Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

27.5.02024 4.8 (17)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Flopp

Da planen plötzlich „berufene Europäer“ in Heilbronn eine Europaveranstaltung nach der anderen und dies ganz an der EUROPA-UNION Heilbronn vorbei, worüber wir uns natürlich freuen, denn es kann nach unserer Meinung nie zu viele proeuropäische Veranstaltungen geben.

Dumm nur, dass die eine oder andere Veranstaltung nun zu floppen droht. Und jetzt, sprichwörtlich fünf vor Zwölf, fragt man die EUROPA-UNION an, ob sie nicht in die Bresche springen könne — wie tief können manche Menschen bloß sinken?

Wo(für) steht die SPD?

Manche Heilbronner Genossen sollten es sich einmal überlegen, auf welcher Seite der Geschichte sie eigentlich stehen möchten, spätestens dann, wenn Heilbronner Journalisten beginnen, sich wie Brigitte Fritz-Kador die Finger zu einem ganz bestimmten Thema wund zu schreiben, wenn zwei Stadträte einen entsprechenden Antrag stellen — hinter dem ich als Freie Wähler Vorsitzender zu 100 % stehe — und zudem SPD-Mitglieder außerhalb Heilbronns nur noch noch mit den Köpfen schütteln.

Auch wenn nun am Samstag beim Info-Stand einige SPD-Mitglieder auf mich zukamen und darüber verhandeln wollten, wie man den Nazi-Hoffmann doch noch retten könne oder wenn man ihn dann doch abhängt, dafür andere SPD-Mitglieder eigene Straßennamen in Heilbronn bekommen könnten, ist es jetzt für solche Spielchen wirklich zu spät!

So lange Hans Hoffmann noch im Rathaus hängt, sollten sich die Heilbronner Genossen lieber schämen, wenn sie uns Bürgern etwas über Verteidigung der Demokratie oder gar Anstand erzählen wollen.

Unverständnis

Ich kann es ja noch nachvollziehen, dass ich jüngst von der Volkshochschule als Vorsitzender der EUROPA-UNION ausgeladen wurde, um dort einen Vortrag über Europa zu halten und dies mit der Begründung, weil ich ganz überraschend (!) für den Gemeinderat kandidiere und jetzt ein SPD-Mitglied den Vortrag hält, denn die SPD befindet sich allgemein bekannt überhaupt nicht im Wahlkampf. Auch verstehe ich es voll und ganz, wenn ich diesbezüglich auch nicht bei den SPD-Senioren willkommen bin, denn die waren noch nie für ein geeintes Europa zu haben. Und wenn die Genossen einmal jemanden auf dem Kieker haben, dann machen die keine halben Sachen.

Was ich dann aber doch nicht verstehe ist, warum sie sich jetzt auch noch auf den Verein der EUROPA-UNION einschießen. Erst wurde die langjährige Beteiligung der EUROPA-UNION Heilbronn bei der Europawahlkampagne des Landes in der Heilbronner Stadtzeitung „unterschlagen“ und jetzt wird die EUROPA-UNION zugunsten dort normaler Weise nicht beteiligter SPD-Größen auch noch in der Heilbronner Stimme nicht erwähnt; meine Nachfrage ergab, dass man eine Meldung der Stadtverwaltung übernahm.

Sehr geehrter Herr J.,

über meine Frau und über die Heilbronner Stimme bekam ich Ihren Artikel zugesandt.

Dieser Artikel ist inhaltlich nicht ganz richtig. Die EUROPA-UNION Heilbronn unterstützt diese Kampagne des Staatsministeriums von Anfang an und war dort auch immer mit einem Infostand und mehreren Helfern vertreten.

Deshalb nehmen wir es als Mitglieder der EUROPA-UNION mit großem Erstaunen zur Kenntnis, dass die EUROPA-UNION in Ihrem Bericht als auch in der Weiterleitung an die Heilbronner Stimme keine Erwähnung findet. 

Als Heilbronner Bürger werde ich es nicht hinnehmen, dass im Mitteilungsblatt der Stadt Halbwahrheiten berichtet werden. Deswegen nehme ich Gemeinderäte meines Vertrauens und einen beteiligten Redakteur der Heilbronner Stimme mit in Kopie.

Mit freundlichen Grüßen
Heinrich Kümmerle

E-Mail an die Stadt Heilbronn, 27.5.2024

Auch wenn ich damit nicht alleine bin, denn auch andere nicht parteilich organisierte ehrenamtliche Heilbronner Vereinsvorsitzende stehen sehr schnell auf der Abschussliste von Heilbronner Fraktionsvorsitzenden, wenn diese nicht die Spielchen der alten Gaffenberg-Mafia oder gar der erlauchten Hasenmahl-Gesellschaft mitmachen.

Deswegen kann man es verstehen, wenn sich immer weniger Heilbronner finden, die noch unbezahlte Ehrenämter oder gar Vereinsvorsitze übernehmen wollen — man macht es uns einfach unerträglich!


Gaffenberg

8.7.02023 5 (1)

Beitragsfoto: Gaffenberg

Lions Heilbronn-Wartberg

Seit Längerem spricht Oliver Durst vom Gaffenbergfest der Lions Heilbronn-Wartberg, welches jedes Jahr auf dem Gaffenberg veranstaltet wird. Der Lions-Club Heilbronn-Wartberg besteht seit 1996 und bildet zusammen mit dem Lions-Club Heilbronn (der mit den Weihnachtskalendern) und dem Lions-Club Heilbronn-Franken einen Teil des Lions Distriktes 111. Die Lions Heilbronn-Wartberg zählen derzeit 45 Mitglieder und nutzen das große Lions-Fest auf dem Gaffenberg, um Einnahmen für zahlreiche wohltätige Aktivitäten zu generieren, u. a. zum Wohle der Wartbergschule.

Gestern Abend war es dann so weit und meine bessere Hälfte und ich pilgerten auf den Gaffenberg, aber nur fast, denn auf halber Strecke wurden wir von weiteren Gästen aufgegabelt. Bei Ankunft gab es erst mal ein Gläschen Sekt und man konnte derweil ganz individuell Bon-Karten für den späteren Verzehr lösen. Schon hier merkte man, dass die Organisation des Festes sehr routiniert und professionell ist.

Dann hörten wir auch schon die Besigheimer Band „Stick in Mind“, die mich sogleich begeisterte, da sie den gesamten Abend über all die Lieder spielte, die ich zu Hause gerne auf meinen Plattenteller lege. Für mich sehr überraschend, wen ich beim Fest so alles traf, ein paar Föderalisten waren schon anwesend und hatten einen gut platzierten Tisch reserviert. Ein paar Tische weiter saßen ein paar Freie Wähler und noch einen Tisch weiter Hartmut, ein Freund aus meiner eigenen Kindergartenzeit. Und so konnte ich erstmals seine reizende Gattin kennenlernen — ach, wie schnell sind doch 55 Jahre vorbeigegangen!

Für Speis und Trank war noch schneller gesorgt — für jeden Geschmack war etwas dabei — und der Abend plätscherte richtig vergnügt vor sich hin. Besonders beeindruckt war ich von den Gastgebern, wie gesagt, keine 50 Mitglieder, aber eine großartig organisierte Veranstaltung. Zudem fanden die Mitglieder noch Zeit, um den gesamten Abend über leere Teller und Gläser von den Tischen zu räumen oder weitere Tische und Bänke heranzuschleppen. Als Gast weiß ich dies zu schätzen und als Vereinsvorsitzender anderer Vereine konnte ich nicht umhin, um das Engagement der Lions zu bewundern — ohne dieses Engagement könnte man solch eine sehr gelungene Veranstaltung aber auch nicht stemmen.

Der Abend verging schneller als gedacht und ich traf zudem noch die Stadträtin Sylvia Dörr mit ihrem Mann; vor gar nicht allzu langer Zeit hatten wir unsere Kinder im selben Kindergarten. Etwas später pilgerten meine bessere Hälfte und ich entlang des Gaffenbergs nach Hause und erfreuten uns dabei am nächtlichen Anblick der Stadt — besonders das Volksfest leuchtet sehr farbenfroh. Aber nur fast bis nach Hause, denn kurz darauf wurden wir erneut von Gästen aufgepickt und nach Hause gefahren.

Mangel

Es ist vollbracht. Dankenswerterweise hat Detlef Stern meine Klausuren gleich mitgedruckt. Ich schlug mich derweil bei meseno mit Mathenachhilfe herum. Es ist schon tragisch, mit ansehen zu müssen, wie viele Kinder alleine deshalb scheitern, weil sie keine halbwegs vernünftigen Eltern haben. Auch unser Schulsystem ist nicht mehr in der Lage, um dieses elterliche Versagen noch zu kompensieren. Und so versuchen ein paar Ehrenamtliche wenigstens bei einigen Kindern zu retten, was noch zu retten ist. Aber auch dies wird immer herausfordernder — gestern hätte ich gerne ein paar Eltern den Hosenboden lang gezogen. Ich weiß, das geht überhaupt nicht und dies macht man auch nicht. Wir gucken weiterhin zu, wie unfähige Eltern ihre eigenen Kinder ruinieren.

Artikel 6

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Grundgesetz

Meines Erachtens sollten wir dringend über einen Elternführerschein nachdenken und zusätzlich elterliches Fehlverhalten sanktionieren, denn diese begehen damit eine schwere Pflichtverletzung — nicht nur gegenüber ihren eigenen Kindern, sondern gegenüber der gesamten Gesellschaft.

Erfreulicher war das gestrige Vorlesen in einer dritten Schulklasse, wobei ich es nicht schaffen werde, ein sehr gutes Kinderbuch — der Dank geht an die Lehrerin — bis zum Ende zu lesen. Leider aber muss ich auch hierbei weiterhin feststellen, dass rechnen, lesen und schreiben können nicht mehr ein zwingender Bestandteil unserer heutigen Schulausbildung ist.

Was mich nun wieder zu meiner Klausur zurückführt. Die Benutzung eines Taschenrechners wird nicht erlaubt sein. Dies wird wohl den einen oder anderen Studenten an den Rand der Verzweiflung führen, dabei verlange ich nur maximal das große Einmaleins. Am kleinen Einmaleins sind gestern bereits „meine“ Achtklässler hoffnungslos gescheitert.

Amsterdam

Unser Gemeinderat war wieder einmal zusammen mit dem OB für ein paar Tage auf Entdeckungstour. Dieses Mal in Amsterdam, einer tatsächlich sehr attraktiven Stadt, die bereits seit ein paar Jahren immer mehr Besucher anzieht, so nun auch unseren Gemeinderat.

Wobei man uns Heilbronnern diese Städtereise nach Amsterdam zur Vertiefung der allgemeinen Beziehungen im Heilbronner Gemeinderat besser erklären kann, als wenn man nach Tokio, Sydney oder Rio fährt — da wäre der Neidfaktor wohl doch etwas größer gewesen. Ich kann dazu nur sagen, dass jeder Heilbronner die Chance hat, um für den Gemeinderat zu kandidieren. Und vielleicht sind diese kostenlosen Städtereisen für den einen oder anderen nun ausschlaggebend, um doch noch den eigenen Hut in den Ring zu werfen.

Der offizielle Grund für die regelmäßigen Reisetätigkeiten des Gemeinderats und der Stadtverwaltung ist, dass man es sich vor Ort anschauen möchte, wie andere ihre Städte zum Erfolg führen. Leider aber sind unsere Gemeinderäte zumindest diesbezüglich nicht lernfähig und deshalb nutzt es auch nichts, wenn man deren Reisetätigkeiten weiter ausdehnt. Interessant wäre es für mich zu wissen, ob die Gemeinderäte von ordentlich geführten und verwalteten Städten ebenso oft in der Welt unterwegs sind. Wahrscheinlich aber nutzen diese ihre kostbare Zeit, um sich um ihre Stadt und ihre Mitbürger zu kümmern.

Und jene Heilbronner Gemeinderäte, die keine Zeit hatten, um sich dieses Mal in Amsterdam zu vergnügen, für die gab es gestern die Eröffnung des Heilbronner Volksfestes. Das soll dieses Jahr mit exorbitanten Preisen aufwarten, was unsere Gemeinderäte aber nicht stört, da diese selbstverständlich zur Eröffnung eingeladen wurden und ihren eigenen Geldbeutel wieder einmal stecken lassen durften.

Das erklärt auch ganz gut, warum man gestern auf dem Gaffenberg nur eine Gemeinderätin gesehen hat, denn dort mussten alle selber zahlen.


Stand with Ukraine

24.6.02022 5 (2)

Beitragsfoto: Stand with Ukraine, Flaggen der Ukraine und der EU

Preisverleihung

Die dritte Preisverleihung zum Europäischen Wettbewerb diesen Jahres fand heute Morgen an der Schlossbergschule Auenstein statt. Die Rektorin Heidi Ade hat ihre Schule ganz gut im Griff und so ist es immer wieder eine Freude, nach Auenstein zu fahren.

Ganz besonders hat es mich heute gefreut, dass wir zudem mit neuen Ideen für den kommenden 70. Europäischen Wettbewerb aus Ilsfeld zurückkamen. Im Falle, dass wir bis dahin genügend Mitstreiter finden, werden wir den Schülern nächstes Jahr bestimmt eine ganze Menge bieten können.

Europa-Grillen

Zumindest für die Mitglieder der EUROPA-UNION und auch weitere Europabegeisterte gibt es dieses Wochenende kein attraktiveres Fest als unser traditionelles Europa-Grillen in Untergruppenbach.

Rein ehrenamtlich organisiert und immer dem Potluck-Prinzip folgend, ist es, nicht nur was die Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit betrifft, ein Fest der Superlative, sondern auch ein „Familienfest“ im wahrsten Sinne des Wortes. Für manche, bereits etwas ältere, Teilnehmer ist es zudem ein guter Ersatz des ehemaligen Familienfestes auf dem Gaffenberg.

Und so freue ich mich schon heute auf das morgige Fest. Im Falle, dass jetzt jemand vergessen hat, sich anzumelden, kann er sich heute noch bei mir melden.

Kandidaten

Schon länger gibt es bei der Europäischen Union Staaten, die auf eigenen Antrag und nach einer ersten Überprüfung durch die Regierungschefs der aktuellen EU-Mitgliedstaaten gegebenenfalls einen Kandidatenstatus erhalten.

Mit dem Beschluss des Europäischen Rates von gestern haben wir nun die folgenden Kandidaten: Albanien (2014), Moldau (2022), Montenegro (2010), Nordmazedonien (2005), Serbien (2012), die Türkei (1999) und die Ukraine (2022).

Marokko wurde bereits vor Jahren ganz offiziell signalisiert, dass es nicht Kandidat werden wird, die Schweiz und Norwegen sind am Entscheid ihrer eigenen Bevölkerung gescheitert, Island hat seinen Antrag zurückgezogen und das Vereinigte Königreich ist jüngst erst wieder aus der EU ausgetreten. Georgien hatte nie eine Chance auf einen Kandidatenstatus.

Schaut man sich die Mitgliedstaaten Ungarn, Polen, Tschechien, Slowakei, Bulgarien, Rumänien, Malta und (Süd)Zypern an, dann muss man sich schon fragen, was das Ganze eigentlich soll?

Offiziell, nach den Verträgen der EU, kann jedes europäische Land sich um die Mitgliedschaft bewerben, wenn es die demokratischen Werte der EU respektiert und sich dazu verpflichtet, sie zu fördern.

Genauer gesagt, kann aber ein Land erst dann Mitglied werden, wenn es alle Beitrittskriterien erfüllt:

  • politische Kriterien – es muss stabile Institutionen haben, die Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte gewährleisten können,
  • wirtschaftliche Kriterien – es muss über eine funktionierende Marktwirtschaft verfügen und in der Lage sein, dem Wettbewerbsdruck und den Marktkräften innerhalb der Union standzuhalten,
  • rechtliche Kriterien – es muss die geltenden EU-Rechtsvorschriften und ihre Umsetzung in die Praxis akzeptieren, vor allem die Hauptziele der politischen Union sowie der Wirtschafts- und Währungsunion.

Im Falle, dass wir diese Kriterien tatsächlich ernst nehmen, müssten wir noch weit mehr Mitgliedstaaten wieder vor die Türe setzen als bisher angenommen.

Deshalb und auch in Anbetracht der Tatsache, dass es auch zu keiner weiteren Vertiefung innerhalb der derzeitigen EU kommen wird, wäre es für den Weltfrieden sicherlich besser, wenn wir nicht nur alle oben genannten Staaten aufnehmen, sondern auch noch das gesamte Nordafrika einschließlich sämtlicher Mittelmeeranrainer.

Im Gegenzug müssten wir allerdings dann verhindern, dass es zu einem „Länderfinanzausgleich“, einer „Schuldenunion“ kommt oder eine bewusste Vereinheitlichung der Sozialsysteme angestrebt wird.

Unter diesen Voraussetzungen können sämtliche Mitgliedstaaten versuchen, sich friedlich gegenseitig zu befruchten und mögliche weitere Kooperationen eruieren.

Sehr wichtig ist es dann aber, dass sich darin ein „Kerneuropa“ schnellstmöglich zu einem europäischen Bundesstaat zusammenschließt, wobei spätere Mitglieder nur noch dem Bundesstaat beitreten können, wenn sie auch dessen Verfassung vollumfänglich anerkennen.

Fakten über die EU

Gerne verweise ich hier auf einen entsprechenden Blog-Beitrag aus 2005, den ich auch immer wieder einmal aktualisiere.