Sitzungssaal

29.7.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Sitzungssaal

Buchhandel

Dass Banken bei uns alles außer Geldgeschäfte machen, daran hatte ich mich schon gewöhnt. Dass sie dies dann auch halbwegs gut machen, könnte erklären, warum ein Bankneubau dem anderen folgt — alleine wegen dem Geldverkehr bräuchte man heute keine Immobilien mehr. Vielleicht hat man sich aber auch nur an die Post erinnert, die erst einen Palast nach dem anderen in die Städte gesetzt hat und dann völlig von der Bildfläche verschwunden ist.

Nun aber darf man lesen, dass eine Heilbronner Buchhandlung eine Rutsche durch die Buchhandlung baut. Dass die meisten Buchhandlungen inzwischen wirklich alles außer gute Bücher verkaufen, ist bekannt. Aber für fast eine Million Euro eine Rutsche durch den Laden führen, das dürfte ganz neue Geschäftsfelder erschließen.

Wobei, das mit der Rutsche im Laden hatten wir schon einmal bei uns in Heilbronn. Dort ging ich als Kind sehr gerne hin, auch wenn meine Eltern dies nur zum Schuhkauf erlaubten. Dieses Ladengeschäfts gibt es schon länger nicht mehr. Zum Glück haben wir noch Händler wie Amazon, denn die verkaufen auch weiterhin Bücher.

Vermischtes

Johannes Kuhn fragt sich heute in einer Blog-Notiz, ob er jüngst einem Geschäftsessen oder einem Date beigewohnt hat. Dabei ist es doch eindeutig, denn bei Geschäftsessen wird ganz offen über Sex gesprochen. So habe ich es heute zumindest in einem Artikel in der FAZ überflogen; vorausgesetzt natürlich, dass das „Tinder-Geschwurbel“ weiterhin der Zeit und dem Spiegel vorbehalten bleibt.

Nur mal so, die Schwarz Gruppe nimmt vollelektrische Autos in Deutschland vorerst aus ihrer Dienstwagenliste; die unzähligen BMW in der Stadt fallen dann doch schon auf. In anderen Ländern will die Schwarz Gruppe weiterhin neue E-Autos in den Fuhrpark aufnehmen. Anscheinend ist der Wiederverkaufswert für E-Autos in diesen Ländern höher als bei uns oder aber die Schwarz Gruppe hat die Politik nun auch offiziell als Betätigungsfeld im Auge.

Ich freue mich auf die heutige Stallwächterparty auch wenn diese schon lange keine mehr sind; dürfte bereits Thema hier im Blog gewesen sein. Detlef Stern würde nun sagen, das kann man googeln.

Als Privatperson sehe ich die Teilnehmerzahl sehr entspannt, denn ich weiß, dass Qualität schon immer die Quantität übertrumpft. Als für eine Veranstaltung Verantwortlicher muss ich mir leider weiterhin über die Teilnehmerzahlen Gedanken machen, da diese Veranstaltungen vorbereitet und finanziert werden müssen. Am schlimmsten ist es aber wie vor Kurzem erst, wenn man dann über 30 Abendessen übrig hat, weil die kurzfristigen oder gar Nichtabsagen wieder einmal aus dem Ruder liefen.

Nach all den Jahren kennt man manche Schlümpfe zumindest dem Namen nach, weil sie sich regelmäßig auf den Teilnehmerlisten finden lassen. Jedes Mal nehme ich mir vor, diese nicht mehr auf die selber geführten Listen zu nehmen, dann aber denke ich, es wäre doch ganz nett diese Damen und Herren einmal persönlich kennen zu lernen.

Könnte aber auch sein, Gediente werden dies noch wissen, dass es sich bei diesen Damen und Herren um den Schützen, Kanonier, Flieger, Matrose oder Jäger Übertrag handelt (kleiner Insider).

Rundschreiben

Die Aufrufe meines gestrigen Rundschreibens lassen vermuten, dass sich doch mehr als gedacht im Urlaub befinden. Auch vermute ich, dass die wenigsten solche Nerds wie ich sind und selbst im Urlaub ihre Post erledigen.

Der Schwerpunkt dieses Rundschreibens war die Bewerbung der 10. Hertensteiner Gespräche, also dieses Mal reine Schonkost für die Empfänger. Um möglichst keine potentiellen Teilnehmer zu verprellen habe ich sogar die offizielle Webpage der Gespräche auf die EUHN-Website umgezogen. Vielleicht deshalb haben wir bereits 70 Gesprächsanmeldungen; wobei gut 10 % inzwischen immer als Verlust gesehen werden müssen. Wenn alle Stränge reißen, dann kommen sogar bis zu 30 % der angemeldeten Teilnehmer nicht. Das sind unsere aktuellen Erfahrungswerte aus anderen Veranstaltungen. So bin ich gespannt, wie die Verlustrate bei der heutigen Veranstaltung sein wird.

Was aber voll und ganz in unsere Zeit passt. Wenn wir etwas ehrlich wenigstens uns selbst gegenüber wären, gäbe es schon lange keine Diskussion um die Wehrpflicht mehr. Absolute Geldverschwendung, wobei jeder weiß, dass im Kriegsfall nicht einmal im Ansatz auch nur annähernd ausreichend Deutsche ihrer Pflicht nachkämen! Bei der Wehrpflicht geht es einzig und alleine darum, möglichst bequem Steuergelder zu verschieben, ganz egal wohin und sei es nach Dubai, wo sich unsere systemrelevanten Mitbürger so gerne tummeln. Positiv gesehen werden wieder neue Scheinarbeitsplätze geschaffen, so kann man z. B. die frei werdenden Arbeiter aus der Autoindustrie zu Sachbearbeiter für die Gewinnung von Wehrpflichtigen machen: 99 Sachbearbeiter, Aufsichten und Behördenleiter für je einen Wehrpflichtigen; hinzu kommen dann noch die beratenden Firmen und weitere Betreuungseinrichtungen — es wird nie und nimmer zu viele oder jemals auch nur ausreichend Steuergelder geben!

Manchmal glaube ich schon, dass es keinen mehr gibt, der freiwillig und unentgeltlich bei uns seinen Pflichten nachkommt oder gar ein Ehrenamt ausübt. Posten, Pöstchen bis hin zu Reservedienstgraden wollen alle haben, dafür auch etwas tun kaum noch einer.

Deswegen gibt es das kostenfreie Buffet heute immer öfters zu Beginn einer Veranstaltung, denn dann kann man wenigstens behaupten, dass doch jemand da war. Wer heutzutage das Buffet am Ende einer Veranstaltung anbietet, der muss damit rechnen, dass die meisten Teilnehmer kurz vor der Eröffnung des Buffets kommen. Und so ist es auch mit der Wehrpflicht und der Reserve, so lange es etwas zu holen gibt, wird es diese geben. Wenn es dann aber zum Schwur kommt, ist keiner mehr da!

Schneller als bei uns in Deutschland kann man kaum sein Gewissen entdecken, ändern, ganz verlieren und wiederfinden. Vom prominenten Kriegsdienstverweigerer zum Stabsoffizier und wieder zurück — nur eine Frage von Tagen oder auch nur, wo es aktuell das beste Buffet gibt.

Und so bin ich ganz froh darüber, dass zu unseren eigenen Veranstaltungen mit großer Masse noch jene kommen, die sich für die Inhalte und die dahinterstehende Idee interessieren. Und da dies auch andere mit ähnlichen Erfahrungen wie ich wissen, guckt man ganz genau darauf wer und wie viele sich bei uns in den Veranstaltungen einbringen.

Einer meiner beiden Großväter war sehr stark beim Bund des Steuerzahler engagiert. Auch ich dachte kurz einmal daran, dort Mitglied zu werden. Aber gleich in zwei Vereinen zu sein, die zwar in der Sache voll und ganz recht haben aber niemals auch nur im Ansatz ihr Ziel erreichen werden, hätte mein Gemüt schlichtweg überfordert.

Nachtrag 30.7.2026

Hat mich riesig gefreut als mich ein Leser auf die 99 Luftballons angesprochen hat. Manchmal denke ich gar nicht so quer um die Ecke.


The Länd

27.7.02026 5 (6)

Beitragsfoto: The Länd ist überall

Hertenstein

Die weniger interessierten Mitbürger werden bisher weder etwas von Hertenstein noch etwas von den Europäischen Föderalisten gehört haben. Für mich ist dies bei jenen, die Politik studieren oder gar mit der Politik ihren Lebensunterhalt bestreiten der Lakmustest schlechthin.

Aber auch jene, die sich mit der Europäischen Idee beschäftigen, entfallen deren Jubiläen sehr gerne. Für uns Föderalisten ist dieses Jahr ein besonderes! 80 Jahre Hertensteiner Programm. 80 Jahre UEF, 80 Jahre EUD und auch 80 Jahre EUROPA-UNION Heilbronn; zufällig darf ich bereits ein Viertel dieser Zeit deren Vorsitzender sein.

Mit dem Europa-Ball in der Harmonie hatten wird dieses „Festjahr“ begonnen. Leider stoßen unsere Feierlichkeiten auf zu wenig Resonanz bei unseren Mitbürgern. Sehr erfreulich, dass zumindest die GEMA Verständnis für unsere Situation und sich uns gegenüber sehr zuvorkommend verhalten hat — hier muss man die GEMA einfach auch mal loben! So schnell wird es in Heilbronn allerdings keinen Europa-Ball mehr geben. Mein kleiner Trost dabei, auch Manfred Weinmann ist damit zuvor bereits glorios gescheitert. Und er kannte uns Heilbronner wesentlich besser als es mir jemals gelingen wird.

Am 19. September 2026 gibt es nun die inzwischen zehnten Hertensteiner Gespräche, die wie geplant 2028 nach insgesamt zwölf Jahren intensiver Diskussionen ein erstes Ergebnis liefern sollen. Wir überlegen uns, wie wir die 80 Jahre-Feierlichkeiten am besten in die 10. Hertensteiner Gespräche mit integrieren können.

Inzwischen haben sich bereits sehr interessante, fachkundige und engagierte Föderalisten zu den Gesprächen angemeldet, wie immer kommen diese dabei aus allen Ecken Europas nach Heilbronn. Mit bereits über 60 angemeldeten Teilnehmern sind wir auf einem guten Weg, um tatsächlich die Obergrenze des Machbaren erreichen zu können. Meine Erfahrung zeigt mir, dass maximal 120 Menschen produktiv mit- und untereinander diskutieren können; was alleine schon 7 140 Kommunikationskanäle (kleiner Insider) öffnet.

Das Gute, wir haben doch so einige Gesprächsprofis mit dabei, die die gemeinsamen Diskussionen sicherlich sehr erleichtern werden und zudem wieder eine ganze Reihe an sehr fach- und sachkundigen Impulsgebern. So erwarten wir erneut sehr spannende und informative Gespräche rund um Europa, wovon jeder Teilnehmer profitieren wird. Intensiver wird man wohl kaum an einem anderen Ort über europäische Themen diskutieren können — das Europäische Parlament einmal ausgenommen.

Landesversammlung

Wir fuhren bereits am Freitag in den ländlichen Raum, wobei dies im Ländle gar nicht anders machbar sein dürfte, vielleicht einmal abgesehen von den Industrien um Mannheim und Ludwigshafen herum.

Am Veranstaltungsort angekommen, befanden wir uns in einer Gegend, in der sich besonders Rentner wohlfühlen. Wir fanden uns sofort vor Ort zurecht, hatten wir den Veranstaltungsort zuvor bereits erkundet. Nachdem wir die Veranstaltung vorbereitet hatten, wobei sich die lokalen Föderalisten mehr als vorbildlich einbrachten, hatten wir ausreichend Zeit, um die Gegend etwas näher zu erkunden. Etwas jünger hätten wir sicherlich die Therme aufgesucht, so war der Kurpark unser Ziel: Entspannung pur.

Auffällig, die etwas esoterische Atmosphäre des Parks. Erstaunlich wie sich bei uns Aberglauben und eine Globulikultur halten können — die meisten von uns sollten inzwischen im 21. Jahrhundert angekommen sein. Aber bereits vor Otto von Bismarck wusste man zu berichten, dass sich die Welt auf dem Land etwas langsamer dreht.

Abends testeten wir das Restaurant, welches am Folgetag für das Catering ausgesucht worden war. Bis auf das Eis in Eigenvermarktung eindeutig Sterneniveau — Chapeau an die Küche! Ich war nun gespannt auf den Folgetag.

Die Landesversammlung selbst sehr friedlich, was sicherlich der Gesamtsituation geschuldet war. Auch die Verbandsjugend war als solche vertreten; in Zeiten der Inklusion ein Anachronismus. Wir Heilbronner waren dieses Mal diplomatisch unterwegs und teilten unsere beiden etwas jüngeren Delegierten entsprechend auf.

Ich wurde gebeten, einen Workshop zum Thema Geopolitik anzubieten. Überraschenderweise kamen mehr Interessierte als gedacht. Das anschließende Feedback positiv. Für mich allerdings wie zu erwarten ernüchternd, was unser eigenes Verbandsdilemma wieder einmal ganz gut widerspiegelte: wie möchte man Europa einen, wenn man sich nicht einmal selbst einigen kann?

Der gemeinsame Abend erwartungsgemäß gut. Das Essen das Beste, das ich bei allen bisherigen Gremientreffen der Europäischen Föderalisten genießen durfte; sogar die Tapas in Barcelona mussten davor kapitulieren.

Am Folgetag gab es Delegiertenwahlen, welche für die EUROPA-UNION Heilbronn geplant gut verliefen. Wir konnten gleich zwei jüngere Mitglieder in die Verbandsgremien einbinden.

Achtung: die Verbandsarbeit findet weiterhin vor Ort statt! Gremienarbeit ist ein notweniges „Add-on“, aber kein Ersatz! Wer dies nicht berücksichtigt, der schadet dem Verband insgesamt.

Vermischtes

Mein Tipp an Blogger. Wenn mir etwas egal ist, dann schreibe ich doch nicht gleich auch noch einen ganzen Blog-Beitrag (Google-Rezensionen) darüber; so egal kann es dem Blogger dann doch nicht sein.

Nachdem ich nun einen größeren Abstand zu den Social Media gewonnen habe, musste ich am Wochenende doch wieder einmal in ein solches hineinschauen und war dabei sehr erstaunt. Mein erster Eindruck: digitale Selbstbefriedigung. Muss man einfach nicht haben. Und so bin ich nun noch bestärkter darin, dass Blogs weiterhin die bessere Kommunikationsform sind.

Zwischen etlichen Rechtsanwaltsterminen, was man halt so macht, damit es einem nicht langweilig wird, doch ein paar erbauliche Gespräche. Leider musste damit aber auch meine heutige Fahrt mit dem meseno-Bus entfallen.

So ganz nebenbei gab es dann doch Reaktionen von Studenten, die die letzte Klausur nicht bestanden haben. Auch wenn ich bereits vorher bekanntgebe, dass eine Klausureinsicht kein Basar ist, wo man um Noten und Punkte feilscht, wird es doch immer wieder versucht. Und so muss ich doch noch einmal im kommenden Semester an die Hochschule. Und wie immer stellt man dabei fest, dass die Studenten keine Klausureinsicht nötig gehabt, wenn sie sich nur ein klein wenig mehr vor der Klausur interessiert hätten. Bei mir erweckt dies den Eindruck, dass man gerne das Pferd von hinten aufzäumen möchte.


Konzert

Musikvideo zum Tag 4.2 (5)

Beitragsfoto: Konzert | © Bild von Pexels auf Pixabay

Heute fangen wir gleich einmal beim Ende an. Nämlich mit dem U2-Lied 40: „How long to sing this song?“

U2 wurde mir über meine Kameraden schmackhaft gemacht, welche bereits zu unserem Dienstantritt deren Album „War“ (1983) ganz gut fanden, zu einer Zeit wo ich selbst noch Bolland & Bolland ganz passend fand, welche rein zufällig 1981, als sich meine Einberufung — weil ich mich in Wahlkämpfen verloren hatte — noch etwas verzögerte, den Song „In the Army Now“ herausbrachten.

Es hat eine ganz Weile gedauert, aber mit dem Lied „Numb“ (1993), welches sich auf dem Album „Zooropa“ befindet, hatten sie mich an diese Gruppe gewöhnt. Jene Kameraden, die mich zuerst auf diese Gruppe aufmerksam machten, waren zu dieser Zeit schon längst wieder im „echten Leben“ angekommen und haben unsere gemeinsame Zeit längst vergessen — ich blieb noch eine Weile länger: „I’ve become so numb, I can’t feel you there – Become so tired, so much more aware“.

Wie komme ich nun aber auf U2, das wird sich bestimmt der eine oder andere Leser fragen, oder auch nicht. Ich wurde heute ein wenig neugierig, was Semin Bristina so alles auf Instagram für unseren Verein veröffentlicht und habe kurz gespickelt [sprachlicher Regionalismus!]. Unsere Mitglieder fangen nämlich so langsam aber sicher damit an, für die 10. Hertensteiner Gespräche Werbung zu machen, so wie z. B. Thomas Michl in seinem Blog vor ein paar Minuten. Und beim Spickeln blitzte plötzlich ein sogenanntes Reel von Harms Plattenkiste auf meinem Bildschirm auf — was ich spannend finde, da wir zwar beide Europäische Föderalisten sind aber nie unsere Leidenschaft für Vinyl thematisiert hatten. Und was empfahl Harm Adam dort? Die Platte „War“ von U2!

Also wieder zurück zu U2 und einem meiner Lieblingslieder dieser Gruppe „Sweetest Thing“ (1987), wobei ich selbstverständlich an meine bessere Hälfte denken muss. Ich dürfte den Song nur auf meinem kleinen Server aber auf keiner Platte haben.

Und so hänge ich sogleich den Song „All I Want Is You“ vom Album „Rattle and Hum“ (1989) mit an, den ich schon mochte, noch bevor ich meine bessere Hälfte kannte.

Von U2 könnte ich weitere Songs aufführen, besonders jene, mit denen mich meine Kameraden so gerne unterhielten. Nun gilt es aber meinen Fokus auf die kommende Landesversammlung zu legen; zumindest meine ehemaligen Studenten müssten es wissen, dass man jede Besprechung und sei sie noch so klein, vorbereiten muss.

Ok, ein Song geht dann doch noch. Wir bauen an unserem gemeinsamen Europa „With or Without You“. Das entsprechende Album „The Joshua Tree“ (1987) war das offizielle Lieblingsalbum eines meiner besten Züge, die ich je hatte.