Met Live

3.5.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Eugen Onegin

Pjotr Iljitsch Tschaikowski hat mir schon immer gefallen, besonders seine Klavierkonzerte. Seine Ballette Nussknacker und Schwanensee dürfte wohl jeder kennen. Und seine Oper Eugen Onegin ist seit 1879 ein Dauerbrenner. Ich weiß nicht mehr, wie oft ich diese Oper schon gesehen habe. Auf alle Fälle habe ich sie noch als CD herumliegen und hatte sogar einmal eine Aufführung auf Videokassette. Für den Inhalt der Oper ist Alexander Puschkin verantwortlich.

Gestern war es dann wieder einmal soweit, denn die Metropolitan Opera brachte diese Oper wieder einmal auf die Bühne und wohl erstmals zugleich auch in die Kinos (MetLive). So richtig angelockt wurde ich dabei von der Aussage, dass diese Aufführung zum Schluss hin wagnerische Züge hätte — das war mir tatsächlich noch neu.

Inszeniert wurde diese Opernaufführung bereits 2013 von Deborah Warner. Recycelt wurde sie schon einmal 2017 und 2022 an der Met. Dieses Mal nun mit Asmik Gregorian als Tatjana und mit Iuri Samoilov als Onegin. Maria Barakova gab eine gute Olga und Stanislass de Barbeyrac gab einen sehr symphatischen Lenski. Insgesamt gab es an allen Stimmen nichts auszusetzen. Und auch das Orchester unter dem Dirigenten Timur Zangiev tadellos.

Zur Inszenierung kann ich nur sagen, dass diese bereits 2013 mehr als altbacken war. Das Bühnenbild (Tom Pye) zwar aufwendig aber überhaupt nicht interessant — zur Inszenierung wahrscheinlich sogar passend. Die Kostüme (Chloe Obolensky) eine Art Mischung von Schwarzwald und Apfelweinaussschank („Der blaue Bock“). Da half es dann auch nicht mehr viel, dass man ein wenig NASA-Feeling à la Artemis-Mission neu einstreute.

Insgesamt eher eine sehr gute Mietshausaufführung: sehr gute Handwerker und Hausmeister, dafür aber einen völlig ideenlosen Architekten. Die Mieter sind zufrieden, manche vielleicht auch glücklich, dennoch möchte keine Vermieter selber drin wohnen.

Am besten gefielen mir die Interviews mit den Sängern, wobei Iuri Samoilov kein Blatt vor den Mund nahm. Übrigens, Joyce DiDonato die den heutigen Host des Abends gab, trug den neusten New Yorker Unterwäsche-Chic, wohl als Kontrast zu den restlichen Kostümen der Oper gedacht.

Noch zwei Trivia zur Oper. Olga heiratet kurz nach dem Tod ihres Verlobten einen Lanzenreiter und verlässt ihre Heimat. Die Russen brauchten gut 140 Jahre, um die letzten Worte Onegins zu erfüllen; sage da nochmals jemand, dass Alexander Puschkin und Pjotr Iljitsch Tschaikowski keine Visionäre gewesen seien!

@ Nancy Gibson: Du hast mir damals in Chemnitz als Olga besser gefallen. Und die Aufführung selbst, schlichter aber dafür weit gefälliger.

Vermischtes

Erfreulich, dass FC Schalke 04 nun wieder in der Bundesliga zu finden sein wird, was einen Bekannten von mir sicherlich heute noch so richtig ärgert, da die Fortuna gestern weniger Glück hatte.

Vor zwei Tagen gab es Vollmond, was nur deshalb etwas interessant ist, da es diesen schon wieder am 31. Mai geben wird. Diesen nennt man dann Blue Moon, warum auch immer. Den nächsten soll es dann wieder am 31. Dezember 2028 geben. Ob einer davon tatsächlich auch einmal blau schimmern wird oder vielleicht sogar schon hat, werden sicherlich unsere Experten beantworten können.

Spannend zu lesen, was Detlef Stern zu seinen neuen Bewertungskriterien für Arbeiten geschrieben hat. Auf alle Fälle reduziert der Einsatz von KI den Wert der eigenen Arbeit ungemein — nicht nur bei den Weblogs, sondern auch in der Schule, im Studium und ganz besonders im Beruf. Ich bin zudem davon überzeugt, das jene, die nun von einer KI ersetzt werden, nie gebraucht wurden. Vielleicht hat damit KI doch etwas Gutes.

Ganz spontan gab es noch ein EUROPA-UNION Rundschreiben, das die unterschiedlichen Aktivitäten im Land im Zuge der Europawochen aufführte und letztmals für den Europa-Ball warb.

Expertise

Veranstaltungen vorzubereiten, die kaum noch jemanden interessieren, dies ist so etwas von upturnend, das kann man sich vorab gar nicht vorstellen. Deshalb nun auch meine Entscheidung, vom toten Pferd abzusteigen. Gestern beim europäischen Frühstück haben wir dann darüber gewitzelt, dass sobald wir die eine oder andere Veranstaltung endgültig eingestampft haben, ein paar Schlümpfe um die Ecke kommen und genau solche Veranstaltungen fordern, weil dies völlig neu sei und man so etwas unbedingt benötigen würde.

Was mich nun dazu motiviert, um über unsere heutigen Experten zu schreiben; was zudem ganz gut auch unsere momentane Welt beschreiben könnte. Ich möchte dies an ein par wenigen Beispielen deutlich machen, wobei ich weiß, dass ich von diesen ein klein wenig Ahnung habe.

Fangen wir mit dem Internet an, der Sache von der ich am wenigsten verstehe. Ich selbst sehe mich dort als erfahrenen Nutzer und nicht als Experte. Detlef Stern wird dies bestätigen können.

Seit Mitte der 1980er-Jahre bin ich im Internet unterwegs, was anfangs nur ein militärisches Gadget mehr war. Seit Ende der 1990er-Jahre betreibe ich immer wieder eigene Server und Websites und seit den Nullerjahren sogar permanent. Ich konnte dabei eigene Websites monetarisieren und auch mit eigenen Apps etwas Geld verdienen.

Was mich aber sicherlich nie und nimmer selbst zu einem Experten werden ließ. Aber ich weiß inzwischen ziemlich gut, wer von dieser Materie Ahnung hat und wer nicht — jene in meinem Umfeld mit Ahnung kann ich wohl an den Fingern meiner beiden Hände, vielleicht noch die Zehen mit hinzu, abzählen.

Was jene, die nach ein paar Monaten bloßem Wischen und Drücken zu glauben scheinen, selbst die völligen Durchblicker zu sein, nicht davon abhält, ganze Elogien über das Internet zu schreiben, selbstverständlich inzwischen KI-gestützt. Experte ist man heute bereits, wenn man halbwegs unfallfrei Microsoft- oder andere Produkte bedienen kann oder über ein entsprechendes Zertifikat verfügt.

Schon alleine aufgrund meines Berufs habe ich von Sicherheitspolitik Ahnung und zähle mich mit mehr als 30 Jahren als Profi und mit insgesamt über 45 Jahren intensiver thematischer Beschäftigung zu jenen Menschen mit Expertenstatus. Hierbei habe ich lernen dürfen, dass man sämtliche andere Experten zum entsprechenden Thema namentlich kennt und mit den meisten auch schon einmal zusammengearbeitet hat.

Mehr möchte ich schon gar nicht mehr zu diesem Thema schreiben, denn hier bekomme ich schon Magengeschwüre sobald ich nur daran denke! Alles nur noch Experten um mich herum!

Und die müssen nicht einmal wie beim Thema Internet wenigstens selbst wischen und drücken können, nicht einmal mehr furzen oder grunzen. Ein paar YouTube-Videos, wenn möglich noch das eine oder andere „Hausfrauenbriefing“ und vielleicht sogar noch einen mehr oder weniger erfolgreichen Versuch eines Journalismus- oder Politikstudiums. Wenn allerdings wirklich alles schief läuft, langt auch bloß ein Parteibuch; besser noch, man lässt sich wie in den USA inzwischen üblich gleich noch ein Hakenkreuz aufs Gemächt tätowieren und der Posten des Kriegsministers ist gesichert. Sollte man keins haben, langt bei uns selbstverständlich auch eine Fönfrisur.

Erst jüngst haben mir ein paar solcher depperten Experten schriftlich versichert, dass die EU (max. 6) über mehr Atom-U-Boote als die USA (ca. 70 Boote) verfügt. Selbst wenn man die Briten mit einrechnet, dürften bei uns keine zwölf nuklear betriebene U-Boote zusammenkommen. Was bei unseren deutschen Experten aus der Politik weit mehr als 70 ist.

Auf alle Fälle aber macht man bei uns mit seinem Expertentum richtig gut Geld und dies ohne jemals etwas arbeiten oder gar leisten zu müssen — einzig und alleine drangsaliert man gerade jene Mitmenschen, die sich durch Fleiß und Arbeit mit der Materie vertraut gemacht haben.

Zum Schluss komme ich noch auf mein Lieblingsthema Europa zu sprechen. In den USA wird gerne kolportiert, dass es zwei Dinge gibt, von denen man überhaupt keine Ahnung haben müsse, um sie in vollen Zügen genießen zu können, nämlich Sex und Golf. Bei uns kommt noch Europa mit hinzu.

Europa kann man erleben und genießen. Mit ein wenig Menschenkenntnis und gutem Willen wird man ohne Wenn und Aber zu einem sachkundigen und fundierten Europäer. Aber auch hierbei schlägt unser Expertentum voll und ganz zu!

Als Europäer, der seit über 35 Jahren versucht Europa zu leben, werde ich immer öfters von Europaexperten drangsaliert. Was mich zu der Erkenntnis bringt, dass wir insgesamt weniger Experten benötigen und dafür wieder mehr ganz normale Menschen, die sich aus reinem Interesse heraus für eine Sache interessieren und darüber kundig machen wollen.

Und wer in einer Sache Experte sein möchte, der sollte nicht gleich schon an seinem Grundschulabschluss scheitern! Auf alle Fälle aber sollten Experten 2 und 2 oder gar 6 und 6 zusammenzählen können und dann auch wissen, dass das Ergebnis weniger als 70 ist!

Jene besagten Experten, die aktuell im Europäischen Parlament untergekommen sind, können dies auf alle Fälle nicht. Wobei ich die Verantwortung bei Lehrern sehe, die eine Empfehlung fürs Gymnasium selbst für jene aussprechen, die nicht lesen und schreiben können, vom Rechnen ganz zu schweigen. Denn ab 16 hilft dann alleine ein Parteibuch, um selbst in höchste politische Ämter zu gelangen — dazu muss man auch nicht einmal mehr unfallfrei telefonieren können.

„Verschmäht, verstoßen! O welch hartes Los!“

Eugen Onegin, letzte Worte

Fediverse Reactions

7.4.02026 4.6 (9)

Beitragsfoto: Streetart

E-Mail

Ich fühle mich zwar immer noch ein wenig geehrt, wenn ich mit seitenlangen E-Mail bombardiert werde, die mich eines Besseren belehren möchten. Wenn diese E-Mail dann aber auch noch mit unzähligen Links zu weiteren Websites und Videos garniert werden, dann ist bei mir aber Schluss mit lustig.

Bitte schreiben Sie doch Ihre eigenen Blogs! — wie z. B. diesen. Ich bin Ihnen wirklich nicht böse und Konkurrenz belebt das Geschäft.

Flora Incognita

Am Wochenende habe ich eine mir unbekannte Blume gefunden. Meine bessere Hälfte tippte sofort auf wilde Tulpe, was meine weiteren Recherchen auch bestätigten. Wozu gibt es aber KI und so nahm ich ein Foto und fragte ChatGPT — sozusagen zur nochmaligen Bestätigung. Das Ergebnis eindeutig: ein Gelbstern. Mein Nachhaken bei ChatGPT ließ diese KI richtig biestig werden! Sie ließ nicht einmal zu, dass sie sich ggf. doch geirrt haben könnte.

Ein kurzer Chat mit Detlef Stern und ich hatte ein neues App auf meinem Mobiltelefon. Erst ohne Anmeldung im Gastmodus, aber als ich mich etwas mehr damit beschäftigt hatte, registrierte ich mich dann doch noch. Nun habe ich meine Entdeckung dort auch noch festgehalten und trage ein klein wenig mit dazu bei, dass unsere restliche Pflanzenwelt ein wenig besser erforscht werden kann.

Aber auch die Website von Flora Incognita ist besuchenswert; es gibt sie noch die lesenswerten Websites!

Fast passend dazu der Hinweis, dass laut Martin Thielecke „seit Beginn des Jahres in Kalifornien jedweder AI-generierter Content im Zuge des California AI Transparency Act gekennzeichnet werden muss, sei es mit Wasserzeichen bei Audio, Video und Bildern, als auch händische Kennzeichnung bei Texten.“

Sobald sich das auch bei uns in Europa durchsetzt, wird es im Internet richtig leer und einsam werden. Es sei denn die Menschen sind bereits so stumpf, dass sie wirklich über alles „rüberrutschen“. Wobei bei Profi-Websites könnte man es noch halbwegs verstehen, denn auch Journalisten möchten heutzutage mit möglichst wenig eigener Arbeit möglichst viel Geld verdienen. Lustig dabei, sie sind die allerersten die dann darüber klagen, wenn man sie weder liest noch wahrnimmt, ganz zu schweigen vom Ernstnehmen.

Auf alle Fälle aber wäre es für alle Beteiligten besser, wenn man sofort erkennen könnte, wann eine Website oder ein Blog noch von Menschen gemacht ist. Auch der Hinweis, man hat sich „nur“ von einer KI beraten oder „ein wenig“ helfen lassen dürfte vielen Lesern genügen, um künftig einen weiten Bogen um solche Produkte zu machen. Außer, wie geschrieben, man gehört zu den völlig Abgestumpften. Und die gibt es bei uns zu genüge — also nichts mehr mit einsam im Internet; ein echter Messi füllt alles, egal wie viel Kubik.

Vermischtes

Das heute als Beitragsfoto abgelichtete Kleinkunstwerk ist am Rande der Innenstadt zu finden. Wer weiß wo?

Vor Kurzem haben wir eine gute Idee von Peter Schulze übernommen und zu Werbezwecken eine ganze Kiste gelber Sterne bestellt. Nicht nur ich assoziiere inzwischen diese Sterne mit der Flagge sowohl der des Europarats als auch der der Europäischen Union — dem europäischen Sternenbanner sozusagen.

Im Kreisverband Mannheim der EUROPA-UNION, dessen Vorsitzender Peter Schulze ist, kamen diese Sterne ganz gut an, auch mir gefallen sie ganz gut und der Enkelin scheinen sie auch zu gefallen. Und so könnte diese Idee auch in Heilbronn funktionieren.

Gerade kam die Kiste gelber Sterne an und nun sind wir im Besitz von lauter … roten Exemplaren — in unserem Land klappt wirklich gar nichts mehr!

Gleich am Morgen gab es erst ein Nichtkäffchen mit Detlef Stern und dann die obligatorische Vorlesung. Der Rest des Tages ist mit lauter mehr als unangenehmen Tätigkeiten angefüllt. Erst am Abend wird es besser werden, denn dann gibt es einen Europastammtisch zum Entspannen. Und selbst die vorgeschaltete Kreisvorstandssitzung dürfte nach diesem Tag als vergnügungssteuerpflichtig durchgehen.


Fußballspieler

25.3.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Fußballspieler beim Einwurf |© Pixabay

Vermischtes

Wie wir heute lesen können, macht sich die AfD für die CDU hübsch. Es könnte aber auch weiterhin nur so sein, dass die Grenzen zwischen beiden Parteien fliesend sind. Früher™ traten CDUler auch noch gerne bei den Freien Wählern an, wenn sie in der eigenen Partei kaum eine Chance auf ein Wahlamt hatten.

Für heute habe ich genug gerechnet, Listen befüllt und Rechnungen geschrieben. Morgen ist auch noch ein Tag. Längst sind die Zeiten vorbei, wo ich so lange am Schreibtisch blieb, bis alles erledigt war. Manchmal ging schon wieder die Sonne auf und ich war dabei mit meiner kleinen Welt zufrieden. Später nutzte ich die Nachstunden eher, um an meinen Büchern oder im Blog zu schreiben, was eine ganz andere Qualität besitzt, da man dies alleine nur für sich selbst macht.

Heute nutze ich die Nachtstunden eher fürs Bingen oder mit einer guten Lektüre. Was ich jedem empfehlen kann, bevor man sich darüber beklagt, dass man nicht ein- oder durchschlafen könne. Als wir noch das Land der Dichter und Denker waren, soll es gar üblich gewesen sein, dass die Menschen ihre Nacht in Ruhe- und Arbeitszeiten aufteilten und man zweimal je Nacht ins Bett ging. Was dann wohl auch zum Mittagsschläfchen führte, eine Eigenart, die noch heute gerne beibehalten wird.

Auf alle Fälle aber wäre ich nie ein guter 9-to-5-Jobber geworden; zu unflexibel und viel zu langweilig! Lustig dabei, dass man genau diese Jobs künftig durch KI und Roboter ersetzen wird! Wer sich als Mensch in Formen pressen lässt, der verdient es einfach nicht anders.

Habe ich bestimmt auch hier schon einmal erwähnt: „Alle Menschen zerfallen, wie zu allen Zeiten so auch jetzt noch, in Sclaven und Freie; denn wer von seinem Tage nicht zwei Drittel für sich hat, ist ein Sclave, er sei übrigens wer er wolle: Staatsmann, Kaufmann, Beamter, Gelehrter.“ (Friedrich Nietzsche, 1878).

In meiner Jugend war ich mal Borussia Mönchengladbach-Fan, dann aber haben sie mit dem Fußballspielen aufgehört. Mit dem FC Bayern München konnte ich selbst zu meinen Münchner Zeiten nichts anfangen, mit dem VfB eher schon — durfte einmal ein paar von deren Spielern drangsalieren, was durchaus etwas verbindet. Mit dem 1. FC Kaiserslautern und dem HSV bin ich kameradschaftlich verbunden und Fortuna Düsseldorf gehört seit Kurzem gewisser Maßen sogar zur Familie, zumindest ein Ultra. Hingegen Real Madrid wurde mir befohlen und als guter Soldat habe ich mir sogar deren Devotionalien schenken lassen.

Basketball ist dennoch der bessere Mannschaftssport, gleich gefolgt von Rugby und Football.

Krieg

Der Ukrainekrieg wabert weiter vor sich hin, kaum hat die Ukraine ein paar Quadratkilometer Gelände zurückerobert, schon starten die Russen eine neue Offensive. So lange die Ukrainer standhalten, läuft alles weiterhin nach Plan — so schlimm dies auch für die Betroffenen sein mag. Aber das ist Krieg!

Der beste Verbündete Putins, Donald Trump, hat derweil ganz ohne Plan eine zweite Front im Iran eröffnet. Auf alle Fälle sichert dies nun den Russen die Finanzierung ihres Krieges gegen die Ukraine und macht nicht nur die Familie Donald Trumps reich. Was erklären könnte, warum auch die Bundesregierung wieder verstärkt auf Öl und Gas setzt — es erhöht die eigenen Gewinnmargen.

Wieder einmal ein schönes Beispiel, warum Kriege geführt werden, nämlich um den eigenen wirtschaftlichen und politischen Untergang zu verschleiern oder um sich persönlich zu bereichern, meist aber beides zugleich — es geht immer ums Geld („It’s all about the money“).

Und ob dazu nun auch US-Truppen oder gar NATO-Alliierte verheizt werden müssen, reine Nebensache. Als Soldaten haben wir von unseren Politikern und Mitbürgern immer wieder hören müssen, dass wir als „Zivilversager und potentielle Mörder“ doch etwas Besseres hätten lernen können und, dass es nun „an der Zeit sei, zumindest wieder das Sterben zu lernen“.

Sobald aber unsere lieben Mitbürger befürchten müssen, dass es ihnen ggf. selber an den Kragen gehen könnte, sind wir Soldaten wieder höchst beliebt und man entlohnt uns durch beifälliges Klatschen, ähnlich wie die Ärzte und Pfleger während COVID-19. Am besten, sobald wir im Sarg nach Hause kommen, denn das spart richtig Geld.

Wie man nun lesen darf, müssen sich wohl auch Soldaten darauf einstellen, dass sie ihre eigenen Ehepartner, die nicht arbeiten können und manchmal auch nicht dürfen, noch verstärkter als sonst üblich ver- und absichern müssen. Die vom Bund ehemals bereitgestellten Wohnungen für die umzugspflichtigen Soldaten sind schon längst von Behörden unter der Hand fremdvergeben. Und für den Nachwuchs Kindergärten oder passende Schulen am neuen Standort zu finden, rein persönliches Schicksal.

Nur für den Fall, dass hier jemand fragt, warum man die Ränge bereits in Friedenszeiten nicht füllen kann — von geeignetem Personal einmal ganz zu schweigen. Wer will als Bürger schon freiwillig in den Augen seiner Mitbürger ein „rechtsradikaler Vergewaltiger“ sein?

Manche Blogger meinen, dass der Ukrainekrieg in den Medien viel zu kurz käme. Zumindest wir Soldaten wissen um die schreckliche Tragik auch dieses Krieges, aber auch, dass dieser „alternativlos“ ist.

Gerade jene, die diesen Krieg vermeintlich nicht wollen, hätten ihn schon lange beenden können. Dazu müsste man einfach nur sämtliche Wirtschafts- und sonstige Beziehungen zur Russischen Föderation abbrechen — das würde aber die eigenen Einkommen schmälern und ggf. den eigenen Wählern ein paar Unannehmlichkeiten bereiten. Was ist dagegen schon das schreckliche Schicksal von ein paar Hunderttausend ukrainischer Frauen und Kinder? Von den unzähligen Soldaten einmal ganz zu schweigen! — It’s all about money, stupid!

Blogger

Kaum habe ich über Altherrenblogger geschrieben und schon muss ich bei Stefan Rose lesen, dass Chris Kurbjuhn nicht weiter schreiben wird. Die allermeisten Uraltblogger sind schon etwas länger von uns gegangen, nun lichten sich auch die Reihen der Altherrenblogger immer mehr.

Der Lauf des Lebens halt. Passend, es regnet. Heute war mir mein Tag bereits schon vorab unangenehm, denn ich hatte die leidigen Familiengeschäfte auf heute verlegt. Und da die Anmeldungen zum diesjährigen Europa-Ball ebenfalls schleppend verlaufen, fügt sich der Tag so langsam aber sicher zu einem zusammen, auf den man später nicht so gerne zurückblicken wird.

Man soll den Tag aber nie vor dem Abend loben und so gibt es zumindest wieder etwas zum Bloggen. Auch passend wäre nun ein Rezept oder eine Restaurantempfehlung, was bei mir aktuell aber nicht erfolgen wird.

Valentin Trentin hat sein Blog vor Kurzem ebenfalls eingestellt und mit Detlef Stern diskutiere ich letztens immer wieder auch darüber, ob ich für mich nicht doch einmal eine Blogpause einlegen sollte — ich könnte dafür wieder verstärkt meinen Zettelkasten füttern oder das eine oder andere bereits fast vergessene Buchprojekt wieder aufgreifen.

Dann aber lese ich wieder Blog-Beiträge von Uraltbloggern wie David Wertheimer, was mich allerdings gerade heute auch wieder zumindest ein klein wenig sentimental stimmt, vor allem, wenn ich daran zurückdenke, wie ich selber in den 1990er-Jahren beruflich bedingt ins Internet schrieb und dachte, dass dies doch gar keine schlechte Idee für einen ganz privaten Zeitvertreib wäre.

Dann brachte mich ein Mitarbeiter auf die Idee, dass man damit doch ganz gut Geld verdienen könne und in Folge davon darf ich auf doch so einige sehr glorreich gescheiterte Internet-Projekte zurückblicken — aber auf alle eher mit einem lächelnden Auge.

Im Gegensatz zu meinem damaligen Mitarbeiter war mir Geld nie so richtig wichtig und so bin ich am Abend meiner eigenen Blogger-Zeit wieder voll und ganz zu den Anfängen zurückgekehrt, nämlich eine gute Technologie auch für den eigenen Zeitvertreib zu nutzen — wobei ich immer mehr daran denke, dass unsere damalige Software für diese Zwecke viel besser war als es die heutige ist. Was daran liegen könnte, weil wir uns alles selber zusammengebastelt oder gar zusammengetauscht hatten und das eigene Serverlein noch in der Wohnung glühte.


Fediverse Reactions