Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

4.11.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Rathaus Heilbronn | © Shutterstock

Transparenz

Manche kennen vielleicht die Schutzeichen der Haager Konvention. Wird ein Kulturgut durch ein Bundesland als national bedeutsam eingestuft, kann es mit dem internationalen Schutzzeichen der Haager Konvention zum Schutz von Kulturgut bei bewaffneten Konflikten gekennzeichnet werden. 

Diese Zeichen sind an manchen Gebäude heute noch zu finden und bringen mich auf die Idee, auf jedes öffentliche Gebäude, ob Brücke oder Radhaus, verpflichtend ein neues „Transparenzzeichen“ anzubringen. Und dieses Zeichen wird mit einem QR-Code versehen, der zu einer Transparenzseite des betreffenden Objektes führt.

Auf dieser Seite sind dann nicht nur die Erstellungskosten, von der Planung bis zur Inbetriebnahme, zu finden, sondern auch die beabsichtigte Lebensdauer sowie die dafür notwendigen Betriebs- und Wartungskosten. Das Ganze wird dann noch durch die echten laufenden Kosten und die ggf. erhaltenen Subventionen ergänzt.

Damit kann sich jeder Bürger über die eigentlichen Kosten von Infrastruktur kundig machen, was nachweisbar (siehe Gesundheitskosten) bei den Bürgern zu Verhaltensänderungen führen wird. Und es besteht zudem die Hoffnung, dass dies auch zu positiven Veränderungen bei den entsprechenden Entscheidungsträgern beiträgt.

Das Problem dabei, Transparenz wird nur von ehrlichen Politikern, fachkundigen Beamten und mündigen Bürgern gewollt — alle anderen bleiben liebend gerne im Dunkeln und freuen sich darauf, dass sie ab und zu ein Freibier ausgegeben bekommen.

Radhaus

Das Parkhaus für Fahrräder vor dem Bahnhof soll nun in den Probebetrieb gehen, und wird danach — kurz vor der OB-Wahl — werbewirksam eingeweiht. Sehr gespannt bin ich darauf, wie das Radhaus angenommen werden wird.

Wenn es ein Erfolg ist, dann werden die Plätze mit einer Jahresgebühr von anfänglich 90 Euro schnell ausgebucht sein, und die Fahrräder der Studenten und Pendler weiterhin den Bahnhofsvorplatz nutzen — was durchaus, etwa wie in Heidelberg, seinen Charme hat.

Wenn es kein Erfolg wird, werden wir alle seinem Zerfall zugucken können. Eine Gelegenheit für manche von uns, um ins Philosophieren zu kommen.

Bücherberg

Heute habe ich dem Berg an Büchern, die ich noch oder wieder einmal lesen möchte, ein weiteres Buch hinzugefügt. „Fundamentals: Ten Keys to Reality“ von Frank Wilczek, und dies obwohl das Buch in der Kritik teilweise als „flach“ bezeichnet wurde; für mich als nur Interessierten dürfte es dennoch ausreichen und ich verspreche mir eine anregende Lektüre.

Das grundlegende Problem ist allerdings die Menge an Büchern, die ich vor mir herschiebe, und, um meine bessere Hälfte nicht zu verärgern, verlege ich meinen Bücherberg auch immer wieder einmal.

Aus reiner Lesersicht heraus, käme mir ein vollständiger Lockdown mit zusätzlichem Bücherlieferverbot ganz gelegen — ich wäre eine ganze Weile beschäftigt.


Website des Tages

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

Man könnte dieses Amt damit wesentlich aufwerten, wenn es die oben beschriebene Transparenzidee für die gesamte Bundesrepublik koordinieren und kontrollieren würde.


Geburtstag des Tages

Walter Cronkite

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

28.10.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Schwimmen

Den Sommer über auch in Heilbronn eine feine Sache. Wohl aufgrund von COVID-19 hatten sich auch in den Heilbronner Bädern die Mindestanforderungen an die Hygiene durchgesetzt, und bei etwas schlechterem Wetter konnte man auch hervorragend seine Bahnen ziehen.

Jetzt, da nur noch die Spaßbäder geöffnet sind, wird es für mich, da ich, aus gesundheitlichen Gründen heraus, nicht auf das Frühschwimmen zurückgreifen kann, eng. So warte ich nun geduldig darauf, dass sich auch mir die Chance bietet, um im Sportbecken den einen oder anderen Schwimmzug machen zu können. Wenn das dann einmal der Fall ist, muss ich spätestens beim ersten Luft holen aufpassen, dass ich keine Parfümwolke erwische, denn dann wird es tatsächlich lebensgefährlich.

So mache ich gleich einmal einen konstruktiven Vorschlag, denn ich bin bestimmt nicht der einzige Schwimmer, der sich im Sportbecken gerne anstrengen und so etwas wie in der Art Schwimmtraining absolvieren würde.

In Neckarsulm gibt es doch das große und auch extra dafür gebaute Spaßbad, das schon immer mit seiner Finanzierung zu kämpfen hat. So wäre doch eine gemeinsame konzertierte Aktion beider Städte möglich. Man ergänzt das Bad in Neckarsulm mit einem Wein- und Bierausschank sowie einem Raucherbecken und sorgt für eine kostenfreie öffentliche Verkehrsanbindung von Heilbronn aus — wer eine Eintrittskarte vorweisen kann, fährt damit auch zum Spaßbad und wieder zurück.

Dafür wird das Soleo für Schwimmer reserviert, die sich gerne beim Schwimmen sportlich betätigen möchten.

Sozial

Kommt es nur mir so vor, oder hat sich dieser Begriff tatsächlich zum Negativen verändert. Meines Erachtens steht er, egal wer in noch auf den Fahnen führt, nur noch für die Begründung, um noch mehr Steuergelder umzuverteilen oder diese gar nur noch für die eigenen Zwecke zu verwenden.

Ob Diakonie oder Caritas, ob Partei oder Hilfsorganisation, es sind jeweils riesige Organisationen entstanden, die allesamt alleine für ihren eigenen Betrieb Unsummen von Steuergeldern benötigen und auch verbrauchen. Spenden, Beiträge oder Eigenleistungen der Mitglieder reichen dafür schon lange nicht mehr aus.

Deshalb müssen wir Steuerzahler Jahr für Jahr tiefer in die Taschen greifen, um dieses „Sozial-System“ — wohlgemerkt neben dem „Sozialstaat“, der ebenfalls Unsummen kostet — überhaupt noch am Leben erhalten zu können. Und kaum einer ist darüber noch erstaunt, dass dabei der eigentliche Zweck und Sinn dieser privaten Organisationen immer weniger erfüllt wird, denn dann stünde zu befürchten, dass wir alle noch mehr Gelder aufbringen müssen.

So wundert es auch kaum noch, dass jetzt eine „Hilfsorganisation“ nach der anderen nach weiteren Steuergeldern verlangt, um den eigenen Betrieb „modernisieren“ — das aktuelle Modewort für Mehrausgaben — zu können.

Leider spricht keine Organisation davon, die eigene Strukturen auf das wirklich Notwendige zu begrenzen. Oder gar damit anzufangen, den gewaltigen personellen Überbau auszudünnen.

Und Ideen, wie man zielgerichteter und wirkungsvoller „helfend“ tätig werden könne, werden schon lange nicht mehr erörtert, geschweige denn nach außen kommuniziert. So wird der Eindruck erweckt, dass inzwischen die Selbsthilfe der eigentliche Zweck der sozialen Verbände, Parteien und Organisationen ist.

The Länd

So plötzlich und überraschend wie das Ganze kam, könnte man durchaus vermuten, dass irgendein Vetter dringend Geld benötigt hat — über 20 Millionen Euro Steuergelder um etwas genauer zu sein.

Dabei wäre es eine gute Idee — in Zeiten besonders angespannter Haushalte und sinkender Steuereinnahmen — etwas umsichtiger mit unseren Steuergeldern umzugehen.

Aber ganz im Gegenteil, nicht nur, dass es in unserem Ländle noch mehr an Ministerien und Verwaltungsmitarbeitern gibt, von denen jetzt schon sehr viele überhaupt nicht wissen, was sie den ganzen langen Tag über tun sollen. Sondern unsere Landesregierung arbeitet mit großer Vehemenz daran, und hat dazu extra noch die SPD mit ins Boot geholt, dass the Länddäyle (früher gerne als Landtag bezeichnet) von the Länd noch vor dem deutschen Bundestag größer und teuerer als der chinesische Volkskongress werden wird.

Abschließend, um die Idee von the Länd ein wenig weiterzuspinnen, schlage ich vor, dass unser Regierungschef ab sofort als „the Däpp“ weltweit beworben wird. Die dazu notwendigen Millionen Euro Steuergelder werden wir uns sicherlich auch noch leisten können.

Website des Tages

Repair Café

Repair Cafés sind ehrenamtliche Treffen, bei denen die Teilnehmer alleine oder gemeinsam mit anderen ihre kaputten Dinge reparieren. An den Orten, an denen das Repair Café stattfindet, ist Werkzeug und Material für alle möglichen Reparaturen vorhanden.“ 

Geburtstag des Tages

Francis Bacon


Bürgerin

Mündiger Bürger 5 (2)

Beitragsfoto: Bürgerin | © Robert Kneschke, Shutterstock

Immer wieder hört man vom mündigen Bürger. In den 1980er-Jahren gab es sogar einmal eine politische Partei, die sich so nannte. Ich beziehe mich aber — und dies seit dem Ende der 1970er-Jahre — auf eine eher philosophische Betrachtung des Begriffes, indem ich Mündigkeit mit Selbstbestimmung und Eigenverantwortung verknüpfe. Der Urheber dieses Gedankens wird wohl Immanuel Kant gewesen sein, als er sich der Frage widmete, was Aufklärung eigentlich sei?

„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Muthes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. sapere aude! habe Muth dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Ist also der Wahlspruch der Aufklärung. … Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Theil der Menschen … dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben.“

Immanuel Kant, Was ist Aufklärung? (1784)

Was macht aber einen mündigen Bürger überhaupt aus? Ich versuche mich an einer Erklärung, indem ich diese Frage auf drei Begriffe reduziere, nämlich Verantwortung, Bildung und Ehrenamt, und diese kurz und plakativ ausführe.

Verantwortung

Verantwortung ist, seine Wehrpflicht, einen Ersatzdienst oder zumindest ein soziales Jahr für unsere Gesellschaft abzuleisten. 

Verantwortung ist nicht, vor der Wehrpflicht nach West-Berlin zu fliehen, oder sich ein falsches Gesundheitsattest ausstellen zu lassen. Auch nicht, einfach auf das soziale Jahr zu verzichten, weil es freiwillig ist.

Verantwortung ist, eine möglichst gute Ausbildung zu absolvieren und damit dazu beizutragen, dass unsere Wirtschaft und Gesellschaft prosperiert sowie unser Staat die notwendigen Steuergelder erhält.

Verantwortung ist nicht, unter seinen eigenen Kapazitäten zu bleiben und damit der Gesellschaft Potentiale und notwendige Steuern zu entziehen oder gar der Gesellschaft auf der Tasche zu liegen.

Bildung

Bildung ist Bürgerpflicht. Damit ist auch das lebenslange Lernen nicht nur eine Selbstverständlichkeit, sondern eine Notwendigkeit, um den einzelnen Bürger wie auch die Gesellschaft voranzubringen.

Bildung macht uns alle zu besseren Menschen und wirkt sich sofort auf sämtliche Bereiche des menschlichen Zusammenleben aus.

Das lebenslange Lernen garantiert zudem, dass notwendige gesellschaftliche Fortschritte nicht verschleppt oder der kommenden Generation überlassen werden.

Wer auf Bildung und beständiges Lernen verzichtet, schadet nicht nur sich selbst, sondern besonders der Gesellschaft und der Umwelt. Die Zerstörung unserer Natur ist eine Folge von Bildungsverweigerung.

Ehrenamt

Der Mensch ist ein Zoon Politikon und lebt diese Wesensart im Ehrenamt aus. Das Ehrenamt dient nicht dazu, damit einzelne Bürger möglichst billig ihren eigenen Lebensunterhalt sicherstellen können.

Ehrenämter bestimmen einen Großteil des Lebens eines jeden mündigen Bürgers. Diese begleitet er von frühester Jugend an, später auch neben Beruf und Familie bis hin ins Rentenalter, wobei jeder einzelne sehr darauf achten muss, dass er Ehrenämter in erster Linie für andere begleitet und diese nicht zum Selbstzweck und später zur reinen Selbstbeschäftigung gegen die eigene Langeweile werden.

Das Ehrenamt bringt viel Verantwortung mit sich, ist wesentlicher Bestandteil jeder funktionierenden Gesellschaft und schadet bei Missbrauch allen und jedem.

Fazit

Ich glaube damit ganz gut den mündigen Bürger beschrieben zu haben, denn letztendlich kommt es nicht auf das Wollen, sondern alleine auf das Können und Machen an.

So gibt es ganz besonders in unserer Gesellschaft sehr, sehr viele mündige Bürger, die diese immer noch und weiterhin am Leben erhalten. Alle anderen sind einfach nur Maulhelden.

„The first requisite of a good citizen in this Republic of ours is that he shall be able and willing to pull his weight.“

Theodore Roosevelt, Rede in New York (11. November 1902)