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Amüsement

Mein Gang durch die Innenstadt sorgt auch hin und wieder für ganz nette Erinnerungen. Vor allem bei gutem Wetter gibt es jüngst eine Heilbronner Kneipe, vor der sich verstärkt gebrauchte Nobelkarossen versammeln und deren vermeintliche Besitzer amüsiert zuschauen, wie sich Fußgänger, Rad- und Rollerfahrer sowie Kinderwägen abmühen, um nicht auf die Straßenbahnschienen ausweichen zu müssen.

Bereits in den 1980er Jahren gab es eine Münchner Kneipe namens Extrablatt, in der sich die Nobelkarossenbesitzer dabei amüsierten, für jeden Strafzettel oder gar ein abgeschlepptes Auto eine Flasche MOËT & CHANDON springen zu lassen.

Der Unterschied zu Heilbronn ist, dass es sich in München um sehr attraktive Neuwagen mit sehr spendablen Besitzern handelte, und auch das Ordnungsamt täglich vorbeischaute und Strafzettel verteilte.

Das Münchner Spektakel erfreute damals die Passanten, die Gäste, den Kneipenbesitzer, das Champagnerhaus und uns Steuerzahler, die Heilbronner Kopie außer mir — der an eine schöne Zeit erinnert wird — wohl nur die Kneipengäste, welche ganz offensichtlich zu geizig sind, um Parkgebühren zu zahlen.

Gestern Nachmittag — ich kann es mir einfach nicht verkneifen und muss es erwähnen — haben wir beim Spazieren das Ordnungsamt gesehen. Sie waren dieses Mal im Auto unterwegs, und in der Zeit, wo wir sie einsehen konnten, haben die „Beamten“ gut 10 Ordnungswidrigkeiten, wie parken in der Fußgängerzone, blockieren von Gehwegen und fehlende Masken, übersehen. Man kann vermuten, dass sie eine Prämie für jedes Mal wegschauen erhalten, und deshalb, mit dem Auto unterwegs, ihre Quote erhöhen.

Aufreger

Manche Menschen sind einfach gleicher als die anderen, und das wird wohl schon immer so gewesen sein — überall auf der Welt und auch bei uns hier in Heilbronn. Regelmäßig wird es auch publik und eine kleine Aufregungswelle rollt durch das Land. Ein oder zwei Aufreger in der Zeitung und alles geht wieder seinen gewohnten Gang.

Rentner

Heute startet mein Schwager Dan Schaffer einen neuen Lebensabschnitt, nämlich den eines Rentners. Dabei erinnere ich mich noch ganz genau daran, wie er mir einst sein Mobile home, das irgendwo in der Pampa Ohios stand, vorführte. Nur ein paar Jahrzehnte und etliche Veränderungen später, ist er nun in der Eifel heimisch, wobei diese getrost ebenfalls als Pampa bezeichnet werden darf. Der große Vorteil für mich ist dabei, dass man anstatt des Flugzeugs nun die Bahn oder das Auto nutzen kann.

Und da er weiterhin den Pfadfindern sehr verbunden ist, wird es ihm bestimmt nicht langweilig werden.

„Old age ain’t no place for sissies.“

Bette Davis, an ihrem 70. Geburtstag (Nachruf in der Newsweek 1989)

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Verabschiedung

Wir konnten Klaus Mendte doch nicht so einfach ziehen lassen, deshalb gab es heute eine Verabschiedung zwar im kleinen Kreis, dennoch von ganzem Herzen. Dabei kamen wir ins Schwelgen und sprachen nicht nur über die EUROPA-UNION-Zeiten, sondern auch übers Militär und unsere Erfahrungen als Sachsen — in meinem Falle als kurzfristiger Wahl-Sachse aus meiner Zeit in Chemnitz. Auch die Heilbronner, die heute nicht mit dabei sein konnten, werden den Klaus richtig vermissen und in bester Erinnerung behalten; zudem ist der Ruhrpott ja nicht ganz aus der Welt — auch wenn manche meinen, an deren Ende.

Bund

Meine eigene Zeit beim Bund ist schon eine ganze Weile her und ich habe mir vorgenommen, mich über den, von unserer Politik verursachten, Dilettantismus in Sachen Sicherheits-, Verteidigungs- und Rüstungspolitik nicht mehr aufzuregen und schon gar nicht mehr zu wundern. Inzwischen habe ich mich auch daran gewöhnt, dass mein Ältester in meine Fußstapfen getreten ist und erste Fortschritte als Infanterist macht.

Sehr befremdlich ist es trotzdem, wenn ich mit ansehen muss, wieviel Geld er bereits in der Ausbildung für Bekleidung und Ausrüstung ausgibt, nur um einigermaßen gut ausgestattet zu sein. Diese Problematik hat sich in den letzten 40 Jahren nicht wirklich verbessert — ganz im Gegenteil!

Rollern

Dass das Rollern in Heilbronn jemals wieder so populär werden wird, hätte ich nie gedacht. Darüber habe ich jüngst bereits einen Blog-Beitrag geschrieben. Vor Kurzem ist nun der erste E-Scooter-Fahrer, denn so heißen die Roller neuerdings, selbstverschuldet zu Tode gekommen, wobei er zudem bei einem anderen Verkehrsteilnehmer für lebenslange Albträume sorgte.

Dass inzwischen viele junge oder auch nur junggebliebene Menschen diese Art der Fortbewegung schätzen, freut mich nun doch ein wenig, da es tatsächlich auch für den Betrachter neuen Schwung in die Stadt bringt. Leider aber bin ich wohl der einzige, der es weniger gut findet, wenn sich kaum 16 Jährige in der Fußgängerzone damit Rennen liefern. Völlig unverständlich finde ich es, wenn Väter neben ihrem, auf dem E-Scooter fahrenden, Kind nebenherlaufen und dieses dabei mit den Armen kaum an den Lenker heranreicht oder gar ihrem rollerfahrenden Kind mit dem Fahrrad hinterhereilen.

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