Schnappschuss

8.4.02026 5 (3)

Beitragsfoto: Schnappschuss

Lustmörder

Sobald man bei uns seine Lust mit einem Auto verbindet, gibt es kaum noch Grenzen. Alkoholisiert oder ohne Führerschein fahren, Fahrerflucht, illegale Autorennen oder Körperverletzung sind überhaupt kein Problem. Wie man heute in der taz erfahren kann, sind selbst 113 nachgewiesene Delikte noch zu wenig, um bei uns potentielle Lustmörder in Schranken zu weisen. Staatsanwaltschaft und Gerichte schauen so lange weg, bis mindestens ein paar unbeteiligte Menschen ermordet wurden.

Nun wurden zwei von drei gefassten Mördern verurteilt, der dritte kam mit einem blauen Auge davon — muss demnächst wohl ein weiterer Mensch dran glauben.

Eigentlich müssten die Staatsanwälte und Richter, die zuvor die unzähligen Straftaten dieser nun endlich zu Haftstrafen verurteilten Mörder einfach nur durchgewunken haben, mit auf der Anklagebank sitzen — die Lust am Auto vernebelt selbst Justizia.

Erfreulicheres gibt es in Heilbronn zu berichten, denn dort dürfte man nun einen verurteilten Lustmörder in sein Heimatland ausweisen. Er wird es weiter zu verhindern wissen, denn Menschen totfahren macht bei uns in Deutschland ganz offensichtlich mehr Spaß.

Warum aber zumindest die jüngst verurteilten Lustmörder allesamt eine türkische Zuzugsgeschichte haben, sollte man einmal etwas näher untersuchen. Wahrscheinlich aber hängt es nur damit zusammen, dass diese Menschengruppe bei uns meist völlig unterbelichtet durch das Leben wandelt und Autofahren mit oder ohne Führerschein zu deren einzigen intellektuellen Leistung gehört, was sie aber auch nicht so richtig auf die Reihe bekommen.

Unerfreulich dabei, dass nun laut taz die gesamte Bevölkerung darunter leiden soll, nur weil bei uns Idioten alles dürfen außer arbeiten.

Vermischtes

Auch wenn ich meine gemachten Foto beständig lösche und längst kein Foto Backup bei Amazon und Co. mehr habe, bringen ganz gewöhnliche Suchanfragen auf meinen Rechnern immer wieder Erstaunliches hervor. Obiges Beitragsbild habe ich im Jahr 2023 selbst geschossen — da kannte ich weder Mitleid noch Gnade; wobei man sich fragen könnte, ob es überhaupt gegenüber Tieren Gnade geben kann.

Der kommende Weltuntergang muss wohl noch einen Blowjob lang warten oder wie soll ich die jüngsten Äußerungen von Donald Trump verstehen? Die üblichen Experten dürfen sich gerne bei mir melden. Könnte aber auch nur sein, dass sich der Iran und Donald Trump künftig die Transitgebühren für die Straße von Hormus teilen.

In Rheinland-Pfalz gibt es nun Koalitionsverhandlungen, was im Wilden Süden wieder einmal etwas länger dauert. Wobei es unserem Land sichtlich wohl tut, wenn die Landespolitik eine Auszeit nimmt. Ob Schwarz-Rot aber wirklich eine Lösung ist, das darf nach all den Jahrzehnten sehr stark bezweifelt werden; Grün-Schwarz verspräche bei uns etwas mehr Hoffnung, denn da kann man davon ausgehen, dass es dabei noch ein paar Politiker gibt, die etwas zum Positiven bewegen wollen, den eigenen Geldbeutel einmal außen vorgelassen. Was wohl noch einen der beiden Koalitionspartner abschreckt, denn bei uns gilt weiterhin der Spruch: „Wir können alles außer Politik“.

Boris Pistorius sah sich wohl zu einer Richtigstellung gezwungen, denn die halbe Junge Union hatte sich bereits um ein Studium in Monaco oder einem anderen Ort im Ausland beworben, die es diesen Karrieremenschen bekannter Maßen ermöglichen, sich für immer um den Wehrdienst zu drücken. Die andere Hälfte wurde bereits mit entsprechenden ärztlichen Attesten ausgestattet.

Bei bestem Wetter ein wenig im Garten geackert, denn ein frisch angelegter Holzhaufen war umgekippt.

E-Mail

Heute Morgen wurde ich regelrecht in der Brunft gestört (kleiner Insider) als ich eine sehr erfreuliche E-Mail von einem oder gar mehreren Lesern erhielt. Man nahm mich gekonnt und äußerst nett auf die Schippe.

Meine Freude war dabei so groß, dass ich kurz daran dachte, Ross und Reiter zu nennen, ganz besonders deshalb weil ich mich schon sehr lange selbst als Ober-, vielleicht sogar als Meisterkuschler betrachte. Wobei diese Einschätzung eher dem Kuschelpartner obliegt.

Wer meinem Blog schon etwas länger folgt, der kann durchaus richtig vermuten, dass ich Auszeichnungen jedweder Art nicht mehr annehme. Die in meinen „Jugendjahren“ erhaltenen reichen mir bis zum Ende meines Lebens und auch weit darüber hinaus völlig aus. Selbstverständlich waren diese sämtlich mehr als verdient.

Auf alle Fälle aber werde ich nun, wenn ich einen Wald betrete, wohl noch sehr lange an die Würde eines Ehrenbocks denken und meinem Ältesten umso mehr raten, wenn er wieder einmal einen Bock schießen geht, sich seinen Schuss doch nochmals zu überlegen. Nicht, dass er auch noch die stark gefährdete Art der Kuschelböcke dezimiert.


Gartenparty

23.8.02025 5 (7)

Beitragsfoto: Europa-Grillen | © Franz Schirm

Basteln

Mein Ende letzten Jahres gekauftes iPad liegt eigentlich nur in der Gegend herum. Da ich beständig in die Tastaturen meiner MacBooks greife, konnte ich bisher nicht viel Nützliches beim neuen iPad entdecken — das mit dem Stift ist nett, aber mit der Tastatur bin ich schneller. Und sollte es noch schneller gehen müssen, dann diktiere ich meine Gedanken.

Besser wäre es, wenn die MacBooks einen Touchscreen hätten. Und während ich immer noch nach einer Verwendung für das iPad suche, nutzt meine bessere Hälfte weiterhin ein Uralt-iPad, für das es inzwischen keine Updates mehr gibt — es ist aber für seine Verwendung weiterhin bestens geeignet.

Da ich jüngst eine ganz praktische Software empfohlen bekommen habe, deren einziges Manko ist, dass diese wohl nur unter Windows läuft und ich meine Macs nicht mehr mit den durchaus bewährten Simulatoren ausstatten möchte, habe ich nun einen alten Laptop reaktiviert. Wie in den guten alten Tagen läuft jetzt dieser Rechner so ganz nebenbei und lässt sich hoffentlich auf den neusten Stand bringen.

Und danach gucke ich mir mal die empfohlene Software an. Ein Vorteil hat das Ganze auf alle Fälle, ich schraube derweil nicht am Blog herum.

Vermischtes

Die Bemühungen eines Stadtrats meines Vertrauens trugen nun Früchte und die HNVG konnte einer Mieterin die monatlichen Vorauszahlungen so anpassen, dass nun beide Seiten damit leben können.

Auch das diesjährige, dieses Mal sehr spontane Europa-Grillen war ein Erfolg. Der Dank geht dabei an Ursula und Günter Hecht, die dafür ihren Garten zur Verfügung stellten. Aber vor Ursulas selbst gezogenen Paprika muss ich doch warnen, die sind etwas für Menschen mit entsprechenden Vorerfahrungen — und die Enkel werden daran wohl nur einmal naschen.

Die Gespräche beim Grillen traditionell sehr vielfältig. Wobei wir schon sehr lange keine Cevapcici mehr hatten; die letzten gab es von mir zubereitet, wobei meine bessere Hälfte die Regie führte. Und auch bei diesem „Nationalgericht“ des Westbalkans — wobei ich mich erinnere, dass dies auch von zumindest einer Ostpreußin gerne zubereitet wurde — kommt es nicht nur auf die besondere Art der Hackfleischmischung an, sondern auch auf die Art der dazu gereichten Beilagen. Semin Bristina ging auf alle Fälle mit seinen Cevapcici ins Rennen. Jetzt könnten wir beide demnächst einmal über die richtige Mischung debattieren, wobei Banausen sich sicherlich fragen, warum wir so ein Brimborium um ganz gewöhnliche Hackfleischbällchen machen — unser Europa lebt einfach von der Vielfalt, auch in unseren Küchen.

Leider wurde aus dem Käffchen zusammen mit Detlef Stern nichts, er hatte sich gestern sehr ausgiebig der Gartenarbeit verschrieben.

Dafür konnte ich heute ein wenig im Garten werkeln, zu wenig, um es zu bemerken. Auf alle Fälle aber hat sich eine neue Handkettensäge bewährt. Spannend dabei, hätte ich diese nicht beim Produzenten, sondern beim Fachhändler gekauft, wäre es weit günstiger gewesen. Habe ich so nicht erwartet, ist aber genau der richtige Weg, um wieder die eigenen Händler etwas zu stärken.

In der Modeindustrie läuft es genau anders herum, da kaufen kleine Boutiquen die Ware nur um hinterher festzustellen, dass der Produzent seine Ware online billiger als zum Einkaufspreis des Händlers verscherbelt.

Heute auf einen guten Artikel über Richard Wagner gestoßen. Victoria C. Roskams ist die Autorin, der Artikel wurde bereits gestern im „Collector“ veröffentlicht.

Yachten

Gestern ebenfalls sehr spannend die Ausführungen von Jörg zu Yachten, wobei man wissen muss, dass Jörg ein begeisterter Segler und dies nicht nur auf Jollen ist.

Er sprach gestern beispielhaft von einer 100 Millionen-Euro-Yacht, die sich u. a. ein lokaler Unternehmer gönnte. Thematisieren wir hier nun nicht die Finanzierung einer solchen Yacht; dafür werden unsere Banker in Zusammenarbeit mit unseren Finanzbeamten sicherlich äußerst kreativ sein. Auf alle Fälle können wir aber davon ausgehen, dass selbst ein Elon Musk die dazu nötigen Gelder nicht aus der Portokasse nimmt.

Nun hat ein solcher Unternehmer eine solche Yacht und stellt fest, dass er diese nie alleine fahren wird; selbst mithilfe seiner besseren Hälfte und sämtlicher Kinder käme er nicht weit. Ergo benötigt er dafür Personal und hat nun das Problem, dass er selbst in seiner teuren Freizeit nie mit sich und seiner Familie alleine ist, sondern wie in der Firma auch beständig von Angestellten umgeben.

Auf alle Fälle aber hat so eine Yacht viel Platz und die Familie wird sicherlich des öfteren auf Shopping-Tour um die Welt jetten. Und so könnte der stolze Yachtbesitzer auf die Idee kommen, mit ein paar Kumpels zu segeln — ok, mit ein paar Kumpels und einer ganzen Menge von Angestellten.

Das Problem dabei, seine Kumpels haben ebenfalls mit ihren eigenen 100-Millionen-Yachten zu kämpfen oder sie sind auch nur weitere Angestellte, zumindest aber Menschen, die gerne einmal mit einer sogenannten Superyacht fahren wollen.

Die Lösung dieses Problems ist sehr einfach. Zehn Kumpels mit ihren zehn 100-Millionen-Yachten treffen sich am nächsten Yachthafen mit Kneipenanschluss, z. B. Monaco, legen ihre Yachten nebeneinander, geben ihrem jeweiligen Personal Ausgang und besuchen sich gegenseitig auf ihren Yachten — jeden Tag auf einer anderen.

Jörgs Ausführung kann man aber noch weiterspinnen. Dabei muss man nur an die andere Seite der Medaille denken. 10 000 begeisterte „Segler“ treffen sich auf einem Kreuzfahrtschiff und fahren zusammen mit 8 000 Mann Besatzung um die Welt.

Sage da nochmals jemand etwas gegen das Segeln oder die Seefahrt!


Kunst am Bau

24.10.02024 5 (7)

Beitragsfoto: Kunst am Bau

Gedicht

Zur Feier des Tages (Achtung: kleiner Insider) muss es einfach auch noch ein Gedicht sein. Der Wahnsinn kennt keine Grenzen und alle die den Wahnsinn zumindest ein wenig kennenlernten, kennen auf alle Fälle Charles Bukowski. Dieses Gedicht ist auch Teil des Gedichtbandes „The Pleasures of the Damned“ (2008: 126ff)

Hell Is A Lonely Place

he was 65, his wife was 66, had
Alzheimer’s disease.

he had cancer of the
mouth.
there were
operations, radiation
treatments
which decayed the bones in his
jaw
which then had to be
wired.

daily he put his wife in
rubber diapers
like a
baby.

unable to drive in his
condition
he had to take a taxi to
the medical
center,
had difficulty speaking,
had to
write the directions
down.

on his last visit
they informed him
there would be another
operation: a bit more
left
cheek and a bit more
tongue.

when he returned
he changed his wife’s
diapers
put on the tv
dinners, watched the
evening news
then went to the bedroom, got the
gun, put it to her
temple, fired.

she fell to the
left, he sat upon the
couch
put the gun into his
mouth, pulled the
trigger.

the shots didn’t arouse
the neighbors.

later
the burning tv dinners
did.

somebody arrived, pushed
the door open, saw
it.

soon
the police arrived and
went through their
routine, found
some items:

a closed savings
account and
a checkbook with a
balance of
$1.14
suicide, they
deduced.

in three weeks
there were two
new tenants:
a computer engineer
named
Ross
and his wife
Anatana
who studied
ballet.

they looked like another
upwardly mobile
pair.

Egal, was auch passiert, das Leben geht immer weiter! Und schneller als wir denken ohne uns.

Altbewährt

Aktuell erhält der russische Gewaltherrscher neue Soldaten aus Nordkorea, bekanntlich haben die russischen nie viel getaugt, und die deutschen Länder sind wohl noch nicht so weit, um erneut ihre „Landeskinder“ zu verkaufen. Sollten Baden-Württemberg oder gar die Bundesrepublik weiterhin so schwächeln, verhökern wir vielleicht gleich die gesamte Bundeswehr — zumindest könnten wir die Soldaten leihweise zur Verfügung stellen, den Meistbietenden selbstverständlich.

Und auch bei der Videoüberwachung will man wieder auf Altbewährtes — so zumindest in China, Monaco und London — zurückgreifen. Bis es allerdings mit der Videoüberwachung bei uns etwas werden kann, benötigen wir nicht nur die dafür benötigten hochauflösenden Kameras, sondern auch hinreichende Netze. Vielleicht ist es für alle Beteiligten besser, wenn wir erst einmal versuchen die Eisenbahn zumindest halbwegs auf die Reihe zu bekommen.

Derweil ruft Victor Orban die Ungarn wieder einmal zum Freiheitskampf gegen die EU auf. Dabei wäre es doch sehr viel einfacher, wenn sich die Ungarn zum HEXIT entscheiden. Aber dann müssten diese Menschen wohl allesamt einmal richtig arbeiten, auf europäische Transferzahlungen verzichten und, wenn sie Pech haben, werden sie von Orban an Putin als Kanonenfutter verscherbelt. Bei solchen Aussichten ist es für die Ungarn tatsächlich attraktiver, uns Europäern beständig ans Bein zu pinkeln und dafür auch noch Subventionen zu kassieren — das klappt seit dem Mauerfall ganz gut.

Zwei Wochen

Es ist kaum noch auszuhalten, denn so einen Wahlkampf habe ich bisher noch nicht erlebt. Wenn wir es nur halbwegs mit vernünftigen Menschen in den USA — bei uns wird es auch nicht besser sein — zu tun hätten, dann müsste schon längst alles entschieden sein. Und wie es wirklich jeder wissen könnte, geht es am 5. November 2024 nicht um irgend einen demokratischen Richtungsstreit, sondern einzig und alleine um die Demokratie in den USA an sich!

Dass noch heute beide Kandidaten gleich auf liegen, ist schon jetzt kein gutes Zeichen und selbst wenn sich dann doch die Vernunft durchsetzt, wird die Welt im Bestfall nochmals mit einem blauen Auge davonkommen.

Auf alle Fälle und auch bei uns in Deutschland gucken sich die arrivierten Berufspolitiker wie die neuen Sternchen des Totalitarismus das Ganze nicht nur in Ruhe an, sondern adaptieren bereits jetzt die Wahlkampfstrategien eines Donald Trump für ihre eigenen Zwecke.

Das einzig Positive am ganzen Schlamassel ist es, dass sich doch noch viele Bürger gegen die aufziehende Gefahr zu wehren beginnen; dies aus den unterschiedlichsten Gründen heraus und auch noch von den unterschiedlichsten Ideologien kommend — die gesamte Bandbreite einer offenen Gesellschaft beginnt sich gegen den Untergang zu stemmen. Leider aber besteht die Gefahr, dass viel zu viele US-Bürger viel zu spät aus ihrer Trägheit erwacht sind.

Demokratien sterben meist langsam und faulen dabei immer von innen heraus.

„You have two essential tasks in life: to be a good person and to pursue the occupation that you love. Everything else is waste of energy and a squandering of your potential.“

Ryan Holiday, The Daily Stoic (2016: 318)