrutieren.

Merke: eine Demokratie stirbt immer von innen heraus.

Geburtstag des Tages

Gore Vidal