Bier

29.4.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Kutteln

Zu Zeiten als es in der Harmonie noch echte Gastronomie gab, kehrten wir regelmäßig dort ein, besonders dann, wenn der Wirt Kutteln servierte — in Weiß- und nicht in Rotwein. Man kolportierte, dass er diese, wenn die Gäste nicht genügend davon essen, sie höchst persönlich verspeisen würde, die Kutteln, nicht die Gäste.

Auf alle Fälle lernte ich bei ihm Kutteln lieben und bis heute sind es die „hellen“, die mir am besten munden. Jüngst fand ich heraus, dass man auch in Norditalien Kutteln isst. Wobei die Frage nicht geklärt sein dürfte, wer von wem letztendlich abgeguckt hat.

Gerade als ich diesen Blog-Beitrag mit etwas über Umwelt und der bundesdeutschen Gaslobby abrunden wollte, spülte mir die Timeline den Beitrag von Vincent Klink über Kutteln auf den Schirm meines Rechners. Das mit dem Apfelmost, wie sicherlich vieles andere auch, kannte ich auf alle Fälle noch nicht. Bis gerade hatte ich bloß Hunger, nun habe ich Appetit.

Was mich zu diesem Beitrag inspirierte, mich zudem daran erinnert, dass ich noch einen Tisch im Krokodil reservieren wollte und nun auch überlegen lässt, ob ich meinen kommenden Besuch in Stuttgart nicht auch einmal mit einem Essen in der Wielandshöhe kombiniere.

Denn wenn ich eines gelernt habe, dann hinterlassen gute Köche ihre ganz eigenen Spuren. Längst weiß ich nicht mehr, wie der sehr nette Koch in der Harmonie hieß, aber an seine Kutteln erinnere ich mich noch heute!

Vermischtes

Gestern Abend guckte ich mir den Film „The Monk and the Gun“ nochmals an. Zuvor war ich kurz noch auf einer Geburtstagsfeier.

Meine gut vier Stunden an der Hochschule wenig ereignisreich. Erstmals versuchte ich Studenten einer Hochschule für außeruniversitäre Aktivitäten zu gewinnen; ich erinnere mich, dass dies bereits zuvor schon Thomas Aurich versuchte. Nun bin ich einmal gespannt darauf, ob ein oder gar mehrere Studenten tatsächlich dieses Angebot annehmen werden.

Erfreulich meine jüngste Entdeckung einer ganzen Kolonie von Ameisenlöwen — ich konnte sehr viel Neues dabei lernen. Mein Jüngster war davon fasziniert wie lange eine Ameise gegen eine solche Larve standhalten kann — leider wenig erfolgreich.

Noch erfreulicher, dass ich heute einen Kabelkanal vom Keller ins Wohnzimmer erhalte, sehr sauber von meinem Lieblingselektriker verlegt. Für Anfang Mai hat sich nun auch die Telekom angekündigt, um die Glasfasersteckdose zu montieren und danach den neuen Anschluss scharf zu schalten. Weniger erfreulich, der gestrige Anruf eines Telekommitarbeiters, der meinen alten Vertrag für zwei weitere Jahre verlängern wollte, weil ich vor November keinen Glasfaseranschluss bekäme.

Grenzkontrollen

Inzwischen hat nun auch die eigene Justiz, genauer gesagt das Verwaltungsgericht Koblenz die seit bald zwei Jahren praktizierten Grenzkontrollen in einem Urteil vom 27. April 2026 für rechtswidrig erklärt. Für die Genießer unter uns, hier nun das Urteil in Gänze.

Damit ist es nun offiziell, dass unsere Bundesregierung rechtswidrig handelt und in Folge davon unsere Polizeien zu Straftaten auffordert. Leider zählt bei uns in der Politik blanker Populismus weit mehr als ordentliche Arbeit, denn dafür müsste man selber einmal etwas tun.

Spätestens seit Inkrafttreten von Schengen (26. März 1995) müssten der hinterletzte Politiker und der allerletzte Polizist wissen, dass solche Grenzkontrollen keiner richterlichen Überprüfung standhalten. Zumindest die Polizisten mit einem höheren Bildungsabschluss müssten zudem wissen, dass solche Kontrollen völlig nutzlos sind und nur die eigenen Kräfte sinnlos binden.

Offensichtlich stehen Politik und Polizei, was die eigene Inkompetenz anbetrifft, in einem sehr harten Wettbewerb, wobei unsere Bundespolitikerinnen aktuell diesen Wettbewerb anführen — wegen diesen Intelligenzbolzen gibt es bei uns bald betreutes Telefonieren.

Bis heute ist es faszinierend mit anzusehen, wie z. B. an der Europabrücke in Kehl jeden Tag mehrere Dutzend Male gemeinsam von Legislative und Exekutive das geltende Recht gebrochen wird, indem unsere Polizisten dort anlasslose und verdachtsunabhängige Grenzkontrollen durchführen. Jedes Mal eine gute Gelegenheit, um den Schülern während unserer Straßburgfahrten die deutsche Politik vor Augen zu führen. 


Hund

20.1.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Hund

Weltwirtschaftsforum

Eine echte Institution, welche 1971 von Klaus Schwab aus der Taufe gehoben wurde. Eigentlich sollte inzwischen jedem klar sein, dass es immer besser ist, miteinander zu reden als gegeneinander in den Krieg zu ziehen, nicht einmal in Wirtschafts- oder Kulturkriege.

Bis zum 23. Januar 2026 besteht für unsere Führungselite nun eine gute Chance, um in angenehmer Atmosphäre das eine oder andere wieder in die richtigen Bahnen zu bekommen.

Wahrscheinlich aber bleiben sie allesamt beim Champagner und den Austern sowie ihren persönlichen Social Media-Auftritten. Emmanuel Macron konnte bereits mit seiner Sonnenbrille punkten. Ursula von der Leyen konnte derweil wieder einmal mit einer Ankündigung punkten. Sie stellte eine „unerschrockene“ Reaktion der EU in Aussicht. Gibt es überhaupt eine einzige Ankündigung von der Leyens, die jemals auch nur halbwegs umgesetzt wurde?

Ich gehe jetzt bingen!

Vermischtes

Menschen, die mit mir ab und zu politisch oder kulturell unterwegs sind, denen dürfte das heutige Titelfoto geläufig sein. Mich soll es daran erinnern, dass ich eigentlich auch hier kürzertreten möchte.

So ganz nebenbei habe ich ein neues Blog entdeckt „Live aus dem Rantgebiet“. Ziemlich amüsant. Leider hat der Blogger keinen Arsch in der Hose und bleibt anonym; einzig seine Unterstützung für Terry Pratchett lässt er durchblicken. Wenn man wie ich mit offenem Visier kämpft, bleibt es nicht aus, dass man regelrecht drangsaliert wird. Das gehört aber mit dazu und macht das Bloggen erst so richtig spannend.

Spätestens zur FIFA-Fußball-Weltmeisterschaft kriechen wir alle Donald Trump in den Hintern. Und bis zum Ausscheiden der deutschen Mannschaft dürfen sämtliche Despoten dieser Welt machen, was sie wollen. Ok, das dürfen diese schon heute — nur während der WM interessiert uns das noch weniger als bisher, nämlich überhaupt nicht.

Und damit unsere Ignoranz doch noch etwas länger andauert, hat der DFB bei der FIFA seine Wunschgegner gekauft: Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador. Könnte durchaus geschehen, dass deren Spieler bis dahin verhungert sind. Was uns aber auch nicht viel weiterhilft, denn Fußballweltmeister wird dieses Jahr Donald Trump.

Heute kann man erfahren, dass man in Heilbronn der AfD nicht die Harmonie verbieten kann. Wobei ich mir nicht so ganz sicher bin, ob die Harmonie überhaupt ausreicht, um dort alle Heilbronner AfD-Begeisterte unterzubringen. Auch konnte man erfahren, dass man Solvay in Bad Wimpfen nicht verbieten kann, die Umwelt zu schädigen und Menschenleben zu gefährden. Das ist bei uns einfach so.

Cojones

Eigentlich wollte ich zumindest heute nichts posten, da mir meine eigene Seelenruhe inzwischen immer wichtiger wird. Und dann kommt da Gavin Newsom um die Ecke …

Gleich nach dem Aufstehen hatte ich wieder einmal eine Petition, Forderung oder sonst irgendetwas Bedeutungsloses mit unterzeichnet, das uns Europäern vielleicht doch einmal die Vereinigten Staaten von Europa bringen wird.

Das Ganze scheitert wie bereits die letzten achtzig Jahre weiterhin an zwei Dingen. Erstens an einer fehlenden Demokratiebegeisterung von uns Unionsbürgern und zweitens am Fehlen ausreichend kompetenter Volksvertreter. Zusammen ergibt dies eine Melange, die letztendlich wieder in den einen oder anderen Krieg führen wird.

Das eigentliche Wunder dabei ist, dass die Schrecken der beiden Weltkriege dafür gesorgt haben, dass kein Mensch so etwas nochmals erleben wollte. Nun, da die letzten Zeitzeugen langsam aber sicher verschwinden, gibt es für dieses Wunder keine Grundlage mehr.

Unsere Gesellschaften sind inzwischen so weichgespült, dass selbst die allerletzten Berufspolitiker wie Donald Trump oder seine europäischen Abziehbilder von uns gewählt werden und selbst dann, wenn diese nachweisbar korrupt, kriminell oder völlig unterbelichtet sind.

Wir Demokraten wählen wirklich alles und jeden. Hauptsache, wir haben unsere eigene Ruhe und regen zudem damit unsere lieben Nachbarn auf!

Im Umkehrschluss wählen wir alle jene nicht, die die Welt zumindest ein klein wenig besser machen könnten, denn dann wäre es um unsere Lieblingstugenden geschehen: Neid und Missgunst!


KunST 07 |

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Beitragsfoto: KunST 07 | © Rolf Hartbrich

Europa-Ball

Die letzten Tage konnten wir nutzen, um ein paar Absprachen zu treffen. Und so steht nun auch der Tanzball 2026. Die Rahmendaten sind dabei höchst attraktiv, ganz besonders für die tanzbegeisterten Zeitgenossen.

Schon alleine die gut 360 Quadratmeter große Tanzfläche des Theodor-Heuss-Saals in der Harmonie ist beeindruckend. Wir begrenzen dieses Jahr den Europa-Ball auf insgesamt 132 Tanzpaare, was den Tanzwilligen eine Tanzflächengröße bietet, die selbst professionelle Tanzpaare verzückt!

Als Tanzkapelle konnten wir wieder Happyness Voice gewinnen und auch das Rahmenprogramm dürfte wieder alle Gäste begeistern.

Das Ballmotto „Culture meets Politics“ passt gerade am Europatag ganz besonders gut. Schon jetzt kann man sich für den Europa-Ball seinen Platz sichern. Der Belegungsplan befindet sich seit heute auf der entsprechenden Website der EUROPA-UNION Heilbronn.

Die Gäste sitzen an runden Tischen mit je acht Sitzplätzen. Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn ich ein paar Leser dieses Weblogs beim Ball begrüßen könnte.

Externen Gästen empfehle ich eine Übernachtung im Parkhotel, denn von dort aus gelangt man sehr bequem zum und wieder vom Ball zurück.

Vermischtes

Heute Morgen traf ich mich mit Gleichgesinnten zu einem entspannten Europäischen Frühstück. Semin Bristina konnte uns dabei bereits auch das Programm für unsere Sarajewofahrt im Oktober vorstellen.

Detlef Stern schreibt im aktuellen Blog-Beitrag über seine halbe Woche, die bei seinem ganz besonderen Längenbegriff eigentlich nicht halbiert werden kann — als Geisteswissenschaftler habe ich wohl wieder einmal meine Probleme mit der Mathematik.

Auch nimmt er zu einem Blog-Beitrag von Armin Hanisch Stellung; hatte ich mir auch überlegt, mich dann aber an dessen Überschrift gehalten: Nicht auf alles reagieren.

Auf alle Fälle aber lese ich weiterhin sehr gerne in anderen Blogs und wenn diese mir dann nicht mehr gefallen, lasse ich es einfach wieder bleiben. Das Wunderbare an Weblogs ist es, dass sie nicht so schnell wie die Social Media zur Gegenrede verführen.

Wohl deshalb habe ich mich nun auf Daft — The Anti-Social Social Network for Minimalists — begrenzt, denn dort kann man erst gar nicht in die Versuchung zum Reagieren kommen. Detlef Stern geht wieder einmal einen ganz anderen Weg und spielt wohl bald mit GoToSocial herum.

Schneewalze

Über Chris Kurbjuhn bin ich, während ich auf eine Schneekatastrope wartete und eine Warnmeldung des Deutschen Wetterdienstes nach der anderen erhielt beim Blog-Surfen auf Vincents Tagebuch gestoßen und habe mich über den heutigen Blog-Beitrag köstlich amüsiert. Ich zitiere …

„Alles was ich hier aufgezählt habe, sind Nachrichtensender und Portale. Man fragt sich, sind dort Irre am Werk? Das wäre noch entschuldbar, aber offensichtlich geht es darum, den idiotischen Deutschen mit Katastrophen zu versorgen. Nichts braucht der Deutsche mehr als den Weltuntergang (bitteschön, aber außer Haus). Die Deutschen ein verzweifeltes Land, die Bevölkerung in der Nähe des „Burn Out“. Letzteres übrigens ein ziemlich junger Begriff, den man früher nicht kannte, weil damals noch alle ihre Tassen im Schrank hatten und noch keine 40-Stundenwoche genossen. So langsam denke ich, dass es nichts Gesundheitsschädlicheres gibt als zu viel Freizeit.“

Schneewalze, 10.1.2026