Blogger

8.5.02026 5 (7)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Nur mal so

Immer öfters stellen selbst Abgeordnete des Europäischen Parlaments die Tatsache in Frage, dass sich Europa seit 1945 nicht mehr alleine verteidigen kann. Der lange Atem der Nationalisten und Superstaateuropäer wirkt sich nun auch bei politisch denkenden Menschen aus.

Passend zum 8. Mai bildete sich nun eine fraktionsübergreifende Abgeordnetengruppe, die Europa wieder einmal zu einem Superstaat machen möchte. Noch vor Kurzem hat der NATO-Generalsekretär Mark Rutte die Abgeordneten darauf hingewiesen: „If anyone here thinks that the European Union, or Europe as a whole, can defend itself without the US, keep on dreaming.“

Die Faktenlage gibt und wird auch zukünftig Mark Rutte recht geben. Schon alleine die fehlenden Ressourcen, besonders an qualifizierten Soldaten und ausreichend wehrfähigen Männern, machen alles, was über Grenzscharmützel oder „Strafaktionen“ in Afrika hinausgeht, von Anfang an nicht siegreich ausführbar. Selbst eine von mir seit Jahrzehnten geforderte Roboterisierung greift dabei zu kurz. Europa wird nie und nimmer in der Lage sein, um alleine den Weltraum oder gar den Mond zu beherrschen, was seit spätestens der 1950er-Jahre eine zwingende Voraussetzung in einem globalen Konflikt ist.

Und so attestiere ich jenen, die nun eine europäische oder gar deutsche Souveränität (jüngst sogar Weltraumtruppen) fordern und anstreben, entweder Totalitaristen zu sein oder einfach auch nur sich und die eigenen Geldgeber hemmungslos bereichern zu wollen — die in der Schwebe stehende Billionen Euro an künftigen Verteidigungsausgaben machen besonders schwache und meist ungediente Menschen völlig hemmungslos.

Vermischtes

Da möchten unsere Abgeordneten einmal ein klein wenig bei sich selber sparen und schon läuft Jens Spahn zur Höchstform auf. Mancher wurde einfach nur deshalb Volksvertreter, weil man sich dabei am einfachsten selber bereichern sowie ganz ohne eigenes Zutun dumm und dämlich verdienen kann. Die Bezüge im Bundestag erhöhen sich regulär zum 1. Juli 2026 von 11.833 Euro auf 12.330 Euro.

Neckarsulm stoppt den Glasfaserausbau durch GigaNetz, da diese Firma ein unsicherer Vertragspartner sei. Nicht erst als der Heilbronner OB jedem Heilbronner schriftlich empfohlen hat, dass man doch einen Vertrag mit dieser Firma abschließen solle, weiß eigentlich jeder, dass man der nicht trauen darf und kann. Mich haben deren Werber an der Haustüre den letzten Nerv geraubt. Das Ganze toppte mit der Aussage, dass die Stadt Heilbronn sicherstellen würde, dass ich nie Glasfaser bekäme, wenn ich nicht bei GigaNetz unterschriebe.

Seit gestern habe ich ein funktionierendes Glasfaser der Telekom; wenn deren „Bürokratie“ nicht wäre, könnte ich ohne Wenn und Aber voll zufrieden sein. Was ich sicherlich bin, sobald ich das ganze Tohuwabohu mit den Verträgen und den Leihgeräten hinter mir habe. Auf alle Fälle habe ich gelernt, dass es nervensparender ist, wenn man sich keine Leihgeräte anschafft; selbst dann, wenn mir die Telekom weiterhin mitteilt, dass sie es nur mit eigenen Geräten so richtig gut könne.

Aktuell schlagen die Populisten bei uns wieder einmal so richtig zu: die Kampfhundesteuer. Unabhängig davon, dass dies ein sehr rassistischer Blick auf Hunde ist, der viel mehr über jene aussagt, die solche Einteilungen überhaupt vornehmen, sind Hunde seit Jahrtausenden nur so gut oder böse wie deren Besitzer.

Was wir dringend benötigen ist eine Einteilung von uns Menschen, nämlich in jene, die Hunde und andere Tiere halten dürfen oder nicht. Und in jene, die Autofahren dürfen oder auch nicht. Auch in jene, die Waffen führen dürfen oder auch nicht. Einzig beim Wählen darf es solch eine Differenzierung nicht geben — sehr oft greift hierbei aber eine Art von Selbstregulierung.

Wir Deutschen scheinen doch etwas zu neurotisch zu sein oder aber bei uns gibt es immer wieder Menschen, die das schnelle Geld machen wollen. Z. B. die „Löschindustrie“, welche unliebsame Beiträge aus dem Internet entfernt. Laut Tagesschau werden 99,97 Prozent aller Löschungen in der Europäischen Union gemäß einer EU-Transparenzdatenbank im Jahr 2025 alleine in Deutschland vorgenommen. Nur 398 von 1 378 518 Löschanträgen wegen Diffamierung kamen nicht aus Deutschland!

Seit Kurzem stehe ich mit Semin Bristina im Wettbewerb, darüber wer von uns mehr Google-Rezensionen schreibt. Ich habe zwar keine Chance, sehe das Ganze aber sportlich. Für mich habe ich entschieden, nur dann zu rezensieren, wenn es mir auch halbwegs gefallen hat. Nun weiß ich, dass negative Bewertungen bei uns in Deutschland völlig sinnlos sind — wir schreiben und singen uns die Welt einfach schön!

Wenn ich zu meckern habe, dann schreibe ich das hier im Blog. Bisher kamen allerdings nur selten Änderungs- und Löschwünsche, wobei ich so gut wie keine erfüllte.

To Rome with Love

Als dieser Film von Woody Allen 2012 in die Kinos kam, turnte ich gerade beruflich durch Brüssel. Gestern habe ich mir diesen Film erneut gegönnt. Seit „Annie Hall“ (1977) mag ich seine verschrobenen Filme. Bereits 1967 brillierte er mit „Casino Royale“ — bis heute für mich der beste Bond-Film.

Wahrscheinlich ist Woody Allen vielen noch eher wegen seines Privatlebens bekannt. Auch wenn ich die tatsächlichen Hintergründe nicht kenne, zeigen seine belegten Verbindungen zu Jeffrey Epstein, dass er menschlich wie moralisch zumindest sehr schwierig sein dürfte.

Was mir wieder einmal beweist, dass auch ein schlimmer Mensch beruflich gute Dinge bewerkstelligen kann. Was wiederum dafür spricht, dass man Berufliches und Privates am besten trennt und zudem dafür sorgt, dass sich die inhaltliche Ebene nicht mit der Beziehungsebene vermischt. Dieses erfolgreiche Trennenkönnen ist das Rezept für jede funktionierende Gemeinschaft.

Gemeinschaften, denen dies bis heute nicht gelingt, werden gerne als „Shithole-Countries“ (2018) bezeichnet, wobei Gemeinschaften, die diese Trennung wieder aufzuheben beginnen, sich eindeutig auf dem absteigenden Ast befinden.

Alle Menschen bedienen immer und dies auch zeitgleich mehrere Rollen. Die große Kunst dabei ist es, sich zum einen selbst rollengemäß zu verhalten und zum anderen die jeweilige Rolle des Gegenübers zu erkennen und dann mit dieser „zu verhandeln“.

Mit meine erfolgreichsten Zusammenarbeiten fanden mit Menschen statt, denen ich privat fast feindschaftlich verbunden war. Mit manch anderen habe ich mich tagsüber politisch so richtig heftig gefetzt, dann aber abends zusammen gefeiert, weil wir uns zwar politisch überhaupt nicht verstanden, uns menschlich aber näher waren als es mit den meisten „Parteifreunden“ der Fall ist.

Früher habe ich Menschen bedauert, die keine Rollen auseinanderhalten können, heute sehe ich diese Menschen als Hauptursache dafür an, dass es bei uns allerorten knirscht und knackt.

Wir ersetzen Inhalte und Bildung zunehmend durch Gefühle und Beziehungen, was zwar einfacher ist, aber weder uns Menschen noch ganze Gesellschaften weiterbringt.


Dom

Florenz 5 (6)

Beitragsfoto: Domblick

Florenz ist immer eine Reise wert. Das meinen zumindest täglich bis zu 70 000 Touristen, die durch die Innenstadt pilgern. Städte stehen und sterben mit ihren Besuchern von außerhalb, das dürfte schon immer so gewesen sein. Die Florentiner haben sich ganz gut mit ihren Besuchern arrangiert und dürften dabei auch noch den einen oder anderen Euro verdienen.

Dieses Mal bestand unsere Reisegruppe aus sieben Personen wobei die An- und Abreise von sechs erneut mit einem Bus absolviert wurde und die siebte Person den Luftweg wählte; Getrennt marschieren, gemeinsam schlagen (Moltke). Wir nutzten dabei erneut die Gelegenheit, um einen Kleinbus auf Herz und Nieren zu prüfen. Dieses Mal kam er aus Südkorea und überraschte auf ganzer Linie positiv. Die Ausstattung sehr zeitgemäß, die verbaute Technologie mir fast etwas zu schulmeisterlich. Das Nageln des Motors brachte dafür etwas Nostalgie zurück. In Florenz fanden wir dann heraus, dass es das gleiche Modell auch als E-Auto gibt. Unser Diesel musste je einmal zwischengetankt werden, was beim 2022 verwendeten Fahrzeug nicht nötig war. Interessant wäre zu wissen, ob beim E-Auto eine Tankfüllung gelangt hätte.

Die Alpenüberquerung dieses Mal ohne Schnörkel und der Aufenthalt in Florenz ohne weitere Abstecher, einmal vom traditionellen Fiesolebesuch abgesehen. Dafür gab es drei Tage lang Florenz pur, zu Fuß, mit dem Auto, mit dem Bus und mit der Straßenbahn.

Der Hintergrund unserer Fahrt war allerdings wieder ein ehrenamtlicher, denn wir transportieren Dokumente ins Archiv und trafen dort auf gute alte Bekannte. Da unsere diesjährige Gruppe noch nicht in Gänze das Archiv kannte, ergriff Dieter Schlenker die Gelegenheit und führte die Gruppe durch das Archiv und seine Gebäude. Erfreulich, dass Ruth Meyer die Gelegenheit nutzte und uns im Archiv traf.

Die Anfahrt zum Archiv etwas abenteuerlich. Wir nutzten die Fahrzeugnavigation und gaben dieses Mal die Adresse des offiziellen Eingangs ein. Der Navigation waren die Ausmaßes unseres Busses wohl nicht so ganz geläufig, aber wir kamen dann doch am richtigen Eingang an; die Jahre zuvor nutzten wir noch den alten Eingang, was uns immer eine Fahrt durch den Park ermöglichte.

Auf dem Gelände der Villa angekommen, bog ich einmal falsch ab und wir kamen fast bis in die Kantine. Die letzte Biegung hätte ich mit ein klein wenig Rangieren auch noch geschafft, allerdings waren die Türen dann doch für den Bus nicht breit genug.

Die Historischen Archive der Europäischen Union sind immer einen Besuch wert und dieses Jahr ganz besonders, weil das European University Institute sein 50-jähriges Bestehen feiert. Hierzu gibt es am 8. Mai 2026 einen Tag der offenen Tür, der es allen Interessierten ermöglicht, um auch einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen zu können.

Zum Abschluss gab es dann noch eine Tour nach Fiesole, wo wir auf etruskischen, griechischen, römischen und langobardischen Spuren wandelten. Die Krönung der Abschluss in meiner Lieblingskneipe, wo wir auch den Sieg von Peter Magyar feierten.

Da unsere Gruppe ganz neu zusammengestellt war, u. a. mit Leonhard Reinwald und Semin Bristina, verließen wir ab dem folgenden Tag meine ausgetretenen Wege und fanden zumindest für mich doch noch Neues in Florenz, darunter eine Dachterrasse, die vielleicht noch mehr Charme hat als jene von den Uffizien — das Essen dürfte auf alle Fälle aber besser sein.

Da Florenz für jeden Geschmack etwas bieten kann, wurde es keinem Gruppenmitglied langweilig. Da mein für meine bessere Hälfte und mich geplanter Museumsaufenthalt sprichwörtlich ins Wasser fiel („geschlossene Gesellschaft“, was ich so auch noch nicht kannte), improvisierten Semin und ich ein wenig und besuchten ein anderes Museum, während meine bessere Hälfte ein paar Läden unsicher machte.

Von Semin inspiriert reaktivierte ich meine Google-Rezensionen und versuchte so ganz nebenbei mit ihm Schritt zu halten — ein vergebliches Unterfangen.

Neu für mich auch, dass unsere gemeinsamen Frühstücke immer damit begannen, was Donald Trump so in der letzten Nacht von sich gegeben hat. Erstaunlicher Weise schafft es dieser Mensch, sich jeden Tag erneut unterbieten zu können. Im Negativen scheint unsere Welt grenzenlos und unendlich zu sein. Wenn es ihn so oder so dereinst nicht mehr gibt, wird sich dies wohl wie das Ende der Truman Show (1998) anfühlen.

Jedem der Mitfahrer fiel und dies ganz ungefragt auf, wie sauber die gesamte Stadt ist. Die Florentiner haben erkannt, dass dies nicht nur für sie selbst viel angenehmer ist, sondern auch mit zum guten Renommee der Stadt beiträgt. Für uns Deutsche wohl unverständlich: Städte müssen nicht dreckig sein.

Auch bemerkenswert wie man den öffentlichen Nahverkehr für alle, ob Einheimische oder Fremde, sehr bequem gestaltet hat. Man steigt in den Bus oder die Straßenbahn und hält seine Debit- oder Kreditkarte an einen kleinen Automaten und das war es schon. Gäbe es das bei uns, würde ich auch ab und zu mit dem Bus fahren.

Noch besser, einfach nur Google aufmachen und man weiß, wann der benötigte Bus kommt, wo er gerade fährt und welchen Bus oder welche Bahn man als nächstes besteigen muss — keine einzige App oder sonstigen Programme sind vonnöten.


Fediverse Reactions
Dilbert

14.1.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Dilbert Comic

Scott Adams

Wenn ich ein Vorbild in Sachen Projektmanagement hatte, dann sicherlich diesen Pacific Bell-Angestellten, dessen Karriere ich von Anfang an bis hin zur Stunde des Wiesels mitverfolgte. Zum Schluss wurde er etwas wunderlich und entwickelte sich später sogar zum Rassisten. Er hatte wohl viel zu früh Abstand von der Realität genommen.

Richard Sandomir schrieb in der New York Times den hier verlinkten Nachruf auf Dilbert.

„The title character was a frustrated engineer working from a cubicle at a high-tech company whose intelligent, anthropomorphic pet, Dogbert, dreamed of world domination.“

Richard Sandomir, 13.1.2026

Mir bleiben seine ersten Bücher und seine Comic-Strips in guter Erinnerung, die auch heute noch sehr lehrreich sind, wenn man nicht gerade die Weltherrschaft anstrebt.

Basteln

Gestern konnte ich zwischen zwei Veranstaltungen ein wenig basteln, besser ausgedrückt, ich habe basteln lassen. Detlef Stern hat ein neues Spielzeug und ich wollte das auch einmal haben. Früher™ hat man einfach seine Autos kurz getauscht, heute in der digitalen Welt bekommt man einen eigenen Zugang zur entsprechenden Software. Und damit hat dann das Basteln erst so richtig begonnen.

Ob ich dann auch einmal zum Spielen komme, wird sich in den kommenden Tagen herausstellen. Und weil ich kurz darauf dann völlig den Überblick verlor — das mit Kennwörtern und Zugangscodes war noch nie mein Ding! — habe ich ein wenig DS9 gebingt. Was mich dabei immer wieder fasziniert, wo die Protagonisten die notwendige Energie für ihre Spielzeuge herbekommen.

Detlef Stern und ich bekommen spätestens mit der nächsten Stromabrechnung den Hinweis darauf, wo unsere Energie so alles herkommt.

Vermischtes

Höhepunkt des gestrigen Tages war ein gut besuchter Europastammtisch. Demnächst werde ich darüber auf der EUROPA-UNION Website berichten.

Beim Stöbern durch meine Blogroll bin ich auf einen Beitrag von Addy Osmani gestoßen, den ich allen Machern nur empfehlen kann. Schon alleine sein Titel ist sehr vielversprechend „21 Lessons From 14 Years at Google“. Seine 17. Lehre unterschreibe ich ohne Wenn und Aber — wobei ich sie selbst nie befolgt habe.

Gestern konnte ich auch meine Vorlesung für dieses Semester abschließen. Es bestand mehr als genug Zeit und Gelegenheit, um mir während des Semesters Fragen zu stellen oder gar ein paar der gestellten „Hausaufgaben“ zu erledigen. Wohl der Zeit geschuldet, kommen nun die ersten in den Vorlesungen nicht anwesenden Studenten mit Fragen um die Ecke. Es hat bei mir den Anschein, als ob man als Edelstudent das Gemeinschaftserlebnis Vorlesung meidet, dafür aber auf Einzelunterrichtung durch den Dozenten besteht, möglichst noch zum gerade für den Studenten passenden Zeitpunkt. Würde mich auch nicht mehr wundern, wenn sie demnächst die Herausgabe von „Leitungslösungen“ für die Klausur fordern.

Der olympische Gedanke war vielleicht schon immer reine Fiktion. Was die Verantwortlichen sich heute aber leisten, kann nicht einmal mehr von den kriminellsten Zeitgenossen übertroffen werden. Inzwischen werden die olympischen Spiele an Massenmörder und Kinderschänder verkauft, diesen zumindest aber die beste Publicity garantiert — Hauptsache die Organisatoren können sich selbst bereichern!

Das Schlimme daran ist es aber, dass die ganze Welt dabei mitmacht und diesen Verbrechern die Steuer- und Sponsorenmilliarden nur so in den Hintern schiebt.

Post Scriptum

https://yoyod.de/@kuemmerle