Kleinkunst

17.4.02026 5 (5)

Beitragsfoto: Kleinkunst

Kommunalismus

Victor Orban ist weg, zumindest für eine kleine Weile. Nun gibt es für unsere Politiker eine Entschuldigung weniger, um endlich das Europa anzugehen, das wir mündigen Bürger bereits seit Ende des Zweiten Weltkriegs fordern. Nur ein politisch geeintes, möglichst dabei ein demokratisches und föderales Europa, ergo ein Bundesstaat wird unsere europäische Kultur und unsere Rechtsstaatlichkeit auf Dauer retten können. Das wissen wir bereits seit spätestens Mitte des letzten Krieges!

Dann aber gibt es uns Menschen, wo jeder an und für sich arbeitet, vielleicht noch für die eigene engere Familie. Und es gibt auch die weniger guten und netten Menschen, die nur von der Ausbeutung und Ausnutzung ihrer Mitbürger leben und existieren können. Um das alles unter einen Hut zu bringen, hat man sich bereits 1947 für einen Kommunalismus stark gemacht, der die Verantwortung dort belässt, wo sie hingehört und nur das auf der nächsten Ebene regelt, was man nicht selber regeln kann. Wo jeder die jeweiligen Entscheidungsträger kennt und keiner sich auf Dauer aus seiner Verantwortung stehlen kann.

Damit hätten wir fast eine heile Welt, zumindest aber eine in der man Probleme und Herausforderungen noch annimmt und zu lösen versucht. Eine Welt in der Tunichtgute, Möchtegerne, Schlümpfe, Halsabschneider und bloße Populisten auf alle Fälle einen schweren Stand haben.

Und das ist genau der Grund, warum wir seit spätestens 1947 diesen europäischen Bundesstaat nicht bekommen. Denn jene Politiker, die gerade von einer beständigen „Nach- wie Vorkriegssituation“ leben und selbst die kleinsten Probleme nur durch Geldgeschenke übertünchen können, die möchten keine funktionierenden Systeme — man würde ihre eigene Inkompetenz erkennen können.

Nun gibt es zwar einen Antieuropäer weniger, aber dennoch keinen einzigen Europäer mehr! Man wird unser Europa weiterhin zu verhindern wissen!

Ca. 1 % der Europäer lebt damit sehr gut! Und die restlichen gut 98 % interessieren sich viel zu wenig für die Welt um sie herum oder sind alleine nur damit beschäftigt, um jeden Tag aufs Neue über die Runden zu kommen.

Nachtrag 19.4.2026

Apropos Ungarn, zu meinen, die Ungarn hätten nun die Demokratie gewählt, dürfte eine Fehlinterpretation sein. Orban konnte ihnen wegen fehlender EU-Gelder nicht mehr den Luxus bieten, den sie für sich in Anspruch nehmen. Jetzt soll es ein anderer richten. Demokratie in Ungarn, völlig fehl am Platz. Auch die Ostdeutschen wollten nur die Mark und Urlaub in fernen Ländern.

Vermischtes

Die letzten ein paar Tage hatte ich mir eine kleine Auszeit vom Bloggen und vom Blog-lesen genommen. Und das war auch gut so. Heute war meine Timeline so voll, dass ich nach ein paar Minuten einfach auf „Delete“ gedrückt habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nun sehr viel Spannendes und Interessantes niemals erfahren werde, damit kann ich aber ganz gut leben.

Leider aber lassen sich manche Dinge einfach nicht nur so wegdrücken oder gar löschen. Ob ich es möchte oder auch nicht, ich muss eine unschöne Angelegenheit nach der anderen abarbeiten und dabei versuchen, diese möglichst in meinem Sinne zu regeln — das nennt man wohl umgangssprachlich Leben.

Die Fahrtnachbereitung und ein paar unschöne Dinge haben mir heute das Käffchen mit Detlef Stern verwehrt — er wird es wohl besser verschmerzen können als ich.

Was mich aber noch mehr schmerzt ist, dass wir im 21. Jahrhundert weiterhin Kriminelle zu unseren Führern küren, die wie in den Jahrtausenden zuvor auch, ganze Völker völlig sinnlos in Kriege und den Untergang führen, einzig und alleine nur wegen persönlicher Zwecke. Schlimmer dabei ist nur noch, dass gerade diese Politiker und dies noch anders als vor ein paar Jahrhunderten nun dafür sorgen, dass kein einziges eigenes Familienmitglied oder gar sie selber dabei geopfert werden.

Als ich noch selber meinen Kopf für Fahnenflüchtige und Drückeberger hinhalten musste, war das mein Berufsproblem, meine ganz persönliche Entscheidung. Nun, da mein Ältester entgegen meines Ratschlages eine alte Familientradition weiterführt, sieht es aber anders aus. Nun denke ich eher als Familienvater, Opa und einfacher Bürger — und was ich da so sehe und höre lässt mich so richtig gruseln!

Bücher

Die unschönen Entwicklungen in den USA beginnen sich nun auch auf mich auszuwirken, wobei ich mich darüber sogar etwas freue. Mein Buch „We Are All Part of Europe!“ wird dort nicht nur verstärkt zur Kenntnis genommen, sondern erfreulicher Weise auch gekauft. Ob dies nun eher Kanadier sind oder doch US-Amerikaner kann ich dabei allerdings nicht sagen.

Und vielleicht führt dies dazu, dass auch mein Buch „Europa ist für alle da!“ wieder mehr gekauft wird. Mein drittes Buch „EUROPA-UNION“ dämmert weiterhin ein wenig vor sich hin, auch wenn es aktuell sehr prominent am European University Institute ausgestellt wird — was wohl am dortigen Europatagfest liegen dürfte.

Alle meine Bücher sind weder kleine Kunstwerke noch Bestseller, es sind bloß auf Papier gedruckte Aufrufe zum selber Nachdenken und zur Diskussion. Und so bin ich nun einmal gespannt darauf, ob ich demnächst vom nordamerikanischen Kontinent Feedback erhalte.


Mensch

18.12.02025 5 (4)

Beitragsfoto: Mensch | © Subham Shome auf Pixabay 

Seltsames

Es dürfte schon immer so gewesen sein, dass jene, die es selbst nicht betrifft, immer mit den besten Ratschlägen um die Ecke kommen. Und so muss ich verstärkt und immer häufiger lesen, wie selbst von mir geschätzte Blogger das Dienen für andere entdecken.

Diese Krönung an Bigotterie ist kaum noch zu ertragen, leider aber nur allzu menschlich.

Und gerade deshalb war das Dazugehören zur Deutschen Infanterie in Zeiten des Kalten Krieges für alle damals Beteiligten so wichtig und noch heute bedeutsam. Wenn man eines lernte, dann war es, dass man niemals und nie jemanden anderen Dinge zu tun gibt, die man nicht selbst schon gemacht hat und weiterhin in der Lage ist auch selbst zu tun!

Unsere heutige Gesellschaft geht genau daran zugrunde, weil die meisten von dem was sie anderen auftragen (wollen) selbst keine Ahnung mehr haben. Beispiele dafür gibt es alleine bei uns wie Sand am Meer.

Wir koppeln uns immer mehr von den Realitäten ab und existieren wohl nur noch so lange wie wir von den Erfolgen vergangener Generationen profitieren können. Das in Verantwortung nehmen wollen von künftigen Generationen ist dabei nur noch ein weiterer Auswuchs der bereits vorherrschenden Realitätsverweigerung.

Und wer von uns heute noch selbst etwas tun möchte oder gar tut, der kann sich sicher sein, dass er mindestens vier Mitmenschen um sich herum hat, die ihm dafür dann gutgemeinte Ratschläge erteilen.

Das Ganze kann man sehr gut bei den Spielen unserer Fußballnationalmannschaft beobachten: elf Spieler und 80 Millionen Trainer! — obwohl … davon haben wenigstens eine ganze Menge schon einmal einen Ball in der Hand gehabt.

Mein gut gemeinter Ratschlag an die Ungedienten unter uns: Einfach einmal den Mund halten!

Positives

Stefan Pfeiffer schreibt heute sehr gelungen über die einfache Logik gefährlicher Parolen. Er regt dabei an positive Perspektiven zu entwickeln, die unsere offenen Gesellschaften retten sollen.

Diese gibt es z. B. mit der Europäischen Idee bereits seit gut 80 Jahren, wobei die große Mehrheit unserer Mitbürger genau dies so nicht wollen, sondern im besten Fall nur die offensichtlich gerade dadurch erzielten Gewinne und Vorteile abschöpfen.

Auf alle Fälle aber gehen offene Gesellschaften alleine daran zugrunde, weil kaum jemand die dafür notwendige Arbeit aufbringen möchte — was man schon in der Bibel nachlesen kann.

Und es ist auch nichts Neues, dass sich die Bevölkerungsmehrheit um diese eine Banane sorgt, während der Rest bereits an eine Minderheit verteilt wurde. Selbst die best aufgestellten Demokratien schaffen es dabei nur, dass wenigstens diese eine Banane möglichst „gerecht“ aufgeteilt wird.

Wir Menschen entwickeln uns nur sehr langsam und so dürfte das schon in den ersten Stadtgesellschaften genauso gewesen sein. Wohl deshalb ist die Europäische Idee mit ihrem Kommunalismusmodel, welches sich am Subsidiaritätsprinzip orientiert, so glorios gescheitert — wir Menschen sind einfach noch nicht soweit, um unfallfrei mündig, emanzipiert und demokratisch organisiert leben zu können.

Was mich wieder zur einfachen Logik bringt, weil wir Menschen weiterhin gerade durch Deutungsmuster (Vorurteile) unser Zusammenleben meistern können. Und wie wir wissen, funktionieren diese schon sehr lange recht gut. Und auch Halbwahrheiten haben dabei ihren durchaus berechtigten Ursprung.

Ich habe mir hier im Blog diesbezüglich bereits die Finger wund geschrieben. Meine Erfahrung zeigt, wir Menschen werden uns niemals revolutionär weiterentwickeln können — so schön dies auch wäre! Selbst das Christentum und der Humanismus sind glorios gescheitert.

Wir müssen die Evolution einfach anerkennen und mit ihr leben lernen. Es geht dabei langsam aber sicher in sehr kleinen Schritten voran, dabei eher sogar im Krebsgang. Und vielleicht dürfen wir allesamt sehr glücklich darüber sein, dass wir unser Ende als Menschheit selber niemals erleben werden müssen!

Bis zu unserem eigenen ganz persönlichen Weltuntergang können wir aber sicherlich immer wieder versuchen die eigenen Deutungsmuster in Frage zu stellen und aufzubrechen und bei diesem Abenteuer vielleicht auch noch den einen oder anderen Nachbarn bzw. Leser mitzunehmen.

Und wer nun an so wenig Möglichem zu verzweifeln droht, dem gebe ich zu bedenken, dass selbst ein Jesus, ein Buddha oder ein Gandhi nicht sehr viel mehr erreichten.

Vermischtes

Es gibt sie noch, die positiven Meldungen. Und so freute es mich ungemein, dass die Beipackzettel bei den Medikamenten digital verfügbar gemacht werden sollen. Wer liest eigentlich Beipackzettel? Wohl jene, die auch den anderen Papierkram lesen, der fast allen Produkten mit beigegeben wird.

Auf alle Fälle wäre es der richtige Schritt, wenn sämtliche Beipackzettel nur noch auf einem Server lägen und von dort aus der interessierten Welt zur Verfügung gestellt würden. Ich sehe neben dem Umweltschutz und einer notwendigen Nachhaltigkeit weitere Vorteile, denn damit wäre sichergestellt, dass man die Beipackzettel tagesaktuell halten könnte und noch weit besser, diese so gestalten und auszudifferenzieren, dass die jeweiligen Leser diese nicht nur konsumieren wollen, sondern auch noch verstehen können. Das wäre dann echter Vorsprung durch Technik! Und eine Lebenserleichterung für uns alle.

Ich weiß schon, jetzt kommen die Einwürfe und Klagen, dass dadurch jene Menschen benachteiligt werden, die keine Technologie mögen oder einfach nur zu dumm zum Lesen seien. Und genau das könnte man damit nicht nur geschwätzt beheben, sondern tatsächlich. In den Apotheken und in den Arztpraxen gäbe es Bildschirme, wo man diese „Beipackzettel“ lesen kann und ggf. sogar vorgelesen oder vorgetanzt bekommt — bei den Fluggesellschaften klappt es doch auch.

Morgen gibt es das letzte Käffchen des Jahres zusammen mit Detlef Stern und abends das letzte Treffen der Europäischen Föderalisten in Heilbronn.

Offen bleibt noch, wann ich dieses Jahr zum letzten Mal das Tanzbein schwinge. Heute Abend ist auf alle Fälle schon einmal gesetzt.

Noch nicht geklärt ist, ob und wann ich einen Jahresrückblick schreiben werde. Auf alle Fälle aber freue ich mich seit ein paar Tagen darüber, doch so einige Rückblicke von Freunden und guten Bekannten lesen zu dürfen.

Mein Titelbild passt sehr gut zu einem Beitrag in der Washington Post „The Vanity Fair photographer who disrupted Trumpworld’s polished image“. Seit den Sopranos ist wohl noch keine Gang so gut abgelichtet worden. Als Politiker dürften sie aber wissen, dass nur „no news“ schädlich fürs eigene Image sind.

Was mich dabei aber erstaunt ist, dass wir alle wissen, dass kein Politiker vor eine Kamera geht, wenn er nicht mindestens ein paar Hunderttausend Euro bzw. Dollar für Visagisten und sonstige Schönmacher ausgegeben hat. Und so dürften die Gangmitglieder wohl tatsächlich wie Zombies aussehen, zumindest aber so wie ihr Boss — was nun aber hässlicher ist, liegt wie immer in den Augen des Betrachters.

Als junger Mann würde ich mich sicherlich dabei fragen, wie nun Melania Trump in echt aussieht und gleich an diverse Hexenfilme denken, in denen sich junge Damen ohne Probleme in Mumien und wieder zurück verwandeln. — was erklären könnte, warum sie überhaupt keine Berührungsängste zu diesem schwabbeligen Etwas hat; dass alleine die inneren Werte zählen, kann in diesem Fall ausgeschlossen werden.