Stones

31.7.02026 5 (3)

Beitragsfoto: Coverfoto

Wanderung

Am gefährlichsten sind die Wanderbewegungen aus den demokratischen Parteien heraus in die AfD. Man kann weiterhin davon ausgehen, dass Parteimitglieder zu den politisch engagierteren Mitbürger und damit zu den Tragpfeilern einer jeden Demokratie gehören. Auch sollte man davon ausgehen können, dass diese nicht so schnell von tumben Sprüchen und Schauläufen zu beeindrucken sind.

Schon etwas länger her, da saß ich auf einem Podium und neben mir der Antagonist von der AfD. Nach einer für mich sehr unglücklich verlaufenden Podiumsdiskussion kam der Mann freudestrahlend auf mich zu und meinte, dass wir uns noch aus den FDP-Zeiten her kennen würden.

Besser bekannt dürfte sein, wie Unions-Politiker stetig die AfD nähren. Dabei kann man feststellen, dass diese meist ihre Parteikarrieren hinter sich hatten oder für sich keine große Zukunft mehr in ihrer Partei sehen. Wanderbewegungen zwischen den Parteien sind an sich nichts Verwerfliches aber dann doch bemerkenswert, wenn politisch Engagierte aus demokratischen Parteien heraus hin in totalitaristische abwandern.

Positiv betrachtet, trennt sich nun die Spreu vom Weizen. Weniger positiv betrachtet, haben wir ein handfestes Problem! Aktuell torpedieren Ost-Politiker wie Michael Kretschmer die eigene Partei ganz massiv und dies obwohl man ihnen weiterhin lukrative Ämter sichert. Was vermuten lassen könnte, dass es auch keine gute Idee ist, wenn man auf Teufel kommt raus versucht, die eigene Spreu zu behalten.

Vermischtes

Vorgestern gab es eine sehr unterhaltsame Stallwächterparty. Erfreulich dabei, dass es so viele Helfer wie noch nie gab. Das bot mir die Gelegenheit, um für die Hertensteiner Gespräche zu werben. Und so sieht es ganz danach aus, dass ein Landtagsabgeordneter einen eigenen Gesprächskreis anbieten wird. Auch konnte ich den einen oder anderen Föderalisten nochmals daran erinnern, sich noch anzumelden. Noch heute hoffe ich darauf bereits die achtzigste Anmeldung entgegennehmen zu können.

Hatten wir beim letzten Mal rein zufällig einen französischen Schwerpunkt bei den Gesprächen, so kristallisiert sich dieses Mal ein polnischer heraus. Es ist immer wieder spannend mit anzuschauen, wie solche offenen Gespräche schnell beginnen ein Eigenleben zu entwickeln.

Gleich heute morgen gibt es ein Käffchen zusammen mit Detlef Stern und am Samstag weitere gute Gespräche mit lokalen Föderalisten vor Ort. Ich gehöre noch zu jenen, die an Kommunikation jenseits der Social Media glauben.

Andy Burnham scheint über Verstand und Mut zugleich zu verfügen. Auf alle Fälle ist seine Ankündigung, dass er der Berufsausbildung wieder zu mehr Renommee verhelfen möchte und deshalb von dem jahrzehntelangen Ideal einer Universitätsbildung für alle abrückt, bemerkenswert. Dave Keating macht sich darüber in einem Blog-Beitrag „Burnham is right: less people should go to university“ seine ganz eigenen Gedanken.

Das Schild „Liebe Eltern! Jedes unbeaufsichtigte Kind erhält von uns einen Liter Cola, ein großes Schokoeis und einen Hundewelpen geschenkt.“ dürfte nicht sehr lange angebracht gewesen sein.

Wer die ZDF-Doku über die Bahn — hier im Blog bereits schon einmal verlinkt — noch nicht gesehen hat, der sollte sich ein wenig sputen, denn die Deutsche Bahn möchte diese Dokumentation verbieten lassen. Wenn man mir die Milliarden Euro Steuergelder nur so in den Hintern schöbe, dann könnte selbst ich ein paar Cent „Gewinn“ machen.

Auf alle Fälle zeigt dies eins ganz gut, ob Bahn oder Kanzler, wir Deutschen sind Weltmeister im Verklagen. Wohl deshalb gibt es bei uns weiterhin mehr Juristen als Bestatter.

Es dürfte kein Geheimnis mehr sein, dass sich die Union nach den diesjährigen Landtagswahlen einen neuen Kanzler sucht. Da geht es der CDU besser als uns Deutschen insgesamt, denn wir können kaum unsere Bahn durch die belgische oder gar die Schweizer Bahn ersetzen.

Nachdem ich die oben gezeigte LP dann doch nicht für so gut befunden habe, guckte ich mir nochmals das Plattencover etwas genauer an. Ich finde, dies ist ganz gut gelungen und passt sehr gut zum Einstieg in diesen heutigen Blog-Beitrag.

Auslaufmodell

Guido Kühn brachte es gestern auf den Punkt. Wobei die meisten von uns Auslaufmodelle sind, wir wollen es nur nicht wahrhaben. Mein größter Fehler in meiner Jugend war es an die Vernunft im Menschen zu glauben, dabei hätte man es besser wissen müssen: der mündige Bürger ist ein Hirngespinst!

Dass sich Guido Küh dabei gerade an einem Audi festzurrt, passt wiederum voll und ganz in mein Blog, da wir weiterhin ein Audi-Werk bei uns haben und die große Politik jüngst wieder schwört, dieses Werk bis aufs letzte Wählerblut zu verteidigen — komme da, was wolle!

Irgendwie hat es immer etwas Anheimelndes, wenn das eine Auslaufmodell dem anderen Auslaufmodell ewige Treue schwört. Das hatten wir sicherlich schon bei den Postkutschen, den Pferden sowie bei Kohle und Stahl.

Und so werden wohl bald die „SuperSUV Q9“ bunt angemalt der Bundeswehr zum Stückpreis von mindestens einer halben Millionen Euro als Superpanzer verkauft. Hatten wir alles schon einmal und Mercedes stößt sich u. a. mit dem Wolf schon wieder einmal gesund. Die anderen Autohersteller werden sicherlich bald folgen und die politische Begründung kenne ich auch schon: es ist für die Soldaten gut, wenn sie nicht nur Mercedes, sondern auch Audi, Porsche, VW und BMW fahren können, denn das erhöht deren Chancen auf dem echten Arbeitsmarkt — die 1980er-Jahre lassen grüßen!

Schlimmer ist nur noch unsere Werftindustrie an Deutschlands Küsten, einmal ganz abgesehen von unseren Flugzeugbauern, denn da kauft die Bundeswehr für Hunderte von Milliarden Euro Schiffe und Boote und kein einziges ist davon zu gebrauchen. Die Luftwaffe kann man wenigstens dazu nutzen, um unsere Volksvertreter von A nach B zu fliegen — zumindest manchmal klappt es.

Das Gute oder auch nicht an Auslaufmodellen ist es, dass diese sehr lange auslaufen — meistens über ganze Generationen hinweg. Und keine Krise wird jemals groß genug sein, um dies zu ändern.


Sitzungssaal

29.7.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Sitzungssaal

Buchhandel

Dass Banken bei uns alles außer Geldgeschäfte machen, daran hatte ich mich schon gewöhnt. Dass sie dies dann auch halbwegs gut machen, könnte erklären, warum ein Bankneubau dem anderen folgt — alleine wegen dem Geldverkehr bräuchte man heute keine Immobilien mehr. Vielleicht hat man sich aber auch nur an die Post erinnert, die erst einen Palast nach dem anderen in die Städte gesetzt hat und dann völlig von der Bildfläche verschwunden ist.

Nun aber darf man lesen, dass eine Heilbronner Buchhandlung eine Rutsche durch die Buchhandlung baut. Dass die meisten Buchhandlungen inzwischen wirklich alles außer gute Bücher verkaufen, ist bekannt. Aber für fast eine Million Euro eine Rutsche durch den Laden führen, das dürfte ganz neue Geschäftsfelder erschließen.

Wobei, das mit der Rutsche im Laden hatten wir schon einmal bei uns in Heilbronn. Dort ging ich als Kind sehr gerne hin, auch wenn meine Eltern dies nur zum Schuhkauf erlaubten. Dieses Ladengeschäfts gibt es schon länger nicht mehr. Zum Glück haben wir noch Händler wie Amazon, denn die verkaufen auch weiterhin Bücher.

Vermischtes

Johannes Kuhn fragt sich heute in einer Blog-Notiz, ob er jüngst einem Geschäftsessen oder einem Date beigewohnt hat. Dabei ist es doch eindeutig, denn bei Geschäftsessen wird ganz offen über Sex gesprochen. So habe ich es heute zumindest in einem Artikel in der FAZ überflogen; vorausgesetzt natürlich, dass das „Tinder-Geschwurbel“ weiterhin der Zeit und dem Spiegel vorbehalten bleibt.

Nur mal so, die Schwarz Gruppe nimmt vollelektrische Autos in Deutschland vorerst aus ihrer Dienstwagenliste; die unzähligen BMW in der Stadt fallen dann doch schon auf. In anderen Ländern will die Schwarz Gruppe weiterhin neue E-Autos in den Fuhrpark aufnehmen. Anscheinend ist der Wiederverkaufswert für E-Autos in diesen Ländern höher als bei uns oder aber die Schwarz Gruppe hat die Politik nun auch offiziell als Betätigungsfeld im Auge.

Ich freue mich auf die heutige Stallwächterparty auch wenn diese schon lange keine mehr sind; dürfte bereits Thema hier im Blog gewesen sein. Detlef Stern würde nun sagen, das kann man googeln.

Als Privatperson sehe ich die Teilnehmerzahl sehr entspannt, denn ich weiß, dass Qualität schon immer die Quantität übertrumpft. Als für eine Veranstaltung Verantwortlicher muss ich mir leider weiterhin über die Teilnehmerzahlen Gedanken machen, da diese Veranstaltungen vorbereitet und finanziert werden müssen. Am schlimmsten ist es aber wie vor Kurzem erst, wenn man dann über 30 Abendessen übrig hat, weil die kurzfristigen oder gar Nichtabsagen wieder einmal aus dem Ruder liefen.

Nach all den Jahren kennt man manche Schlümpfe zumindest dem Namen nach, weil sie sich regelmäßig auf den Teilnehmerlisten finden lassen. Jedes Mal nehme ich mir vor, diese nicht mehr auf die selber geführten Listen zu nehmen, dann aber denke ich, es wäre doch ganz nett diese Damen und Herren einmal persönlich kennen zu lernen.

Könnte aber auch sein, Gediente werden dies noch wissen, dass es sich bei diesen Damen und Herren um den Schützen, Kanonier, Flieger, Matrose oder Jäger Übertrag handelt (kleiner Insider).

Rundschreiben

Die Aufrufe meines gestrigen Rundschreibens lassen vermuten, dass sich doch mehr als gedacht im Urlaub befinden. Auch vermute ich, dass die wenigsten solche Nerds wie ich sind und selbst im Urlaub ihre Post erledigen.

Der Schwerpunkt dieses Rundschreibens war die Bewerbung der 10. Hertensteiner Gespräche, also dieses Mal reine Schonkost für die Empfänger. Um möglichst keine potentiellen Teilnehmer zu verprellen habe ich sogar die offizielle Webpage der Gespräche auf die EUHN-Website umgezogen. Vielleicht deshalb haben wir bereits 70 Gesprächsanmeldungen; wobei gut 10 % inzwischen immer als Verlust gesehen werden müssen. Wenn alle Stränge reißen, dann kommen sogar bis zu 30 % der angemeldeten Teilnehmer nicht. Das sind unsere aktuellen Erfahrungswerte aus anderen Veranstaltungen. So bin ich gespannt, wie die Verlustrate bei der heutigen Veranstaltung sein wird.

Was aber voll und ganz in unsere Zeit passt. Wenn wir etwas ehrlich wenigstens uns selbst gegenüber wären, gäbe es schon lange keine Diskussion um die Wehrpflicht mehr. Absolute Geldverschwendung, wobei jeder weiß, dass im Kriegsfall nicht einmal im Ansatz auch nur annähernd ausreichend Deutsche ihrer Pflicht nachkämen! Bei der Wehrpflicht geht es einzig und alleine darum, möglichst bequem Steuergelder zu verschieben, ganz egal wohin und sei es nach Dubai, wo sich unsere systemrelevanten Mitbürger so gerne tummeln. Positiv gesehen werden wieder neue Scheinarbeitsplätze geschaffen, so kann man z. B. die frei werdenden Arbeiter aus der Autoindustrie zu Sachbearbeiter für die Gewinnung von Wehrpflichtigen machen: 99 Sachbearbeiter, Aufsichten und Behördenleiter für je einen Wehrpflichtigen; hinzu kommen dann noch die beratenden Firmen und weitere Betreuungseinrichtungen — es wird nie und nimmer zu viele oder jemals auch nur ausreichend Steuergelder geben!

Manchmal glaube ich schon, dass es keinen mehr gibt, der freiwillig und unentgeltlich bei uns seinen Pflichten nachkommt oder gar ein Ehrenamt ausübt. Posten, Pöstchen bis hin zu Reservedienstgraden wollen alle haben, dafür auch etwas tun kaum noch einer.

Deswegen gibt es das kostenfreie Buffet heute immer öfters zu Beginn einer Veranstaltung, denn dann kann man wenigstens behaupten, dass doch jemand da war. Wer heutzutage das Buffet am Ende einer Veranstaltung anbietet, der muss damit rechnen, dass die meisten Teilnehmer kurz vor der Eröffnung des Buffets kommen. Und so ist es auch mit der Wehrpflicht und der Reserve, so lange es etwas zu holen gibt, wird es diese geben. Wenn es dann aber zum Schwur kommt, ist keiner mehr da!

Schneller als bei uns in Deutschland kann man kaum sein Gewissen entdecken, ändern, ganz verlieren und wiederfinden. Vom prominenten Kriegsdienstverweigerer zum Stabsoffizier und wieder zurück — nur eine Frage von Tagen oder auch nur, wo es aktuell das beste Buffet gibt.

Und so bin ich ganz froh darüber, dass zu unseren eigenen Veranstaltungen mit großer Masse noch jene kommen, die sich für die Inhalte und die dahinterstehende Idee interessieren. Und da dies auch andere mit ähnlichen Erfahrungen wie ich wissen, guckt man ganz genau darauf wer und wie viele sich bei uns in den Veranstaltungen einbringen.

Einer meiner beiden Großväter war sehr stark beim Bund des Steuerzahler engagiert. Auch ich dachte kurz einmal daran, dort Mitglied zu werden. Aber gleich in zwei Vereinen zu sein, die zwar in der Sache voll und ganz recht haben aber niemals auch nur im Ansatz ihr Ziel erreichen werden, hätte mein Gemüt schlichtweg überfordert.

Nachtrag 30.7.2026

Hat mich riesig gefreut als mich ein Leser auf die 99 Luftballons angesprochen hat. Manchmal denke ich gar nicht so quer um die Ecke.


The Länd

27.7.02026 5 (6)

Beitragsfoto: The Länd ist überall

Hertenstein

Die weniger interessierten Mitbürger werden bisher weder etwas von Hertenstein noch etwas von den Europäischen Föderalisten gehört haben. Für mich ist dies bei jenen, die Politik studieren oder gar mit der Politik ihren Lebensunterhalt bestreiten der Lakmustest schlechthin.

Aber auch jene, die sich mit der Europäischen Idee beschäftigen, entfallen deren Jubiläen sehr gerne. Für uns Föderalisten ist dieses Jahr ein besonderes! 80 Jahre Hertensteiner Programm. 80 Jahre UEF, 80 Jahre EUD und auch 80 Jahre EUROPA-UNION Heilbronn; zufällig darf ich bereits ein Viertel dieser Zeit deren Vorsitzender sein.

Mit dem Europa-Ball in der Harmonie hatten wird dieses „Festjahr“ begonnen. Leider stoßen unsere Feierlichkeiten auf zu wenig Resonanz bei unseren Mitbürgern. Sehr erfreulich, dass zumindest die GEMA Verständnis für unsere Situation und sich uns gegenüber sehr zuvorkommend verhalten hat — hier muss man die GEMA einfach auch mal loben! So schnell wird es in Heilbronn allerdings keinen Europa-Ball mehr geben. Mein kleiner Trost dabei, auch Manfred Weinmann ist damit zuvor bereits glorios gescheitert. Und er kannte uns Heilbronner wesentlich besser als es mir jemals gelingen wird.

Am 19. September 2026 gibt es nun die inzwischen zehnten Hertensteiner Gespräche, die wie geplant 2028 nach insgesamt zwölf Jahren intensiver Diskussionen ein erstes Ergebnis liefern sollen. Wir überlegen uns, wie wir die 80 Jahre-Feierlichkeiten am besten in die 10. Hertensteiner Gespräche mit integrieren können.

Inzwischen haben sich bereits sehr interessante, fachkundige und engagierte Föderalisten zu den Gesprächen angemeldet, wie immer kommen diese dabei aus allen Ecken Europas nach Heilbronn. Mit bereits über 60 angemeldeten Teilnehmern sind wir auf einem guten Weg, um tatsächlich die Obergrenze des Machbaren erreichen zu können. Meine Erfahrung zeigt mir, dass maximal 120 Menschen produktiv mit- und untereinander diskutieren können; was alleine schon 7 140 Kommunikationskanäle (kleiner Insider) öffnet.

Das Gute, wir haben doch so einige Gesprächsprofis mit dabei, die die gemeinsamen Diskussionen sicherlich sehr erleichtern werden und zudem wieder eine ganze Reihe an sehr fach- und sachkundigen Impulsgebern. So erwarten wir erneut sehr spannende und informative Gespräche rund um Europa, wovon jeder Teilnehmer profitieren wird. Intensiver wird man wohl kaum an einem anderen Ort über europäische Themen diskutieren können — das Europäische Parlament einmal ausgenommen.

Landesversammlung

Wir fuhren bereits am Freitag in den ländlichen Raum, wobei dies im Ländle gar nicht anders machbar sein dürfte, vielleicht einmal abgesehen von den Industrien um Mannheim und Ludwigshafen herum.

Am Veranstaltungsort angekommen, befanden wir uns in einer Gegend, in der sich besonders Rentner wohlfühlen. Wir fanden uns sofort vor Ort zurecht, hatten wir den Veranstaltungsort zuvor bereits erkundet. Nachdem wir die Veranstaltung vorbereitet hatten, wobei sich die lokalen Föderalisten mehr als vorbildlich einbrachten, hatten wir ausreichend Zeit, um die Gegend etwas näher zu erkunden. Etwas jünger hätten wir sicherlich die Therme aufgesucht, so war der Kurpark unser Ziel: Entspannung pur.

Auffällig, die etwas esoterische Atmosphäre des Parks. Erstaunlich wie sich bei uns Aberglauben und eine Globulikultur halten können — die meisten von uns sollten inzwischen im 21. Jahrhundert angekommen sein. Aber bereits vor Otto von Bismarck wusste man zu berichten, dass sich die Welt auf dem Land etwas langsamer dreht.

Abends testeten wir das Restaurant, welches am Folgetag für das Catering ausgesucht worden war. Bis auf das Eis in Eigenvermarktung eindeutig Sterneniveau — Chapeau an die Küche! Ich war nun gespannt auf den Folgetag.

Die Landesversammlung selbst sehr friedlich, was sicherlich der Gesamtsituation geschuldet war. Auch die Verbandsjugend war als solche vertreten; in Zeiten der Inklusion ein Anachronismus. Wir Heilbronner waren dieses Mal diplomatisch unterwegs und teilten unsere beiden etwas jüngeren Delegierten entsprechend auf.

Ich wurde gebeten, einen Workshop zum Thema Geopolitik anzubieten. Überraschenderweise kamen mehr Interessierte als gedacht. Das anschließende Feedback positiv. Für mich allerdings wie zu erwarten ernüchternd, was unser eigenes Verbandsdilemma wieder einmal ganz gut widerspiegelte: wie möchte man Europa einen, wenn man sich nicht einmal selbst einigen kann?

Der gemeinsame Abend erwartungsgemäß gut. Das Essen das Beste, das ich bei allen bisherigen Gremientreffen der Europäischen Föderalisten genießen durfte; sogar die Tapas in Barcelona mussten davor kapitulieren.

Am Folgetag gab es Delegiertenwahlen, welche für die EUROPA-UNION Heilbronn geplant gut verliefen. Wir konnten gleich zwei jüngere Mitglieder in die Verbandsgremien einbinden.

Achtung: die Verbandsarbeit findet weiterhin vor Ort statt! Gremienarbeit ist ein notweniges „Add-on“, aber kein Ersatz! Wer dies nicht berücksichtigt, der schadet dem Verband insgesamt.

Vermischtes

Mein Tipp an Blogger. Wenn mir etwas egal ist, dann schreibe ich doch nicht gleich auch noch einen ganzen Blog-Beitrag (Google-Rezensionen) darüber; so egal kann es dem Blogger dann doch nicht sein.

Nachdem ich nun einen größeren Abstand zu den Social Media gewonnen habe, musste ich am Wochenende doch wieder einmal in ein solches hineinschauen und war dabei sehr erstaunt. Mein erster Eindruck: digitale Selbstbefriedigung. Muss man einfach nicht haben. Und so bin ich nun noch bestärkter darin, dass Blogs weiterhin die bessere Kommunikationsform sind.

Zwischen etlichen Rechtsanwaltsterminen, was man halt so macht, damit es einem nicht langweilig wird, doch ein paar erbauliche Gespräche. Leider musste damit aber auch meine heutige Fahrt mit dem meseno-Bus entfallen.

So ganz nebenbei gab es dann doch Reaktionen von Studenten, die die letzte Klausur nicht bestanden haben. Auch wenn ich bereits vorher bekanntgebe, dass eine Klausureinsicht kein Basar ist, wo man um Noten und Punkte feilscht, wird es doch immer wieder versucht. Und so muss ich doch noch einmal im kommenden Semester an die Hochschule. Und wie immer stellt man dabei fest, dass die Studenten keine Klausureinsicht nötig gehabt, wenn sie sich nur ein klein wenig mehr vor der Klausur interessiert hätten. Bei mir erweckt dies den Eindruck, dass man gerne das Pferd von hinten aufzäumen möchte.