Klassenzimmer

Volksverdummung 5 (6)

Beitragsfoto: Leeres Klassenzimmer | © Shutterstock

Die Volksverdummung schreitet in großen Schritten weiter voran. Wohl weil es kaum noch Lehrer gibt, die den Schülern noch das Rechnen beibringen können, werden nun ganz folgerichtig die ersten Konsequenzen gezogen. In Niedersachsen, eines jener Bundesländer, die schon immer durch Bildung für alle brillieren, schafft man nun in der Grundschule das schriftliche Teilen ab. Andreas Frey betitelt diesen Schritt in der FAZ (11.1.2026, 09:24 Uhr) wie folgt: „Die Abschaffung ist richtig“.

Die Begründung wie folgt:

„Aus der Fertigkeit erwächst kein Verständnis. Außerdem ist es auch grundsätzlich keine gute Idee: Das übertriebene Wiederholen von Verfahren raubt schwachen Schülern wichtige Lernzeit.“

Herr Leuders, FAZ (11.1.2026)

Im Bemühen, auch die schwächsten Schüler bis ins Bundespräsidentenamt zu hieven, bleiben nicht nur die intelligenten oder fleißigen Schüler auf der Strecke, sondern letztendlich alle!

Schon lange stelle ich selbst bei Studenten kein Verständnis mehr fest und würde mich schon darüber freuen, wenn diese wenigstens über ein paar Grundfertigkeiten verfügten. Mein Running Gag in der Klausur, das Multiplizieren von 12; das schaffen nicht alle Studenten im Fachbereich.

Ach, wer nun glaubt, das braucht man nicht mehr, weil man nur noch wissen muss, wo etwas steht, der hat Pech gehabt, denn das Leseverständnis gehört bei uns schon lange nicht mehr zu den Grundfertigkeiten eines Schülers. Bei mir lesen Studenten, die können nachweislich nicht zwischen „Studium“ und „Stadion“ unterscheiden, zumindest wenn sie dies in der Klausur lesen müssen.

Demnächst müssen die Dozenten ihre Klausuren auf Tiktok vortanzen, und wenn das keine ausreichenden Klickzahlen generiert, dann erhalten die Studenten ihren Masterabschluss, weil man diese nicht wegen der Inkompetenz des Lehrkörpers benachteiligen darf.

Schon etwas länger erhält man an manchen Universitäten den Universitätsabschluss bis hin zur Promotion, wenn man das richtige Parteibuch vorweisen kann — unzählige politische Karrieren wurden so gestartet. Politiker, die selbst dies nicht hinbekommen, die kaufen sich bekanntlich ihre Abschlüsse im Ausland.

Und jene „Kerzen“, die meinen, man könne bei uns Geld auch nur halbwegs gerecht umverteilen, die sind sogar davon überzeugt, dass man auch Intelligenz umverteilen könne.

Ein schönes Beispiel dafür liefert heute ein Artikel von Claudia Bothe und Alexander Wulfers in der FAZ mit dem Titel „Gymnasien gibt’s nur für Reiche“.

Schneller wurden wir Deutschen noch nie reich! 37 % bis 45 % der Schüler gehen bei uns in Deutschland bereits aufs Gymnasium. Wie konnte ich nur meine beiden Söhne durch die Schule bringen? Sehr wahrscheinlich hat dies etwas mit deren Intelligenz zu tun! Diese mussten wir weder kaufen noch uns mit einem Parteibuch zertifizieren lassen.

„Wenn ein Arbeiterkind direkt gegenüber ein Gymnasium hätte, würde es vielleicht hingehen.“

Ludger Wößmann (Ökonom und Bildungsexperte am Münchner Ifo-Institut)

Auch nur halbwegs intelligente Kinder finden ihren Weg von alleine in die Schule und dies sogar mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Den Schulweg nutzen sie dabei, um u. a. ihre Hausaufgaben zu erledigen.

Heute fahren manche Eltern ihre Sprösslinge sogar zur Uni — wahrscheinlich, um sicherzustellen, dass diese nicht nur vielleicht dort hingehen.

Das Ganze erinnert mich ganz heftig an meine eigene Schulzeit, wo Lehrer uns auf das Phänomen der Überqualifikation von Bevölkerungen aufmerksam machten — ich behaupte dabei, in echten Demokratien gibt es dieses Phänomen nicht.

Dieses Phänomen, dass Personen mehr Fähigkeiten, Wissen und Erfahrung besitzen, als es ihre aktuelle Tätigkeit erfordert, was dann oft zu Unzufriedenheit, schlechterer Gesundheit und geringerer Arbeitsleistung führen soll.

Erstens liefern offene Gesellschaften beständig weitere alternative Beschäftigungsmöglichkeiten und zweitens konnten auch nur halbwegs intelligente Menschen schon immer mit solchen Herausforderungen zurechtkommen — für mich selbst war meine Schulzeit einfach nur die große Langeweile, was tatsächlich diese benannten Auswirkungen hatte. Und so musste auch ich damit umzugehen lernen.

Spannend aber, warum man bereits in den 1970er-Jahren die Themen Überqualifikation und Umverteilung von Intelligenz aufs Tableau brachte. Ich vermute heute, dass der Großteil von uns Deutschen noch nie so richtig von einer offenen Gesellschaft oder gar von Demokratie begeistert war und man von Anfang an nach einem Ausweg suchte.

Diesen Ausweg dürfte man nun mit einer künstlichen Intelligenz für alle gefunden haben! Bald werden wohl bei uns Kinder, die lesen und schreiben und vielleicht sogar selber rechnen können, in Krankenhäuser eingewiesen.

KI-Universitäten bilden künftig unseren Nachwuchs aus, der dann schön gestylt und zufrieden bei McDonald’s oder Starbucks mit Wischbewegungen eine Cola oder eine andere Plörre ordert, bevor es dann in das nächste Nagelstudio gleich gegenüber der elterlichen Wohnung geht.

Nachtrag

Manche Leser meinten sofort, ich sei heute ein wenig zu sarkastisch, zumindest aber sehr zynisch.

Das wäre ich wohl, wenn ich darauf hinwiese, dass unsere Volksvertreter nicht einmal ungefähr wissen, wie groß ihre eigenen Bevölkerungen sind und schon gar nicht, wie viele Schüler und Studenten es in ihrem eigenen Beritt gibt.

Was schon jetzt dazu führt, dass wir sowohl Mangel an Schulen und Lehrern haben, die wir dringend bräuchten, als auch sehr große Überkapazitäten an Universitäts- und Hochschulplätzen, besonders dort, wo kein einziger denkender Mensch auch nur tot über dem Zaun hängen möchte.

Sobald nun unsere Volksvertreter feststellen, dass unseren Mitbürgern nicht nur die eigenen Kinder völlig egal sind, sondern diese sich nicht einmal mehr um die eigenen Haustiere kümmern, werden unsere Bildungsexperten mit dem nächsten Entwicklungsschritt fortfahren.

Wir öffnen Schulen und Universitäten auch für Haustiere, was zumindest so lange gut geht, bis es allgemein bekannt wird, dass diese auch nicht schlechter oder besser als ihre menschlichen Geschwister abschneiden werden.

Bevor aber dieser Herausforderung begegnet werden muss, kommen bestimmt unsere Landwirte um die Ecke, die darauf bestehen, dass auch ihre eigenen Nutztiere vom deutschen Bildungswesen mit betreut werden. Das könnte dann tatsächlich für „Universitätsstandorte“ wie zum Beispiel Schwäbisch Hall und Künzelsau ein echter Gewinn sein.


See in Costa Mesa

25.5.02022 5 (4)

Beitragsfoto: ein See in Costa Mesa

Berlin

Was eigentlich schon jeder weiß, nämlich dass im Bundesland Berlin längst nicht nur Inkompetenz und Korruption zur Staatsraison erhoben, sondern auch die Demokratie gänzlich abgeschafft wurde, hat sich inzwischen auch beim Bundeswahlleiter herumgesprochen.

„Wegen der vielen Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung am 26. September 2021 hält Bundeswahlleiter Georg Thiel eine teilweise Wiederholung der Bundestagswahl in Berlin für unumgänglich.“

Heilbronner Stimme, 25.05.2022: 4

Drollig dabei ist, wie alle Beteiligten — egal von welcher Partei — Himmel und Hölle in Bewegung setzen, nur um sicherzustellen, dass eine illegitime Regierende Bürgermeisterin von Berlin weiterhin im Amt bleiben kann; Lug und Betrug sind übrigens deren einzige bekannten Errungenschaften.

Anstatt, dass man nun anerkennt, dass die Berliner zumindest zu blöd zum Organisieren von Wahlen sind, aber wahrscheinlich doch eher ein korrupter Haufen von Antidemokraten und daraus die richtigen Konsequenzen zieht, indem man die Wahlen in Gänze wiederholt und die Verantwortlichen vor Gericht stellt, wird man nun wohl nur teilweise und nur die Bundestagswahl nachwählen lassen. Und stellt damit sicher, dass diese Regierung weiterhin ungestraft ihr Unwesen treiben kann.

Was das für die Demokratie in Berlin im Besonderen und unsere Demokratie in Deutschland im Allgemeinen bedeutet, muss man nicht mehr explizit erwähnen: die Wahlwilligen werden immer weniger und der Wahlbetrug nimmt weiter zu. Jetzt fehlt nur noch ein neues Ermächtigungsgesetz und wir Deutschen sind wieder mit unserer Vergangenheit versöhnt.

Münzen

Die meisten Münzen, die ich besitze, habe ich selbst auf der Straße aufgeklaubt. Eigentlich bin ich schon immer davon überzeugt, dass Hermann Schnabel Recht hatte: „Das Geld liegt auf der Straße – man muss sich nur bücken!“ Und so gucke ich heute noch bei meinen Spaziergängen eher auf den Boden als in die Luft.

Dabei konnte ich eines feststellen, nämlich, dass man in den etwas ärmeren Gegenden einer Stadt mehr Geld aufheben kann als in den etwas wohlhabenderen. Dies lässt übrigens darüber spekulieren, welche Bewohner sich wohl eher bücken als andere.

Auf jeden Fall aber, und dies ist auch der Grund für diesen Beitrag, habe ich heute erst eine Ein-Cent-Münze aufgehoben — vorgestern waren es ganze vier Stück! — und gleich darauf eine Ein-Dollar-Münze; dies dürfte die erste Münze dieser Art sein, die ich bisher gefunden habe. Es handelt sich dabei um einen Sacagawea-Dollar aus dem Jahr 2000.

Zwang und Zeit

Eigentlich wollte ich heute an einem Essay schreiben, was wohl die Folge davon ist, wenn man gleichzeitig Martin Heidegger und Jean-Paul Sartre liest. Dann aber wurde mir ein Tweet von Detlef Stern in die Timeline gespült und ich komme nicht umhin, darauf zu antworten.

[Tweet nicht mehr vorhanden]

Entweder befindet er sich auf dem falschen Campus oder er besitzt ganz einfach eine falsche Erwartungshaltung. Ich gehe doch auch nicht zur McDonald’s und erwarte dort ein Boeuf Stroganoff.

Ich hatte heute ganz andere Probleme, was wohl der Tatsache geschuldet ist, dass ich den gesamten Tag über gleich mit zwei Damen unterwegs war. Und so konnte ich weder die Größe noch die Farbe meines Handtuchs bestimmen. Was mich interessanter Weise wieder zu Sartre, Heidegger und Georg Wilhelm Friedrich Hegels Herr-Knecht Dialektik zurückführt und die Frage aufwirft, ob nicht nur Frauen unablässig versuchen sich so zu sehen, wie sie der männliche Blick erfährt (Simone de Beauvoir)?

Selbstversuch: ein Blick von außen auf das Nichts im Sinne des Seins | © Bettina Kümmerle

Zitat des Tages

„Isn’t it enough to see that a garden is beautiful without having to believe that there are fairies at the bottom of it too?“

Douglas Adams, The Hitch Hiker’s Guide to the Galaxy

Louvre

The World Factbook 5 (2)

Beitragsfoto: Louvre | © Pierre Blaché auf Pixabay 

The World Factbook ist eine Informationsbroschüre der Central Intelligence Agency (CIA), welche regelmäßig und beständig aktualisiert wird. Sie beinhaltet inzwischen die wichtigsten Informationen zu gut 267 Ländern oder Völkern.

Seit etlichen Jahren ist sie auch im World Wide Web auf der CIA Website zu finden. Der untenstehende Artikel ist wohl einer etwas älteren Version des World Factbooks entnommen und zwischenzeitlich auch durch eine aktuellere Ausgabe ersetzt.

Ich wünsche dennoch viel Spaß beim Lesen.

France

General Overview

France is a medium-sized foreign country situated in the continent of Europe. It is an important member of the world community, though not nearly as important as it thinks. It is bounded by Germany, Spain, Switzerland and some smaller nations of no particular consequence and with not very good shopping. 

France is a very old country with many treasures, such as the Louvre and EuroDisney. Among its contributions to western civilization are champagne, Camembert cheese and the guillotine.

Although France likes to think of itself as a modern nation, air conditioning is little used and it is next to impossible to get decent Mexican food. One continuing exasperation for American visitors is that the people willfully persist in speaking French, many will speak English if shouted at. As in any foreign country, watch your change at all times.

The People

France has a population of 54 million people, most of whom drink and smoke a great deal, drive like lunatics, are dangerously oversexed, and have no concept of standing patiently in line. The French people are in general gloomy, temperamental, proud, arrogant, aloof, and undisciplined; and those are their good points. 

Most French citizens are Roman Catholic, though you would hardly guess it from their behavior. Many people are communists, and topless sunbathing is common. Men sometimes have girls’ names like Marie, and they kiss each other when they hand out medals.

American travelers are advised to travel in groups and to wear baseball caps and colorful trousers for easier mutual recognition.

Safety

In general, France is a safe destination, though travelers are advised that, from time to time, it is invaded by Germany. By tradition, the French surrender more or less at once and, apart from a temporary shortage of Scotch whisky and increased difficulty in getting baseball scores and stock market prices, life for the visitor generally goes on much as before. 

A tunnel connecting France to Britain beneath the English Channel has been opened in recent years to make it easier for the Government to flee to London.

History

France was discovered by Charlemagne in the Dark Ages. Other important historical figures are Louis XIV, the Huguenots, Joan of Arc, Jacques Cousteau and Charles de Gaulle, who was President for many years and is now an airport. 

Government

The French form of government is democratic but noisy. Elections are held more or less continuously, and always result in a run-off. For administrative purposes, the country is divided into regions, departments, districts’ municipalities, cantons, communes, villages, cafes, booths, and floor tiles. 

Parliament consists of two chambers, the Upper and Lower (though, confusingly, they are both on the ground floor), whose members are either Gaullists or communists, neither of whom is to be trusted, frankly. Parliament’s principal preoccupations are setting off atomic bombs in the South Pacific, and acting indignant when anyone complains.

According to the most current State Department intelligence, the President now is someone named Nicolas. Further information is not available at this time.

Culture

The French pride themselves on their culture, though it is not easy to see why. All their songs sound the same, and they have hardly ever made a movie that you would want to watch for anything but the nude scenes. And nothing, of course, is more boring than a French novel. 

Cuisine

Let’s face it, no matter how much garlic you put on it, a snail is just a slug with a shell on its back. Croissants, on the other hand, are excellent, though it is impossible for most Americans to pronounce this word. In general, travelers are advised to stick to cheeseburgers at leading hotels such as Sheraton and Holiday Inn. 

Economy

France has a large and diversified economy, second only to Germany’s in Europe, which is surprising because people hardly work at all. If they are not spending four hours dawdling over lunch, they are on strike and blocking the roads with their trucks and tractors. France’s principal exports, in order of importance to the economy, are wine, nuclear weapons, perfume, guided missiles, champagne, high-caliber weaponry, grenade launchers, land mines, tanks, attack aircraft, miscellaneous armaments and cheese. 

Public Holidays

France has more holidays than any other nation in the world. Among its 361 national holidays are 197 saints’ days, 37 National Liberation Days, 16 Declaration of Republic Days, 54 Return of Charles de Gaulle in Triumph as if he Won the War Single-Handed Days, 18 Napoleon Sent into Exile Days, 17 Napoleon Called Back from Exile Days, and 112 France is Great and the Rest of the World is Rubbish Days. 

Other important holidays are National Nuclear Bomb Day (January 12), the Feast of St. Brigitte Bardot Day (March 1), and National Guillotine Day (November 12).

Conclusion

France enjoys a rich history, a picturesque and varied landscape, and a temperate climate. In short, it would be a very nice country if it weren’t inhabited by French people. The best thing that can be said for it is that it is not Germany. 

A Word of Warning

The consular services of the United States government are intended solely for the promotion of the interests of American businesses such as McDonald’s, Pizza Hut and the Coca-Cola Corporation. In the event that you are the victim of a crime or serious injury involving at least the loss of a limb, report to the American Embassy between the hours of 5.l5 am and 5.20 am on a Tuesday or Wednesday, and a consular official who is supremely indifferent to your plight will give you a list of qualified dentists or something similarly useless. 

Remember, no one ordered you to go abroad. Personally, we always take our holidays at Newport Beach, and you are advised to as well.

Laguna Beach im Sommer

„Ce qui sera, c’est ce qui fut.“

Anatole France, so zitiert auf einem Hinweisschild im Garten des Hôtel du Cap-Eden-Roc