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23.9.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Blogger | © Shutterstock

Fahrradring

Dank Gerd M. Hofmann weiß ich nun, dass man in Heilbronn einen Fahrradring plant. Wir werden künftig viel zu staunen und sicherlich auch zu lachen haben. Und vielleicht erfahren wir dann auch einmal, für was ein Fahrradring gut ist. Radrennen oder gar Schaufahren, ähnlich wie schon die Autos beim Heilbronner Protzerring. Wer nun wissen möchte, wo der Fahrradring verlaufen soll, der kann in den oben verlinkten Blog-Beitrag schauen oder gleich auf OpenStreetMap. Was mich zur Frage führt, was für einen Wert eine Straßenkarte eigentlich hat, die nicht das Ist, sondern das vielleicht einmal Sein abbildet?

Vermischtes

ALF war hier im Blog schon Thema, denn ich war von Anfang an Fan dieser Serie (1986 – 1990). Umso mehr ärgert es mich, dass ich gestern das vierzigjährige Jubiläum der Serie mit dem Bingen von Boston Legal verpasst habe. Auf die Schnelle finde ich keinen vorherigen Beitrag, was daran liegen könnte, dass ich gestern ein entsprechendes Suchfunktions-Plug-in auf dem Blog entfernt habe, aber wen kümmerts?

Um mir künftige Suchen zu erleichtern, sei hier erwähnt, dass ALF von Paul Fusco gespielt wird und sich auf der Erde selbst Gordon Shumway nennt. Wie er auf seinem Heimatplaneten Melmac heißt, habe ich längst vergessen. Übrigens, der nun folgende Song war tatsächlich einmal ein Hit.

Was mich nun fragen lässt, was haben Gordon Shumway und Denny Crane gemeinsam? Ich überlasse die Antwort meinen Lesern. Auf alle Fälle aber bin ich davon überzeugt, dass unsere Welt eine viel bessere wäre, wenn es mehr solcher Menschen gäbe.

Derweil versucht sich Semin Bristina an einem Aufmacherbild für die kommenden Rundschreiben auf der EUROPA-UNION-Website. Das letzte Rundschreiben in Newsletterform wird zugleich auch das erste Rundschreiben auf der Website werden. Ich gebe im Ehrenamt das Push-Prinzip auf und ziehe mich auf das Pull-Prinzip zurück. Nach mehr als 20 Jahren des Experimentierens, wie man die Mitglieder eines Vereines am besten erreichen kann, bin ich ernüchtert. Erst jüngst beklagte sich ein Mitglied wieder einmal darüber, dass es keine Informationen über eine attraktive Reise erhalten hat und doch sehr gerne mitgefahren wäre. Dass diese Reise nicht nur monatelang in den Rundschreiben angekündigt wurde und auch Thema bei den üblichen Treffen war, ist dabei unerheblich. Als Vorsitzender muss man die versteckten Wünsche und innersten Begierden seiner Mitglieder erkennen und die Mitglieder dann individuell ansprechen und anschreiben; dass dies ab Zweihundert Mitgliedern nicht mehr ganz so einfach ist und man somit auch den einen oder anderen Wunsch nicht erfüllt, spielt dabei bei vielen Mitgliedern keine Rolle.

Auch wenn gut 50 % der Rundschreibenabonnenten dieses auch an ihren Geräten öffnen, heißt dies noch lange nicht, dass sie dieses dann auch oder gar bis zum Ende gelesen haben — mache ich mit meinen eigenen abonnierten Rundschreiben auch nicht. Aber ich bestelle jene Rundschreiben wieder ab, die ich zum wiederholten Male nicht gelesen habe. Nun gibt es demnächst die Information am Ende des Rundschreibens, dass dieses künftig nicht mehr verschickt wird und man bei Bedarf auf der Website nachgucken kann. Technikaffine Mitglieder können sich dieses dann per RSS-Feed weiterhin auf ihre Geräte holen. Es war schon immer von Vorteil, wenn man intelligent und engagiert ist.

Lehren

Man ist schneller wieder von der Bildfläche verschwunden als man es selber gerne wahrhaben möchte. Zum neuen Semesterbeginn, der dieses Mal ohne mich stattfindet, wollte ich schauen, welche Studenten Einblick in meine letzte Klausur haben möchten. Dies meist nur, um ggf. doch noch bestanden zu haben, leider viel zu selten, um aus eigenen Fehlern etwas zu lernen. Da die Studenten ein Recht darauf haben, wollte ich ihnen dieses nicht vorenthalten. Da mein entsprechendes E-Mail-Konto zu schnell nicht mehr funktioniert (Hochschule und Organisation: zwei Welten, die sich nie begegnen) habe ich nun Detlef Stern gebeten, die Studenten zu informieren, dass diese mich bei Bedarf über eine Privat-E-Mail anschreiben, damit ich eine Klausureinsicht organisieren kann. Meine Planung ist, diese Einsicht mit einem letzten Käffchen an der Hochschule zu verbinden — kann auch ein Nichtkäffchen sein, ich war noch nie sehr anspruchsvoll.

Aus irgendeinem Grund hat ein jüngerer Wikipedianer meinen letzten Wikipediaartikel gefunden und diesen nun zur Löschung empfohlen. Seit es Wikipedia gibt, habe ich dort immer wieder mitgeschrieben, aber nur selten eigene Artikel verfasst, denn so wichtig nahm ich mich dann auch wieder nicht. Die wenigen Artikel, die ich selber schrieb, verfasste ich, da ich auf diesem Gebiet zu diesem Zeitpunkt „der Experte“ dafür war und meinte, meine Expertise auch auf diesem Medium teilen zu müssen.

Mein letzter Artikel hielt zehn Jahre durch, nun wird er auch ins digitale Nirwana abwandern. Erfreulich, dass doch so einige meiner Fotos und Informationen nun unter anderem Namen weiter erhalten bleiben — es war schon immer so, dass wir Menschen uns sehr gerne mit fremden Federn schmücken. Sobald nun mein letzter Artikel verschwunden ist, werde auch ich aus Wikipedia verschwinden, wobei mir dies nicht einmal ein Götz von Berlichingen wert ist.

Meine Lehre daraus ist eindeutig! Wer ins Internet schreiben — einmal von den beruflichen Internetnutzern abgesehen — möchte, der ist gut beraten, dies auf eigenen Servern zu tun. Alles andere ist wie Sex in einer Peepshow.

Ganz ohne Frage, auch die 10. Hertensteiner Gespräche waren ein voller Erfolg! Von Anfang an „basisdemokratisch“ organisiert, verschiebt sich der Fokus der Gespräche mit jedem Jahr ein klein wenig. Da ich aber weiterhin nach zwölf Jahren ein Ergebnis haben möchte, bin ich gezwungen, daran zu erinnern.

Was nun dazu führte, dass die jüngeren Teilnehmer erstmals ein paar der üblichen Selbstdarsteller in ganzer Pracht miterleben durften und dies erfreulicherweise auch sofort erkannten. Erfolgreiche Gespräche ziehen solche Menschen an wie das Licht die Motten. Ich habe die Gespräche deshalb so ausgerichtet, dass auch für diese Menschen Platz ist und sie sich dort gut ausleben können. Was ich nicht erwartet hatte ist, dass diese sich nun in jene Gesprächskreise „einbringen“ wollen, wo es tatsächlich um echte Grundlagenarbeit geht und wo man selbst gut vorbereitet mitarbeiten muss.

Dies führt nun zwingend dazu, dass wir Zwischengespräche benötigen, um die tatsächlich Arbeitswilligen an einen Tisch zu bekommen, die dann zusammen mit mir Fakten schaffen, die es ermöglichen, dass nach zwölf Jahren Gesprächen auch ein Ergebnis erreicht wird — den Profis unter uns dürfte dies bekannt vorkommen.

Meine erfreulichste Lehre aus diesen Gesprächen ist, dass das absichtliche Fernbleiben der JEF eine gute Sache ist. Denn sie schaffen damit ein Vakuum, das gefüllt werden wird — ein Naturgesetz. Und so konnten wir jüngere und vielversprechende Neumitglieder gewinnen.

Ein Ratschlag sei mir erlaubt: wer sich als Berufsjugendlicher wie ein Kleinkind verhält, der darf sich nicht wundern, dass er von Erwachsenen nicht mehr ernst genommen wird. Unsere heutige Zeit ist bereits so inklusiv, dass unsere Berufsjugendlichen nur noch wie Dinosaurier durch die Gegend stampfen. Für diese wäre es endlich einmal an der Zeit erwachsen zu werden. Zugegeben, das Erwachsensein macht sich auf TikTok und Trallala nicht so gut.

Nachtrag

Ein Leser macht bezüglich ALF darauf aufmerksam, dass „mal abgesehen vom ‚Musikalischen‘ … Da merkt man, wie sich insbesondere die USA weiterentwickelt haben. Katzenfressende, crossdressende ‚Aliens‘, die friedliche Koexistenz predigen, kann man jetzt auch in ein Drittland abschieben für ein paar Dollar an die entsprechende Regierung. Da ist es völlig egal, ob sie ihre Heimat nicht erreichen können.“

Stimmt, denn heute haben wir das ICE und die hätten ALF einschließlich den Tanners bestimmt schon totgeschlagen. Das muss der Fortschritt sein, von dem alle immer sprechen.

„If you love something, let it go. If it comes back to you, it’s yours. If it’s run over by a car, you don’t want it.“

ALF

Violetta

13.7.02026 5 (4)

Beitragsfoto: Radio

Selbstverständnis

Der Größenwahn nimmt bei uns wahrlich kein Ende mehr. Die weltgrößten Parlamente und das größte Kanzleramt aller Zeiten sind uns inzwischen bei weitem nicht mehr genug. Nun darf auch der Bundespräsident sein in die Jahre gekommenes Prunkschloss für mindestens 1 Milliarde Euro aufhübschen lassen.

Nicht nur sollen alle Despoten dieser Welt vor Neid erblassen, sondern auch wir Steuerzahler müssen endlich wissen, wo bei uns in Deutschland immer noch oder schon wieder einmal der Hammer hängt: Adolfs Germania lässt grüßen.

Und wer jetzt von uns Bürgern schon wieder meckert, der verkennt ganz offensichtlich dabei, dass es schon 20 Jahre her ist, seit das Schloss Bellevue das letzte Mal saniert wurde. Und Donald Trump saniert doch auch immer wieder. Schulen und Kindergärten müssen da halt warten.

Übrigens, gute und verantwortliche Politik könnte man auch aus einer Barracke oder gar einem Zelt heraus machen. Wer allerdings nur protzen kann, der benötigt tatsächlich Prachtbauten, dicke Autos und einen Privatjet.

Mit ein klein wenig demokratischem Selbstverständnis würde ein Bundespräsident „sein“ Schloss einer dafür adäquateren Verwendung zuführen und seine administrativen Aufgaben aus einem Großraumbüro heraus erledigen. Und wenn er dann tatsächlich einmal gegenüber Despoten dieser Welt repräsentieren muss, haben unser Kanzler und dazu noch 16 Ministerpräsidenten mehr Prunkbauten als unser Land schon jetzt verkraften kann.

Bevor ich meinen Glauben nun noch ganz verliere, binge ich lieber eine Runde Good Omens. Bin mal gespannt, wie weit ich heute Nacht komme. Michael Sheen ist als Engel zwar sehr sehenswert, aber David Tennant ist als Dämon noch eine ganze Nummer besser.

Vermischtes

Sehr erfreulich, dass Chris Hammond im Vereinigten Königreich für die Hertensteiner Gespräche Werbung macht. Nun bin ich einmal sehr gespannt darauf, ob die Angeschriebenen sich die Mühe machen und im September aufs Festland kommen. Weder die originalen Hertensteiner Gespräche, noch jene in Luxemburg wären jemals ohne die Briten ein Erfolg geworden. Manche glauben noch daran, dass Tradition verpflichtet.

Gestern konnte ich einen Billardtisch in neue Hände geben. Mit dabei mein Queue samt Lederschatulle, den ich mir gegen Ende der 1980er-Jahre erspielt hatte; dafür musste ich einiges an Lehrgeld bezahlen, erhielt aber einen guten Einblick wie man als Billard-Hustler lebt.

Etwa ein Jahr später bekam ich noch einen Billardtisch in Turniergröße geschenkt, den ich leider nicht mitnehmen konnte, da ich nicht nur ausreichend Platz in meiner Unterkunft hatte, sondern der Tisch mit einer Marmorplatte als Basis auch viel zu schwer für die Umzugsunternehmen war, die mir immer wieder beim Umziehen halfen.

Gut zwanzig Jahre später versuchte ich während eines etwas längeren Auslandsaufenthalts erneut mein Glück, nur um festzustellen, dass man in Übung sein muss, um mitspielen zu können.

Was bleibt, das sind die schönen Erinnerungen an durchspielte Nächte und nun auch an den abgegebenen Billardtisch aus meiner Jugend, der später dafür verantwortlich war, dass ich nicht gleich jedes Spiel verlor.

Morgen ist dann etwas mehr los als es mir gefällt, von einem Termin zum anderen jagen und auch noch an die Hochschule, um eine Klausur zu beaufsichtigen. Für die Studenten ist nach der Klausur alles gegessen, ich hingegen darf diese dann auch noch korrigieren. Da ich weder Kanzlerkandidat noch Kaiserenkel werden möchte, darf ich als weiterhin arbeitender Bevölkerungsteil die Ergebnisse nicht auswürfeln, sondern muss gut 100 Klausuren lesen und bewerten. Wobei ich die neue Platte der Rolling Stones zur Gemütsberuhigung verwenden werde — geplant ist, dass sie rechtzeitig zur Korrektur geliefert werden wird.

Heute gucke ich mir zusammen mit dem meseno-Bus und einem Praktikanten dann wieder einmal die neue Brücke an, jene, die nun doch viel später fertig werden wird, weil man ganz plötzlich festgestellt hat, dass man auch Brücken im Vorfeld planen muss — bei uns aktuell etwa so vierzig Jahre im Voraus. Bei etwas größeren Projekten dürften es dann gut 100 Jahre Planungszeit werden — ich erinnere nur einmal an die Turmstraße.

Sollte Stuttgart 21 noch in diesem Jahrhundert fertig werden, dann können unsere Nachfahren mit Fug und Recht von einem neuen Weltwunder sprechen.

Man könnte aber auch unken und behaupten, dass die Deutsche Bahn mit ihren Videos über fehlgeschlagene Bauvorhaben inzwischen mehr als mit dem Personen- und Güterverkehr verdient. Rein aus unternehmerischer Sicht heraus lohnt es sich damit nicht mehr, diese Dienstleistungen überhaupt noch anzubieten.

Föderalismus

Leo Klinkers, den ich nun auch schon eine ganze Weile kenne und der mit Freiwilligen wie mir sogar einmal an einer eigenen Verfassung für Europa schrieb, hat nun ein neues Buch mit dem Titel „From the Darkness of Treaty-Based Cooperation to the Light of a Federal Europe“ geschrieben.

Er holt dabei ganz schön weit aus und bezieht sich auf keinen Geringeren als Johannes Althusius, den er zudem mit für den Föderalismus verantwortlich macht. Wir Europäische Föderalisten hatten uns allerdings bereits 1947 auf ein paar wenige „Verantwortliche“ geeinigt. Je tiefer man in der Geschichte gräbt, umso mehr Menschen findet man, die schon einmal ganz gute Ideen hatten. Die wirklich spannende Frage ist dabei, warum sich gute Ideen bei uns Menschen so schlecht durchsetzen.

Auch wenn es immer wieder interessant ist, was so alles vor ein paar Jahrhunderten geschah und auch wenn man durchaus aus Vergangenem lernen kann, so ist die Geschichte des heutigen europäischen Föderalismus um einiges jünger als es Leo Klinkers gerne hätte.

Wir Menschen blicken bestenfalls ein Menschenleben lang zurück und entscheiden dabei auch nur aufgrund eigener Bedürfnisse und Herausforderungen. Ein Grund, warum sich der Föderalismus kaum bei uns Menschen durchsetzen können wird, denn sobald sich seine positiven Auswirkungen auf uns Menschen bemerkbar machen, entfällt bei der großen Masse von uns die Bereitschaft und das Bedürfnis, um diesen Weg weiterzugehen — das Altbekannte wird wieder attraktiv und so wurstelt man lieber weiter am eigenen Untergang entlang.

Ein Punkt dürfte dabei aber greifen, in Gesellschaften wo Verträge und Abmachungen keine Rolle mehr zu spielen beginnen, können sich Staaten und Staatengemeinschaften, die auf Verträgen beruhen, nicht mehr lange halten.

Ob es nun aber Sinn macht, den Föderalismus auf das selbe gefühlte Niveau eines Nationalstaats zu senken, und dabei Hirn durch Bauch zu ersetzen, darf bezweifelt werden. Zwar kann man mit dem Bauch wunderbar ganze Nationen in den Untergang führen, aber, um sie aus dem Schlamassel wieder herauszuholen, bedarf es allerdings etwas mehr, z. B. Hirn, zumindest aber eine Gesellschaft, die sich wieder an Abmachungen und Verträge hält.

Unsere eigene Verbandsjugend, die Jungen Europäischen Föderalisten, haben den Bauchweg schon etwas länger beschritten. Gestern haben sie sich wieder einmal umbenannt, was man halt so macht, wenn man sich nicht mit Inhalten beschäftigen möchte.

Bald wird es sicherlich wieder einmal ein neues Logo geben und selbstverständlich schraubt man auch noch an den eigenen Verbandstrukturen herum. Allesamt Tätigkeiten, wo sich Bäuche so richtig schön austoben können — klappt auch in der großen Politik seit Jahren hervorragend.

Und dann fragen wir uns alle unisono, warum man keine Mitmenschen mehr von unserer Sache oder gar von unserer Demokratie begeistern kann? Menschliches Zusammenleben ist einfach mehr als bloß ein paar Ismen auszuleben — ganz egal welcher Art auch immer.

Viele Menschen wollen nicht nur alleine mit dem Bauch angesprochen werden, sie wollen sicherlich auch ein klein wenig eigenes Hirn mit einbringen können. Man muss uns auch nicht gleich damit überfordern, dass wir monatelang ganz neue Verfassungen entwerfen.

Und so war es unsere lokale Idee, mit den Hertensteiner Gesprächen eine Plattform zu bieten, die wirklich jedem die Möglichkeit zur Mitarbeit oder auch nur zum Mitdabeisein bietet. Fast jedem, denn für reine Bäuche ist es tatsächlich nichts.

Und nein, ich höre die Nachtigallen schon trällern, die Welt geht nicht alleine an uns alten weißen Männern zugrunde. Wir alle tragen unseren Teil dazu bei!

„Wilt thou be gone? It is not near day;
It was the nightingale, and not the lark,
That pierc’d the fearful hollow of thine ear;
Nightly she sings on yond pomegranate tree.
Believe me, love, it was the nightingale.

It was the lark, the herald of the morn,
No nightingale. Look, love, what envious streaks
Do lace the severing clouds in yonder east;
Night’s candles are burnt out, and jocund day
Stands tiptoe on the misty mountain tops.
I must be gone and live, or stay and die.“

William Shakespeare, Romeo and Juliet, Act 3 Scene 5

Lehrerin

17.6.02026 5 (6)

Beitragsfoto: Lehrerin

Vermischtes

Erfreulich, dass zumindest ein völlig hoffnungsloser Fall nicht mehr an meiner Klausur teilnehmen wird. Schlimmer als schlechte Klausuren zu schreiben ist es, schlechte Klausuren korrigieren zu müssen. Denn das tut wirklich weh! Wobei jene, die solche Klausuren schreiben, es schon gar nicht mehr selbst merken.

Schon alleine aus Kostengründen und auch zum Wohle der Menschheit, müsste vor jedem Studienbeginn ein bestandener Intelligenztest und eine Aufnahmeprüfung liegen. Universitäten und Hochschulen dürfen keine Aufbewahrungsanstalten für Menschen sein, die keine Lehrstelle finden. Denn damit verschleppt man das Problem nur und löst kein einziges Schicksal. Es sei denn, man macht es wie bei den Arbeitsämtern, wo die eine Hälfte dort nach Arbeit sucht und die andere Hälfte dort ihre Arbeit bereits gefunden hat — was erklären könnte, warum die Hochschulen inzwischen über mehr Büros als über Lehrsäle verfügen.

Heute Abend noch kurz das Tanzbein schwingen.

Defizit

Ganz ohne Frage, unser Stadt- und Landkreis ist bildungsbezüglich defizitär. Dazu gibt es schon etwas länger ganz passable Studien und wohl noch mehr Versuche, um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen. Unsere Volksvertreter versuchen es inzwischen sogar mit Magie, was man halt so macht, wenn man Wissenschaft und Bildung selbst von ganzem Herzen ablehnt.

Nun soll es ein Milliardär richten; man baut Gebäude, von denen man meint, es könnten Bildungsstätten sein, und man gewährt allen dazu Zugang, wohl in der Hoffnung, dass wenn man lange genug in Bildungseinrichtungen herumsitzt, man irgendwann gebildet wieder von dannen zieht.

Was mich dabei etwas erstaunt ist, dass man, wenn man schon neue Schulen baut, man nicht auf die Expertise von Professoren, Lehrern oder gar Pädagogen zurückgreifen möchte. Obwohl, man fragt diese auch schon länger nicht mehr, wenn es um bloße Didaktik und Methodik geht. Noch länger sind selbst Abholpunkte und Schulempfehlungen nur noch reines Teufelszeug.

Universitäten, zumindest auf hübschen Schildern, sprießen bei uns nun wie die Hochschulen auch wie Spargel aus den Böden. Zum richtigen Studieren muss man aber weiterhin in Groß- oder traditionelle Universitätsstädte fahren. Bei all meinen Bemühungen, studentisches Leben habe ich bei uns noch nicht entdeckt. So bleibt die Hoffnung, dass es in ein paar Jahrzehnten vielleicht doch noch bei uns einziehen wird, wahrscheinlich aber erst, wenn eine „Universität von Baden-Württemberg“, auch in Heilbronn die eine oder andere Universitätsfakultät (Würstchengrillen und Büchsenstapeln zählt nicht wirklich!) betreiben wird; ich denke dabei gerne an die University of California. Und vielleicht wäre es auch für unser Bundesland nicht schlecht, wenn man die wenigen noch vorhandenen „Brains“ bündelt und möglichst effektiv auf Baden-Württemberg verteilt — dabei aber nicht nach Proporz, gar Wahlkreis oder dem Geldbeutel eines Mäzens.

Warum kam es aber zu einer solchen Bildungsdelle im Heilbronner Land? Ich gehe davon aus, dass dies erstens damit zusammenhängt, dass die verantwortlichen Entscheidungsträger schon sehr lange sehr bildungsfeindlich sind — nicht umsonst tragen wir den Titel „Stadt der Krämerseelen“.

Zweitens ist unsere Region seit dem Zweiten Weltkrieg infrastrukturell abgehängt; die glorreichen Autobahnen sind nur dazu da, dass man sehr schnell durch unseren Stadt- und Landkreis durchfahren kann.

Drittens fehlen die notwendigen und attraktiven Arbeitsplätze für Menschen, die sich eine höhere Bildung erarbeitet haben. Und sollten sie doch einmal einen solchen finden, gibt es keine weiteren für den eigenen Nachwuchs.

Und viertens ist das restliche Umfeld für Bildungsbürger bisher wenig attraktiv, Stoiker und Eremiten einmal ausgenommen. Schon alleine wenn man einmal tanzen und sich vielleicht dazu auch mal schick machen möchte, fährt man mindestens nach Stuttgart. Opern im Kino und Tanzbälle im Fernsehen zu gucken ist einfach nicht der geeignete Ersatz, um ein echtes Kultur-Feeling zu erhalten. Selbst die Kleinkunst hat bei uns etwas Provinzielles — wir sind einfach in allem auf Lidl und Aldi getrimmt worden. Selbst die Silvesterbälle mutierten bereits zum schnöden Brüllsauf-Event. Autokorsos die Allee rauf und runter zählen ebenfalls nicht zur Kultur eines Lands der Dichter und Denker. Wobei fehlende öffentliche Toiletten das Ganze auch nicht attraktiver machen — zumindest für Menschen, die sich inzwischen gedanklich vom Plumpsklo verabschiedet haben.

Preisverleihung

Den heutigen Tag habe ich mit einer Preisverleihung zum Europäischen Wettbewerb begonnen, der sich in Deutschland nun bereits im 73. Jahr befindet. Dessen Anfänge reichen in Frankreich, wo er ursprünglich gegründet wurde, wohl aber nicht mehr besteht, noch etwas weiter zurück.

Da mich Schule nie besonders interessierte, dürfte ich die eigene Teilnahme an diesem Wettbewerb längst verdrängt haben, zumal ich mich auch nicht daran erinnern kann, dass ich dort jemals zu den Preisträgern gehörte. Für mich begann der Europäische Wettbewerb 1992, nämlich als ich meiner damaligen JEF-Kreisvorsitzenden bei deren Preisverleihungen in der Vorbereitung einer Ausstellung der Bilder aller Preisträger im Stadt- und Landkreis assistierte. Meine bessere Hälfte hatte als JEF bereits 1988 oder 1989 die Preisverleihungen übernommen. Der damalige EUROPA-UNION Kreisvorsitzende kam dann noch mit dazu, wenn es eine zentrale Preisverleihung gab.

Meine eigenhändige Hängung aller Preisträgerbilder überraschte damals sämtliche Beteiligte und so durfte ich dies nun immer machen. Irgendwann wurde mir dann auch die Moderation der zentralen Preisverleihung anvertraut — die Organisation der Preisverleihung blieb aber weiterhin in den Händen meiner besseren Hälfte; soll ja auch funktionieren.

Später dann hatten sich zumindest in unserem Stadt- und Landkreis zentrale Preisverleihungen überlebt; es kamen zwar Hunderte Gäste, meist Eltern und Großeltern, die den unzähligen Preisträgern gratulieren und in Folge davon auch sehr viele wichtige Menschen, die sich das Publikum nicht entgehen lassen wollten, was aber zu sehr langatmigen Verleihungen führte, zumal wenn dann auch noch wichtige Menschen ihren ganz eigenen Auftritt haben wollten.

Und so suchten wir nach einer geeigneten Veränderung. Das Schlüsselerlebnis war für mich, als ich einen Bürgermeister bat, „seine“ Preisträger zu prämieren, dass ein Schüler auf der Bühne das Folgende zu den anderen Preisträgern sagte: „Ich bin doch etwas wert, mein Bürgermeister hat mir einen Preis verliehen!“

Deshalb haben wir kurzentschlossen die Preisverleihungen im Stadt- und Landkreis dezentralisiert und veranstalten nun je nach Anzahl der Schulen und Rathäuser mehrere Preisverleihungen im Jahr. Dabei ist es mir sehr wichtig, dass der Bürgermeister vor Ort die Auszeichnung der Preisträger übernimmt.

Inzwischen hat sich dies im Landkreis fest etabliert, wobei es Bürgermeister gibt, die diese Chance gerne nutzen, aber auch Bürgermeister, die immer viel Wichtigeres zu tun haben.

Auch bei den Schulen können wir Unterschiede feststellen, wobei ich vermute, dass das jeweilige Engagement stark vom Rektor geprägt wird und dazu noch von den weiterhin etwas motivierteren Lehrern abhängt; so gibt es auch hier Schulen und Schulen.

Aber auch dabei zeichnet sich ein Trend ab, die Schulen finden sich immer öfters im Landkreis; böse, wer Schlimmes dabei denkt!