Selbstbetrachtungen

Kalenderwoche 33 5 (7)

Beitragsfoto: Marc Aurel Zitat

Ursula und Dan sorgten dafür, dass die 33. Kalenderwoche eine der besseren des Jahres war. Für alles Gute darin zeichnen sie zusammen mit meiner besseren Hälfte verantwortlich. Alles Schlechte darin muss ich mir selber auf die Fahnen schreiben.

Ganz ohne Frage, das Highlight der Woche war der Besuch der ersten Marc Aurel-Ausstellung des Rheinischen Landesmuseums in Trier, gleich gefolgt von meiner Restaurantentdeckung des Jahres, dazu etwas mehr im Verlauf dieses Blog-Beitrags.

Wo aber Licht ist, da ist auch Schatten! Und der Tiefpunkt der Woche war der Besuch der zweiten Marc Aurel-Ausstellung in Trier — gut gemeint ist nicht immer auch gut gemacht. Schlechter als die Ausstellung war nur noch die Führung durch dieselbe. Wie ich es in dieser Ausstellung erneut bestätigt bekommen habe, hatte Helmut Schmidt das Marc Aurel Buch auf seinem Schreibtisch liegen. Wie wir es in der Ausstellung erfahren durften, hat er dieses im Laufe seines Lebens mit unzähligen Kommentaren versehen — was mich nun doch etwas neugierig machte, denn auch ich kritzele in sämtliche Bücher.

Sehr schade nun, dass genau dieses Buch Helmut Schmidts zwar in der Ausstellung zu sehen war, dann aber auch das einzige Buch in der Ausstellung, welches nicht aufgeschlagen präsentiert wurde — so unstimmig wie der ganze Rest der Ausstellung, den man am besten in Schweigen hüllt.

Auf alle Fälle gab es zur Entschädigung einen netten Kaffeebesuch, ein kleines Open Air-Konzert direkt neben der Porta Nigra und eine Stadtrundfahrt mit einer Bimmelbahn. Das kann man immer machen und benötigt auch keine eigene Vorbereitung.

Nun aber zu meiner Restaurantentdeckung des Jahres. Ursula und Dan führten uns am Abend ins „Masons – taste the world“. Dieses Restaurant gibt es nicht nur in Trier, sondern auch in Saarbrücken und in Kaiserslautern. Wir hatten allesamt gut zwei Stunden lang unseren Spaß und dies bei sehr gutem Essen. Ich bin davon überzeugt, dass auch viele andere Heilbronner ihre Freude an einem solchen Restaurant bei uns vor Ort hätten! Und so lange es dieses Restaurant (noch) nicht bei uns gibt, lohnt sich die Fahrt in einer dieser drei Städte — man kann die Fahrt auch mit einer Ausstellung verbinden.

Damit wir am Samstag ausreichend Zeit für die Ausstellungen und Trier selbst hatten, reisten wir bereits am Freitag nach Bitburg. Ich kenne Bitburg nun bereits auch schon gut 30 Jahre etwas näher und bin von der Stadtentwicklung positiv überrascht. Ohne größere Sponsoren, mal die Brauerei außen vor gelassen, macht die Stadt das Beste aus ihrer Situation und wird u. a. allen ihren Einwohnern noch vor Heilbronn einen Glasfaseranschluss anbieten können.

Heute reisten wir dann ganz gemütlich über den nördlichen Hunsrück zurück.

Und auch der Rest des Tages verlief sehr harmonisch. Pflanzen gießen, Friedhofsrunde und gemeinsames Stöbern in alten Fotoalben.

So ganz nebenbei konnten wir noch mit Peter Beschnidt den Gesprächskreis 2 bei den 9. Hertensteiner Gesprächen etwas mehr detaillieren und ich freue mich darüber, dass am Abend die bereits 90. Anmeldung für die Gespräche hereinkam.

Ich weiß zwar immer noch nicht, was die Ausstellungsmacher der zweiten Marc Aurel-Ausstellung eigentlich bezwecken wollten, maße mir auch nicht an, darüber zu entscheiden, ob dieser nun ein guter oder ein schlechter Mensch gewesen ist, bin mir aber ziemlich sicher, dass ihm eine Teilnahme an den Hertensteiner Gesprächen ganz gut gefallen hätte!

Zudem gibt es und dies ganz überraschend eine Bewerbung zum Auftritt beim nächsten Europa-Ball, was ein sehr gutes Zeichen ist, da jemand für diesen Tanzball Werbung gemacht haben muss.

Während ich ein schönes Wochenende hatte, trafen sich die aktuell größten Loser aller Zeiten, Donald Trump und Wladimir Putin, in Alaska. Gut, dass ich von dieser Show fast nichts mitbekommen habe! Lustig, sie fuhren beide gemeinsam in einer Limousine — sollten da keine leichten Mädchen mit an Bord gewesen sein, dann sollten sich deren Anhänger so langsam aber sicher ganz ernste Gedanken machen.

Dann aber erinnerte Franz Schirm an unser diesjähriges Europa-Grillen und ich wurde wieder in meinen Gedankengängen etwas abgelenkt. Aber nur ganz kurz. Im Falle, dass auch noch Victor Orban aus der Limousine gestiegen wäre, dann wäre die Sache ganz klar gewesen: bei den schwulen Nazis nennt man dies „Ring of Fire“ — ich bin da aber nicht so ganz sattelfest, wahrscheinlich benötigt man noch einen Bernd Höcke und seine anderen Kumpane mit dazu.

Marc Aurel saß zumindest gemäß den damaligen Künstlern gerne auf einem Pferd, er hatte dabei aber ganz im Gegensatz zu Wladimir Putin etwas an — nackte Machthaber und deren Pferde, dies müsste uns zu denken geben. Die zweite Marc Aurel-Ausstellung hat zwar viele Despoten zu Pferde gezeigt, leider aber nicht Putin — wäre vielleicht genau die Chance gewesen, um tatsächlich Bedenkenswertes auszustellen; das hätte aber etwas Hirn und echtes Engagement bedurft. Und so musste dort der bereits völlig abgehalfterte Richard David Precht herhalten, ein ausgewiesener Experte des Stoizismus.


Auszeit

13.8.02025 4.9 (8)

Beitragsfoto: Auszeit | © Shutterstock

Visite

Unser Ältester war kurz mit seiner besseren Hälfte auf Stippvisite. Die Anzeichen sind nun nicht mehr zu übersehen, in Bälde bin ich Opa. Damit dürfte nun endgültig der letzte Lebensabschnitt eingeläutet sein; erst „gestern“ wurde ich zum ersten Mal Vater. Die Welt dreht sich immer schneller! Da auf die Bremse treten noch bei keinem funktioniert hat, muss man sich einfach mit dieser Tatsache abfinden.

Eine Erklärung für diese Geschwindigkeitszunahme ist dabei sehr einfach: als junger Mensch hat man noch wenig Zeitspanne, um darauf rückblicken zu können, aber vermeintlich viel Zeit vor sich. Je mehr Zeit man hinter sich hat, umso weniger hat man vor sich und daraus entwickelt sich die gefühlte Geschwindigkeitszunahme. Und am Ende war das eigene Leben nur ein Augenblick — ganz egal wie lange es auch dauerte! Einzig der Tod macht uns alle gleich.

Gespräche

Erfreulich die Zusage einer Landtagsabgeordneten zu den 9. Hertensteiner Gesprächen, erfreulich auch, dass ein weiterer Abgeordneter seine Teilnahme wohlwollend prüft. Damit wäre dann sichergestellt, dass alle maßgeblichen demokratischen Parteien auch mit eigenen Volksvertretern bei den Gesprächen vertreten sind.

Und das lässt durchaus hoffen, denn damit kommen Bürger und ihre Volksvertreter gemeinsam ins Gespräch und dies auf gleicher Augenhöhe. Der Teilnehmerkreis ist ein richtig gesunder Schnitt durch unsere Gesellschaft, wobei schon jetzt neben europäischen Nachbarn Vertreter aus doch so einigen Bundesländern, Bürger aus unseren Nachbarstädten, Parteilose, Angehörige von demokratischen Parteien und Wählergruppen, Gemeinderäte, Kreisräte, Landtagsabgeordnete und Europaabgeordnete bei den Gesprächen vertreten sein werden. Mich freut es zudem sehr, dass auch einige andere Kreisvorsitzende der EUROPA-UNION an den Gesprächen aktiv teilnehmen werden!

Damit kann ich guten Gewissens behaupten, dass sich Politik und Zivilgesellschaft bei den Hertensteiner Gesprächen zusammenfinden, um gemeinsam nicht nur positiv in die Zukunft zu blicken, sondern dabei auch nach tragfähigen Lösungen für die bekannten und noch kommenden Herausforderungen zu suchen.

Sommerpause

Nun lässt es sich nicht mehr weiter ignorieren, der Sommer dürfte auch bei uns da sein. Die Pflanzen benötigen nun etwas mehr Wasser, was meinen gewöhnlichen Tagesablauf etwas verändert. Noch mehr verändert es meinen Tagesablauf allerdings, weil ich nun länger als sonst üblich auf Antworten warten muss. Interessant dabei, jene, die immer zeitgerecht antworten, machen dies auch weiterhin während des Sommers.

Und da diese Wartezeiten, weil überhaupt nicht selbstbestimmt, von mir nicht zu einer erbaulichen Lektüre genutzt werden können, finde ich immer wieder Dinge, die das Warten ein wenig angenehmer machen.

Heute stieß ich auf eine alte Website „Endless Horse“. Es wurde mir versichert, dass dabei kein Ende in Sicht ist — ich habe es aber nicht wie etwa bei „Diese Bank ist frisch gestrichen“ selbst überprüft. Mein Vertrauen in Fachleute, die über weit mehr Kapazitäten als ich verfügen, ist weiterhin ungebrochen.

Aber ein Funfact am Rande. Die Website-Autoren haben auf eine entsprechende Anfrage eines Deutschen, diese Website auf eine sichere Version von HTTP umzustellen, reagiert und dies tatsächlich gemacht — man muss seine Mitmenschen einfach so nehmen wie sie sind: „Secure Endless Horse“.

Inzwischen gibt es auch einen Namen für die Rubrik von Websites ohne erkennbaren Sinn: „The Useless Web“. Menschen wie ich, die noch in einer analogen Welt groß geworden sind, waren da um einiges anspruchsloser. Uns genügte noch eine beidseitig mit „Bitte wenden!“ beschriebene Karteikarte.

Da ich wohl auch heute vergeblich auf die Antworten gleich mehrerer Behörden und Ämter warte, werde ich wohl eine Einladung von guten Bekannten annehmen und mir damit das Warten etwas erleichtern.

Nachtrag 14.8.2025:

Colleen Josephson und Kyle Miller sind die Macher hinter dem unendlichen Pferd. Sie erschufen es 2015 während eines „West Coast Stupid Shit No One Needs & Terrible Ideas Hackathons“.


3. Hertensteiner Gespräche

12.8.02025 5 (10)

Beitragsfoto: Hertensteiner Gespräche | © EUHN

Gemeinsam

Während wir Demokraten uns bei jeder sich nur bietenden Gelegenheit spalten lassen, sind unsere Gegner da weniger zimperlich. Aktuell bieten die Chinesen den Russen an, dass diese die NATO ein wenig im Baltikum beschäftigen, um selber leichtes Spiel bei ihrer Invasion Taiwans zu haben.

Gleichzeitig verhandeln die Russen mit Donald Trump darum, was sie alles von Europa bekommen, wenn dieser Grönland und Mittelamerika einstreichen darf.

Und dies werden nicht die einzigen Verhandlungen sein. Donald Trump ist auch im arabischen Raum unterwegs und treibt aktuell die Preise für Israel hoch. Sollten die Araber bereit dazu sein, weitere Milliarden an seine Familie zu überweisen, dann ist auch dieses Land Geschichte.

Politik kann so einfach sein, wenn man sich einen feuchten Dreck um Menschen schert!

Demokratie ist da eindeutig etwas komplizierter, doch wenn wir Demokraten endlich wieder damit anfingen, allesamt an einem Strick zu ziehen, könnten wir durchaus mehr erreichen als die Welt in Schutt und Asche zu legen.

Dass man sich auch produktiv zum Wohle aller an einen Tisch setzen kann, das beweisen wir erneut bei den 9. Hertensteiner Gesprächen. Wir retten damit zwar nicht die Welt, aber wir sind ein kleines Tröpfchen auf einen heißen Stein. Und viele kleine Tröpfchen können bekanntlich mehr erreichen als alle heißen Steine dieser Welt.

Vermischtes

Ungarns Boykott einer gemeinsamen EU-Erklärung zur Ukraine lässt sich nur noch dadurch erklären, dass Wladimir Putin nicht nur Donald Trump, sondern auch Victor Orban erpresst. Bei letzterem wird es sich aber eher um kleine Jungs als um kleine Mädchen handeln, wobei beides heute noch strafbar ist.

Ehrenamt für Dummies: sobald Sie Geld damit verdienen oder gar ihren gesamten Lebensunterhalt damit bestreiten, ist es kein Ehrenamt!

Es gibt zwei Arten von Mensch: jene, die gemäß Spiegel im Schnitt ein Kleidungsstück sieben bis zehnmal tragen, bevor es im Müll landet und jene, die ihre Klamotten so lange tragen, bis sie von alleine abfallen oder der Partner das betreffende Lieblingsstück klamm heimlich entsorgt. Da die erste Art von Mensch eindeutig die Mehrheit ist, steht es um unsere Welt so schlecht!

Vor fünf Jahren hatte ich einmal versucht, bei mir vor Ort die schlimmsten Auswirkungen ein wenig zu mildern. Leider vergeblich, denn es wird von allen Seiten zu gut daran verdient. Dass dabei die Umwelt und wir damit alle über die Wupper gehen, ist uns Menschen völlig egal. Und selbst unsere vermeintlichen Umweltaktivisten kleiden sich sehr gerne mit Brioni ein — was völlig in Ordnung wäre, wenn sie die Teile dann auch mehr als einmal tragen würden. Was wiederum zeigt, dass zwischen Schwätzen und selber machen ganze Welten liegen!

Wer mir versucht zu helfen, dem versuche ich zu helfen — eine Selbstverständlichkeit. Was aktuell dazu führt, dass ich Kalender von 2026 wälze und in Endlosschleifen von unzähligen Telefonanlagen festhänge. Gut, dass ich noch über einen Festnetzanschluss verfüge, denn dann kann man gleich mehrere Anlagen bespielen.

Während die Hamas auch Deutsche vor laufenden Kameras zu Tode foltert, überlegt sich die Bundesregierung, wie sie weiterhin Hamas-Terroristen am besten unterstützen kann. Besser wäre es, wir setzen bei uns die Hamas-Mitglieder und -Sympathisanten fest (Gründe dafür gibt es im Völker- und im Strafrecht zu Genüge) und tauschen diese gegen unsere eigenen Mitbürger aus.

Manche behaupten, der Islam gehöre zu Deutschland. Dabei muss sich der Islam noch ganz gewaltig weiterentwickeln, so wie übrigens das Christentum zuvor auch, um überhaupt erst einmal in Europa anzukommen.

Ungesund

Manche Dinge ändern sich kaum, so z. B. die Geschwindigkeit wie bei uns der öffentliche Raum gesäubert wird. Seit ein paar Tagen liegt ein prächtiger Müllhaufen auf der Straße in der Fußgängerzone, manche Müllsäcke sind inzwischen geöffnet und der Verwesungsgeruch verbreitet sich bei diesem Wetter ganz besonders gut.

Man könnte sich auch einmal Gedanken darüber machen, was das eigentlich für Nachbarn sind, die ihren Müll einfach so auf die Straße werfen. Und dies regelmäßig.

Ohne regelmäßige und zielführende Kontrollen und Ermittlungen werden wir weder die Täter finden noch künftig davon abhalten können, unserer Stadt zu einem richtigen Slum zu entwickeln. Und bei den zunehmenden Temperaturen wird dies noch eine sehr ungesunde Angelegenheit für uns alle werden!

Wenigstens könnten die städtischen Verantwortlichen dafür sorgen, dass die Müllhaufen etwas schneller entsorgt werden. Was den Italienern u. a. in Neapel gelungen ist, dürfte doch auch uns gelingen.

Die Italiener legen sogar noch nach und befördern inzwischen sogar illegale Müllentsorger ins Gefängnis. Einmal auf der Allee seinen Müll einfach so aus dem Auto zu werfen, kostest in Italien bis zu 18 000 Euro. Und so sind die Heilbronner Italienurlauber gut beraten, sich dort nicht wie bei uns zu benehmen!

Bei uns muss wohl erst eine Seuche ausbrechen oder sich eine regelrechte Plage in der Stadt entwickeln, bevor man zu handeln beginnt.