Maskerade

2.4.02022 5 (3)

Beitragsfoto: Maskerade | © Pixabay

Verwaltungsversagen

Die Aussage, dass unseren Ämtern Personal fehlt ist nur die halbe Wahrheit. Unsere Ämter haben mehr als genug Personal, leider aber das falsche und für die heutige Zeit völlig ungeeignete.

Echte Verwaltungen — und die gibt es tatsächlich! — bewältigen das normale Grundrauschen ohne jegliche Probleme — haben dabei mehr als genug Zeit, um sich selbst zu verwirklichen — und freuen sich jedes Mal darüber, wenn sie herausgefordert werden und ihre gesamte Qualifikation als Verwaltungsmitarbeiter ausspielen können. Dabei laufen sie zur Höchstform auf und zeigen der Bevölkerung erneut, warum wir uns eigentlich Verwaltungen leisten. Dann sehen und erkennen die Bürger auch, warum möglichst qualifizierte und sehr leistungsfähige „Beamte“ unserem Land in den Verwaltungen dienen.

Die aufgetretenen Probleme sind gelöst, und unsere Verwaltungen kehren ins Grundrauschen zurück. Dabei nutzen sie die Chance, die jüngst gewonnenen neuen Erkenntnisse umzusetzen, um für die kommende Herausforderung gewappnet zu sein.

Verwaltungen, die im Jahr 2022 — 32 Jahre (!) nach der Digitalisierung unserer Gesellschaft — noch nicht vollständig digitalisiert sind und immer noch Papier von einer Ecke in die andere bewegen, sind so etwas von überflüssig und kontraproduktiv, man kann es sich einfach nicht mehr vorstellen! Da wäre es für uns alle wesentlich besser, wenn man diese Verwaltungen schließt und ihre Mitarbeiter in Arbeiten bringt, die sie auch bewältigen können. Bedarf an Handwerkern, Pflegekräften, Kindergärtnerinnen und Betreuern sowie Kellnern haben wir mehr als genug.

Aber ich will nicht meckern, man hat sich jetzt endlich dazu entschieden, dass man Maschinengewehrschützen 2 und Kanoniere 5 nicht mehr in die Verwaltungen entsendet — denn diese sind für die dortigen anfallenden Tätigkeiten völlig überqualifiziert. Jetzt greift man ganz folgerichtig auf Polizisten zurück. Man könnte seinen Verwaltungsmitarbeitern aber auch einmal nahelegen, dass es Dienstschluss, Wochenende oder Urlaub erst dann gibt, wenn die Arbeit getan ist.

Es würde mich nicht wundern, wenn wir dann übermorgen keine Probleme mehr in unseren Verwaltungen hätten.

Viktor Orbán

Morgen wird der jüngste Diktator in der Europäischen Union von seinem Volk ins Amt gehoben; wie wir alle wissen, hat das Volk — außer vielleicht mit einem Volksaufstand — keine Chance mehr, diesen kriminellen und unser Europa weiterhin demontierenden Berufspolitiker aus dem Amt zu heben.

Seine Karriere begann Viktor Orbán erst so richtig, als Helmut Kohl ihn als einen der Vertreter auserkoren hat, die der Union zukünftig im gesamten Europa zu einer permanenten Mehrheit im Europäischen Parlament und im Europäischen Rat verhelfen sollen. Und da es in der Union selbst immer mehr an Typen wie „Macho-Man“ und „Schmalspur-Casanova“ fehlt, die noch die eigene weibliche Anhängerschaft befriedigen können, war man bisher über jeden Sebastian Kurz oder Viktor Orbán der neuen Schwesterparteien froh. Diese machten sich dann auch auf jedem Parteitag besonders gut und waren immer sehr gern gesehene Gäste.

Und so war es dann auch nicht überraschend, dass die EVP — so heißt die Union in der EU nämlich — diesen Möchtegerndiktatoren bis zum heutigen Tage den Rücken stärkt. Sie sichern der EVP die Mehrheit und damit den Zugriff auf unsere Steuergelder; dieses Projekt trägt übrigens den Namen „geistig-moralische Wende“ — Humor hatte er, das muss man dem Helmut Kohl wirklich lassen.

Die letzte Chance, den ersten nun echten Diktator in der EU (so Jean-Claude Juncker bereits vor Jahren) zu verhindern, hatte das Europäische Parlament in einem letzten Aufbäumen für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit (hierzu empfehle ich die Beiträge von Hans Müller). Dieses letzte Aufbäumen unseres Parlamentes und unserer Gerichte wird nun aber von Ursula von der Leyen (der letzten „echten Frau“ Europas und „Mutterkreuzträgerin“ — ganz selbstverständlich eine Politikerin der Union) unterdrückt.

Ab morgen ist es dann soweit, wir haben den ersten echten Diktator in der Europäischen Union! Dann kann niemand mehr etwas dagegen unternehmen — außer dem ungarischen Volk vielleicht. Und es würde mich auch nicht mehr wundern, wenn EU Truppen diesen Aufstand beenden.

Und sollte am Montag, wider aller Erwartung, doch ein Stöhnen und Lamentieren durch das demokratische Europa gehen, und man nur folgerichtig unsere verantwortlichen Politiker nach ihrer Verantwortung fragen, recyceln diese ihre Antworten z.B. für die Klimakrise, die Bankenkrise und den Ukrainekrieg: „wir haben uns geirrt“ oder „wir wurden getäuscht“.

Alterspräsident — ein Nachruf

Nachdem der Bundestag bereits den Alterspräsidenten abgeschafft hat, beeilt sich nun auch der Landtag in Stuttgart, diese urdemokratische Institution zu beerdigen. Er sei, so die Regierungsparteien, weder ein besonders bedeutender noch ein besonders langwieriger Posten.

Jedes Mal, wenn frei gewählte Volksvertreter zum ersten Mal zusammentreten, sind sie allesamt und zum letzten Mal auch völlig gleichwertig. Um funktionieren zu können, müssen sie sich organisieren und nicht nur eine Art Hierarchie, sondern auch eine Geschäftsordnung beschließen — natürlich kann man nach dem Motto, „das haben wir schon immer so gemacht“ verfahren, dann aber, wenn man es bis zum Schluss durchdenkt, benötigt man auch keine Volksvertreter.

Um das sicherzustellen, vor allem unter völlig Gleichen, bietet es sich an, einen von Anfang an und nur für diesen einen „Augenblick“ gleicher als die anderen zu machen, nämlich den Alterspräsidenten — übrigens eine weltweite und Jahrtausende alte sehr bewährte und außer bei uns in der Berliner Republik nicht in Frage gestellte Tradition.

Das wirklich Lustige an der Sache ist, dass diese funktionierende und bewährte Tradition mit Hilfe der Unionsparteien beerdigt wird, jenen Parteien, die von sich so gerne behaupten, konservativ zu sein. Aber diese Unionsparteien, die das „C“ im Namen führen, sind inzwischen auch die besten Sammelbecken für Atheisten und Teufelsanbeter aller Art.

Video des Tages

Geburtstag des Tages

Émile Zola


Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

2.11.02021 5 (2)

Beitragsfoto: Allee | © Shutterstock

Europastammtisch

Ich glaube kaum, dass ein Abend schöner als mit einem Europastammtisch und dazu noch in einem guten Restaurant ausklingen kann. Auch wenn ich nach einem sehr guten Stück Fleisch auf den exzellenten Nachtisch verzichten musste, konnte ich mich dennoch mit den Augen und der Nase bei meinen Tischnachbarn davon überzeugen, dass das Schokoladen-Souffle wieder sehr gelungen war.

Wie die letzten Europastammtische zuvor, war auch dieser wieder bis auf den letzten Platz ausgebucht. Die Gespräche waren erwartungsgemäß sehr vielfältig und bis zum Schluss sehr spannend. Zudem nutzte Herbert Burkhardt die Gelegenheit, um den Stammtischlern Aktuelles aus dem Stadtrat und „seiner“ Fraktion zu berichten. Allerdings fand er keine Antwort darauf, warum man als Fraktion unbedingt einen Rentner und dann noch nicht einmal einen mit der gleichen oder wenigstens ähnlichen politischen Agenda als Oberbürgermeister bewerben kann.

Klimaschutz

Heute können wir die Leitungslösung für den Schutz unserer Natur und Umwelt in der Heilbronner Stimme lesen. Joe Biden hat diese auf den Punkt gebracht: „Möge Gott den Planeten retten.“

„Hilf Dir selbst, so hilft Dir Gott!“ ist die protestantische Sichtweise, und ohne in eine Diskussion um die „wahre Religion“ eintreten zu wollen, behaupte ich, dass diese mehr Erfolg versprechen würde.

Leider ist es aber so, dass alle Beteiligten am Weltklimagipfel in Schottland diesen nur zum gewohnten Schaulaufen und für inhaltslose Versprechungen genutzt haben. Unsere Kanzlerin kann hierfür als Sinnbild gelten — sechzehn lange Jahre Nichtstun und dafür noch gefeiert werden.

Ehrlicher sind da schon Chinas Präsident Xi Jinping und, man glaubt es kaum, Russlands Staatschef Wladimir Putin, die sich zumindest das Schaulaufen erspart haben und damit unsere Umwelt ein klein wenig schonten.

So bleibt die Konferenz unserer Welt wegen zwei Dingen in Erinnerung. Boris Johnson hat einmal die Wahrheit gesagt: „Es ist eine Minute vor Mitternacht auf der Uhr des Weltuntergangs“ und eine Deutsche, Ursula von der Leyen, konnte sich erneut mit hohlen Phrasen und Nichtstun in Szene setzen. „Das ist unsere Chance, Geschichte zu schreiben. … Es ist unsere Pflicht, zu handeln.“

Wenn jeder vor seiner eigene Haustüre kehren würde, wäre die Welt bereits ein wenig besser. Leider aber werden unsere Politiker die zunehmenden entsprechenden Forderungen unserer Jugend — den Leidtragenden jahrzehntelangen Nichtstuns — damit kontern, indem sie darauf hinweisen, dass man das Weltklima nicht in Deutschland retten werden kann.

Solch eine deutsche Bescheidenheit hätte ich mir die letzten gut 100 Jahre mehr als gewünscht!

Schrumpfen

Spätestens seit den 1970e- Jahren wissen wir alle, dass wir mit unserem Gesellschaftsmodell auf Sand bauen, da dieses alleine auf Wachstum basiert. Sich die, für dieses Wachstum notwendigen Menschen, von außerhalb Deutschlands zu holen, ist eine gangbare Alternative, so lange diese etwas Positives für unsere Gesellschaft beitragen wollen, und noch viel wichtiger, auch können.

Leider sind wir von Anfang an mit unserer Zuwanderungspolitik gescheitert und haben unsere Gesellschaft damit mehr geschadet als geholfen. Und selbst diese ungeplante Zuwanderung konnte nicht verhindern, dass es mit unserer Gesellschaft weiter bergab geht.

So hat man sich zwangsweise — da keine tragbaren Lösungswege erwünscht — darauf spezialisiert, das notwendige Wachstum durch Raubbau und gigantische Fehlinvestitionen zu generieren, was aber genau das Gegenteil bewirkt und den gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Zerfall weiter fördert. Wie schon öfters angemerkt, geht dieses Gesellschaftsmodell höchstens noch für jene auf, die in den kommenden 20 Jahren ihr Lebensende erreichen und die gravierenden Folgen dieser Egomanie nicht mehr miterleben geschweige denn erleiden müssen.

Der Irrwitz daran ist, dass sich diese „Totengräbergenerationen“ bis zuletzt noch als die altruistischen „Wirtschaftswundermacher“ feiern lassen. Dabei ist das Einzige, was sie letztendlich erreicht haben, für sich selbst das Machbare herausgeholt zu haben und den Folgegenerationen die Trümmer zu hinterlassen: Bildungswüste, kaputte Infrastruktur, völlige Zersiedelung, Naturzerstörung, Umweltverschmutzung und last but not least einen unbezahlbaren Versorgungsstaat, der keine Grenzen mehr kennt.

Wenn wir noch, zumindest für uns, die Kurve bekommen möchten, dann müssen wir sofort handeln und unsere Gesellschaft für all jene öffnen, die intelligenter und arbeitswilliger als wir alle selbst sind und dabei wirksam gerade jenen den Zutritt zu verweigern, die unserer Gesellschaft keinen Nutzen bringen. Die Problematik dabei wird sein, ob Leistungsträger überhaupt noch daran interessiert sind, Teil unserer Gesellschaft zu werden.

Deshalb ist es unvermeidlich, dass wir endlich damit beginnen und von der Wachstumsprämisse ein für allemal Abstand nehmen. Wr müssen dringend unsere verbliebenen Ressourcen bündeln und sämtliche Investitionen auf ihre Tragfähigkeit und den gesamtgesellschaftlichen Gewinn hin ausrichten. Der Begriff dafür ist Gesundschrumpfen.

Teilweise hat die Macht des Faktischen schon zugeschlagen und wir schrumpfen, ob wir es wollen oder nicht. Krankenhäuser können nur noch in größeren Städten unterhalten werden und Universitäten erhalten qualifizierte Lehrkräfte nur noch in Metropolen. Fachbetriebe und Schulen werden in Kürze folgen.

Besser wäre hierbei, wir fangen an und kontrollieren bzw. steuern dieses Schrumpfen, damit wir, wenn wir die Kurve hoffentlich noch bekommen werden, unseren Folgegenerationen etwas bessere Voraussetzungen für das Weitermachen bieten können. Eine Natur, wie wir sie selbst noch kannten, wird sicherlich nicht mehr darunter sein.

Geburtstag des Tages

Burt Lancaster


Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

22.10.02021 5 (1)

Beitragsfoto: Affenmusik | © Pixabay

EU-Gipfel

Die EU-Gipfel waren von Anfang an eher das Instrument der Anti-Europäer und deshalb ursprünglich auch nie von den Gründungsvätern der EU vorgesehen. So ist es schon erstaunlich, dass wir Europäer jetzt von den Staats- und Regierungschefs der EU Mitgliedstaaten plötzlich europäische Lösungen erwarten. Schaut man in die Runde, dann findet man dort nur noch Nationalisten und bestenfalls ein paar Superstaateuropäer — europäische Nationalisten (!). Luxemburg darf weiterhin als Ausnahme gelten.

Deshalb dienten diese EU-Gipfel bisher bestenfalls dem Schaulaufen allseits bekannter und beliebter Egomanen und sorgten meist dafür, dass sich die EU nicht weiter zum Positiven entwickeln konnte.

So ist es erstaunlich, dass wir nach all den Jahren von den EU-Gipfeln für unsere globalen Probleme und Herausforderungen europäische Lösungen erwarten. Das hat zuletzt weder im Falle von Migrationsbewegungen noch dem Klimawandel geklappt und wird deshalb auch nicht bei der Energieversorgung funktionieren.

Einzig, wenn es darum geht, Gelder zu verteilen oder Probleme zu verschleppen, sind sich die Gipfelteilnehmer halbwegs einig.

Und wer jetzt erwartet, dass sich die EU Staats- und Regierungschefs plötzlich für unsere europäischen Werte oder gar Menschenrechte interessieren, der hat die letzten Jahrzehnte wohl auf einem anderen Planeten verbracht.

Sehr schade nur, dass man jetzt die Schuld bei unserem Europa sucht und viele nun genau dorthin flüchten wollen, nämlich in die Fänge des Nationalismus, wo die Ursuchen allen Übels liegen!

Wir Europäer wollten nie und nimmer einen europäischen Superstaat und schon gar nicht eine Brüssler Zentralverwaltung. Wir wollten von Anfang an die Vereinigten Staaten von Europa — einen Bundesstaat; genau so, oder zumindest so ähnlich, wie wir es in der Bundesrepublik Deutschland geschaffen haben.

Damit hätten wir schon längst viele unserer derzeitigen Probleme gelöst und wäre auch gut für zukünftige Herausforderungen gewappnet!

Wenn wir uns und Europa noch retten wollen, dann benötigen wir dringend einen Verfassungskonvent, der den Bundesstaat Europa schafft — die Anti-Demokraten und Anti-Europäer können — nein, sie müssen — dann draußenbleiben.

Wenn wir uns retten wollen, dann benötigen wir keine EU-Gipfel, sondern ein Europäisches Parlament, das endlich einmal seine Hausaufgaben macht! Und darin Volksvertreter, die nicht nach der Pfeife unsere nationalen Populisten tanzen, sondern damit anfangen, für die Rechte und Interessen von uns Unionsbürgern einzutreten und diese — auch gegen ihre eigenen nationalen Kollegen — für uns laut und deutlich einklagen!

Und wenn unsere Parlamente in Europa — das Europäische Parlament wie auch die nationalen Parlamente — weiterhin in allen Europaangelegenheiten so versagen, wie die letzten Jahre, dann sieht es nicht nur um Europa sehr schlecht aus, sondern um uns alle.

Bewegung

Dass Heilbronn mit seinem Einzugsgebiet von fast 500 000 Menschen auch ein gern genutztes Einkaufsziel ist, spricht sich endlich auch bei uns immer weiter herum. Nicht erst seit dem Ausklingen der Pandemieeinschränkungen siedeln sich neue und interessante Geschäfte in der Innenstadt an und signalisieren damit, dass man mit guten Geschäftsideen durchaus seinen eigenen Unterhalt verdienen kann.

Und auch der eine oder andere Nischenladen hält sich weiterhin sehr wacker und erfreut seine Kundschaft. Und da in Heilbronn schon immer gerne gegessen und getrunken wird, kommen auch neue und sehr vielversprechende gastronomische Ideen in die Stadt. Der Berliner Platz wird dabei demnächst eine sehr interessante Auswahl an neuen und bestehenden Essgelegenheiten bieten, so dass ich mich schon aufs Frühjahr freue, wenn ich dann dort bei Sonnenschein am Platz sitzen und das rege und bunte Leben betrachten kann.

Hoffnung

Bei den jetzt anlaufenden Koalitionsverhandlungen wird auch Michael Georg Link MdB mit am Tisch sitzen, nämlich in Sachen Europa- und Außenpolitik. Das ist gut so, denn die anderen Gesprächspartner sehen Europa weiterhin nur als weitere Umverteilungsgelegenheit oder als Projektionsfläche für Großmachtphantasien.

So besteht Hoffnung, dass sich Deutschland nicht nur weiterhin zu einem zukünftigen Bundesstaat Europa bekennen, sondern auch die dazu notwendigen Schritte einleiten wird.

Geburtstag des Tages

Franz Liszt