Bauzaun

22.4.02024 5 (3)

Beitragsfoto: Bauzaun mit Wahlwerbung

Rundschreiben

Etwas früher als gewöhnlich gehen meine Rundschreiben an die verschiedenen Adressaten. Das Rundschreiben der EUROPA-UNION hat weiterhin über 200 Abonnenten, was man durchaus als einen kleinen Erfolg werten kann. Das Rundschreiben an die Freien Wähler ist wahlkampfbedingt gleich eine ganze Serie, wird aber, sobald der Wahlkampf richtig angerollt ist, wieder in die gewohnten Bahnen zurückkehren.

Zumindest in meinem Umfeld haben sich die monatlichen Rundschreiben bewährt, mehr führt zu weniger Abonnenten und weniger an Rundschreiben ebenfalls. Wobei die Freien Wähler-Rundschreiben immer an alle Mitglieder gehen, aber auch nur an die.

Meine Hardcore-Leserschaft hier im Blog erhält zu (fast) jedem Beitrag einen eigenen E-Mail-Hinweis. Sehr erfreulich dabei, dass auch hier die Anzahl der Abonnenten seit Längerem sehr stabil ist. Über jene Leser, die meinem Blog per RSS folgen kann ich leider keine Aussage tätigen — ich weiß nur, dass es sie gibt.

Die wohl kleinste Leserschaft habe ich bei meinen Fediverse-Followern, aber auch die werden von mir sehr geschätzt und deshalb auch mit erwähnt.

Wende

Wie schon viel zu oft angesprochen, die geistig-moralische Wende ist inzwischen nicht nur bei allen Parteien angekommen, sondern bei uns im Land voll und ganz gesellschaftsfähig. Als Bürger macht man sich nur noch über die strukturelle Korruption lustig, mehr geht schon lange nicht mehr.

Schlimm dabei ist nur, dass sich viel zu viele immer wieder darüber freuen, wenn die kleinen Sünder vor den Kadi geschleppt werden, es aber wie selbstverständlich nehmen, dass man, sobald der VIP-Status erreicht ist, über wirklich jedem Gesetz steht.

Und so verwundert es auch nicht, dass heute die wichtigste Cum-Ex-Ermittlerin Anne Brorhilker ihren Job gekündigt hat. Und wer denkt, dass Hamburg weit weg ist, der soll sich doch nur einmal bei uns umgucken!

Man kann bei uns bereits über die jeweilige Auslegung des Wahlrechts ins Staunen kommen. Aber nicht nur ich, auch ein Sachverständiger unseres Landesverbands: „In der Sache selbst halte ist die Verhaltensweise der Stadt Heilbronn durchaus juristisch eher fragwürdig.“ — was allerdings nichts bringen wird, zumindest so lange man bei uns selbst über keinen VIP-Status verfügt. Was übrigens auch erklären könnte, warum sich immer weniger gesellschaftlich engagieren oder nur noch dann, wenn sie dafür fürstlich entlohnt werden; als eine Art Gefahrenzulage inklusive Schmerzensgeld.

In wieder einer anderen Sache durfte ich erfahren, dass Arbeitslose nicht deswegen arbeitslos sind, weil sie faul wären: fleißige Arbeitslose, das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Aber auch hier sind viele Bürger schon wieder schneller: „Verkehrsminister [Volker] Wissing in Angst.

Praktikant

Meine übliche Fahrt mit dem meseno-Bus war heute richtig erfreulich. Nicht etwa, dass der Bus gefüllt zurück zu meseno gelangt wäre, dafür stach aber mein Beifahrer, ein neuer Praktikant unter den letzten von mir betreuten, so richtig positiv hervor.

Geschickt wurde er vom Mönchsee-Gymnasium und bestach von Anfang an durch Höflichkeit und der Gabe, nicht nur mit anpacken zu können, sondern dies auch zu machen. Als ich dann noch feststellen konnte, dass er sich auf sein Praktikum vorbereitet hatte und wusste, wohin die Fahrt geht, ohne vorab zu wissen, dass er daran auch teilnehmen wird, war ich regelrecht begeistert. Meine Neugier war geweckt und er war sogar besser vorab informiert als seine mir bekannten Vorgänger nach dem Praktikum. Ich wurde noch etwas neugieriger und fand heraus, dass er einmal ein meseno-Kindergartenkind war.

Schön miterleben zu können, dass sich die meseno-Erziehung so positiv auswirkt.


EckertArt

Kunst & Keramik 5 (5)

Beitragsfoto: Collage von Christine Eckert

Wohl die bekannteste Keramikkünstlerin in Heilbronn dürfte Maria Fitzen-Wohnsiedler gewesen sein, die zumindest den etwas älteren Heilbronnern noch sehr gut bekannt ist. Sie begegnet den Heilbronnern noch heute nicht nur in Schulgebäuden, hier erinnere ich mich noch an das Mosaik im Mönchsee-Gymnasium, das ich erstmals bei meinem Schulantritt als Schüler des Robert-Mayer-Gymnasiums zu Gesicht bekam und welches von ihr 1954 als Steinmosaik für den Wandbrunnen in der Eingangshalle des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums in Heilbronn geschaffen wurde. Auch können alle Heilbronner die Brunnenschale des Siebenröhrenbrunnens bestaunen, die sie 1960 geschaffen hat. Da sie von einigen meiner Familienmitglieder sehr geschätzt wurde, sah ich zudem schon sehr früh Vasen als auch Bilder von ihr, die bis heute immer wieder in den verschiedensten Räumen innerhalb unserer Familie zu entdecken sind und dabei stets Jugenderinnerungen wecken.

Weniger bekannt dürfte Frau Droste sein, welche noch in den 1970er-Jahren ein eigenes Atelier in Heilbronn hatte und sich später, wie übrigens Fitzen-Wohnsiedler auch, in Italien niederließ. Ob ich bei ihr, bei einer Kinderfreizeit auf dem Gaffenberg oder gar in der Hasenmühle meine ersten eigenen Töpferversuche getätigt habe, weiß ich nicht mehr.

Als ich dann meine heutige bessere Hälfte kennenlernte, kam ich erneut mit der Töpferei in Berührung und lernte die noch heute in und um Heilbronn herum aktive Künstlerin Christine Eckert kennen. Dabei durfte ich dann meine Töpferkenntnisse unter Beweis stellen und bin zumindest aus heutiger Sicht ganz froh darüber, dass es der Nachwelt erspart bleiben wird, meine damals geschaffenen Werke betrachten zu müssen.

Im Gegensatz zu Fitzen-Wohnsiedler und Droste ist Christine Eckert allerdings eher auf Spanien als auf Italien fixiert und hat zudem die Raku-Keramik, welche ursprünglich aus Japan stammt, mit in ihr Repertoire aufgenommen. Da Raku wegen der starken Rauchentwicklung meist im Freien gebrannt wird, sind solche Anlässe eine gute Gelegenheit, um sich mit dieser Technik näher auseinanderzusetzen und zudem mit der Künstlerin Christine Eckert selbst ins Gespräch zu kommen.

Christine Eckert stammt aus Stuttgart-Stammheim und kam 1977 erstmals mit der Töpferei in Berührung. Seit 1981 gibt sie selbst Töpferkurse, bereits 1985 hat sie in Heilbronn mit einer eigenen Ausstellung aufgewartet und über die Jahre hinweg ihr künstlerisches Betätigungsfeld nicht nur um Raku erweitert, sondern sich auch sehr erfolgreich der Malerei gewidmet. Mein Lieblingsbild von ihr ist gleich oben als Beitragsbild zu sehen.

Auch wenn Christine Eckert immer wieder in Ausstellungen zu sehen ist, und ihre Werke auch in einigen Schaufenstern in und um Heilbronn zu bestaunen sind, empfehle ich dennoch direkt mit ihr Verbindung aufzunehmen und ihr in ihrer Atelierwerkstatt in Nordheim einen Besuch abzustatten.

Dort finden sich übrigens ihre besten Werkstücke, und ich selbst schaffe es selten, ohne eine weitere Neuanschaffung wieder von dannen zu ziehen. Auf jeden Fall erhält man einen guten Eindruck darüber, wie das Töpfern funktioniert und wie reichhaltig und vielfältig Keramik eigentlich ist.

Ein Tipp von mir, bringen Sie das Thema nicht auf Glasuren zu sprechen, es sei denn, Sie haben sehr viel Zeit mitgebracht.

Wenn Sie jetzt auf Heilbronns derzeitige Keramikkünstlerin ein wenig neugierig geworden sind, dann empfehle ich Ihnen einen Blick auf Christine Eckerts Website EckertArt. Spätestens danach werden Sie mit der Künstlerin einen Vororttermin ausmachen.

Christine Eckert

„’Always learn poems by heart,’ she said. ‘They have to become the marrow in your bones. Like fluoride in the water, they’ll make your soul impervious to the world’s soft decay.’
I imagined my soul taking in these words like silicated water in the Petrified Forest, turning my wood to patterned agate. I liked it when my mother shaped me this way. I thought clay must feel happy in the good potter’s hand.”

Janet Fitch, White Oleander (2002: 8)